Die deutschen Damen im Porträt
Natze, Stege und die Küken
Text: Maike Schulz Bild: Imago
Sonntag begann die EM der Frauen in Finnland. Die Deutschen gehen als Favorit in dieses Turnier. Was Birgit Prinz und Nadine Angerer können, weiß man. Doch es wächst eine neue Generation heran. Wir stellen sie vor.
Tor
Nadine Angerer:
Wenn die deutsche Fußballwelt mit etwas gesegnet ist, dann mit außergewöhnlich guten Torhütern. Auch die Frauen machen da keine Ausnahme. Bei der WM 2007 in China kassierte Nadine Angerer kein einziges Gegentor. »Natze« ist selten ohne Mütze zu sehen, nur an Peter Cechs Rugbykäppchen traut sie sich noch nicht heran und lebt ihre Leidenschaft jenseits des Platzes aus.

Ursula Holl:
Die Torfrau vom FCR Duisburg wird wohl nur zwischen finnische Pfosten dürfen, wenn sie Nadine Angerer (was wir nicht hoffen wollen) verletzt oder geschont werden soll. Ihre Leistungen sind gut, aber an Angerer kommt einfach niemand heran.
Lisa Weiß:
Für sie ist die Berufung als dritte Torfrau schon ein Erfolg. Durch das Training mit der Mannschaft wird sie wichtige Erfahrungen für zukünftige Turniere sammeln.
Abwehr
Saskia Bartusiak:
Sie gehört zu den umstritteneren Kandidaten, die die Reise nach Finnland antreten dürfen. In den Testspielen im Vorfeld der EM ist Bartusiak, die für den FFC Frankfurt spielt, durch Unsicherheiten aufgefallen. Pluspunkt ist ihre hohe Flexibilität. Neben der Abwehr ist sie auch im Mittelfeld einsetzbar.
Sonja Fuss:
Seit 1996 spielt Sonja Fuss in der Nationalmannschaft. Wie man Titel gewinnt, weiß die 30-Jährige, sie ist zweifache Welt- und Europameisterin. Die EM könnte das letzte große Turnier für sie sein, denn zur kommenden Saison wechselte sie vom UEFA-Cup Sieger Duisburg zum 1.FC Köln in die Zweite Bundesliga, obwohl ihr Vertrag in Duisburg verlängert worden wäre. Sonja Fuss möchte in Zukunft etwas kürzer treten.
Ariane Hingst:
Zur Rückrunde wechselte Ariane Hingst von Djurgården zurück nach Deutschland, zum FFC Frankfurt. In Schweden sammelte sie Erfahrung im Mittelfeld und ist nun vielfältig einsetzbar. Trotz gerade erst auskurierter Knieverletzung hat sie von allen Abwehrspielerinnen ihre Position am sichersten.
Annike Krahn:
Wird Ariane Hingst in der Innenverteidigung ergänzen. Ihr Zweikampfverhalten ist sehr effektiv, laufstark ist sie, kann sich aber im Spiel nach vorne, wo sie durch Kopfballstärke auffällt, noch verbessern. Die 16.000 Wörter, die ein Mensch durchschnittlich am Tag verbraucht, spart sich Annike Krahn für den Fußballplatz auf, auf dem sie Kommandos verteilt wie Pässe.
Babett Peter:
Geboren wurden sie 1988 in Oschatz und muss sich seitdem bestimmt viele Sprüche dazu anhören. Über sich selber sagt sie, dass sie auf der Außenbahn vor allem eins machen muss – laufen und laufen und laufen. Beim Algarve-Cup im März lief sie so viel, dass Silvia Neid nicht umhin kam, sie mit nach Finnland zu nehmen.
Bianca Schmidt:
Ist das Nesthäckchen der Abwehr und nach Kim Kulig die Jüngste im EM-Aufgebot. Bis in die B-Jugend spielte Bianca Schmidt mit Jungs, dann wechselte sie 2006 zu Turbine Potsdam. Ihre Lieblingsposition ist im Sturm, doch Silvia Neid sieht in ihr eine bessere Außenverteidigerin. Ob die Nationaltrainerin mit ihrer Einschätzung richtig liegt, werden wir in Finnland sehen.
Kerstin Stegemann:
Mit 190 Länderspielen ist Kerstin Stegemann die erfahrenste Spielerin der Abwehr. Sie buhlt mit Bianca Schmidt um die rechte Außenbahn. Nach einer Knieverletzung lief »Stege« ihren Mitspielerinnen und Gegnerinnen in den Tests noch etwas hinterher. Falls sich dieser Zustand in den letzten Tagen nicht verbessert hat, wird sie das Team wohl als erfahrener Joker in der Defensive bereichern.







