Celtic Glasgow gegen Arsenal London
Braveheart vs. Edward
Text: Christian Piarowski Bild: Imago
Als die Auslosung der Champions League-Quali die Paarung Celtic gegen Arsenal ergab, rief »The Sun« bereits »The Battle of Britain«, die Schlacht um Britannien, aus. Was steckt hinter der Rivalität zwischen Schotten und Engländern?
Der Konflikt zwischen Engländern und Schotten besteht bereits Jahrhunderten, aus der Zeit, als der englische König Edward 1296 Schottland eroberte. Der schottische Freiheitskämpfer William Wallace soll einst seinen englischen Peinigern im Todeskampf zugerufen haben: »Ihr englischen Hunde ihr, verweichlichte Huren seid ihr, küsst meinen schottischen Hintern und seid stolz darauf, dies tun zu können, etwas Besseres kann einem jämmerlichen Engländer nicht passieren!« Im Hollywood-Streifen »Braveheart« recken die Schotten den Engländern vor der Schlacht das nackte Hinterteil entgegen, ob das tatsächlich so verlaufen ist, haben Historiker noch nicht genau geklärt.
Die Zeiten, als sich Schotten und Engländer auf dem Schlachtfeld gegenüber standen, sind längst vorbei. Ohnehin besteht die englisch-schottische Geschichte nicht ausschließlich aus Konflikten. Auch die Anfang der 90er Jahre in Schottland herrschende anti-englische Stimmung ist abgeflaut seit dem so genannten Scotland Act von 1998, mit dem einige parlamentarische Befugnisse von London nach Edinburgh übertragen wurden. Dennoch fühlen sich nicht wenige Schotten vom südlichen Nachbarn unterdrückt. Mittlerweile wird die Rivalität vornehmlich im Sport bei Fußball- oder Rugbyspielen ausgetragen, dabei zeigen schottische Fans allerdings auch heute noch gerne den Engländern, was sie unterm Kilt verbergen.
Die sportliche Rivalität kann ebenfalls auf eine lange Tradition zurückblicken. 1872 trennten sich Schottland und England in Glasgow vor 4.000 Zuschauern 0:0, es war das erste offizielle Länderspiel im Fußball überhaupt. In der Folgezeit galt auf den britischen Inseln der Sieger des Duells als Weltmeister, schließlich war man überzeugt, dass hier der weltweit beste Fußball gespielt wurde. Meistens gewannen die Engländer, doch die Schotten sollten ein ums andere Mal Genugtuung erhalten. Im März 1928 demütigten sie ihren Erzrivalen gleich mit 5:1 vor 88.000 Zuschauern im Wembleystadion.
Schottland wird Weltmeister
Noch höher einzuschätzen ist aber der Triumph von 1967. England traf im Wembley-Stadion als amtierender Weltmeister auf Schottland. Es war das entscheidende Spiel um die »British Home Championship«, bei der alle britischen Fußballverbände gegeneinander antraten. Die Schotten gewannen mit 3:2 und erklärten sich daraufhin scherzhaft zum Weltmeister, euphorisierte schottische Fans stürmten nach der Partie das Spielfeld.
Dies wiederholte sich zehn Jahre später, als die Schotten dank eines 2:1-Sieges gegen England erneut den Pokal gewannen. Schottische Fans rannten auf den Platz des Wembley-Stadions, verwüsteten den Rasen und zerstörten eine Torlatte. Als die seit 1883 ausgetragene British Home Championship 1984 abgeschafft wurde, duellierten sich die beiden Rivalen noch von 1985 bis 1989 im Rahmen des Rous-Cups.





