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03.02.2009

»Ernsthaft bankrottgefährdet«

Profi-Fußball vor der Pleite?

Text: Wolfgang Pott  Bild: Imago

Die deutschen Bundesliga-Vereine haben wegen ihrer konservativen Aufstellung infolge der Finanzkrise wenig zu befürchten. Dagegen stehen die Klubs in England, Spanien und Italien vor kaum zu beherrschenden Problemen.

»Ernsthaft bankrottgefährdet« - Profi-Fußball vor der Pleite?


Wolfgang Holzhäuser legte ein verschmitztes Lächeln auf, als er auf die kommende DFB-Pokalpartie zu sprechen kam. Viertelfinale, gegen Bayern München, wahrscheinlich vor ausverkauftem Haus, mit Live-Übertragung im Fernsehen zu bester Sendezeit. Und so rechnet der Geschäftsführer des Fußball-Bundesligisten Bayer 04 Leverkusen allein aus diesem Spiel mit einem Nettoertrag von bis zu einer Million Euro.



Eine ordentliche Summe in Zeiten, in denen die Finanzkrise grassiert und zahlreiche Unternehmen in arge Nöte geraten. Und Bayer Leverkusen, eingetragen als Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH), sowie die anderen 17 Bundesligisten agieren am Markt nicht anders als normale Firmen. Genau das könnte sie angreifbar machen in Zeiten der Krise.

Allerdings haben die deutschen Vereine gegenüber denen in England, Spanien und Italien in den vergangenen Jahren stets konservativ agiert, was ihnen in diesen schwierigen Monaten hilft. Staatshilfe für Bundesliga-Vereine? Holzhäuser winkt ab: »Für mich undenkbar in Deutschland«, sagt der Mann, dem ein ausgeglichener Haushalt über alles geht. Weswegen er in früheren Spielzeiten nicht selten von Anhängern des Vereins angefeindet wurde, was sich jetzt aber als weitsichtiges Handeln erweist.
Auch an Schalke geht die Krise nicht spurlos vorbei

»Alles, was mit Werbung zu tun hat, ist schwierig geworden«

Risikoreicheres Vorgehen warfen Branchenkenner eher den Revier-Vereinen Schalke 04 und Borussia Dortmund vor. Und tatsächlich räumt Schalkes Vorsitzender Josef Schnusenberg ein, dass die internationale Wirtschaftskrise auch an den Königsblauen nicht spurlos vorbeigehe. Doch Schnusenberg betont zugleich, dass Schalke sehr konservativ plane und alle Eventualitäten in die Planungen einbeziehe. Der Sponsorenvertrag mit dem russischen Gasriesen Gazprom jedenfalls läuft noch drei Jahre, »und wir gehen von einer Vertragsverlängerung aus«.

Nüchtern sieht es Hans-Joachim Watzke, Geschäftsführer der Borussia Dortmund GmbH Co. KGaA. Er glaubt, dass die Finanzkrise auch den BVB zumindest in abgespeckterer Form erwischt. »Alles, was mit Werbung zu tun hat, ist schwierig geworden«, erklärte Watzke kürzlich, ausgerechnet als er einen neuen großen Sponsor für die kommenden Jahre vorstellte.

»Es scheint Klubs zu geben, die ernsthaft bankrottgefährdet sind«


Die deutschen Fußball-Manager machen sich zuvorderst Gedanken, ob sie im kommenden Jahr denn noch all ihre teuren VIP-Logen verkauft bekommen. Wirklich Sorgen aber müssen sich andere machen, vor allem jene fremdgesteuerten Vereine in den weiteren großen europäischen Ligen. »Es scheint zahlreiche Klubs zu geben, die ernsthaft bankrottgefährdet sind«, gab zuletzt Bayern Münchens Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge mit Blick auf Fußball-Europa von sich. In Spanien sind es Vereine wie der FC Valencia, die stark fremdfinanziert sind. In Italien sind zahlreiche große Klubs in den Händen weniger Eigentümer. Sollten die mit ihren Unternehmen in Not geraten, kann dies auch existenzbedrohene Auswirkungen auf die Vereine haben.

In England etwa stehen viele Fragezeichen hinter der Zukunft des FC Chelsea, wo Michael Ballack unter Vertrag steht. Dem Vernehmen nach hat Chelsea-Finanzier Roman Abramowitsch durch die Wirtschaftskrise viel Geld verloren, weswegen ihm angeblich die Lust am Profifußball-Sponsoring verloren gegangen sein soll. Sollte er sich tatsächlich zurückziehen, würde er Schulden von bis zu einer Milliarde Euro hinterlassen, so wird gemunkelt. Beim Liga-Rivalen Manchester City dagegen pumpt derzeit der in Europa bislang unbekannte Öl-Scheich Mansour bin Zayed viel Geld in den Verein. 120 Millionen Euro wollte er für den Brasilianer Kaka bezahlen, der aber winkte ab.

Solche Szenarien sollten den deutschen Fußball-Managern zu denken geben, die gerade heftig über die Öffnung ihres Sports für Großinvestoren debattieren. Holzhäuser, der konservative Leverkusener Rechner, ist zwar für den Einstieg solcher Investoren, auch über die 50-Prozent-Hürde hinaus. Allerdings beharrt er auf vertraglich festgelegte, lückenlose Kontrolle dieser Geldgeber. Damit dürfen sich dann wiederum die Juristen der Bundesliga-Vereine auseinander setzen.



Der Westen@11Freunde






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Kommentare

  • User
  • 03.02.2009 12:07:22 defwayne

    Dortmund hängt selbst die Tore mit Werbunug ihres Hauptsponsors voll. Ein Unding gerade in der Halbzeitpause.

    Als ob nicht schon genug "Ev0nik" im Stadion zu sehen ist.

    Herr Weidenfeller steht übrigens ja auch noch in "Ev0nik" Tarnfarme im Tor. Traurige Realität bei Dortmund.

  • User
  • 03.02.2009 13:09:36 Super10

    In Deutschland ist man als Verein mit einer halben Million schon Pleite und dazu gezwungen zwei Klassen tiefer zu spielen. In England, Spanien und Italien leben die Vereine mit drei stelligen Millionenschulden immer noch weiter. Echt kurios. Spanien und Italien haben seit Jahrzehnten Schulden. Ähnlich wie bei den Banken droht dort jetzt der Zusammenbruch.

  • User
  • 03.02.2009 14:46:42 spreekicker

    ich halt es generell für gefährlich permanent die stabilität deutscher vereine zu erwähnen. ich mein wenn man sich die geschehnisse genau anschaut, so fangen wir gerade an die party danderen, die ein paar jahre ging und erst vor zwei jahren ein jähes ende fand, zu bezahlen.
    unterm strich sind viele ausländische vereine schlau gewesen, weil sie jetzt auf staatliche hilfen setzen können, bzw. ihre durch schulden erkauften titel und dominanz, nun egalisiert werden. dumme und lügner werden im rahmen einer wirtschaftskrise die möglichkeit einer inflation besipielsweise komplett ausschließen.

    rockefeller und konsorten wußten sehr wohl eine kommende inflation in massive gewinne umzuschreiben, vielleicht ergeht es vielen top-clubs aus versehen wie rockefeller. eine inflation hätte gar für die deutschen vereine mehr nachteile, als für überschuldete vereine. die überschuldeten können eventuell für den stundenlohn enes tellerwäschersihre schulden abezahlen, dann wenn der tellerwäscher meinetwegen 20 mio die stunde verdient und damit gleich zum bäcker rennt, damit er wenigsten noch ein brot dafür bekommt anstatt morgen ein halbes. die deutschen vereine können sich dann vielleicht einen geschenkkorb bei kaisers mehr leisten.

  • User
  • 03.02.2009 17:24:24 Marco Polo

    @spreekicker: warum bezeichnest du Leute, die eine Inflation in einer konjunkturellen Abschwungphase ausschließen, als Lügner oder gar Dumme?
    Bleib mal bitte sachlich. Denn wenn man Ahnung von Volkswirtschaft hat, dann weiß man dass eine Inflation vor allem in Zeiten des starken Wirtschaftswachstums entstehen kann. Gut auch durch ein extremen Wertverfall des Geldes, weil der Staat Geld wie die Bild druckt kann eine Inflation zu Stande kommen; ich denke du spielst darauf an wenn du sagst, dass ein Stundenlohn 20 Mio. € beträgt. ABER: Das wird...ich betone...!!!NICHT!!! passieren da die EZB von Weisungen unabhängig ist und nur das Ziel der Geldwertstabilität verfolgt. Und wenn diese Inflationsgefahr nicht vorhanden ist dann kann nur noch durch WirtschaftsWACHSTUM eine Inflation entstehen (die sich dann auch nur im 5% Bereich im jahr bewegen würde und das wäre schon eine für € Verhältnisse Megainflation, die es seit der Euroeinführung nicht Ansatzweise gegeben hat). Aber wie gesagt erleben wir grade einen Abschwung und wenn du schon 18 bist, was aufgrund deiner Aussage bezweifelt werden kann, hast du sicher gemerkt, dass die Benzinpreise ziemlich stark gefallen sind...sowas nennt man sogar Preisdeflation, was das genaue Gegenteil einer Inflation ist...Aldi und Lidl werden die Preise für viele Produkte auch stark senken usw.
    Menschen die also behaupten, dass man fürs erste eine Inflation auschließen kann sind keine Lügner sondern schlichtweg Menschen die Ahnung haben; was Du, bei aller Sachlichkeit nicht zu sein scheinst, wenn du allen ersntes behauptest, dass die Milliarden schulden mit Wochenlöhnen bezahlt werden können werden...tut mir Leid aber so ein Mist hab ich seit langem nicht mehr gelesen.

    Noch was. Es würde mich wundern wenn die UEFA daumendrehend daneben stehen würde wenn die Staaten den FUßballvereinen unter die Arme greifen, während in anderen Ländern dies nicht geschieht. Darüber hinaus...was meinst was bei uns los wäre wenn Merkel beispielsweise vorschlagen würde 5 Mrd. in den deutschen Profifußball zu pumpen?
    SO und warum sollte die Reaktion in anderen Ländern nicht anders sein? Und ich betone, dass dies eine globale Krise ist, d.h., dass die ganze Welt betroffe ist.

  • User
  • 03.02.2009 17:57:02 unionchemiker

    großartig, herr polo! GROSSARTIG! du hast mir den dienstag gerettet!

  • User
  • 03.02.2009 18:05:21 spreekicker

    super marko alles super schlüssig, die vwl haben es doch gerade vergeigt, millionen von finanzEXPERTEN haben es vermasselt und du kommst noch immer mit den konzepten.
    ich bin mal gespannt, was deine ezb macht, wenn leute an den banken schlange stehen, kannst ihr ja dann helfen. überhaupt, hat die tolle ezb nicht wirklich die krise kommen sehen, bzw. erst dann, als auch jeder meterologe sie gesehen hat und im wetterbericht davon erzählt hat. das ist durchaus im bereich des denkbaren.

    zu deiner laienbehauptung über inflation, da solltest du dir mal gedanken zu machen, absoluter schwachsinn, phänomenal. inflation tritt dann ein, wenn das geld nicht wirklich paritätisch gedeckt ist und zu viel davon rausgeschossen wurde, bzw. unfug getrieben wurde (zerstörung, bzw. ökonomisch sinnlose geschäfte, welche nicht nachhaltig gewinn bringen) ich würde nachkriegszeiten, in denen gerne mal inflationen ausbrechen mal nicht auf zuviel gedrucktes geld oder das wirtschaftliche brummen schieben.

    ich habe an keiner stelle behauptet, dass es in anderen ländern anders ist, im gegenteil, bei aufmerksamen lesen wärst du sogar darauf gekommen, dass kern meiner argumentation.

    däumchen drehen kannst du schon viel länger, es werden gar einzelne vereine massiv gefördert, außerdem sind die steuersätze für profifußballer ohnehin landesspezifisch hoch oder niedrig.

    noch eine frage zu deiner deflation, der ölpreis war einfach mal überbewertet.
    dein 18 jahre argument ist bei deiner ahnungslosigkeit einfach grotesk, falls dies beabsichtigt war, so kannste dir fafür nen blumentopf abholen.

    und vergiss bitte nicht dein geld zur bank zu bringen, weil es dort ja mehr wert werden könnte, aber nicht mehr als 20.000 euro bei einer bank, weil für mehr traut sich selbst die merkel nicht mehr einzustehen.

  • User
  • 03.02.2009 18:20:12 AbteilungAttacke

    Hust, ich möchte anmerken, dass Oscar Lafontaine den Crash sehr wohl hat kommen sehen - das hat jedenfalls Herr Casdorff vom Tagesspiegel am Sonntag im Presseclub mal so provokativ in den Raum geworfen^^

    @ Marco Polo
    Aber mal im Ernst - so ganz richtig kann ich deine - sachlich gut vorgetragene - Argumentation leider auch nicht ganz nachvollziehen. Fakt ist, dass die Verantworlichen, die die Krise maßgeblich verursacht habem, nach dem Staat schreien. Fakt ist, dass es die selben Leute oder zumindest Geisteskinder sind, die Jahrelang nach einer Deregulierung geschrieen und den Staat als Hydra bezeichnet haben sowie mehr Kapitalismus wagen (März) wollten.

    Und was nun ? Folgt ein Ethikkodex für die Finanzwirtschaft ? Werden die Verantwortlichen zur Rechenschafft gestellt ? Rechtlich ? Wirtschaftlich ? Sozial ? Politisch ?
    Nichts davon ist der Fall. Statt dessen Argumente wie "Wir müssen die Autobauer und die Banken retten, weil sonst der Untergang des Abendlandes ansteht" Damit man mich nicht falsch versteht, ich habe Wurzeln in Bochum und habe den Kampf um die Opelwerke regional mitgenommen. Aber das o.g. ist doch einfach keine rationale Argumentation mehr.

    Was hat das mit Fußball zu tun ? Nun, wenn schon auf richtig großer Ebene keine Verantwortung und keine ernsthaften, weil nachhaltig-dauerhaften, Konsequenzen zu erwarten sind, wer erwartet da, dass es bei den überschuldeten, quasi wie Kommunen agierenden, europäischen Vereinen anders sein wird ?

    Allerdings sehe ich es auch nicht so schwarz wie Spreekicker. Die Bundesliga ist solide aufgestellt (meistens), da mache ich mir keine Sorgen. Allerdings mache ich mir von der Finanzkrise auch keine Hoffnungen auf einen Wettbewerbsvorteil - geschweige denn, dass mal ein Stein ins Rollen kommt, eine Kettenreaktion auslöst und ein Paar dieser Vereine pleite geht... ja ja, Träume sind Schäume...

  • User
  • 03.02.2009 18:55:32 Albe

  • User
  • 03.02.2009 18:55:44 Albe

    @ Spreekicker: halt dich bitte zurück mit deinen Ergüssen, denn sie sind absoluter unfug...Marco polo hatte schon recht, das letzte was in dieser Situation zu erwarten ist ist eine inflation, denn diese tritt nur bei einem nachfrageüberhang, (also wenn die nachfrage das angebot übersteigt) wo die unternehmen die steigenden erlösmöglichkeiten durch preisteigerungen ausnutzen. Wie du vielleicht schon gemerkt hast ist aber derzeit garde ein nachfrage-Ausfall das problem also ist das letzte was zu erwarten ist eine inflation...

    Also bitte: red weiter über fußball und nicht über Dinge, die du nicht ansatzweise verstanden zu haben scheinst

  • User
  • 03.02.2009 19:11:14 bright_eyes

    @ wayne: Schon klar, manche Aktionen Evoniks nerven. Ist aber Gang und Gäbe in jedem Fußballstadion der Bundesliga. Kommerz und so, ne?! Aber sowas von einem "Fan" (sowas gibt's da? seit wann?) von BAYER Leverkusen? Und du ziehst über Evonik und den BVB her? Darf ich mal lachen?? Fast so lächerlich, wie als ihr vor Jahren, als das Waldstadion umbenannt wurde, ein großes Banner "Willkommen zum Commerz" am Start hattet. Echt super Jungs, aber fasst euch mal an die eigene Nase.

  • User
  • 03.02.2009 19:14:03 spreekicker

    @aa
    ja der lafontaine, der wird doch heute noch mundtot gehalten, natürlich wäre die von ihm vergeschagene steuer von 1% auf gewinne transnationaler spekulationen (oder so ähnlich) auch ein schritt in die richtige richtung gewesen, bzw. eine indirekte prognose.

    ich meinte, dass im öffentlichen diskurs alles was nicht halbwegs neoliberal war eine unvertretbare aussage war und als partout sozialistisch, unwirtschaftlich (welch ein vorwurf) oder sonst was diffamiert wurde. ich verstehe herrn mp leider als ein weiteren verkünder jener denktradition, welche die medien dominierte und eben nichts voraus sah, bzw. den eigenen profit noch sicherte, während sinn und konsortenvom unsinn des midestlohns schwafelte.

  • User
  • 03.02.2009 19:21:32 Albe

    mit leuten ohne ahnung und nur mit Totschlag-Argumenten sollte man nicht diskutieren.
    Am besten über die fußballerische Seite der ganzen sache reden, da haben wir alle keine richtige ahnung und nur totschlag-Argumente

  • User
  • 03.02.2009 19:33:10 schappi1848

    alles latte - schalke scheint es ja zu treffen. wird auch zeit.

  • User
  • 03.02.2009 19:45:43 gelsenkirchen

    volkswirtschaftlicher pimmelvergleich hier, oder was?

  • User
  • 03.02.2009 19:53:26 spreekicker

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  • User
  • 03.02.2009 19:53:52 spreekicker

    sorry reißverschluß klemmt anscheined

  • User
  • 03.02.2009 23:49:31 spreekicker

    @albe
    sorry, habe deinen beitrag erst gerade gelesen.

    viele vwl-experten würden von einer deflation mit anschließender inflation reden, wobei man hoffen kann, dass es sich nur um eine schnell schleichende inlation handelt.

    aber nun zu deiner argumentation, welche vom kern schon recht amüsant ist, besonders wenn man den belehrenden unterton berücksichtigt und man achte doch bitte besonders darauf, dass du mich gar nicht verstanden hast, weil unterm strich liegen wir soweit gar nicht auseinander, bzw. ich habe nur weitergedacht.

    warum meinst du, werden denn gerade staatliche garantien ausgesprochen, weil alle glauben das geld wird mehr wert wird, oder weil merkel sich freut, wenn alle aufeinmal viele ihr ganzes geld ausgeben wollen? - wohl kaum. wenn es erste schlangen vor den banken gibt (was nicht zuletzt durch massive staatliche garantien für ganze banken ausgeblieben ist), dann kannst du mit deinem angebot nachfrage modell sehr schön argumentieren. plötzlich haben alle viele geldscheine in der hand und wollen einen auf hamster machen na dann fetz dich ml mit zwei müttern an der brottheke um das letzte brötchen, bin mal gespannt, was du dann so von deflation hälst. interessanter ist, was los ist, wenn das brötchen schon längst weg ist.

    teilschuld an diesem szenario hätten auch frühere fehlinvestitionen, welche eine fehlende deckung des sich umlauf befindenen geldes bedeutet. irakkrieg, unermessliche boni, etc. haben nur mehr dollar in den umlauf gespült, alle wollen heute was davon kaufen können, nur pech, das das zerstörte haus im irak will keiner kaufen (und das öl fließt noch nicht ganz), es wurde geld rausgehauen ohne einen gegenwert zu schaffen.

    ich bleibe dabei die party wurde gefeiert, wir bekommen keinen hummer mehr für unser geld - wenn(!) es knüppeldick kommt.

    wer weiß, ob der taschenspielertrick auf dauer funktioniert, dass der hochverschuldete staat durch garantien die verluste (merkwürdige finazprodukte) seiner gläubiger (sie sitzen auf des staates schatzbriefen) im zweifelsfall übernimmt.


    ich sehe auch nicht wo auf dauer einen angebotsüberschuß entstehen soll, wenn die unternehmen eins nach dem anderen mangels auftrag schließen. (stichwort erst deflation, dann inflation, unterm strich hätten bedeutet dies für die bundesliga eine eliminierung ihrer mühsam aufgebauten seriösen struktur)

    es ist auch nach wie vor nicht meine annahme, dass es dazu kommen wird, nichtsdesto trotz ist dieses szenario auch möglich, schau mal nach island oder lettland, das sind nicht togo oder mikronesien, vieles ist möglich.

  • User
  • 04.02.2009 20:30:15 DerBotschafter

    Ich gebs besser gleich zu Beginn zu: Ich habe keine Ahnung von diesen ganzen Wirtschaftsthemen. Damit bin ich aber offensichtlich nicht allein.

    Jetzt aber zu meinen Fragen: Was könnte denn dem englischen (oder spanischen, italienischen) Fußball im schlimmsten Fall drohen? Würden die Clubs dort wirklich Geld vom Staat kriegen, würden sie überhaupt danach fragen?

    Wenn ich mir vorstelle, dass der FC Schalke (beispielsweise) irgendwann hingeht und den Staat nach Geld fragt würde man ihnen das doch nicht geben.

    Ich kenn' die Regeln der F.A. nicht aber müssen die Vereine nicht auch eine Lizenz bekommen in deren Rahmen auch die Wirtschaftlichkeit bzw. Liquidität geprüft wird? Was müsste Chelsea denn anstellen damit sie aus der Liga fliegen? Wäre doch für die auch schwierig jemanden zu finden der die Schulden übernimmt...

  • User
  • 05.02.2009 19:02:21 UrmelAusmEis

    Wenn Abramovich tatsächlich verkaufen wollte - was bisher nicht mehr ist als ein waberndes Gerücht - dann würden die Schulden irgendwie mit dem "Wert" verrechnet werden. Nicht umsonst erzählt Hoeneß ja, dass der Kaufpreis bei 1 Pfund liege (und MSL und GKN: damit meint er nicht 1 Pfund Diamanten...).

    Ich denke jedoch, dass all diese Schulden von Chelsea zumindest in der Höhe schon lange nur noch auf dem Papier existieren. Jeder in diesem Verein weiß, dass ein guter Teil des Geldes, das in den letzten Jahren hier hinein gepumpt wurden, weg ist. Das Stadion mag größer und moderner geworden sein, der Kader besser. Aber längst nicht in der Höhe, in der zuvor investiert wurde.

    Nun waren bis zur Finanzkrise solche Verluste wahrscheinlich ohnehin Teil des "Plans". Spaß haben, auch wenns nicht rentabel ist. Inwieweit sich dieser Plan jetzt geändert hat, weiß wohl nur Abramovich. Genau, wie er weiß, dass es völlig unmöglich sein dürfte, all die "Schulden", die Chelsea bei ihm hat, komplett wieder zurückzufordern.

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