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Fan-Wut trifft Müller mit voller Wucht

»Das tut weh«

Text: Thomas Lipinski  Bild: Imago

Die Wucht der Fan-Wut erschreckte auch Andreas Müller. »In dieser Schärfe gab es das noch nie«, sagte der Manager von Schalke 04, der bei der bitteren 0:2-Pleite gegen Manchester City Volkes Zorn zu spüren bekommen hatte.

Fan-Wut trifft Müller mit voller Wucht - »Das tut weh«


Die »Müller raus«-Rufe, die zaghaft in einer Ecke begonnen und am Ende die gesamte Arena erfasst hatten, hinterließen Wirkung: »Das tut weh.« Der Fan-Protest gegen den Manager entzündete sich an einem Spiel, dass schonungslos die Krise des selbsternannten Titelanwärters aufzeigte.

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Die zweitteuerste Mannschaft der Bundesliga, von Müller seit seinem Amtsantritt als Nachfolger von Rudi Assauer im Mai 2006 mit Einkäufen für 32,5 Millionen Euro und vielen hochdotierten Verträgen zusammengestellt, legte mit einer erschreckend leblosen Vorstellung den sportlichen Offenbarungseid ab. Die aufgebrachten Fans in der Nordkurve wedelten angesichts des emotionslosen und ideenlosen Gekickes der »Söldner-Truppe« und der stümperhaften Fehler bei den Toren von Benjani Mwaruwari (32.) und Stephen Ireland (66.) mit Geldscheinen.

»Es geht nicht um Meier, Müller oder Schulze, sondern um Schalke«


Währenddessen bekam Müller auf dem Rasen vorgeführt, was seine umstrittene Einkaufspolitik der letzten zweieinhalb Jahre bewirkt hat. Von den eigenen hohen Ansprüchen ist Schalke 50 Jahre nach der letzten Meisterschaft meilenweit entfernt. Die geballte Kritik werde er aushalten, versicherte der 45-Jährige, der vor elf Jahren noch als einer der legendären »Eurofighter« beim sensationellen UEFA-Cup-Triumph gefeiert worden war. »Es geht nicht um Meier, Müller oder Schulze, sondern um Schalke«, sagte er, »ich mache nur meinen Job - so gut es geht.«

Die Frage, ob die Fan-Proteste für ihn Konsequenzen haben könnten, wollte Müller, mit einem Vertrag bis 2011 ausgestattet, nicht beantworten: »Diese Entscheidung kann doch ich nicht treffen.« In der Diskussion um seine Bilanz als Manager nahmen ihm seine Spieler mit der zweiten Heimniederlage der Saison und mittlerweile fünf Pflichtspielen in Folge mit nur einem Sieg fast alle Argumente. Trainer Fred Rutten, der anstelle des immerhin bis ins Champions-League-Viertelfinale vorgestoßenen Mirko Slomka mit neuer Philosophie den nächsten großen Schritt machen sollte, wirkt ratlos und gibt keine gute Figur ab. »Es hat der richtige Glaube gefehlt«, meinte der Niederländer und fügte schulterzuckend an: »Eine Erklärung ist nicht so einfach.«

Die insgesamt 15,5 Millionen Euro teuren Zugänge Jefferson Farfan und Orlando Engelaar blieben einmal mehr den Beweis schuldig, ihr Geld wert und tatsächliche Verstärkungen zu sein. Problem-Stürmer Kevin Kuranyi, mit dem Müller möglichst schon im Winter den 2010 auslaufenden Vertrag verlängern will, hatte nicht eine einzige Torchance und verlor wieder viele Bälle. Die Kritiker Müllers, die in der »sehr kritischen Situation« (Müller) endlich ein hartes Durchgreifen gegenüber den hochdotierten Stars fordern, werden aber wohl wieder enttäuscht werden. »Wir werden sicher nicht mit dem Prügel draufhauen«, kündigte der Manager an, »sondern ruhig und sachlich analysieren.«

Dass er diese Ruhe in den nächsten Tagen kaum haben wird, ist Müller allerdings klar: »Es muss auch kritisch und nicht nur ruhig sein, sonst schlafen wir ein.« Diese Gefahr besteht wohl angesichts der Fan-Wut nicht.




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Kommentare

  • User
  • 28.11.2008 19:41:55 AbteilungAttacke

    Wer Müller gesehen hat beim DSF-Doppelpaß, wo er sich wehr- und klaglos quasi 1 1/2 Stunden Dauerkritik anhören musste, wer sich sein lasches Vorgehen in Bezug auf Allüren seiner Spieler(Stichwort "Rafinha und Olympia", Stichwort "Sölder auf Schalke") vor Augen hält und wer seine Reaktion auf das Geschrei von
    50 000 Fans sieht, die seinen Kopf fordern, der kann nur zu einer Schlussfolgerung gelangen: Drogen.

    Der Mann muss vollgepumpt sein mit Valium. Eine andere Erklärung kann es langsam nicht mehr geben. Doch so langsam sollte der Mann mal wieder runterkommen.

    Sätze wie "Ich mache meinen Job - so gut ich kann" zeugen von einer erschreckenden Hilflosigkeit und erinnern doch sehr an einen Rekruten bei der Bundeswehr, der beim Formaldienst seinem Ausbilder lustlos entgegenheult "Ich geb' mein Bestes".
    So gesehen ist das ein Offenbarungseid...

  • User
  • 29.11.2008 16:42:28 gelsenkirchen

    der soll sich einfach nur verpissen. danke für den kopfball 1996, jetzt ist aber gut...

  • User
  • 01.12.2008 15:20:16 Kreuzberger

    Und jetzt geht die Manager- und Trainerdiskussion weiter, also nein. Immer werden diese Herrschaften "kritisiert", ich würde bei der Schalker Mannschaft ganz wo anders anfangen, und zwar bei den Spielern.

    Aber die sind ja immer die geschont werden. Selbst ein neuer Trainer und Manager werden der Truppe kein Leben einhauchen. Das einzige was die akribisch tun ist den Gehaltseingang zu kontrollieren.

  • User
  • 01.12.2008 17:05:31 eilenwitz

    Es ist Zeit für einen Neuanfang. Ei drauf auf die Saison, obwohl die noch nicht gelaufen ist. Kader durchforsten, einige behalten, andere verkaufen, sich nach neuen Spielern umsehen, gerne auch junge Talente, vielleicht sogar aus Deutschland.

    Auch die Vereinsführung sollte mal in sich gehen. Die Tönnies und Schnusenbergs sollten sich mal fragen, ob ihr Verhalten in den letzten Jahren ok war.

    Und zu guter Letzt löst Andreas Müller seinen Vertrag selbst auf.

    Hallo wach werden, es geht um Schalke, da ist immer was los.

    Ich befürchte eher folgendes: Sollte das mit dem Weiterkommen im UEFA Cup nichts werden, wird Fred Rutten gefeuert und das noch vor der Winterpause.

    Bin mal gespannt wer in Enschede aufläuft. Wahrscheinlich wieder die gleichen Jungs wie letzten Mittwoch und Sonntag.

    Gute Nacht Schalke.

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