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07.06.2008

Schweiz-Tschechien im 11FREUNDE-Liveticker

Blut, Schweiz und Tränen

Text: Dirk Gieselmann und Fabian Jonas  Bild: Imago

Tschechien besiegt den unglücklichen Gastgeber Schweiz mit 1:0, der auch noch seinen Kapitän Alexander Frei verliert. Verfolgt den Spielverlauf noch einmal – im 11FREUNDE-Liveticker.

Schweiz-Tschechien im 11FREUNDE-Liveticker - Blut, Schweiz und Tränen


17:04 Uhr: Wann ist die »heute«-Sendung endlich vorbei? Das Jäckchen der Moderatorin erinnert uns an zu Recht verbotene Eissorten aus den frühen 60er Jahren. Ein Ärgernis.

17:05 Uhr: Jetzt noch die Werbung durchhalten, Kerners pastorales Referat – dann ist EM!

17:08 Uhr: Dieses Auge über den ZDF-Experten... Gehört es Sauron, dem Fiesling von Mordor? Sind Kerner, Klopp und der andere Hobbits?





17:09 Uhr: Es scheint, als kommentiere Bela Rethy trotz eines Wespenstichs in der Zunge. Die Wörter quälen sich aus seinem mutmaßlich geschwollenen Mund. Schon jetzt ist der Mann ein Held dieser EM.

17:14 Uhr: »Köbi Kuhn hat einen Namen wie ein Maskottchen. Trotzdem ist er ein knallharter Typ«, analysiert Kerner. Festzuhalten bleibt: Bei ihm selbst ist das genau umgekehrt.

17:23 Uhr: Immer wieder erstaunlich: Die Ähnlichkeit zwischen Tschechiens Angreifer Milan Baros und der Ex-Tennisspielerin Jennifer Capriati.

17:25 Uhr: Er nennt sich zwar bescheiden »Karel Brückner«, dennoch erkennt man auf den ersten Blick, dass er tschechische Nationaltrainer niemand Geringerer als »Playboy«-Urvater Hugh Hefner ist.

17:30 Uhr: Jürgen Klopps Haare waren mal blond, jetzt sind sie gelb. Der Mann identifiziert sich wirklich mit seinem neuen Arbeitgeber Borussia Dortmund.

17:32 Uhr: »Die Alphörner stehen schon bereit«, droht Bela Rethy. Wann kommt der Alm-Öhi?

17:33 Uhr: »Weeeeeerbung!«, schreien die Mainzelmännchen. Holen Sie sich noch `ne Bratwurst, liebe Fußballfans. Dann ist EM, heißt es aus Insider-Kreisen.

17:42 Uhr: Die Eröffnungsfeier beginnt. Da hat sich jemand viel Mühe gegeben. Sagen wir es mit Andreas Brehme: »Das hat mit Fußball nicht mehr zu tun, so was.«

17:44 Uhr: Bela Rethy schweigt weihevoll bzw. schläft.

17:45 Uhr: »Landschaften und Figuren« sieht Rethy.

17:46 Uhr: Schock, schwere Not! Ist die mit dem Mega-Dutt etwa Caroline Reiber?

17:46 Uhr: Schneemänner betreten die Bühne.

17:47 Uhr: Die Hoffnung auf eine interessante Eröffnungsfeier verstarb soeben an der Unfallstelle.

17:54 Uhr: Oh, kurz eingenickt! Pardon. Sie auch? Zum Wachwerden hier ein Witz: »Geht ein Cowboy zum Friseur, kommt er wieder raus – Pony weg!« Naja, zum Schmunzeln.

17:57 Uhr: Den Pokal für den geilsten EM-Schnauz verleihen wir schon jetzt Tschechiens Tomas Ujfalusi. Beim Barte des Propheten!

18:00 Uhr: So sieht also Fußball aus. Das hatten wir während des Vorberichterstattungsmarathons ja schon fast vergessen. Gar nicht mal so schlecht.

2. Minute: Zwei Minuten gespielt, immer noch 0:0. Es bleibt spannend, liebe Fans!

3. Minute: Tolle Chance für den Schweizer Alexander Frei. Knapp vorbei. Schlauer wäre gewesen, noch einmal abzuspielen. Trotzdem: Uiuiuiuiuiuiuiui!

5. Minute: Der Helm steht Petr Cech. Vielleicht auch eine Idee für Jens Lehmann, um den beginnenden Haarausfall zu verbergen.

7. Minute: Ecke für die Schweizer, geklärt.

9. Minute: Ecke für die Tschechen, auch geklärt.

10. Minute: Jarolim fällt, der Schiri pfeift nicht. Es wird eine gute EM.

14. Minute: Gefährlich abgefälschte Bananenflanke der Tschechen. Benaglio kann mit Mühe klären, gute B-Note für den Wolfsburger.

16. Minute: Jarolim, Benaglio, Magnin, Koller steht auch irgendwo rum. Es ist wie zu Hause!

18. Minute: Mein Assistent Fabian Jonas ist schon beim achten Bier, singt obszöne Lieder. Ich will hier weg.

20. Minute: Halbe Chance für den Schweizer Inler, aus 16 Metern kommt er zum Schüsschen. Cech fängt cool.

21. Minute: Nach einem Abwehrfehler kommt Frei zum Schuss, Cech macht den Winkel dicht, vereitelt die Chnace.

22. Minute: Es geht rauf und runter. Sorry, Ihr Dramaturgen: Schon jetzt ist das Spiel spannender als die Eröffnungsfeier.

25. Minute: 65 Grad in der Telefonzelle, aus der ich berichte. Das nur zu Ihrer Information.

27. Minute: Mein Assistent, dessen Name mir entfallen ist, fordert die Einwechslung von Jiri Stajner. Jedem Tierchen sein Pläsierchen.

30. Minute: Weisheit und Erfahrung (Tschechien) gegen Sturm und Drang (Schweiz). Das ist, als wenn ich meine Omma besuche.

31. Minute: Was wir uns fragen: Ist die Superzeitlupe in der bedächtigen Schweiz etwas langsamer als sonst?

31. Minute: Rethy setzt uns darüber in Kenntnis, dass Jan Koller in Tschechien »das zweibeinige Minenfeld« genannt werde. Es ist nicht ausgeschlossen, dass man dem ZDF-Mann da gerade einen Ulk-Zettel reingereicht hat.

36. Minute: Der Ball flattert wie ein hysterisches Huhn. Cech hat Probleme mit einem Fernschuss von Frei.

41. Minute: Magnin erklärt seinem Gegenspieler Sionko, wo er sich beim Freistoß hinzustellen hat. Der gehorcht. Die stecken doch alle unter einer Decke!

43. Minute: Bei einem expressionistischen Dribbling vergisst Frei die Existenz des Balles. Das kommt davon, wenn man die Eröffnungsfeier anschaut.

44. Minute: Bei einem unglücklichen Sturz hat sich Frei verletzt. Bange Minuten im St.-Jakobs-Park. Kann er weitermachen?

45. Minute: Ärzte beugen sich besorgt über das linke Knie des Stürmers. Der weint vor Schmerz. Es sieht nicht gut aus.

45. Minute: Sieht nach Bänderverletzung aus. Frei muss raus.

45. Minute: Die erste Hälfte ist rum. Rethy glänzt mit einer Analyse, die die Menschheit noch nicht gehört hat: »Ein 0:0 der besseren Art.« Bis später!

Es steht noch 0:0, aber die Partie Schweiz – Tschechien bietet mehr: Chancen, Tränen, Dramatik. Wir berichten live und in insgesamt zwei Farben. Seien Sie am Start!

Die gute Laune ist futsch. Der Schiedsrichter vom ZDF, Freis künftiger Trainer Kloppo und die Schweizer Fans sind bedröppelt. Auch Kollege Gieselmann hat sich mal eben zurückgezogen.

Dafür funktionieren die Ferndiagnosen 1a. Kloppo weiß es: Innenbanddehnung oder -anriss. Oder Riss. Wird länger dauern. Oder es ist nur eine Prellung. Oder so.

Wir geben auch mal ab nach Mainz!

50. Minute: Und weiter geht’s! Für Frei spielt Hakan Yakin und semmelt gleich mal einen Freistoß nur knapp über die Latte. Vorher hatte Cech erneut Probleme, den Ball festzuhalten. Wetten, dass das noch ein Thema wird, das uns die ganze EM begleitet?

55. Minute: Huiuiui. Die Schweiz macht jetzt aber richtig Dampf. Gerade geht es nur in eine Richtung. Barnetta wird gerade noch rechtzeitig gestört.

57. Minute: Jetzt ist Koller auch raus. »Verletzt ist er nicht, nur wütend«, weiß Rethy. Dafür spielt jetzt Sverkos. Was für ein Wechsel! Jetzt mal phonetisch gesehen.

62. Minute: Ein Tor liegt in der Luft! Für die Schweiz. Zunächst liegt aber mal der Ball in der Luft, von Barnetta volley auf die Tribüne gedroschen. Trotzdem eine schöne Aktion.

64. Minute: Jetzt aber ein Freistoß für Tschechien. Jankulovski verzieht aber knapp!

66. Minute: Himmel Herrgott! Jetzt wieder die Schweizer! Yakin setzt einen Kopfball um Zentimeter am Kasten vorbei!

69. Jarolim fällt und der Schiri pfeift wieder nicht. Eine Spitzen-EM wird das!

71. Minute: Toooooooooooor für Tschechien. Riesen Kopfball-Vorarbeit von Galasek und Sverkos trifft den Ball nicht richtig. Drin ist er trotzdem.

75. Minute: Jetzt kommt Haddaway, analysiert Kollege Gieselmann messerscharf. Rethy meint, es sei Vonlanthen. Sieht sofort gelb. »What is love? Baby, don’t hurt me!«

80. Minute: Ach, du liebes bisschen! Barnetta zieht ab, Cech kann den Ball gerade noch so abwehren. Nachschuss Vonlanthen oder Haddaway, man weiß es nicht. Man weiß aber: der Ball geht an die Latte!

83. Minute: Schweizer können ohne Finger im Mund ein Pfeifkonzert veranstalten. Anthropologen müssten es erforschen.

84. Minute: 11FREUNDE-Boss Köster ruft aus Klagenfurt an. Tränen der Sehnsucht fließen.

86. Minute: UEFA-Obermotz Michel Platini schwitzt wie ein Bulle. Hält das Deo?

88. Minute: Jarolim geht, Kovac kommt. Der Mann von Spartak Moskau orientiert sich nach hinten.

88. Minute: Es riecht nach Beton.

89. Minute: Gegen Ende des Spiels verwandelt sich Köbi Kuhns Gesicht zusehends dem Ottmar Hitzfelds an. Der Stress!

90. Minute: Die Schweizer verharren in der Horizontalen. Raumgewinn gleich Null.

92. Minute: Clothes-Line von Barnetta. Sverkos jappst nach Luft. Gelb für den frustrierten Schweizer, zu Recht.

93. Minute: Playboy-Gründer Hugh Brückner fordert den Abpfiff.

95. Minute: Ujfalusis Arm wird angeschossen. Kein Elfer!

96. Minute: Aus! Aus! Aus! Deutschland ist... ääääh. Tschechien hat 1:0 gewonnen. Schon jetzt können wir die Ausdrücke »Schicksalsspiel«, »Drama« und »Wiederauferstehung« nicht mehr hören. Wie lange dauert die Vorrunde noch?

Bis zum nächsten Mal. Tschüssikowski.






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