Hertha erhält UEFA-Cup-Qualifikationsplatz
Fair?
Text: Jörg Soldwisch Bild: Imago
Diese Auszeichnung war ganz nach dem Geschmack von Dieter Hoeneß. Seine Hertha gewann die Fairplay-Wertung der Bundesliga und ergatterte damit den zusätzlichen UEFA-Cup-Qualifikationsplatz. Ist das gerecht?
Die Qualifikationschance ist Balsam auf die Wunden des Managers nach einer überwiegend enttäuschenden Saison, in der der Hauptstadt-Klub zudem stets auf der Suche nach einer Identität war. Und so nutzte Hoeneß die Gelegenheit und lobte die Entscheidung als Anerkennung des positiven Erscheinungsbildes seines Klubs.
Das Image der braven Hertha ist immerhin besser als das der grauen Maus. Doch warum genau Berlin die fairste Mannschaft der Liga sein soll, konnte auch Hoeneß im Detail nicht erklären. Die Regularien der UEFA, nach denen sich die Deutsche Fußball Liga (DFL) richtet, sind zu schwammig und für Vereine und Fans kaum nachzuvollziehen. Deshalb stellt sich die Frage: Ist die Ehrung des fairsten Vereins auch fair?
Außer der Karten-Tabelle, auf die Hertha zuletzt häufiger als auf die Bundesligatabelle geschaut hat, werden Dreiviertel der Bewertungskriterien von subjektiven Eindrücken wie das Verhalten der Klubverantwortlichen und der Zuschauer gegenüber Gegner und Schiedsrichtern bestimmt. Der Nachvollziehbarkeit ebenfalls abträglich ist die Entscheidung der DFL, die Rangfolge nicht zu veröffentlichen. Dies sollte die DFL jedoch tun, damit die an sich lobenswerte Idee der Belohnung eines fairen Verhaltens nicht den faden Beigeschmack der Willkür erhält.
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