Der deutsche EM-Kader
26 träumen vom Titel
Text: Stefan Hermanns Bild: Imago
26 Namen gaben Joachim Löw und die Seinen am Freitag auf der Zugspitze bekannt. Mit diesen Profis will die deutsche Mannschaft Europameister werden. Jeder Einzelne hat besondere Stärken – und auch mal kleine Schwächen.
TOR
Jens Lehmann (38 Jahre, 53 Länderspiele).
Überspielt ist der Routinier Lehmann ganz sicher nicht. Nach zwei Fehlern zu Saisonbeginn war er bei Arsenal nur noch Ersatz. An seinem Status in der Nationalelf hat das nichts geändert.
Robert Enke
(30/1).
Insgesamt 56 Gegentore hat Enke in dieser Saison mit Hannover 96 kassiert, die wenigsten davon waren ihm anzulasten. Mit 30 Jahren bestreitet Enke sein erstes Turnier, und das nicht als Nummer drei, sondern sogar als Nummer zwei.
René Adler
(23/0).
Nachdem Rüdiger Vollborn, der Torwarttrainer von Bayer Leverkusen, den damals 14 Jahre alten Adler zum ersten Mal gesehen hatte, sagte er beeindruckt: „Ich habe den zukünftigen Nationaltorhüter gesehen.“ Seine Prophezeiung wird nun schneller wahr als viele dachten.
ABWEHR
Per Mertesacker (23/41/1 Tor).
Der Bremer mag den Ausdruck Abwehrchef nicht besonders, vor allem nicht für sich selbst. Angesichts der Zweifel um seinen designierten Nebenmann Christoph Metzelder bleibt Mertesacker aber gar nichts anderes übrig, als die Rolle zu akzeptieren.
Arne Friedrich (29/56/0).
Der Berliner erfüllt seine Aufgaben klaglos und solide und war daher bei Löw nie umstritten. In der Innenverteidigung ist er stärker als auf der Außenposition.
Clemens Fritz
(27/12/2).
Der Bremer wird als Abwehrspieler geführt, kann aber auch im halbrechten Mittelfeld Bernd Schneider ersetzen. Dort sind seine Einsatzchancen größer als auf Lahms Position in der Außenverteidigung.
Christoph Metzelder (27/39/0).
Er hat es wieder einmal geschafft: Rechtzeitig zur EM ist Metzelder wieder fit geworden, wie schon im Sommer 2006 vor der WM. Am Wochenende bestritt er für Real das erste Pflichtspiel im Jahr 2008.
Philipp Lahm
(24/39/2).
Wen Barcelona und Manchester haben wollte, muss fußballerische Fähigkeiten weit über dem deutschen Durchschnitt besitzen. Lahm besitzt sie.
Heiko Westermann (24/2/0).
Der Schalker hat die These widerlegt, dass seine Länderspielkarriere nach seinem mäßigen Debüt schnell vorbei sein würde.
Marcell Jansen (23/21/1).
Der Außenverteidiger fühlte sich und seine Leistungen zuletzt ein wenig unterbewertet. Das liegt daran, dass er bei den Bayern – hinter Ribéry – zwangsweise seinen Offensivgeist zügeln musste. Bei der Nationalmannschaft darf er wieder angreifen.





