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03.05.2008

Stephane Chapuisat im Interview

»Ich hätte Petric lieber bei uns«

Interview: Heiko Buschmann  Bild: Imago

Stephane Chapuisat gehörte der Goldenen Schweizer Generation an. Was können seine Nachfolger bei der EM im eigenen Land leisten? Wir sprachen mit dem alten Schlitzohr über die Chancen, Hitzfeld und einen verlorenen Sohn.

Stephane Chapuisat im Interview - »Ich hätte Petric lieber bei uns«


Herr Chapuisat, in Deutschland hat man zuletzt wenig von Ihnen gehört. Sie sind allerdings viel beschäftigt...

Ich bin FIFA-Botschafter der Schweizer Freunde der SOS-Kinderdörfer. Durch die Europameisterschaft im eigenen Land ist bei uns natürlich sehr viel los. Schon als aktiver Spieler hatte ich sehr guten Kontakt zu den SOS-Kinderdörfern. Mir macht es Spaß, dass ich ein bisschen helfen und einige Dörfer besuchen kann. Letztes Jahr war ich in Südafrika. Welches Dorf ich in diesem Jahr besuchen werde, weiß ich noch nicht.



Wie schauen Ihre beruflichen Pläne für die Zeit nach der Europameisterschaft aus?

Zur Zeit trainiere ich den Nachwuchs der Schweizer Freunde, aber als Trainer sehe ich mich langfristig eher nicht. Nach der Euro werde ich in aller Ruhe über meine Zukunft nachdenken.

Was trauen Sie der Schweiz bei der kommenden EM zu?

Wenn man das Eröffnungsspiel gegen Tschechien positiv gestaltet, dann ist sicher einiges möglich. Ein Sieg wäre wichtig für die Moral. Die Mannschaft würde merken, dass sie etwas erreichen kann. Die Gruppe ist zwar schwer mit Gegnern wie der Tschechien, Portugal und der Türkei. Ein Weiterkommen ist aber in jedem Fall möglich.

Ihr ehemaliger BVB-Coach Ottmar Hitzeld übernimmt nach der Euro das Amt von Jakob »Köbi« Kuhn. Waren Sie überrascht über diese Entscheidung?

Hitzfeld hat ja schon lange vorher angedeutet, dass er gerne Nationaltrainer der Schweiz werden würde. Von daher hat es mich nicht großartig überrascht. Es ist natürlich eine große Ehre für die Schweiz, dass Ottmar Hitzfeld Trainer wird. Im Moment fokussiert sich aber alles auf die Euro. Im August ist aber sofort ein Freundschaftsspiel und danach beginnt direkt die Qualifikation für die WM 2010.

Sie haben unter Hitzfeld wohl Ihre schönsten Jahre als Spieler erlebt. Was zeichnet Ihn aus?

Als Spieler hatte ich unter ihm immer Freude am Training. Hitzfeld war einfach sehr menschlich. Er hat es stets verstanden, Probleme intern zu lösen und nicht in der Öffentlichkeit breit zu treten.

Wie eng ist Ihr Draht zum BVB? Haben Sie beim DFB-Pokalfinale gegen Jena mitgefiebert?

Vor dem Fernseher habe ich weniger gezittert, denn ich war davon überzeugt davon, dass Dortmund den Finaleinzug schafft. Allerdings ist auch mein persönlicher Draht zum Verein nicht mehr so eng wie früher. Die Ergebnisse und die Spielzusammenfassungen verfolge ich, aber im Stadion war ich schon lange nicht mehr. Den fantastischen Fans gönne ich den Finaleinzug vom ganzen Herzen. Es war immer etwas Großartiges, vor der Südtribüne zu spielen. Natürlich ist man gegen Bayern München Außenseiter. Das Endspiel sehe ich aber als super Möglichkeit für den BVB, die Saison noch zu retten.



Reviersport@11Freunde


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