Die Geschichte der Fußballfans

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Andreas Müller im Interview

„Kein Notausgang mehr”

Interview: Manfred Hendriock  Bild: Imago

„Kein Notausgang mehr”

Herr Müller, möchten Sie mal wieder über Fußball reden?

Liebend gerne, die vergangenen Wochen waren ja sehr turbulent. Vor einem solchen Spiel ist es aber wichtig, sich mit der Mannschaft zu beschäftigen und die ganze Diskussion um den Trainer mal wegzulassen. Denn dieses Spiel in Porto ist eine einmalige Chance. Unter den besten acht Mannschaften in Europa war Schalke 04 noch nie.



Wie aber kann die Mannschaft nach der lausigen Leistung gegen Bayern jetzt umschalten?


Ganz wichtig wird sein, dem ersten Druck von Porto zu Beginn des Spiels standzuhalten. Wenn man das schafft, kommt auch das Vertrauen zurück und die Jungs merken: Mensch, heute läuft es. Wir wissen genau, wie stark Porto gerade zu Hause ist. Eine sehr schwierige Aufgabe für uns, aber keine unlösbare.

Geht es nur darum, den 1:0-Vorsprung aus dem Hinspiel zu verteidigen?

Mit Sicherheit nicht. Man kann nicht darauf vertrauen, ein Bollwerk aufzubauen. Wir sind keine Italiener. Wir müssen auch nach vorne spielen und Porto mit gezielten Nadelstichen treffen. Denn: Wenn wir ein Tor erzielen, dann müssen die schon drei gegen uns machen.

Wenn es beim Bayern-Spiel etwas Positives gab, dann war es die gute Leistung von Manuel Neuer. An ihm muss Porto vorbei...


Manu war am Samstag wirklich sehr stabil, das war eine Top-Leistung. Auf ihn wird es ankommen, aber das gilt im Grunde genommen für jeden einzelnen. Ich habe immer gesagt: Dieses Achtelfinale ist für uns nur zu bewältigen, wenn wir zweimal eine Top-Leistung abrufen. Beim Hinspiel haben wir das in der ersten Halbzeit geschafft.

Als Schalke 1997 den UEFA-Pokal gewann, waren Sie als Spieler dabei. Spüren Sie in der aktuellen Mannschaft einen Erfolgshunger wie damals?

Die Mannschaft hat sich das fest vorgenommen. Aber wir leben heute in einer anderen Zeit und haben eine andere Mannschaft. Und bei uns hat sich das damals auch erst auf dem Weg ins Finale so richtig entwickelt. Auf jeden Fall kann ein Weiterkommen in Porto der Mannschaft den Schub geben. Aber es geht auch weiter, wenn wir es nicht schaffen sollten.

Was ist das Besondere an einem solchen Spiel?


Ganz einfach: Es gibt da keinen Notausgang mehr. Es geht bis zur Entscheidung in 90 oder 120 Minuten. Vom Elfmeterschießen will ich gar nicht reden...




Der Westen@11Freunde




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