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Deutschland gegen England in Berlin

Duell mit Geschichte

Text: André Görke  Bild: Imago

Duell mit Geschichte

Der Klassiker wird in Berlin steigen, im Olympiastadion, das ja gern „deutsches Wembley“ genannt wird – angelehnt an das legendärste Fußballtheater der Welt. Das Freundschaftsspiel am Ende eines wegweisenden Länderspieljahres (siehe Kasten links) sei „besonders reizvoll“, sagte Bundestrainer Joachim Löw. Welche Bescheidenheit!



In Berlin fing alles an, am 20. April 1908 in Tempelhof. Vor 100 Jahren bestritt die Nationalmannschaft hier ihr erstes Heimspiel. Der Gegner auf dem holprigen Platz nahe dem U-Bahnhof Westphalweg hieß England. 6000 Zuschauer waren bei der Geburtsstunde des Klassikers dabei und sahen, wie die Engländer die Deutschen 5:1 auseinandernahmen.

Merkwürdig ging es weiter. Als die Nazis an der Macht waren und die Engländer 1938 vor 105 000 Zuschauer in Berlin antraten, hoben auch die Briten den rechten Arm zum Hitlergruß. Später, in der Mauerstadt, traten die Alliierten 1972 noch einmal an – das Spiel mit Beckenbauer, Netzer und Uli Hoeneß endete 0:0. Und während Schülerländerspiele gegen England in West-Berlin Tradition wurden, spielte die DDR gegen England lieber in Leipzig – beide Male vor 100 000 Zuschauern.

Absurd ging es nach dem Mauerfall weiter. Am 20. April 1994 sollte der Klassiker im vereinten Deutschland stattfinden. Weil Hamburg aber zum Datum von Hitlers Geburtstag einen Naziaufmarsch befürchtete, bot Berlin sein historisch belastetes Stadion an. Nach Protesten wurde diese dumme Idee verworfen.

Heute ist das Olympiastadion saniert, die WM vorbei – und Berlin hat das Spiel mit der ganz großen Geschichte erst jetzt erhalten. Karten gibt es noch nicht.




Tagesspiegel@11Freunde



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  • »Die Paulianer sind gerannt, ich glaube, da liegen heute noch welche unterm Sauerstoffzelt. Und bei uns werden 30 Minuten nach Spielschluss schon wieder Sprüche geklopft und Karten gespielt. Die Spieler essen Scampis, und ich habe eine schlaflose Nacht.«

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