René Klingbeil im Interview
„Der Verlierer muss Kaffee holen“
Interview: Dirk Gieselmann Bild: Imago

René Klingbeil, Sie spielen für Viking FK in der norwegischen Tippeligaen. Stimmt es, dass dort per »Stein, Schere, Papier« über die Seitenwahl entschieden wird?
Ja, das stimmt! Ich habe das tatsächlich schon mehrmals erlebt, auch bei offiziellen Liga-Spielen. Die Norweger sind nun mal ein bisschen bekloppt. Auch wenn wir gemeinsam am Tisch sitzen, fangen die plötzlich an, »Stein, Schere, Papier« zu spielen. Der Verlierer muss für alle Kaffee holen.
Schmälern solche Spielchen nicht das Image des Fußballs als archaischer Männersport?
Natürlich ist dieses Ritual erst mal gewöhnungsbedürftig. Aber das heißt ja nicht, dass es im Spiel weniger hart zur Sache geht als in anderen Ländern.
Sind wenigstens auch »Feuer« und »Brunnen« erlaubt?
Nein, hier wird die puristische Variante gespielt. Stein, Schere, Papier – fertig.
Was macht der Schiri, wenn die Kapitäne über längere Zeit dieselben Symbole vorzeigen?
Es kommt schon mal zu Verschiebungen im Zeitplan, weil hier alles ein wenig gemächlicher abläuft. Aber bei »Stein, Schere, Papier« fällt die Entscheidung eigentlich immer recht schnell.
Kann man das trainieren?
Uff! Wenn ich mal wieder Kaffee holen muss, habe ich schon das Gefühl, dass die Jungs das sehr intensiv üben.
Dient das Spielchen auch als Zeitvertreib auf den langen Auswärtsfahrten durch das riesige Norwegen?
Wenn wir tatsächlich mit dem Bus fahren würden, würde es auch gespielt, da bin ich mir sicher. Aber weil die Autobahnen hier so schlecht sind und man zudem nicht schneller als 90�km/h fahren darf, fliegen wir zu jedem Auswärtsspiel.
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