Aktuelles Heft
Liebe Leser, als Vincent Peter Jones 1992 seinen ersten Dokumentarfilm herausbrachte, war die Empörung groß. Denn in »Soccer’s Hard Men« waren ausschließlich Fouls und Tacklings zu sehen, ausgeführt von Raubeinen wie Graeme Souness, Nobby Stiles und Jones selbst, der sich als Mitglied der berüchtigten »Crazy Gang« des FC Wimbledon bereits den Ruf des härtesten Verteidigers im britischen Fußball erworben hatte. Legendär, wie er 1987 Paul Gascoigne mit geübtem Griff die Testikel zerquetschte. Dass sich Jones nun als Regisseur neu erfand, empörte die Funktionäre. Es hagelte Geldstrafen, was Jones verschmerzen konnte, denn »Soccer’s Hard Men« war das bestverkaufte Sportvideo im Weihnachtsgeschäft 1992. Heute, zwanzig Jahre danach, blickt die Fußballwelt milde zurück auf jene Zeiten, in denen schnauzbärtige Grätscher auf die Jagd nach ungeschützten Schienbeinen gingen. Und auch unsere Rangliste der härtesten Kicker würde ohne ein bisschen Verklärung mindestens so weh tun wie ein Handgriff von Vinnie Jones im Jahre 1987.
Auf gute Nachbarschaft
Tannadice Park und Dens Park, die Stadien von Dundee United und Dundee FC, liegen nur wenige Schritte auseinander. Warum die Stadien damals dicht an dicht gebaut wurden, weiß heute keiner mehr. Dirk Gieselmann fuhr zum ersten Derby der beiden schottischen Klubs nach sieben Jahren und beobachtete, wie die Spieler von Dundee United sich im heimischen Stadion umzogen und dann zum Auswärtsspiel hinüberschlenderten, das Kulturtäschchen lässig unter dem Arm.
Abtrünnige Spielerfrauen
Als der obskure Versicherungskonzern »Göttinger Gruppe« 1996 beim Berliner Pleiteklub Tennis Borussia einstieg, wurde alsbald die Champions League als Nahziel ausgerufen, eine gewagte Prognose für einen maroden Zweitligisten. Was folgte, war kein Durchmarsch, sondern vier infernalische Jahre, mit allem, was dazugehört: abtrünnige Spielerfrauen, durchgeknallte Keeper, Prügeleien in der Kabine und Telefonate während einer Totenandacht.
Im Gegenlicht
Fußballromantiker beklagen gerne den Verlust der hochragenden Flutlichtmasten, die anders als die Leuchten in den modernen Arenen nicht nur das Spielfeld bestrahlten, sondern schon aus weiter Ferne die heraneilenden Zuschauer elektrisierten und ihre Schritte beschleunigen ließen. Doch wer genau hinschaut, bemerkt, dass auch die heutigen Stadien ihre Umgebung beleuchten. Christoph Buckstegen hat für uns faszinierende Lichtbilder gemacht.



Zeitlupe
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Hans Meyers Wahrheiten
Kurzpass
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Wappen-Frevel bei PSG,
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Titelthema
Von Eisen-Dieter bis zum
Schlächter von Bilbao:
die 50 härtesten Fußballer
frank wormuths
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Der DFB-Ausbilder über »Zugriff« als Modewort 2012
Rattelschneck
Interview des Monats
Torsten Lieberknecht über
Braunschweiger Träume und
seine Mütze als Bestseller
Kreisliga B
Verrückte Amateure, diesmal:
Borussia Münster
50 Jahre Bundesliga
Ein neues Buch weiß (fast)
alles aus der Ligageschichte
Platt gemacht
Alemannia Aachen in Zeiten der Insolvenz. Ein Ortsbesuch
Die Zehn
Fußballer als Werbestars
Fear & Loathing bei Tebe
Als Tennis Borussia Berlin kurz mal die Welt erobern wollte
Ein Fussballjahr
Die Bayern in Dresden, Netzer
wechselt sich ein: Das war 1973
Assimiou Touré
Hat beim Afrika-Cup dem Tod
ins Auge gesehen
Ingo Kahlisch
Trainiert seit Menschengedenken
seinen Klub Optik Rathenow
Kunstschuss
Geheimnisvolle Landschaften:
Wie das Flutlicht die
Stadionumgebung illuminiert
Wie ein besessener
Arrigo Sacchi über Berlusconi,
Klopp und totalen Fußball
Länderpunkt
Groundhopping für alle,
diesmal: Kroatien
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Den FC Dundee und Dundee
United trennen nur 52 Meter
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