Aktuelles Heft

Heft #51 02 / 2006

wie ihr unschwer feststellen werdet, haben wir die Winterpause genutzt, um das Magazin gründlich zu überarbeiten und dabei auch ein wenig zu entrümpeln. Eine der wichtigsten Änderungen: Künftig werden wir noch stärker lange, packende Reportagen veröffentlichen. Im Zuge der Renovierung des Magazins haben wir den Kioskpreis auf 3,30 Euro erhöht. Wir hoffen auf euer Verständnis und weisen galant darauf hin: Es ist die erste Preiserhöhung seit dem Januar 2002, damals war eine Ausgabe gerade mal 96 Seiten stark.

Auf dem Cover und ausführlich im Magazin würdigen wir den verstorbenen George Best. Uns stellte sich bei der Planung die Frage, wer über ihn schreiben könnte, ohne lediglich die sattsam bekannten Anekdoten zu wiederholen. Da empfahl uns der Englandkenner Ulrich Hesse-Lichtenberger den Berliner Autoren Ulrich von Berg als den »größten Best-Experte der westlichen Welt«. Mit diesem Lob konfrontiert, winkte von Berg bescheiden ab und führte stattdessen als Referenz an, er habe lediglich »das eine oder andere Bier« mit George Best getrunken. Für uns beschreibt von Berg den Iren als Genie, Wahnsinnigen und Lebemann, vor allem aber als großen Verweigerer.

Dass Fußball nichts mit Politik zu tun hat, war schon immer Unfug. Selten aber wird ein Fußballspiel so zum Aufeinandertreffen politischer Haltungen wie beim Aufeinandertreffen der Antipoden des italienischen Fußballs, Livorno und Lazio. Personifiziert wird dieser Konflikt vor allem durch zwei Spieler, den Rechtsausleger Paolo di Canio, der just an diesem Tag wieder seinen Faschistengruß präsentierte, sowie den Che-Guevara-Anhänger Cristiano Lucarelli. Unser Reporter Olof Peronius hat Lucarelli und die Ultras von Livorno durch die Woche vor dem Spiel begleitet.

Noch eine faszinierende Geschichte aus fernen Ländern: Unseren Mitarbeiter Oliver Samson trieb seit längerem die Frage um, warum es eigentlich das Milliardenland Indien nie zu fußballerischer Größe gebracht hat. In Kalkutta traf er deshalb den größten Fußballstar des Landes, Baichung Bhuta, der ihm ausführlich Auskunft gab, über den Nachholbedarf, aber auch über das riesige Potenzial seines Landes.

Am 26. November wiederum waren wir schwer gerührt. Schließlich hatten über 1000 Leser, Mitarbeiter, Partner, Kollegen und Freunde mit uns in der Berliner »Maria« die 50. Ausgabe unseres Familienmagazins gefeiert. Manches aber war besonders schön: etwa all die Grußbotschaften, von Mario Basler (»Wozu soll ich gratulieren? Ich kenn das doch gar net!«) bis zum unschlagbaren Aachener Duo Landgraf und Meijer (»Ihr seid 11 Freunde, aber wir sind auch zwei gute Kumpels.«).

In diesem Sinne wünscht viel Spaß beim Lesen

die 11 FREUNDE Redaktion

Die Titelgeschichten der Februar-Ausgabe

Zeitlupe

Der Monat in Bildern


Kurzpass


Roy Keane als Musicalheld, Georgi Wassilev zurück in Berlin, Rechtsausleger Goleo, Werbe- Ikone Horst Köppel, FA Cup versteigert


Die Reportage

Italiens politisierter Fußball: Beim Duell zwischen Livorno und Lazio treffen nicht nur zwei Fußballmannschaften aufeinander, sondern auch zwei weltschauliche Extreme


Magazin

Tackling: Geht der WM-Hype zu weit?

Momentaufnahme: Manfred Schwabl erinnert sich an das Phantomtor von München

Achtzehn: Volkslieder, Liebe, knifflige Hausaufgaben - Geschichten aus der Bundesliga

Stammplatz: Fan-Bekenntnisse aus Bielefeld und Braunschweig

Jahrhundertmannschaften: Ajax Amsterdam stürmt in die 70er Jahre

Das Interview: Fußballanwalt Christoph Schickhardt über Recht und Gesetz

Hasenzähne und Lattenknaller: 25 Fakten über den Weltfußballer Ronaldinho

Der lange Abstieg: Wie es anfing, mit dem 1. FC Kaiserslautern zu Ende zu gehen

Cartoon: Rattelschneck

Kropan gegen Jatien: Vom Losglück im Ticketlotto

Volker Oppitz: Unschuldig im Wettskandal

Kunstschuss: Tore nahe am Himmel - Frauenfußball im peruanischen Hochland

Gästeblock: Leserbriefe und Korrekturen

Schweigeminute: Nachrufe auf Ferrucio Vacareggi und David di Tommaso

Der Spielplan für Februar 2006

Impressum


Kolumne

Arnd Zeigler über Hallenturniere

Christoph Biermann über holländische Stürmer

Hardy Grüne über albanische Blütenträume

Oliver Fritsch über den TV-Poker

Matthias Paskowsky über die Winterpause


Die Welt ist rund

Der Schlenzer und das Känguru: Antonin Panenka soll Bohemians Prag retten

Ballywood: Indiens Idol Baichung Bhutia über die fußballerischen Probleme des Subkontinents

George Best - Erinnerungen an eine Legende

Europaplatz: Fotografische Grüße von Hans van der Meer


Probetraining

Bücher, DVDs, CDs


Auswärtsspiel

Frankreich – Deutschland, Villa Kunterbunt – Aphrodisiaka, Thun – Arsenal uvm


Günter Hetzer

Samba in Leipzig: Die Clique um Onkel Günter nimmt Goleo mit zur WM-Auslosungsparty
Von Goals und Girls
Von Goals und Girls
Am 25. November 2005 starb George Best. Den Ball beherrschte, am Leben scheiterte er. Dass ihn der Alkohol ruinierte, war ihm bewusst, trotzdem trank er weiter. So blieb er auch im Sterben ein großer Verweigerer
Ein Ultra auf dem Spielfeld
Ein Ultra auf dem Spielfeld
Der Mannschaftskapitän ist ein erklärter Linker, auf den Tribünen wehen Sowjet-Fahnen – ach, ganz Livorno liegt über Kreuz mit der gesellschaftlichen Großwetterlage Italiens. Als Lazio mit seinem rassistischen Gefolge und dem mit ausgestrecktem rechten Arm grüßenden Stürmer Paolo Di Canio kommt, drohen die Spannungen zu eskalieren.
Recht und Gesetz
Recht und Gesetz
Christoph Schickhardt ist der gefragteste Jurist im deutschen Fußballgeschäft. Gut die Hälfte aller Profivereine sowie viele Spieler und Trainer vertrauen auf die Dienste des Anwalts aus Ludwigsburg. Ein Gespräch über Lizenzierungsdramen, den Fall Hoyzer und die Strahlkraft des Fußballs