Aktuelles Heft

Heft #41 02 / 2005

was hat uns im Jahr 2004 mehr bewegt, die Nachfolge von Johannes Rau als Bundespräsident oder von Rudi Völler als Bundestrainer? Allein dass wir einige Sekunden zögern, bevor wir antworten, zeigt bereits, welch große Bedeutung das Amt des Bundestrainers in der öffentlichen Wahrnehmung genießt. Und wer beobachtet hat, wie im Sommer, nach der desaströsen Europameisterschaft in Portugal, ganz Deutschland inklusive der Politik über den besten Kandidaten für das Amt des Bundestrainers diskutierte, begreift schnell, dass der Posten des Nationalcoachs längst zum Staatsamt geworden ist.

Umso größer war zunächst das Erstaunen, als nach langwieriger Suche ausgerechnet Jürgen Klinsmann als neuer Bundestrainer präsentiert wurde, hatten Experten dem ehemaligen Stürmer doch eher eine Karriere als eloquenter Fernsehexperte zugetraut. Zu eigensinnig, zu unbequem hatte sich der Blondschopf in seiner Karriere präsentiert, als dass man ihn als ernsthaften Kandidaten für den Konsensposten als Nationalcoach hätten handeln können. Und hatte Klinsmann nach der EM nicht auch noch forsch verkündet, man müsse im DFB mal richtig aufräumen? Er wurde schließlich doch als Bundestrainer bestellt, trotz manch skeptischer Stimme von ehemaligen Weggefährten, und scheint nun alle Kritiker Lügen zu strafen. Denn die Großwetterlage hat sich entscheidend gedreht. Die weit verbreitete depressive Grundhaltung, die deutsche Nationalelf befinde sich nur noch auf dem Niveau von Bhutan und Nordkorea, hat Jürgen Klinsmann schnell verscheucht. Forsch stellte er sich schon wenige Tage nach seiner Bestallung vor die Presse und verkündete gut gelaunt, es sei sein Ziel, 2006 Weltmeister zu werden. Eine rein sportlich eher kühne Aussage, für das melancholische Fußballvolk und vor allem für die Mannschaft hingegen ein wirksames Aphrodisiakum. Doch die Weltspitze ist noch weit, und es nicht sicher, ob die Nationalelf sie unter Klinsmann erreicht. Wir versuchen uns in dieser Ausgabe jedenfalls an einer Wegbeschreibung.

Ein Wort schließlich noch in eigener Sache: In 2005 wird viel passieren mit den 11 Freunden. Das Heft geht in nochmals deutlich gesteigerter Auflage in Druck, nie zuvor war die Chance, uns am Kiosk in eurer Nähe zu bekommen, so groß. Und wir haben das Magazin mal wieder dezent überarbeitet, viel Neues ist dazugekommen. So findet ihr nun regelmäßig unsere »Geschichten aus der Bundesliga«, wir porträtieren eine »Jahrhundertmannschaft« und freuen uns besonders, dass wir den renommierten holländischen Fotografen Hans van der Meer gewinnen konnten, in jeder Ausgabe eines seiner außergewöhnlichen Porträts europäischer Sportplätze zu präsentieren, so wie er es im befreundeten holländischen Magazin »Johan« schon seit längerer Zeit macht.

Und nun viel Spaß beim Lesen.

Reinaldo Coddou H. und Philipp Köster

Die Titelgeschichten der Februar-Ausgabe

Zeitlupe

Die 11 FREUNDE-Monatsrückschau


Kurzpass

Simple Minds, Ein Tag mit Eugen Strigel, War Uwe Seeler immer treu?, Spielplan


Titelthema

Alles wird super: Der Aufräumer Jürgen Klinsmann.


Magazin

Achtzehn: Geschichten aus der Bundesliga.

Jahrhundertmannschaften: Die deutsche EM-Elf 1972.

Kolumnen: Zeigler, Formeseyn, Hellmann, Brichzi.

Das 11 FREUNDE-Gespräch mit: Klaus Augenthaler.

Stammplatz: Fan-Bekenntnisse aus Aachen und Stuttgart.

Daheim bei Theo: Ein Besuch beim DFB-Präsidenten Zwanziger.

Elfmeter: Christoph Biermann über trügerische Hoffnungen.

Letzte Hoffnung Aufstieg: Die Probleme des KFC Uerdingen 05.

Das zweite Leben: Die Wege von Profis nach der Karriere.

Das Rugby-Problem: Ein Hobbyfußball-Team zu Besuch in England.

»Bei Schalke nassforsch«: Bild-Leserbriefe als Kunstform.

Unersättliche Zahlenfresser: Das Leben der Statistikfreaks.

Sturz der Kaiserlichen: Der Niedergang des Karlsruher FV.

Kunstschuss: Bilder aus der Winterpause.

Guido Schröter: Die neue Einigkeit der DFB-Doppelspitze.

Gästeblock

Schweigeminute: Wolfgang Hempel, Lucas Damián Molina.

Impressum


Die Welt ist rund

Die Jungs aus dem Viertel: Die Rivalität der Chiefs und Pirates in Südafrika.

Einfache Erklärung: Matthias Paskowsky über Trainer-Philosophen in England.

Schnelles Geld: Wettskandale sind international an der Tagesordnung.

Unter der Hand Gottes: Fußball in der Vatikan-Liga.

Singen für dem Neubau: Fatboy Slim hilft einem Drittligisten.

Europaplatz: Fotografi sche Grüße von Hans van der Meer.

Söhnlein brisant: Gibt es homosexuelle Fußballer in der Türkei?


Probetraining

Bücher (u.a. »Dynamo Dresden«), Fanzines (u.a. »Igang«)


Auswärtsspiel

u.a. Alkmaar – Auxerre, Wien – Graz, Duisburg – Köln


Günter Hetzer

Wie Ballack den Elfmeter der Herzen verschoss.
Alles wird super
Alles wird super
PR-Maschine oder Wunderheiler – seit sechs Monaten coacht Jürgen Klinsmann nun die deutsche Nationalelf. Und hat sich bislang vornehmlich als knallharter Machtmensch und begnadeter Verkäufer erwiesen. Sportlich hingegen hat Klinsmann noch einen langen Weg vor sich.
Thema: Kommunikation
Thema: Kommunikation
Klaus Augenthaler hat Bayer Leverkusen zurück in die nationale Spitze geführt und dabei sein Image als mürrischer Grantler gründlich widerlegt. Sein Geheimnis: Aufrichtigkeit im Umgang mit den Spielern.
Die Jungs aus dem Viertel
Die Jungs aus dem Viertel
Bei den schwarzen Südafrikanern ist Fußball die beliebteste Sportart. Die Orlando Pirates und die Kaizer Chiefs sind die erfolgreichsten Klubs des Landes. Beide kommen aus Soweto. Beide haben eine gemeinsame Geschichte. Dennoch teilt ihre Rivalität das Land in zwei Blöcke – normalerweise.