Die Geschichte der Fußballfans

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07.10.2011

Erdal Keser, ein Türke in der Bundesliga

»Das ganze Stadion schrie: Ausländer raus!«

Interview: Kai Griepenkerl  Bild: Imago

In 106 Bundesligaspielen für Borussia Dortmund lernte der Türke Erdal Keser nicht nur die schönen Seiten des Fußballs kennen. Im Interview spricht der heutige Europakkordinator des türkischen Verbandes über »Ausländer raus«-Rufe und Integration.

Erdal Keser, ein Türke in der Bundesliga - »Das ganze Stadion schrie: Ausländer raus!«


Mit zehn Jahren zog Erdal Keser mit seiner Familie nach Hagen, wo sein Vater zuvor der Arbeit wegen hingezogen war. Heute lebt Keser noch immer dort. »Aus der Weltstadt Hagen kommt man nicht weg«, sagt er mit einem Grinsen im Gesicht. In seiner Funktion als Europakoordinator des türkischen Fußballverbandes ist er aber dafür verantwortlich, türkischstämmigen Talenten das Land ihrer Ahnen schmackhaft zu machen. Wir sprachen mit ihm über Integration, Rassismus und Rangeleien mit dem DFB.

>>> Erdal Kesers Karriere in Bildern!



Erdal Keser, wie war es, als Ausländer nach Deutschland zu kommen?

Erdal Keser: Ich bin die zweite Generation, mein Vater hat die Familie nachgeholt. Ich habe kein Wort Deutsch gesprochen, als ich ankam. Aber nach den ersten sechs Monaten konnte ich mich ausdrücken, weil ich die Sprache sprechen musste. Damals gab es noch nicht an jeder Ecke Landsleute. Das hatte für mich den Vorteil, dass ich umso schneller Deutsch lernen musste.

Welche Rolle hat der Fußball bei Ihrer Integration gespielt?

Erdal Keser: Ich war immer mit den Jungs vom SSV Hagen unterwegs und hatte meinen Anteil am Erfolg. Dadurch wurde ich schnell in die Gemeinschaft aufgenommen. Ich weiß nicht, wie es gewesen wäre, wenn ich fußballerisch nicht so sehr begabt gewesen wäre.

Haben Sie sich als Exot gefühlt?

Erdal Keser: Es gab vor mir einige Türken in der Bundesliga, aber es waren nicht besonders viele. Damals durfte man ja ohnehin maximal nur zwei Ausländer in der Mannschaft haben. Daher war es schon etwas besonderes, überhaupt in der Bundesliga zu landen. Weil Fremde so selten waren, waren automatisch die Augen auf uns gerichtet.

Was meinen Sie?

Erdal Keser: Bei Auswärtsspielen hat noch das ganze Stadion »Ausländer raus!« gerufen. Das war ganz normal, niemand hat sich daran gestört. Und umso mehr hat man sich natürlich auch als Ausländer gefühlt.

Wie sind Sie damit umgegangen?

Erdal Keser: Diese Rufe haben mich aber nur motiviert. Wenn ich auswärts getroffen habe, bin ich danach in die gegnerische Kurve gelaufen und habe Handküsschen verteilt.

Wie war es bei den eigenen Fans?

Erdal Keser: Ich war schon beliebt, weil ich auch Spiele entscheiden konnte. Aber ich wurde immer mit einem anderen Maßstab beurteilt. Ich musste besser sein als die Deutschen. Wenn ich durchschnittlich gespielt hatte, war ich schlecht.

Was war es für ein Gefühl, wenn sich die BVB-Fans gegnerischen Spielern gegenüber rassistisch geäußert haben?

Erdal Keser: Wenn ich am Ball war, war Ruhe. Aber bei den anderen wurden Ausdrücke benutzt, die man heutzutage gar nicht mehr verwenden kann. Das war nicht angenehm, zum Glück hat sich das geändert. Heutzutage kennt man das gar nicht mehr, weil der DFB eine super Offensive gestartet hat. So wurde den Zuschauern Zivilcourage beigebracht. Hass und Rassismus sind in den deutschen Stadien nicht mehr zu erkennen.

Hat sich für Sie später jemals die Frage gestellt, für welche Nationalmannschaft Sie auflaufen wollen würden?

Erdal Keser: Theoretisch hätte ich auch den deutschen Ausweis bekommen können. Aber zu meiner Zeit war das noch kein Thema. Ich bin in der Türkei geboren, das ist mein Vaterland. In Deutschland habe ich mich als Gast gefühlt.

Mittlerweile sind Sie als Europa-Koordinator des türkischen Fußballverbandes tätig...

Erdal Keser: Es geht darum, Talente zu sichten, die wir den Nationalmannschaften zuführen. Dabei geht es nicht nur um Deutschland. Wir haben auch viele Landsleute in Österreich, in der Schweiz, in Holland, England, Belgien und Schweden, die von unseren Scouts gesichtet werden. Den Talenten, die gerne für ihr Vaterland spielen würden, ebnen wir den Weg.

Wie sieht Ihre Tätigkeit konkret aus?

Erdal Keser: Ich sichte Spiele in ganz Europa, studiere Spielanalysen und sichte die Formgrafiken der Spieler. Das fängt bei den 13-Jährigen an und geht bis zur A-Nationalmannschaft.

Schmerzt es Sie, dass bei der U17-WM ein Drittel der deutschen Nationalmannschaft türkischstämmig war?

Erdal Keser: Jeder Spieler trifft seine eigene Entscheidung, und die muss man respektieren. Einige von den Jungs haben mir aber gesagt: ‚Wir sind ja nie gefragt worden, sonst hätten wir auch für die Türkei gespielt.’ Um diese Aussagen künftig zu vermeiden, sprechen wir die Spieler wieder an. Wir wollen ihnen vermitteln, dass unsere Tür offen steht.

Wird es mittlerweile schwieriger, Spieler für die türkische Nationalmannschaft zu begeistern?

Erdal Keser: Natürlich, wir reden von der dritten, fast schon vierten Generation von Einwanderern. Diese Jungs sind immer im Zwiespalt, wohin sie sollen. Die Familie spricht auch noch gerne mit, das ist nicht leicht. Aber wenn mir einer sagt: »Ich fühle mich hier wohl und will für Deutschland spielen«, dann akzeptiere ich das und freue mich, wenn er ein guter Fußballer wird. Der Beste wird sich in beiden Nationalteams durchsetzen. Er soll sich einfach für das Land entscheiden, für das sein Herz schlägt.

Gibt es eine Tendenz, dass sich die jüngeren Spieler eher für Deutschland entscheiden?

Erdal Keser: Wenn man das mit meiner aktiven Zeit vergleicht, ist das mit Sicherheit so. Weil aus dem deutschen Jugendlager nicht mehr so viel nachkommt, hat der DFB den richtigen Weg eingeschlagen und ist in die Internationalisierung gegangen. Das betrifft nicht nur türkischstämmige Jungs, sondern auch sehr viele Serben, Kroaten, Ghanaer und andere Nationalitäten. Diese neue Generation fühlt sich hier wohl und identifiziert sich mit Deutschland, daher ist das doch in Ordnung.

Der DFB ist nicht begeistert davon, dass Talente von Ihnen abgeworben werden...

Erdal Keser: Es wird ja niemand abgeworben. Ich sag das mal ganz offen: Der DFB hat es ebenso wie der englische oder der österreichische Fußballverband zu akzeptieren, wie sich die Spieler entscheiden. Matthias Sammer ist mal ein bisschen persönlich geworden, aber ich sehe die Sache sehr nüchtern: Die Entscheidung steht jedem Spieler frei. Aber jeder Verband hat das Recht, die Spieler zu fragen. Der DFB sieht das wohl anders.

Was meinen Sie?

Erdal Keser: Es kam auch schon vor, dass Jungs vom DFB zu Sichtungslehrgängen eingeladen werden, obwohl wir sie schon vorher nominiert hatten. Das akzeptieren wir ja auch.

Sind Sie bei einem Spieler besonders stolz, dass Sie ihn für die Türkei gewinnen konnten?

Erdal Keser: Da gibt es schon einige. Aber ich möchte niemanden hervorheben, schließlich sind alle wertvolle Spieler. Und eins möchte ich mal feststellen: Es macht mich immer stolz, wenn Spieler mit türkischen Namen erfolgreiche Fußballer werden – egal, für welches Land sie sich entschieden haben.

Wo würde die deutsche Nationalmannschaft stehen, wenn man nicht die Spieler mit Migrationshintergrund dabei haben würde?

Erdal Keser: Die U17 wäre sicher nicht bis zur WM gekommen. Und auch bei der A-Nationalmannschaft hat schon fast die Hälfte ausländische Wurzeln. Ich könnte mir vorstellen, dass dieser Anteil in den nächsten Jahren auf 70 Prozent steigt.

Sie haben Ihr halbes Leben in Hagen verbracht. Fühlen Sie sich immer noch als hundertprozentiger Türke?

Erdal Keser: Mittlerweile war ich zeitlich genau eine Hälfte in Deutschland, die andere in der Türkei. Hälfte, Hälfte – so fühle ich mich auch.






Komm in meine Arme: Von 1980 bis 1984 spielte Erdalo Keser (rechts) für den BVB, hier knuddelt ihn leidenschaftlich Mitspieler Lothar Huber.


Fotostrecke

  • Komm in meine Arme: Von 1980 bis 1984 spielte Erdalo Keser (rechts) für den BVB, hier knuddelt ihn leidenschaftlich Mitspieler Lothar Huber.
  • In seinen ersten 82 Spielen für Borussia Dortmund erzielt der Stürmer Keser 22 Tore. Glückwünsche gibt es von Siegfried Bönighausen (rechts).
  • 1984 kehrt Keser für zwei Jahre in die Türkei zurück, für Galatasaray Istanbul schießt er 18 Tore in 49 Spielen. 2005 wird er als Co-Trainer von Erik Gerets (rechts) zurückkehren.
  • Zwischen 1986 und 1987 spielt Keser noch einmal für den BVB, hier überspringt er die Fluggrätsche von Gladbachs Hans-Günter Bruns.
  • Keser neben dem blutjungen Michael Zorc (links).
  • So heißen Fußballer heute schon gar nicht mehr: Keser in inniger Umarmung mit Bernd Klotz.


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Kommentare

  • User
  • 07.10.2011 09:54:33 Yvy

    Im Vergleich dazu, wie die Türkei mit den Kurden und Lhasen, ihren Landsleuten umgeht, ....

  • User
  • 07.10.2011 10:00:30 Yvy

    "Weil aus dem deutschen Jugendlager nicht mehr so viel nachkommt"

    is klar, nä.
    Erstens sind Gomez, Klose, Khedira, Özil, Cacau etc.. Deutsche.

    Zweitens; Götze, Reus, Schürrle, Bender, Großkreutz, nochn Bender, Höwedes, Hummels, Petersen, Risse, Badstuber, Träsch, Schmelzer etc etc etc

    kommt nix nach. Ich würde sagen, er verwechselt die beiden Länder. Außerdem sehr scheinheilig. Es ist eben nicht so, daß einer, der für Deutschland spielen möchte, in Ruhe gelassen wird. Da habe ich schon ganz andere Kommentare gehört, u.a. von Sammer

  • User
  • 07.10.2011 11:02:56 Esteban Cantate

    Es ist eben nicht so, daß einer, der für Deutschland spielen möchte, in Ruhe gelassen wird.

    Erdal Keser: Es kam auch schon vor, dass Jungs vom DFB zu Sichtungslehrgängen eingeladen werden, obwohl wir sie schon vorher nominiert hatten. Das akzeptieren wir ja auch.

    Das ist Kesers Antwort auf den von dir aufgewärmten "Sammer-Komplex". Schnuppe, Yvy? Der DFB darf das? Oder wie?
    Denn zu diesem Teil lese ich komischerweise nichts, geschweige denn etwas kritisches, in deinem Kommentar.

  • User
  • 07.10.2011 11:22:40 gelsenkirchen

    Darum geht's doch jetzt gar nicht! Es geht jetzt erstmal um "den Muselmann an sich"!

  • User
  • 07.10.2011 11:25:37 Papiertiger

    Der Muselman ist der wo kann gut Fussballspielen, was er heute für Deutschland tun darf, weil, nämlich, der Islam eines der Teile vom Deutschland ist.

  • User
  • 07.10.2011 11:30:16 suppenteller

    Hass und Rassismus sind in den deutschen Stadien nicht mehr zu erkennen.

    satire?

  • User
  • 07.10.2011 11:52:36 prazzomoto

    Darum geht's doch jetzt gar nicht! Es geht jetzt erstmal um "den Muselmann an sich"!

    Hahaha, sehr gut :)

  • User
  • 07.10.2011 11:53:28 prazzomoto

    @ suppenteller

    Naja, warst Du in den 80ern schon in einem Fussballstadion?
    Ein Unterschied ist das allemal gewesen.

  • User
  • 07.10.2011 12:00:54 sgu07

    da muss ich hier mal dem badischen freund recht geben. rassismus, das war in den achzigern ganz schlimm. lies dir z.b. mal das interview mit sane durch.
    ich kann mich auch noch an ein vfb-uefa-cup-spiel gg rotterdam erinnern, als das halbe stadion nach einem foul an klinsmann minutenlang "der neger muss raus" brüllte. "affen in den zoo", die urwald-laute und das bananenwerfen, alles aus den achzigern. heutzutage muss man sich nicht mehr allzuviel in dieser richtung anhören.

  • User
  • 07.10.2011 12:06:35 Man the Van

    "AFFEN IN DEN ZOO, AUCH WENN IHR SÖHNE VON HERZENSGUTEN FRAUEN SEID!"

  • User
  • 07.10.2011 12:08:15 suppenteller

    das steht gar nicht zur debatte, natürlich war es mal ganz anders, sprich schlimmer und in vielen bundesliga stadien kann man keine rassistischen gesänge mehr vernehmen. aber das der rassismus verschwunden wäre, ist ja wohl trotzdem ne lachnummer. man könnte zig fälle auflisten, wo es zu entsprechenden aktionen kam, wobei das auch vermehrt in die unteren ligen "gedrückt" wurde

  • User
  • 07.10.2011 12:10:52 prazzomoto

    Wann war das denn? 1989 gegen Rotterdam war Klinsmann ja schon weg, oder?

  • User
  • 07.10.2011 12:10:58 Yvy

    @Esteban Cantate

    ich gehe davon aus, daß Gehirnwäschen durch Verband und Familie, z.B. auch gut am Beispiel Chihi erkennbar, bei uns hoffentlich nicht vorkommen. Kesers Methoden sind, was man so liest, nicht unbedingt sauber.

    Und ja, es ist in letzter Zeit einiges in meinem Umfeld passiert und ich habe anläßlich des Spiels heute viele Foren besucht, daß ich erhebliche Zweifel daran hege, welches Volk nun heutzutage nationalistischer ist.

    Ich wurde im 11-Freunde-Forum auch schon mal heftig angemacht und als Fascho (!) bezeichnet, weil ich gemault habe, daß Sahin sich für die Türkei entschieden hat. Das spiegelt dann auch die Intelligenz der Beschimpfer wieder.

    Man kann natürlich stupide seine Meinung rausblöken oder sich faktisch mit einer Thematik befassen. Wie siehts mit deiner Meinung zur Kurden- und Lhasenthematik aus ?

    Mann mann mann

  • User
  • 07.10.2011 12:14:17 Yvy

    " Es kam auch schon vor, dass Jungs vom DFB zu Sichtungslehrgängen eingeladen werden" usw...

    Mir fehlen hier zum einem greifbare Argumente, also Namen, und zum anderen habe ich mich nicht über Einladungen, sondern über Kesers Arbeitsweise echauffiert. Bitte bezieht, wenn schon, Stellung zu den Dingen, die ich geschrieben habe und nicht zu denen, die ihr Euch einbildet.

    Zur Erinnerung:

    Link

    Da wurde ich zum ersten Mal ängstlich, obwohl nur im TV gesehen.

  • User
  • 07.10.2011 12:15:12 suppenteller

    aber was hat die situation der kurden jetzt damit zu tun yvy? ich will als jemand mit deutschem pass auch nicht für die rassistischen pogrome in deutschland verantwortlich gemacht werden oder um aktueller zu bleiben, zb für das EU grenzregime und seinen auffanglagern in der wüste lybiens undundund.

    das klingt immer so nach aufrechnen... ihr dürft euch gar nicht beschweren, ihr behandelt die kurden, armenier etc auch scheisse... oder was willst du genau sagen?

  • User
  • 07.10.2011 12:16:20 Man the Van

    Man würde sich als Nachgeborener übrigens gerne über Fußball und Fankultur der 80er in seinem Lieblingsmedium informieren - aber bekackterweise ist das 11-Freunde-80er-Heft ja v e r g r i f f e n !


    Ich wurde im 11-Freunde-Forum auch schon mal heftig angemacht und als Fascho (!) bezeichnet, weil ich gemault habe, daß Sahin sich für die Türkei entschieden hat. Das spiegelt dann auch die Intelligenz der Beschimpfer wieder.


    Scheiß political overcorrectness! Ich habe im Freundeskreis über dieselbe Sache gemault, da bin ich damit natürlich sauber durchgekommen.

  • User
  • 07.10.2011 12:16:23 Yvy

    @gelsenkirchen

    deine Unterstellungen erfüllen diverse kriminelle Tatbestände. Ich möchte dich ein für allemal bitten, dich dahingehend zurückzuhalten.

    Es geht hier um Art und Weise, wie Spieler von beiden Verbänden "bearbeitet" werden. Die Thematik des Muselmannes ist hier überhaupt nicht angesagt.

  • User
  • 07.10.2011 12:21:07 Yvy

    ich bin zwar nicht regelmäßig im Stadion, habe aber ganz sicher noch nie rassistische Parolen gebrüllt. Schon als kleiner Junge Pelé, den besten aller Zeiten seit es TV gibt übrigens, bewundert (ja, ich bin schon etwas älter).
    Da könnte ich ja auch maulen, mit den Idioten in einen Topf geworfen zu werden, die rechten Mist raushauen.

    Zum Kurden- und Lhasenthema; ich bin halt der Meinung, man sollte erst mal vor seiner eigenen Tür kehren. Heute ein Bild gesehen einer griechischen Website, wo Merkel mit Hitler auf einem Bild ist. Da fällt mir nix mehr ein. Verarschen uns jahrzehntelang, gehen mit 50 oder so in Rente und dann sowas.

  • User
  • 07.10.2011 12:21:26 FrauBlack

    deine Unterstellungen erfüllen diverse kriminelle Tatbestände.

    äh...???

  • User
  • 07.10.2011 12:26:25 Man the Van

    ich bin halt der Meinung, man sollte erst mal vor seiner eigenen Tür kehren. Heute ein Bild gesehen einer griechischen Website, wo Merkel mit Hitler auf einem Bild ist. Da fällt mir nix mehr ein. Verarschen uns jahrzehntelang, gehen mit 50 oder so in Rente und dann sowas.

    Ja gut, äh, irgendwelche griechischen Web-Vögel mit den griechischen Frührentnern zusammen in Sippenhaft zu nehmen - das ist dann schon die Art der Argumentation, bei der mir mulmig wird.

    deine Unterstellungen erfüllen diverse kriminelle Tatbestände.

    Und da bin ich auch raus.

  • User
  • 07.10.2011 12:34:15 sgu07

    @Yvy, gehts auch ne nummer kleiner?
    und
    @ prazze,
    wenns 1989 war, kanns auchn foul an walter oder gaudino gewesen sein. egal. aber es war gg. rotterdam, die damals gleich mit 2 (!)farbigen (damals: 'negern') gespielt haben, unfassbar.

  • User
  • 07.10.2011 12:42:34 einrudithömmes

    Ich wurde im 11-Freunde-Forum auch schon mal heftig angemacht und als Fascho (!) bezeichnet, weil ich gemault habe, daß Sahin sich für die Türkei entschieden hat. Das spiegelt dann auch die Intelligenz der Beschimpfer wieder.

    Würd ich den Nick löschen - das ist ein ganz übler Laden.

  • User
  • 07.10.2011 12:51:20 Buthelezi

    @ Yvy

    Es geht hier um Art und Weise, wie Spieler von beiden Verbänden "bearbeitet" werden. Die Thematik des Muselmannes ist hier überhaupt nicht angesagt.

    Zum Kurden- und Lhasenthema; ich bin halt der Meinung, man sollte erst mal vor seiner eigenen Tür kehren. Heute ein Bild gesehen einer griechischen Website, wo Merkel mit Hitler auf einem Bild ist. Da fällt mir nix mehr ein. Verarschen uns jahrzehntelang, gehen mit 50 oder so in Rente und dann sowas.


    Wo genau besteht der Zusammenhang zwischen den Anwerbepraktiken des türkischen Fussballverbandes und der Problematik der Kurden in der Türkei?

    Aber dann wenigstens schön zum Thema zurück gefunden mit knackigen Aussagen zu einer griechischen Website und zum "Griechen an sich". Immerhin ging es hier ja um Griechenland, nech?

  • User
  • 07.10.2011 13:48:52 Yvy

    OK ich hab schlecht geschlafen, krieg ne Erkältung und überhaupt...

    Aber ich lass mir nicht unterstellen, was gegen "Muselmanen" allgmemein zu haben. Ich bin nicht religös, aber wenns den Leuten im Leben weiterhilft und sie friedlich bleiben, mir egal.

    Zu Keser bzw. DFB hier ganz interessanten Artikel gefunden. Wobei ich auch nicht alles glaube, was Sammer sagt. Wer Nicki hört, frißt auch kleine Kinder...

    Link

  • User
  • 07.10.2011 13:58:04 Man the Van

    OK ich hab schlecht geschlafen, krieg ne Erkältung und überhaupt...

    Ich wusste doch, dass auch Männer ihre Tage haben.

    Wenn ich dich vorher für angebräunt gehalten hätte, wärst du jetzt entnazifiziert. The Hammer wäre stolz auf ich!

  • User
  • 07.10.2011 13:59:22 gelsenkirchen

    Wichtig ist vor allem "das große Ganze" nicht aus den Augen zu verlieren!

    @Yvy: eigentlich wollte ich mich an der Diskussion gar nicht beteiligen, da sie hoffnungslos absurd ist, aber was genau Kesers Arbeitsweise (Vater besuchen, Chay trinken, von türkischer Heimat vorschwärmen, Vater rennen Tränen die Backen runtet usw. usf.) nun unlauterer ist als an Sammers (Eltern besuchen, Kaffee trinken, Vater von großer Karriere vorschwärmen, Vater rennen Dollarzeichen in die Augen usw. usf.) möchte ich doch gerne erklärt haben. Zudem diese Arbeitsweise offenbar wenig Früchte trägt. Die besten Deutschtürken, Ausnahme Sahin und vor 7 Jahren vielleicht noch Hamit, spielen für Deutschland. Dass sich Keser auf der Streuobstwiese bedient, geschenkt!

  • User
  • 07.10.2011 14:04:53 Man the Van

    Die besten Deutschtürken, Ausnahme Sahin und vor 7 Jahren vielleicht noch Hamit, spielen für Deutschland. Dass sich Keser auf der Streuobstwiese bedient, geschenkt!

    Soll nicht sogar Go-Cart-Ömer von Beginn an spielen?
    Und Taxi-Serdar vom VfB hat heute in der SZ verlauten lassen, er sehe sich immer noch als National- und nicht als Ex-Nationalspieler.
    Ich sehe ihn immer noch als großen Irrtum, und warum haben wir den Polen eigentlich nicht Peter Trochowski überlassen?

  • User
  • 07.10.2011 14:26:53 Yvy

    Also Ömer, hab ich heut vormittag gelesen, hat noch keine Spielgenehmigung ?

    Das mit der Streuobstwiese, naja, also der Nuri ist schon ein guter. Und der Hamit auch.

    (Schwierig, hier on-topic zu bleiben, liegt aber nicht nur an mir).
    Troche war mal mein Lieblingsspieler, weil einmalige Begabung und so. Aber er macht halt fast nix draus. Beim WM-Endspiel hätte ich ihn ARGGHH

  • User
  • 07.10.2011 14:32:08 Yvy

    Die Schalker scheren außerdem ja auch alle Dortmunder über einen Kamm *hust*

  • User
  • 07.10.2011 14:40:39 schauflieger

    1. Weichgespültes Interview, denn wichtige Fragen fehlen: "Nutzt der türkische Verband bewusst das deutsche Ausbildungssystem aus und ist gar nicht so sehr daran interessiert, Spieler so früh wie möglich für die Türkei zu gewinnen?" "Herr Keser, mal im Sinne der Integration von Menschen mit Migrationshintergrund: Wenn wir gesellschaftlich herangehen, müssten Sie dann nicht mit Ihren eigenen Erfahrungen als Türke in Deutschland jedem Spieler raten, sich - so weit möglich - für die deutsche N11 zu entscheiden? Nutzen Sie die mangelnde Integration nicht bewusst aus und befeuern sie sogar?"

    2. Ausländerhass und Rassismus waren in den 80ern und 90ern erheblich ausgeprägter. Da gab es die Fanprojekte noch nicht, geschweige denn so Sachen wie "Schalke gegen rechts" o.ä.. Ich erinnere mich noch an Gesänge wie "Sunday Oliseh, hol Dir die Banane, komm in die Kurve und hol sie Dir". Die Dortmunder "Borussenfront" war als rechtsradikal bekannt. HSV-Hools und Hertha-Frösche auch. Diese Gruppierungen sind auch extrem offen aufgetreten. Das war eine ganz andere Nummer als heute. Da geht es vielmehr um die Symbolik des Vereins und Alleinvertretungsansprüche der Ultras. Auch Schwachsinn - aber weniger politisch.

  • User
  • 07.10.2011 14:44:46 giselher

    Nutzen Sie die mangelnde Integration nicht bewusst aus und befeuern sie sogar?"

    Einer der intelligentesten Fragen zu dem Themenkomplex...

  • User
  • 07.10.2011 14:51:44 MarcRamone

    und warum haben wir den Polen eigentlich nicht Peter Trochowski überlassen?

    Das klingt auch wieder so schön respektlos.

    Ich freue mich, wenn Spieler sich letztendlich für unser Land entscheiden. Es zeigt, dass sie angekommen sind. Es war für viele eine lange Reise. In einem Land aufzuwachsen und zuhause mit anderer Kultur großgezogen zu werden suchen sich viele nicht aus, sie stecken da einfach drin.

    Und was kommt bei raus? So eine Äußerung nach dem Motto: Wenn du was kannst bist du anerkannt, sonst kannste hingehen wohin du willst.

    Respektlos.

    Die einzige offensichtlich gültige Währung scheint Leistung. Das st so armselig. Dabei sind gerade viele Spieler mit "Migrationshintergrund" noch mit dem Wert "Ehre" ausgestattet. Und ich nehme es den meisten ab, dass sie eine gewisse Hochachtung und Respekt davor haben für den deutschen Adler aufzulaufen. Und wenn sie dann gegen ihr Geburtstland spielen, verstehe ich auch deren Gewissensbisse. Geht völlig in Ordnung.
    Nur dieses, wenn er gut ist darf er Deutscher Nationalspieler sein, wenn nicht, dann hau ab... ist armselig.
    Wenn sich neiner für Deutschland entschieden hat, dann freue ichm ich und stehe auch hinter dem. Wenn er dann mal ein Leistungstief hat bin ich nicht gleich auf "abschieben" eingestellt, sondern wünsche und hoffe, dass er wieder in die Spur zurück findet.

    Und früher in den 80ern war es wirklich verdammt beschissen rasssitisch! Und zwar laut und offenkundig! Ich fand das grausam!

    Heute gibt es den Rassismus immer noch und er wird meistens aus Imagegründen und ängstlichem Mitläufertum (wieder: aus Imagegründen) nicht offen gezeigt. Oft auch, weil Vereine sogar was dagegen tun. DAS war früher nicht! Nur im Publikum merkt man oft, dass es nicht gelebte Überzeugung ist.
    Wenn ich da alleine an die "Schalker Fan Initiative gegen Rassismus" denke. Ich war so froh, dass es die gab (bzw. dass es sie noch gibt)! Ich werde nie die verhaltene Reaktion vergessen, als sie im Parkstadion erstamals mit ihrem Banner über den Platz gingen. Es war ein grausiges Gefühl... man spürte wie krass das Publikum zum großen Teil noch ausländerfeindlich eingestellt war. Es gab viel zu tun! Und so richtig bin ich immer noch nicht davon überzeugt, dass bei uns auf Schalke ein tolerantes und offenes Publikum ist, ganz und gar nicht. Manchmal hasse ich den Saustall dafür und schäme mich Schalker zu sein. Zum Kotzen!

    Und zu Keser... Fußball ist nunmal ein Millionengeschäft geworden, das gilt auch oder insbesondere auch für Nationalmannschaften. Dass die dort so ein spezielles Recruitment auffahren ist völlig legitim. Ob nun ein Headhunter jemanden am Schreibtisch abwerben will für eine Manager Position oder eine andere TopAbsolventHyperTalentZukunftsSpezialQualifikatio nsPosition oder eine Dipl. Ing. Stelle ... oder ... für ein Fußballspiel... es ist Wettbewerb und da wird halt um alles wie wild geworben. Das dort Sammer und Keser sich gerne mal eine andere Meinung geben, ist doch nur logisch. Konkurrenten. Auch normal, irgendwie. Trotzdem nicht schön, ist klar.

  • User
  • 07.10.2011 14:57:16 giselher

    Nur dieses, wenn er gut ist darf er Deutscher Nationalspieler sein, wenn nicht, dann hau ab... ist armselig.

    ... hab ich so weder wörtlich noch tendenziell hier irgendwo gelesen.

  • User
  • 07.10.2011 15:17:46 MarcRamone

    Ich hatte eingangs ein Zitat kursiv markiert, das geht in diese Richtung. Grundtenor ist diese Aussage hier im Forum eher nicht, das stimmt, aber man hört es doch immer wieder woanders (Kneipe, Stadion usw.). Das Leben spielt sich ja auch draußen ab und nicht nur im Forum. Daher kam ich drauf und diese Kursiväußerung hatte genau diese Tendenz. Deswegen musste ich das loswerden.

  • User
  • 07.10.2011 16:20:43 Man the Van

    Wollen wir auch noch kurz über Sarrazin reden?

  • User
  • 07.10.2011 16:43:09 MarcRamone

    teit.de = zeit.de .. ist klar, ne

  • User
  • 07.10.2011 16:43:38 schauflieger

    Woher kommt eigentlich der Name Sarrazin? Womöglich steckt da ein "Sarazene" drin...

  • User
  • 07.10.2011 18:41:00 rumpler

    das wär ja n ding

  • User
  • 07.10.2011 19:04:54 Physeter

    Nee, ist wohl eher von den Hugenotten, die der alte Fritz noch nach Preußen geholt hat.

    Es ist doch klar: Wer sich für Deutschland entscheidet, hat 80 Mio Fans, eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit, bei den großen Tunieren dabei zu sein und vielleicht sogar einen der Titel zu gewinnen. Wer sich für Türkei entscheidet, hat sogar noch mehr Fans, aber ist nicht bei allen großen Tunieren dabei und hat nur eine geringe Titelchance, dafür aber größere Einsatzchancen.
    Es kann mir keiner erzählen, dass das keine Rolle bei der Entscheidung spielt.

  • User
  • 07.10.2011 19:12:32 Jim Panse

    Sara und die Zinnsoldaten

  • User
  • 07.10.2011 21:32:28 gelsenkirchen

    ich hab gerade eine pizza mit extra keser verdrückt!

  • User
  • 08.10.2011 00:42:31 Alibas

    ciao erdal, war alles käse der türkei- deutschland ertse sahne...ess jetzt nen döner mit extra scharf

  • User
  • 08.10.2011 01:01:48 Donaldo

    So'n Keser!

  • User
  • 08.10.2011 19:32:53 Capocannoniere

    Ich könnte mir vorstellen, dass dieser Anteil in den nächsten Jahren auf 70 Prozent steigt.

    Wenn überhaupt, dann sieht es nach dem Gegenteil aus. Aber selbst, wenn Keser Recht hätte: Bei 70 % wäre die kritische Masse überschritten. Der Begriff Nationalmannschaft mag dehnbar sein, aber er läßt sich nicht endlos strapazieren.

    Was die Türken angeht, sage ich voraus, daß sich das Problem in den nächsten Jahren auf natürliche Weise lösen wird. Wie die Türkei sich entwickelt, wird die Mehrzahl der Diaspora-Türken sich für das Herkunftsland ihrer Eltern oder Großeltern entscheiden, und der DFB wird sich überlegen, ob er Geld und Ressourcen investiert, damit Andere den Ertrag abschöpfen. Die Bereitschaft, für die Auswahl des DFB zu spielen, sollte vorhanden sein und nicht erst mit viel Geld und guten Worten erkauft werden müssen. Das ist nicht Sinn der Sache und verschafft den Spielern eine Machtposition, die ihnen nicht zukommt.

    Andererseits ist das natürlich alles Theorie: Von den Spielern erfolgreicher U17/U18-Mannschaften gelingt es vielen nicht einmal, sich als Profis zu etablieren, von der Nationalmannschaft gar nicht zu reden. Und diejenigen, denen es gelingt, versanden oftmals im Mittelmaß: Man braucht nur daran zu denken, wie der Buchtmann nach seinem Wechsel nach Liverpool zum Supertalent gehypt wurde.

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