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10.08.2011

Brasiliens Weltmeister Jorginho im Interview

»Gott hätte Lothar geholfen«

Interview: oliver zeyen  Bild: Imago

Sechs Jahre lang sorgte der brasilianische Weltmeister von 1994, Jorginho, für Samba, Fluggrätschen und Bibelkreise in der Bundesliga. Im Interview spricht der ehemalige Verteidiger von Bayer Leverkusen und Bayern München über Erdbeerkuchen und Lothar Matthäus.

Brasiliens Weltmeister Jorginho im Interview - »Gott hätte Lothar geholfen«


Jorginho, seit der Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika, bei der Sie an der Seite von Dunga die Seleção betreuten, ist es ruhig um Sie geworden. Sind Sie überhaupt noch im Fußballgeschäft aktiv?

Jorginho: Unsere Niederlage im WM-Viertelfinale gegen Holland war sehr bitter. Nach der Weltmeisterschaft und einem kurzen Intermezzo bei Goiás (einem brasilianischen Verein, d. Red.), habe ich mir erstmal eine Auszeit genommen und bin durch Deutschland gereist. Seit März diesen Jahres bin ich wieder in meiner Heimat beim Erstligisten Figueirense FC als Trainer tätig.



Sie waren vergangenes Jahr in Deutschland?

Jorginho: Durch meine Zeit in Leverkusen und München habe ich noch viele Freunde in Deutschland. Mit Heiko Herrlich, meinem ehemaligen Zimmernachbar, verbindet mich bis heute eine intensive Freundschaft. Und Bruno Labbadia, den ich bei Bayern kennenlernte, habe ich erst kürzlich in Stuttgart besucht. Außerdem erkundigen sich gelegentlich Bundesligatrainer bei mir über brasilianische Spieler.

Zum Beispiel?

Jorginho: 2007 suchte Felix Magath einen Stürmer für den VfL Wolfsburg und interessierte sich bei mir nach Nilmar und Grafite. Beide sind hervorragende Fußballer, aber auf Grund seines besseren Kopfballspiels und seiner Robustheit, empfahl ich ihm Grafite für den deutschen Fußball. Das war ja letztlich kein so schlechter Tip.

Apropos Wolfsburg – kürzlich sorgte Ihr Landsmann Diego durch seine Disziplinlosigkeit für einen Skandal. Wieso fällt Fußballern aus Brasilien die Integration in Deutschland häufig so schwer?

Jorginho: Viele brasilianische Fußballer wollen den Lebensstil, den sie aus ihrer Heimat kennen, auch in Deutschland fortführen. Sie bleiben unter sich, lernen die Sprache kaum, und zeigen wenig Interesse an der deutschen Kultur. Dieses Verhalten isoliert sie und verursacht Konflikte. Ein Fußballer der sich nicht wohl fühlt, kann auch keine gute Leistung abrufen.

Sie hingegen sollen bereits nach wenigen Monaten deutscher als Ihre deutschen Kollegen gewesen sein. Was war Ihr Geheimnis?

Jorginho: Als ich im September 1989 nach Leverkusen kam, versuchte ich schnell die deutsche Sprache zu erlernen, um mit meinen neuen Mitspielern zu reden. Dieser Tatendrang sorgte in der Mannschaft häufig für Gelächter: Dass man nach dem Essen »Mahlzeit« und nicht »Halbzeit« sagt, verrieten mir die Jungs erst nach Wochen. Außerdem begann ich nach einer Eingewöhnungsphase das deutsche Essen und sogar das eisige Wetter zu lieben. Wie oft sehne ich mich heute in Brasilien danach, auf dem Marienplatz zu sitzen und ein Erdbeerkuchen zu essen oder im Winter einen Schneespaziergang zu machen!

Jorginho – Die Karriere des brasilianischen Weltmeisters in der Bilderstrecke!


weiterlesen [1] [2]



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1989 wechselte Jorginho von Flamengo aus Rio de Janeiro zu Bayer Leverkusen. Hier neben Mannschaftskollege Andreas Thom.


Fotostrecke

  • 1989 wechselte Jorginho von Flamengo aus Rio de Janeiro zu Bayer Leverkusen. Hier neben Mannschaftskollege Andreas Thom.
  • Zwischen 1987 und 1996 lief Jorginho 63-mal im Nationaltrikot Brasiliens auf.
  • 1992 wechselte Jorginho aus Leverkusen zum FC Bayern München. Hier trifft er 1993 während eines Freundschaftspiels auf Jürgen Klinsmann.
  • »Mein bester Trainer«. Jorginho schwärmt noch heute von den Fähigkeiten Franz Beckenbauers.
  • Unter dem »Kaiser« gewann Jorginho 1994 die Meisterschaft mit Bayern München.
  • Bei der Weltmeisterschaft 1994 in den USA gewann Jorginho seinen größten Titel. Leider musste er während des Finals nach nur 21 Minuten das Spielfeld verletzungsbedingt verlassen.


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Kommentare

  • User
  • 15.06.2011 15:13:00 GTEvo

    Lothar muss ja ein schweres Leben haben!

  • User
  • 15.06.2011 16:35:33 Yvy

    Ja, aber ich glaub, er merkt das gar nicht HOH HOH HOH


    "ich denke, der Glaube zu Gott würde ihm helfen und sein Leben erleichtern."

    Ja klar... man macht wen anders für seinen Mist verantwortlich und muß sich dann nicht mehr um Kleinigkeiten wie Verantwortungsgefühl etc.. kümmern. Mann, wie ich dieses christliche Kack-Geseier hasse !!!

    Sorry falls sich jemand angegriffen fühlt. Aber man macht es sich echt nicht schwer (sünden => so tun als ob man büßt => sünden => so tun als ob man büßt =>sünden => so tun als ob man büßt)

  • User
  • 16.06.2011 11:40:48 Cantona 7

    Ja klar... man macht wen anders (Bayern München) für seinen Mist verantwortlich und muß sich dann nicht mehr um Kleinigkeiten wie Verantwortungsgefühl etc.. kümmern. Mann, wie ich dieses sechzger Kack-Geseier hasse !!!


    Sorry falls sich jemand angegriffen fühlt. Aber man macht es sich echt nicht schwer (schulden => so tun als ob man zahlt => schulden => so tun als ob man zahlt =>schulden => so tun als ob man zahlt)

  • User
  • 16.06.2011 21:40:13 24THINK

    jorginho hat absolut recht.
    tut mir leid dir da widersprechen zu müssen yvy, aber man denke nur mal an die 25 ehen, die in der blödzeitung geschlossen gelebt und wieder geschieden wurden. wenner jetzt streng katholisch wäre, wärs zumindest deren nur eine gewesen.

    außerdem mal so am rande: jede religion ist zu akzeptieren, weil alles glaube ist. der glaube an gott oder an die philosophie oder an die wissenschaft oder ans geld oder an die politik und, und, und, oder, oder, oder....
    alles ist glaube.

  • User
  • 16.06.2011 21:50:36 24THINK

    du glaubst, dass du nicht glaubst, aber du weißt es nicht.

  • User
  • 16.06.2011 21:52:26 24THINK

    ...also, ähm, glaub ich.

  • User
  • 16.06.2011 22:10:08 MarcRamone

    sünden => so tun als ob man büßt => sünden => so tun als ob man büßt =>sünden => so tun als ob man büßt

    Darum wirds Jorginho bzgl. Matthäus wohl nicht gehen.

    Ich kann mir gut vorstellen, dass er damit meint bei reger Teilnahme an diesen Gebetskreisen hätte Matthäus vielleicht mehr Selbstreflexion und eine gewisse innere Ruhe erlangen können.

    Noch heute merkt man dem Blick von Matthäus einen gewissen Wahnsinn an. Der brennt immer noch, ist voller Energie und wirkt angestachelt. Vielleicht weiß er gar nicht wohin mit sich und da kommt wiederum der Vorschlag von Jorginho ins Spiel.

    Ein Annäherungsversuch die Aussage zu verstehen.

  • User
  • 16.06.2011 22:31:14 AntiMöller

    Noch heute merkt man dem Blick von Matthäus einen gewissen Wahnsinn an.

    Findest Du? Was sachtsten denn zu MEINEM Blick, nach Studium dieser Meldung?

  • User
  • 16.06.2011 22:44:32 MarcRamone

    Ich weiß nicht wie ich das beschreiben soll, aber in Interviews sieht man ja schon sein Gesicht recht deutlich und Mimik und Blick sagen i.d.R. viel und ich meine da eben diese erwähnten "Dinge" gesehen zu haben. Auf mich wirkt er so.
    Vielleicht war das mit "Wahnsinn" etwas arg übertrieben oder unglücklich formuliert, aber es dürfte hoffentlich klar sein was ich meine.

  • User
  • 16.06.2011 22:51:56 AntiMöller

    Lothar ist mein verlorener Sohn. *schneuz*

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