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25.02.2011

Freiburgs Trainer über seinen Vorgänger

Robin Dutt: »Volker und ich schweigen«

Interview: Christoph Biermann  Bild: Imago

Wenn am Samstag der 1. FC Köln den SC Freiburg empfängt, wird das auch ein Wiedersehen zwischen FC-Sportdirektor und SC-Trainer Robin Dutt. Wir sprachen mit Freiburgs Übungsleiter über seinen legendären Vorgänger Finke.

Freiburgs Trainer über seinen Vorgänger - Robin Dutt: »Volker und ich schweigen«


Robin Dutt, Werder Bremen hat nach der Ära Otto Rehhagel sehr viele Trainer ausprobieren müssen, warum hat es bei Ihnen nach Volker Finke relativ reibungslos geklappt?

Das liegt vor allem an den Mitarbeitern, die bereits vorher da waren. Fast alle im Funktionsteam waren schon außergewöhnlich lange im Verein. Sie hatten es maßgeblich in der Hand, ob der Übergang reibungslos läuft.

Immer noch nicht müde – Volker Finke im Portrait >>>



War das anfangs nicht eine schwierige Situation?

Eigentlich nicht, aber wenn ein Trainer wie Volker Finke so lange im Verein arbeitet, entstehen emotionale Bindungen und bei einer Trennung auch Enttäuschungen. Die einen sagen: »Gott sei Dank, ich brauch mal einen neuen Chef.« Und die anderen sagen: »Um Gottes willen, das darf doch nicht wahr sein.« Der Prozess dauerte deshalb schon einige Monate.

»Eine neue Form von Teamgeist« – das Dutt-Interview mit Fotogalerie

Sie sind nun schon im vierten Jahr beim SC Freiburg, warum ist Volker Finke immer noch ein sensibles Thema?

Das gilt nur für die Medien. Wenn ich mit Fans oder Sponsoren spreche, sagen die meisten: »Wir fanden es vorher gut, wie er es gemacht hat, und finden es jetzt gut, wie Sie das machen.« Wenn sie mich dann fragen, was ich im Vergleich zu Volker Finke anders mache, erkläre ich es ihnen, und sie sagen: »Ach, das ist ja interessant.« Aber in der Presse kann ich darüber nicht reden.

Warum nicht?

Wenn man heute sagt, dass man etwas anders macht, wird das so dargestellt, dass der andere etwas falsch gemacht habe. Es heißt dann: »Dutt kritisiert Finke!« Jetzt ist er Sportdirektor in Köln, und es wird nur darauf gelauert, dass der eine über den anderen etwas sagt. Also werden wir beide schweigen, und das ist schade. Schließlich wäre es ein superspannendes Gespräch, wenn wir darüber diskutieren könnten, wo es im jeweiligen Arbeiten einen gleichen Nenner gibt und wo unterschiedliche Ansätze. Wir könnten als Trainer sowieso viel mehr spannende Informationen nach draußen geben, wenn daraus nicht immer Konflikte konstruiert würden. Fußball verliert viel dadurch, dass die Leute, die am meisten davon verstehen, sich ständig auf die Zunge beißen müssen.



Aus Heft#111 02/2011

Die 50 dämlichsten Ideen der Fußballgeschichte




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Kommentare

  • User
  • 25.02.2011 14:11:30 gedschi

    recht hat er schon. aber könnt ihr ihm nicht einfach vorschlagen, ein interview zu führen, das er vor der veröffentlichung komplett zu sehen kriegt und autorisieren darf? oder braucht ihr dazu erst einen fachkompetenten interviewer, hö hö?

    im übrigen haben die leute auch oft zu viel angst und zu wenig humor. man kann sich über verdrehte schlagzeilen ja auch amüsieren, nicht?

    über taktik und trainingsmethoden würde ich in deutschland jedenfalls eh gerne mehr lesen. wenn man da die englische presse sieht, ist das schon ein anderes niveau. aber immerhin, der trend hat ja nicht erst seit st. kloppo inzwischen eingesetzt. ihr braucht nur noch aufzuspringen...

    lasst doch mal einen arbeitslosen trainer bayern gegen dortmund taktisch analysieren. oder führt ein interview mit einem spielebeobachter, da gab es bei der wm ganz interessante sachen (serbien-deutschland z.b.: http://www.rp-online.de/sport/fussball/nationalelf /wm/dfb/Unsere-einzige-Sorge-war-Mesut-Oezil_aid_8 72262.html )...

    oder fragt mal den wolfsburger teenager, was er mcclaren genau erklärt hat...

    oder veh, warum der hornochse in wolfsburg unbedingt die taktik und die spielweise auf kurzpass umstellen musste...

    oder jens lehmann, was in den mitschriften steht, die er bei wenger angefertigt hat...

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