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15.03.2011

»Auge« über Bayern München gegen Inter Mailand

»Das war wie Krieg«

Interview: Felix Laurenz  Bild: Imago

Klaus Augenthaler spielte 1988 mit Bayern München gegen Inter Mailand. In zwei atemberaubenden Europapokalnächten setzten sich am Ende die Deutschen durch. Wir sprachen mit »Auge« über den kleinen Krieg mit Inter.

»Auge« über Bayern München gegen Inter Mailand - »Das war wie Krieg«


Inter Mailand gegen Bayern München – der Champions-League-Kracher am Dienstag (20.45 Uhr auf Sat1 und Sky) hat eine lange Geschichte. In der Saison 1988/1989 empfangen die Bayern Inter zum Hinspiel im Achtelfinale des UEFA-Cups (Gott hab ihn selig). Gegen die Italiener um die Ex-Münchener Lothar Matthäus und Andy Brehme geht der FCB vor heimischer Kulisse mit 0:2. Das frühe Aus? Nein, denn den Bayern um Libero Klaus Augenthaler gelingt eine sensationelle Aufholjagd. Im Interview mit www.11freunde.de erinnert sich »Auge« an einen Kleinkrieg mit Bergomi und prophezeit ein geschwächtes Inter Mailand 2011.




Klaus Augenthaler, 0:2 vor eigenem Publikum gegen Inter Mailand – wie konnten Ihnen das denn passieren?

Klaus Augenthaler: In den achtziger Jahren war Italien das Fußball-Land Nummer Eins. Nahezu die gesamte Fußball-Elite aus Europa und Südamerika spielte in der Serie A – nicht nur wir hatten einen Heidenrespekt vor italienischen Mannschaften. Und bei Inter spielten die richtigen Granaten: Giuseppe Bergomi, Lothar Matthäus, Aldo Serena oder Walter Zenga. Was soll ich sagen: Wir wurden zweimal ausgekontert und waren anschließend nicht mehr in der Lage gegen die großartige Abwehr ein Tor zu erzielen. (Serena und Berti schossen damals im Münchener Olympiastadion die Tore für Inter, d. Red.).

Die Partie fand am 23. November 1988 statt, zwei Wochen später mussten Sie zum Rückspiel nach Mailand reisen. Wie viel Hoffnung auf ein Weiterkommen steckte in der Bayerbn-Mannschaft?

Klaus Augenthaler: Wir hatten uns nicht mal eine Chance ausgerechnet. Natürlich haben wir uns gegenseitig Mut zugesprochen, aber das waren hohle Phrasen. Eigentlich wollten wir alle nur mit Anstand aus der Sache herauskommen.

Nach 41 Minuten stand es 3:0 für den FC Bayern durch Tore von Roland Wohlfahrt, Jürgen Wegmann – und Klaus Augenthaler! Warum ist Inter so in sich zusammengefallen?

Klaus Augenthaler: Ich glaube, die hatten das Achtelfinale in Gedanken schon abgehakt. Schließlich hatten sie uns in München deutlich geschlagen, das Rückspiel wollten sie schon irgendwie schaukeln. Und vier Tage nach dem Rückspiel stand das Derby gegen den AC Mailand an (das Inter mit 1:0 gewann, d. Red.). Inters Aufmerksamkeit galt nur noch diesem Prestigeduell – was unser Vorteil war.

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Kurz vor der Halbzeit gelang Serena noch der 1:3 - Anschlußtreffer...

Klaus Augenthaler: ...und bei einem weiteren Mailänder Treffer wären wir raus gewesen...

Wie haben sie die zweiten 45 Minuten überstanden?

Klaus Augenthaler: Mit viel Glück – und ein paar handelsüblichen Tricks und Kniffen.

Was meinen Sie damit?

In der Halbzeitpause saßen wir in der Kabine und uns war klar, was uns nach Wiederanpfiff erwarten würde: Krieg. 45 Minuten Krieg. Die Italiener versuchten alles, Trainer Giovanni Trapattoni hatte sie entsprechend geimpft und heiß gemacht. Wir aber blieben clever und spielten hemmungslos auf Zeit. Dribblings an der Eckfahne, lange Dinger auf die Tribüne, den Ball zurück zum Keeper (damals durften Torhüter Rückpässe noch mit der Hand aufnehmen, d. Red.), das ganze Programm.

Wie haben die Stars von Inter darauf reagiert?

Klaus Augenthaler: Sie waren fuchsteufelswild. Selbst als das Spiel zu Ende war, wollten sie uns noch an den Kragen. Giuseppe Bergomi und Torwart Walter Zenga haben mich gar bis in die Kabine verfolgt! Aber da war es zu spät: Wir gewannen 3:1 und zogen ins Viertelfinale ein. (Im Halbfinale schieden die Bayern schließlich gegen den späteren Sieger SSC Neapel aus, d. Red.)

Bayern und Inter haben dieses Jahr in der Liga bisher eine durchwachsene Saison gespielt. Beide haben kaum noch Chancen auf den nationalen Titel. Wird es trotzdem ein Spitzenspiel?

Klaus Augenthaler: Natürlich. Es wird hoch interessant! Dass beide Teams bisher eine schwache Saison gespielt haben, ist doch verständlich. Beiden haben eine äußerst erfolgreiche vergangene Saison gespielt und viele ihrer Spieler zur Weltmeisterschaft abstellen müssen. Irgendwann ist nun einmal die Luft raus. Auch bei solchen Top-Mannschaften. Das ist doch ganz normal.

Wie schwer wirkt der Verlust von Trainer José Mourinho, der Inter nach der vergangenen Spielzeit Richtung Real Madrid verließ?

Klaus Augenthaler: Das ist eine klare Schwächung. Mourinho ist einer, der die Öffentlichkeit polarisiert und damit die Aufmerksamkeit von der Mannschaft ablenkt. Für die Spieler ist das immer von Vorteil – so können sie ganz in Ruhe arbeiten. Mourinho hat auch noch eine andere Stärke, die Inter in dieser Saison zu fehlen scheint.

Und zwar?

Klaus Augenthaler: Er ist in der Lage seine Spieler so stark zu motivieren, dass sie für ihn durchs Feuer gehen.

Inters aktueller Trainer, der Brasilianer Leonardo, ist recht unerfahren. Ist der FC Bayern mit Louis van Gaal im Vorteil?

Klaus Augenthaler: Leonardo ist Anfang 40. Da ist ein Trainer auch nicht mehr so unerfahren. Auch er wird wissen, dass van Gaal vor allem auf die Offensivstärke der Bayern setzen wird. Diese Offensivqualitäten hat Inter nicht. Dafür haben sie eine hervorragende Verteidigung. Das hat man vergangenes Jahr im Finale gesehen. (2:0 für Inter Mailand, d. Red.). Die Rollen sind also klar verteilt: Münchener Offensive gegen Mailänder Defensive..

Klaus Augenthaler, wer wird diese Partie am Ende gewinnen?

Klaus Augenthaler: Die Revanche für das verlorene Endspiel 2010 gelingt: Bayern München kommt weiter.

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Schnauzbarträger Thon gegen Leichtfuß Andy Brehme. Im Hinspiel des UEFA-Cup-Achtelfinals 1988/1989 verloren die Bayern in München deutlich mit 0:2.


Fotostrecke

  • Schnauzbarträger Thon gegen Leichtfuß Andy Brehme. Im Hinspiel des UEFA-Cup-Achtelfinals 1988/1989 verloren die Bayern in München deutlich mit 0:2.
  • Das Rückspiel wurde für Bayern zu einem Überraschungscoup. Schon nach 40 Minuten lagen die Münchner mit 3:0 in Führung. Inter kam nur noch zum Anschlußtreffer durch Aldo Serena und schied aus.
  • Erst 2006 kam es in der Gruppenphase der Champions League zum nächsten deutsch-italienischen Duell zwischen Inter und den Bayern. Claudio Pizarro traf in der 81. Minute zum 1:0.
  • Lukas Podolski als Karate Kid. Dank der gründlichen Anleitung von Trainer Felix »Miyagi« Magath traf der Stürmer kurz vor dem Abpfiff zum 2:0.
  • Nach dem 2:0 war Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge selig: »Endlich traue ich mich wieder zum Italiener.« Es war Bayerns erster Sieg gegen ein italienisches Team, seit 16 Jahren.
  • Vier Jahre später trat der FC Bayern gegen José Mourinho an. Der portugiesische Trainerguru hatte aus dem ewigen Zweiten Inter Mailand ein Team mit Siegermentalität geformt.


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Kommentare

  • User
  • 22.02.2011 19:34:45 GTEvo

    »Wir waren wie die USA und die UDSSR«
    JohnnnyOtten

    Unglaupplich watt hier abgezogen wird

  • User
  • 22.02.2011 23:36:44 Buschfräse

    Auf geht's!

    Da fliegt man extra nach Madrid um das historische Triple eines deutschen Vereins mitzuerleben und dann entsteht kein Spiel, weil die Mailänder (moment, von denen war ja eigentlich keiner aus der mailändischen Region, nein, nichtmals aus Italien) hinten einfach nur dichtgemacht haben und auf konter gelauert haben... ich will Revenga!

    Ich will, dass Bayern die morgen vorführt. Ein 0:3 im San Siro klingt realistisch, weg mit den Drecksäcken!

  • User
  • 22.02.2011 23:40:58 Veltinsbauch Eufi

    Ein 0:3 im San Siro klingt realistisch, weg mit den Drecksäcken!

    Ich vermute, dass einer der wenigen Drecksäcke du bist. Bei Inter seh ich keinen und bei Bayern wenige.

  • User
  • 23.02.2011 00:34:48 derfister

    augenthaler???


    is das nich das a....loch ,das völler aus spaß umgetreten hat??

  • User
  • 23.02.2011 09:36:54 rumpler

    is das nich das a....loch ,das völler aus spaß umgetreten hat??

    nächtlicher frust wegen abstiegsangst?

  • User
  • 23.02.2011 09:41:16 saloth sar

    is das nich das a....loch ,das völler aus spaß umgetreten hat??

    nächtlicher frust wegen abstiegsangst?


    das ueble foull schon vergessen oder nur verdraengt?

    p.s.: kein frust, noch keine abstiegsangst

  • User
  • 23.02.2011 09:43:02 giselher

    Das war weder "übel" noch ein "Foul". Der Völler war einfach zu schnell.

  • User
  • 23.02.2011 09:44:30 saloth sar

    oh doch, das war ein ziemlich uebles foul, eine liga mit achumacher im 82er wm halbfinale

  • User
  • 23.02.2011 09:45:16 rumpler

    nur verdängt

    tut ja aber hier auch nix zur sache, das faul

  • User
  • 23.02.2011 09:46:52 saloth sar

    tut ja aber hier auch nix zur sache, das faul

    weil's ein unschoenes licht auf deinen herzensverein wirft?

  • User
  • 23.02.2011 09:51:26 giselher

    Um jetzt bdas Mißverständnis so nicht stehen zu lassen: Natürlich war das Foul ein Foul. Ein ziemlich übles sogar. Da gibts nix rum zureden.

    Icfh hätte das "rechtfertigende" Zitat wohl besser als ein solches markiert:Der Völler war einfach zu schnell. (Klaus Augenthaler)

    (Quelle: Eigenes Gedächtnis)

  • User
  • 23.02.2011 09:54:40 rumpler

    weils um das cl-spiel heute abend geht.
    von rudi vs auge kann ich im interview nix entdecken.

  • User
  • 23.02.2011 09:56:54 misterkite

    giselher, das war lattek der das zitat brachte, er hatte es ja gut gemeint und wollte auge aus der schusslinie nehmen, nunja...das ging so richtig nach hinten los...

  • User
  • 23.02.2011 09:58:16 saloth sar

    ach so, und wir halten uns hier ja auch immer strikt an die fredvorgabe

    dann frag ich dich einfach, was hat dieser post von dir 21.02.2011 14:12:59 von rumpler
    Seit dem Eigentor weiß ich auch, warum gegen St.P-Spieler Ermittlungen wegen Wettbetrugs laufen.
    in diesem fred BVB – St. Pauli 2:0 (1:0) - Dortmund erdet den FC St. Pauli zu suchen, da wurde so gar nix ueber wettbetrug erwaehnt, du kommst aber gleich mit um die ecke.

    also iich greif die oben gestellte frage auf is das nich das a....loch ,das völler aus spaß umgetreten hat??

  • User
  • 23.02.2011 10:00:08 giselher

    giselher, das war lattek der das zitat brachte...

    Tja, so iss das mit dem Zitieren aus dem Gedächtnis. Danke für den Hinweis.

  • User
  • 23.02.2011 10:04:52 mitleser

    Also ich mochte Klaus Augenthaler auch nie so richtig, war halt von den Bayern, aber ihm bei dem Foul Absicht zu unterstellen, was die Verletzung angeht, geht mir doch ein wenig zu weit. Natürlich war es ein Foul, auch ein schlimmes Foul, aber nicht "böse" an sich. Gut, das mit dem zu schnell hätte der Lattek sich vielleicht besser verkniffen, immerhin hat Rudi Völler seit damals aus Aberglauben die Frisur nicht mehr gewechselt...

  • User
  • 23.02.2011 10:07:23 rumpler

    ach, sally,
    DU HAST NATÜRLICH WIE IMMER RECHT!

    wenn wir schon beim zitieren sind sind:

    SPIEGEL: Warum verklagen Sie Augenthaler nicht wegen Körperverletzung?

    VÖLLER: Ich kenne ihn zwar nicht gut, aber ich nehme ihm die Beteuerung ab, daß er mich nicht mit Absicht verletzt hat. Da bin ich halt gutgläubig.


    quelle: guttenspiegel 1985

    unsere tante käthe halt ...

  • User
  • 23.02.2011 10:11:11 gelsenkirchen

    der kann keinem (ausser waldi, netzer und delling) was böses!

  • User
  • 24.02.2011 12:49:27 Donaldo

    Is' doch scheißegal, so'n 20 Jahre altes Foul...die Dusel-Bayern mit (mal wieder) einem Tor in der Schlußminute, das kann einen aufregen...

  • User
  • 24.02.2011 18:57:41 giselher

    die Dusel-Bayern mit (mal wieder) einem Tor in der Schlußminute, das kann einen aufregen...

    Warum? Ein Spiel dauert neunzig Minuten (Herberger)

    (Quelle: Eigenes Gedächtnis)

  • User
  • 25.02.2011 09:10:54 Dschungelking

    Sind eben manche dafür, dass endlich neue eine neue Regel eingeführt wird, dass eine Manschaft in den letzten 3 Minuten kein Siegtor mehr schießen darf. Gibt so Leute. Verstehe ich auch nicht.

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