Die Geschichte der Fußballfans

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30.07.2010

Zum Jahrestag des Wembley-Tores

»Nicht im Tor! Kein Tor!«

Text: Alex Raack  Bild: Imago

30. Juli 1966, London. England empfängt Deutschland zum Finale um die Fußball-Weltmeisterschaft. Entschieden wird das Spiel durch das umstrittenste Tor des Jahrhunderts. Zum Jahrestag des »Wembley-Tores« blicken wir zurück.

Zum Jahrestag des Wembley-Tores - »Nicht im Tor! Kein Tor!«


Manche Fußballspiele verfolgen einen Menschen sein Leben lang. Bei Gottfried Dienst ist es Finale der Fußball-WM in England. Ein Spiel, dass durch eine der umstrittensten Entscheidungen der Sportgeschichte entschieden wurde. Es gibt schönere Dinge, mit denen ein Fußball-Schiedsrichter der Welt in Erinnerung bleiben möchte.



Am Mittelkreis des Londoner Wembley-Stadions begrüßt Gottfried Dienst am 30. Juli 1966 die Mannschaftskapitäne Bobby Moore und Uwe Seeler zur Platzwahl. Drei Männer schauen, die Hände in die Hüften gestemmt, einer Münze hinterher. Der Engländer Bobby Moore gewinnt. Gottfried Dienst, Abteilungsleiter des Basler Telefonamtes, pfeift das Finale der achten Fußball-Weltmeisterschaft zwischen Gastgeber England und Deutschland an.

Er kennt das besondere Gefühl

Dienst kennt das besondere Gefühl eines großen Endspiels. Fünf Jahre zuvor pfiff er das Finale im Europapokal der Landesmeister zwischen Barcelona und Benfica Lissabon. Der Schweizer war Zeuge des ersten Triumphes einer nicht-spanischen Mannschaft in diesem Wettbewerb. Benfica gewann mit 3:2.

Doch das hier – im Wembley-Stadion – ist etwas anderes. Das wird Dienst spätestens nach wenigen Minuten bewusst, als Deutschlands Torwart Hans Tilkowski im Luftduell brutal von Geoff Hurst angegangen wird. Tilkowski bleibt liegen, seine Hand krallt sich in den Rasen. Er ist ohnmächtig. Dienst lässt zunächst weiterspielen, dann pfeift er ab, geht zum deutschen Schlussmann und ruft: »Aufstehen, aufstehen.« Doch Tilkowski ist noch immer bewusstlos. Der deutsche Verteidiger Willi Schulz faucht den Schiedsrichter an »Sehen sie denn nicht, dass er blutet?« Das wird kein einfacher Job für Gottfried Dienst.

Halbzeit. Haller hat für Deutschland getroffen, England durch Hurst ausgeglichen. Alles sauber. Und trotzdem singen die 60.000 Engländer im Stadion: »Oh boy, what a referee!« Was ein Schiedsrichter. Über die oftmals theatralischen Gesten des kleinen Schweizers können die Briten nur lachen. Vor allem mit dem Britischsten aller Briten, Nobby Stiles, liefert sich Dienst aufregende nonverbale Gefechte. Später sagt Dienst: »Sein Temperament musste mit Temperament beantwortet werden!«

Rudi Michel ruft: »Goal! Goal!«

90. Minute. England führt mit 2:1, Peters hat nach 78 Minuten das Tor erzielt. 30 Meter vor dem Tor von Gordon Banks pfeift Dienst ein Foulspiel an Siggi Held ab. Es gibt Freistoß. Der deutsche TV-Kommentator Rudi Michel stöhnt: »Und so verrinnen Minuten und Sekunden.« Der Ball kommt zu Siggi Held, mit links zieht der blonde Deutsche mit der Rückennummer 10 ab, Englands Torwart Gordon Banks kann den scharf getretenen Ball nur abprallen lassen. Bobby Moore hebt den Arm und weiß nicht warum, Ray Wilson grätscht und kommt zu spät. Wolfgang Weber erreicht den Ball und schießt den Ausgleich in letzter Minute. Und Rudi Michel ruft: »Goal! Goal!« Dienst pfeift ab.


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Strenger Blick, loser Riemen – in wenigen Augenblicken beginnt das Finale der Fußball-WM 1966.


Fotostrecke

  • Strenger Blick, loser Riemen – in wenigen Augenblicken beginnt das Finale der Fußball-WM 1966.
  • Nettes Statement von der Merseyside.
  • Die zentralen Figuren der Finalteilnehmer schalten sich letztlich gegenseitig aus: Der junge Franz Beckenbauer und Englands Althauer Bobby Charlton (Nr. 9).
  • »Uwe stoppen, heißt Deutschland stoppen«, titeln die Zeitungen im Vorfeld. Mit Erfolg: Seeler (weißes Trikot) gelingt im Finale kein Tor.
  • Helmut Haller ist der beste Spieler in den Anfangsminuten. Beinahe folgerichtig: Das Führungstor der Deutschen in der 12. Minute schießt der gebürtige Augsburger.
  • Hans Tilkowski, Deutschlands Nummer 1 in Wembley.


Kommentare

  • User
  • 01.06.2010 20:10:00 netzer12

    Dieser Puma Spot nervt!!!!!

  • User
  • 01.06.2010 22:03:59 El Feinde

    1.
    netzer123,

    wie schon oft an dieser stelle: adblocker aktivieren!

    viel schlimmer: a. Raack!!!!:
    mit der überschrift annoncieren, daß G. Dienst gestorben sei, und zwar wie the hopper diese tage und damit einen nachruf an exponierter stelle ankündigen und dann im letzten abschnitt erzählen, daß "dienst heute vor zwölf jahren" gesorben sei, is so dünne und triste, daß ich gleich weinen und mir n eis holen muß, um diese letzte der vielen journalistischen farcen der letzten wochen hier auf der seite zu ertragen.

    gibts überhaupt noch n redakteur in der redaktion? vor zwei stunden hat löw beck gestrichen und hier gibts nix. vor drei tagen war schon seit nem halben tag klar, daß westermann verletzt ist und hier gabs noch ne collage, wie er lena m-l an die bluse grabschte. mann mann mann.
    ich versteh ja, daß ihr alle urlaub machen müsst, zwischen buli und wm, aber dann macht bitte hier einfach dicht und lasst nicht den alex schreiben was er will. danke,
    el

  • User
  • 02.06.2010 00:12:24 Donaldo

    Liebe Jungs und Mädels von der Redaktion, ihr lest das sicher nicht gerne, was zunehmend mehr User schreiben, nicht nur El.

    Hoffentlich, hoffentlich ist es euch nicht scheißegal, auch wenn ihr ggw den Eindruck erweckt...alleine schon dadurch, dass ihr euch zu fein seid, einmal einen Kommentar zu schreiben.

    So gut seid ihr nun auch wieder nicht, dass ihr euch das leisten könnt.

    Und hört mit diesen Scheiß-Werbeeinblendungen auf.

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