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26.04.2011

15 Dinge über Real gegen Barcelona

Mehr als ein Spiel

Text: Ron Ulrich  Bild: Imago

Barcelona gegen Real Madrid: Dieses Duell war in der Geschichte des spanischen Fußballs immer schon außergewöhnlich. Es ging um Schweineköpfe, das Militär und Flaschenwürfe. Wir blicken zurück.

15 Dinge über Real gegen Barcelona - Mehr als ein Spiel


1. England und Barca gegen Madrid

Im März 1961 standen sich im Achtelfinale des Europapokals der Landesmeister die beiden Granden gegenüber. Barcelona kam weiter, und der englische Schiedsrichter Reginald Leaf zog den Zorn der Madrilenen auf sich, weil er vier Real-Tore annullierte. Kurios: Bereits im Hinspiel hatte ein englischer Referee Barcelona einen zweifelhaften Elfmeter zugesprochen. Barcelona war somit das erste Team, das Real Madrid aus dem Europapokal warf.



2. Barca überlässt Real die Europa-Bühne

Während Real Madrid und Santiago Bernabeu die Einführung des Europapokals im Jahr 1955 forcierten, lehnte Barcelona ab. Die Belastung für die Spieler und die hohen Kosten wurden als Gründe für den Verzicht angeführt. Während also Barcelona daheim blieb, gewann Real Madrid 1956 in Paris erstmals den Landesmeister-Pokal.

3. Katalonien gegen Franco-Regime

Barcelona gegen Madrid – das war auch das Duell zwischen der »Nationalmannschaft Kataloniens« und dem Lieblingsklub des Franco-Regimes. Nachdem das kastilische Spanisch zur Amtssprache erhoben wurde, wurde das Areal des FC Barcelona eins der wenige Orte, an dem katalanisch gesprochen werden durfte. Bei Spielen des FC Barcelona bot sich also den Katalanen die einzige Möglichkeit, katalanische Gesänge anzustimmen. So projizierte sich der Widerstandsgedanke Kataloniens gegen das Regime auf die Spiele des FC Barcelona.

Der in Barcelona geborene Schriftsteller Manuel Vázquez Montalbán drückt es einmal so aus: »Franco war eingefleischter Madrid-Anhänger. Die spanischen Schiedsrichter wussten das. [...] Aber die objektiven und subjektiven Ungerechtigkeiten gegen den geliebten Klub haben nur zur Festigung des Antifranquismus in Katalonien beigetragen.«

4. Der Transferstreit um Alfredo di Stéfano

Bis heute herrscht in Barcelona auch die Meinung vor, dass das Regime nicht nur auf unzählige Schiedsrichterentscheidungen Einfluss genommen hat, sondern auch auf den Transferstreit um Alfredo di Stefano im Jahr 1953. Dieser hatte bereits mehrere Freundschaftsspiele für den FC Barcelona absolviert, da startete Real die Bemühungen um den Angreifer. Nach langem Hick-Hack verzichtete Barca, und di Stefano führte daraufhin die Madrilenen zur Weltspitze. Mitten im Wettstreit der beiden Clubs unterbreitete der Verband gar den skurrilen Vorschlag, di Stefano abwechselnd für beide Vereine spielen zu lassen.

5. Keine Ecken von Figo

Die Absurdität dieses Gedankens verdeutlicht sich vor allem bei einem Blick auf die Geschehnisse rund um diejenigen Spieler, die zwischen beiden Vereinen wechselten. Beim ersten Aufeinandertreffen mit Barca nach seinem Wechsel zu Real musste sich Luis Figo aufgrund des »lautesten Pfeifkonzerts der Fußballgeschichte des Landes« (Spiegel) die Ohren zuhalten. Real entschloss sich in dieser Partie, dass Figo im Camp Nou keine Eckbälle ausführen solle.

6. Der Schweinekopf

Zwei Jahre später durfte Figo wieder Ecken schießen und provozierte prompt durch eine betont langatmige Ausführung des Eckballs. Die Antwort der Barca-Fans ist bekannt: Faules Obst und der Kopf eines Spanferkels flogen in Richtung des als »Judas« titulierten Portugiesen. Das Spiel wurde für zehn Minuten unterbrochen, die Partie endete 0:0. Doch der Schweinekopf bleibt im Gedächtnis vieler Fußballfans das Sinnbild für die Rivalität zwischen beiden Vereinen.

7. »Standing Ovations« für den Gegner

Dass Fans einem Spieler des Gegners im »El Clásico« etwas anderes als abgrundtiefe Abneigung entgegen bringen, war und ist eigentlich schwer vorstellbar. Umso erstaunlicher war es, als sich im November 2005 die Zuschauer auf den Tribünen des Bernabeu-Stadions von ihren Sitzen erhoben, um Barcelonas Ronaldinho mit »Standing Ovations« zu huldigen. Der Brasilianer hatte beim 3:0-Auswärtssieg der Katalanen brillant gespielt und zwei Tore geschossen. Doch dass Fans des großen Rivalen sich zu so einer Anerkennung durchrangen, war dann doch bemerkenswert.

8. Historische 1:11-Niederlage

Ganz anders empfingen Reals Zuschauer die Spieler des FC Barcelona am 13. Juni 1943. Vor dem Spiel wurden Trillerpfeifen verteilt, und Barcelonas Torhüter Luis Miró musste Wurfgeschosse fürchten. In der Halbzeitpause weigerten sich Barcas Spieler, wieder das Feld zu betreten. Als Uniformierte sie dann doch zum Weiterspielen zwangen, verloren sie das Spiel mit 1:11. Dieses Skandalmatch wurde zur Geburtsstunde des »El Clásico«, da sich an diesem Tag die politische Komponente der sportlichen Rivalität manifestierte.


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Kommentare

  • User
  • 18.04.2011 17:24:11 Croccofixio

    Hallo,
    tolle Zusammenstellung! Allerdings (wenn ich das richtig verstehe) ist Punkt 11 falsch, oder?

    11. Feier an der Stätte des Rivalen

    Von einer Ehrenrunde im Stadion von Madrid träumt Barcelona auch in diesem Jahr. Austragungsort des Champions League-Finals ist das Bernabeu-Stadion in Madrid. Somit hat der FC Barcelona nicht nur die Chance, als erste Mannschaft den Champions League-Pokal zu verteidigen, sondern auch den Triumph in der Spielstätte des großen Rivalen zu feiern.


    Das Finale ist doch in Wembley, oder? Das Finale war letztes Jahr in Madrid...? Oder gings ums letztes Jahr??

    Gruß Sebastian

  • User
  • 18.04.2011 20:41:16 penalty

    yep, der beitrag is vom letzten jahr. zum anlaß nicht korrigiert.

  • User
  • 27.04.2011 17:02:14 Linker Libero

    Um solche Missverständnisse zu verhindern, rede ich hier ständig davon, dass in der Kopfzeile des Artikels nicht das heutige Datum steht, sondern das Datum, an dem der Artikel erstmals veröffentlich wurde. Bislang habe ich ich noch keine Antwort darauf gefunden oer erhalten, was dagegen spricht...

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