Andy Cole über Bayern-Manchester
»United ist besser«
Interview: Ron Ulrich Bild: Imago
Andy Cole spielte sechs Jahre für Manchester United, erzielte in 195 Spielen 93 Tore und war auch beim CL-Sieg gegen die Bayern dabei. Wir trafen den Mann mit dem eingebauten Torriecher im altehrwürdigen Old Trafford.
Andy Cole, Manchester United hat im Topspiel gegen Chelsea verloren. Welche Auswirkungen kann das auf das CL-Spiel gegen die Bayern haben?
Das wird für das Spiel am Mittwoch keine Rolle spielen. Gegen die Bayern wird es ein ganz anderes Match, da wird Manchester anders auftreten.
Was ist gegen Chelsea falsch gelaufen?
Chelsea hat das clever gemacht, sie haben sehr gut gespielt. Auch wenn man sagen muss, dass das zweite Tor von Chelsea klares Abseits war. Das kann ich nicht verstehen, der Linienrichter hatte doch eine gute Sicht auf das Geschehen!
Berbatov wirkte, als fehle ihm die Bindung zur Mannschaft. Ist Rooney einfach unersetzbar?
Fehler passieren auf dem Fußballplatz. Jeder, der selbst gespielt hat, weiß das. Genau diese Diskussion ist in meinen Augen lächerlich. Dass Berbatov den einen oder anderen Ball nicht erreicht hat, sollte man ihm nicht anlasten. Wenn er Mittwoch plötzlich einen Hattrick schießt, jubeln ihm wieder alle zu.
Sie waren selbst erfolgreicher ManUnited-Stürmer. Ist es nicht schwer, gerade als Stürmer jetzt den Ersatz für Rooney spielen zu müssen?
Berbatov ist ein fantastischer Spieler, ich halte sehr viel von ihm. Seine Qualitäten hat er in der Premier League und auch bei euch in Deutschland in Leverkusen unter Beweis gestellt. Jetzt schießen sich viele auf ihn ein. Aber wie gesagt: das kann sich sehr schnell wieder ändern.
Das Hinspiel gegen die Münchner ist 1:2 ausgegangen. Wie muss Manchester im Rückspiel agieren?
In München war es sehr schwierig für United. Aber am Mittwoch ist es ein Heimspiel, da tritt die Mannschaft besser auf. Wenn sie sich auf ihre Stärken besinnen, können sie die Bayern schlagen. Sie haben alle Qualitäten, das Ruder herum zu reißen, das haben sie im Verlauf der Saison gezeigt.
Wie schätzen Sie die Bayern ein?
Ich habe sie im Hinspiel das erste Mal in dieser Saison gesehen, da sind sie sehr gut aufgetreten. Aber ich schätze Manchester eben stärker ein. Zudem haben sie das Rückspiel zu Hause, das kann ein Vorteil sein. Sie sind einfach besser.
Sie waren 1999 beim legendären Endspiel in Barcelona dabei. Glauben Sie, dass die Erinnerungen an dieses Spiel ein psychologischer Faktor für das Rückspiel sein können?
Nein, das Spiel liegt elf Jahre zurück. Niemand wird es im Kopf haben, wenn er den Platz betritt. Dafür ist es zu lange her. Was zählt, ist die Gegenwart.





