Die Geschichte der Fußballfans

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03.10.2011

Christoph Ruf über Fußball im Osten

»Nicht rechts, nicht links«

Interview: Alex Raack  Bild: Imago

Journalist Christoph Ruf bereiste für sein Buch »Ist doch ein geiler Verein« einst ganz Fußball-Deutschland. Insbesondere den Osten, dessen unzählige Geschichten noch längst nicht alle erzählt sind. Ein Gespräch über unsympathische Wessis, rechte Gewalt und die Stasi.

Christoph Ruf über Fußball im Osten - »Nicht rechts, nicht links«


Christoph Ruf, für Ihr Buch »Ist doch ein geiler Verein«, haben Sie intensiv den Fußball-Osten bereist. Können Sie Gründe dafür nennen, warum es den ehemaligen DDR-Oberligavereinen sportlich so dreckig geht?

Was leider der Hauptgrund für den Niedergang des Ost-Fußballs ist, ist das Strukturelle. Das gleiche Problem ist in der Politik erkennbar: Die fünf neuen Bundesländer haben einfach eine geringere Wirtschaftskraft. Und sicherlich wurden direkt nach dem Fall der Mauer schwerwiegende Fehler gemacht, von denen sich manche Teams bis heute nicht erholt haben. Es gibt allein mehrere Bücher, die sich nur mit dem Versagen nach der Wende bei Dynamo Dresden befassen. Stichwort Rolf-Jürgen Otto, der sich selbst in die Tasche gewirtschaftet hat. Die ersten Wessis, die damals in den Osten gegangen sind, waren nun mal nicht die sympathischsten Menschen, sondern dubiose Geschäftemacher, die in ihrer Heimat völlig zu Recht einen beschissenen Ruf hatten. Die haben die marktwirtschaftliche Unbeflecktheit der Leute gnadenlos ausgenutzt.



In Ihrem Buch geht es häufig um das Thema Rassismus, Gewalt und rechte Tendenz unter den Fans. Ist das auch ein Grund für die Misere im Osten oder einfach eine Folge der dauerhaften Erfolglosigkeit?

Weder noch. Weil man das ja auch so pauschal nicht sagen kann. Bei Union Berlin gibt es sicherlich auch Rechte, aber die bestimmen da nicht den Mainstream. In Jena wirst du gar keine finden. Man muss da unterscheiden. Ich habe den Eindruck, dass generell in den neuen Bundesländern Jugendkulturen ausdifferenzierter sind, auch politisch. In Dresden oder Leipzig, wo du eine relativ starke rechte Szene hast, gibt es jeweils auch eine große linke Gruppe. Dresden ist nicht rechts und nicht links. Dresden ist gelb-schwarz. Der Rechtsextremismus ist für mich auch nicht der Grund für die wirtschaftliche Misere. Als Journalist muss man sich da auch an die eigene Nase fassen, da wurde in den letzten Jahren der Eindruck erweckt, als gäbe es im Osten nur Nazis unter den Fußball-Fans. Vielleicht muss auch mal nach Wuppertal oder Mannheim fahren, wo mir Kollegen erzählt haben, dass da ganz ähnliche Verhältnisse herrschen.

Anderes Thema: Sollten ehemalige Fußballprofis, die im Osten ausgebildet wurden und im Westen Karriere machten, nicht jetzt der alten Heimat unter die Arme greifen?

Das ist natürlich ein sehr idealistischer Ansatz. Es gibt keinen Fußballer, der nicht für besseres Geld den Verein verlässt und einige sind auch ehrlich genug das zuzugeben. Nur Fans sind ihrem Verein wirklich treu. Du kannst also einem Matthias Sammer nicht verübeln, dass er nach dem Mauerfall zum VfB Stuttgart gewechselt ist. Na klar kann man sich fragen, ob ein Hans Meyer, der finanziell längst ausgesorgt hat, nicht zurück nach Jena geht, um dort seine Hilfe anzubieten. Aber kann man ihm das vorwerfen? Ich würde vermutlich genau so handeln, wie er.

Wir haben ehemalige Spieler angesprochen. Wie ein schwerer Brocken wirkt die Stasi-Vergangenheit von einigen Akteuren vor dem Fall der Mauer. Ist die teilweise nicht verarbeitete Vergangenheit ein Grund für die Blockade im Ost-Fußball?

Ich will das nicht herab werten: Wer Dinge, die in der Mannschaftskabine – einem geschützten Privatbereich – besprochen worden, an Dritte ausgeplaudert hat, hat absolut falsch gehandelt, so etwas könnte ich auch persönlich nicht verzeihen. In den letzten Jahren sind eine Menge prominenter Fußballer mit ihrer Stasi-Vergangenheit konfrontiert worden…

…zum Beispiel Hans Meyer, der Jörg Berger bespitzelt haben soll.

Aber Hanns Leske nennt in seinem Buch („Erich Mielke, die Stasi und das runde Leder.“, d. Red.) auch nur einen Fall, in dem Meyer schlecht über jemand anderen geredet hat, nämlich, als er Berger unterstellt, er könne Verbindungen zur Schwulen-Szene haben. Sonst saß er mit den Stasi-Leuten zehn Minuten in einem Raum und hat denen belanglose Sachen gesagt. So lautet jedenfalls seine Version, die er mir erzählt hat.

Und Ulf Kirsten, IM »Knut Krüger«?

Der hatte zwar nicht das Rückgrat den Stasi-Leuten zu sagen ´Ihr könnt mich mal´ – was andere beachtlicherweise getan haben – er hat aber, so viel ich weiß, nie jemanden ans Messer geliefert. Natürlich gibt es dann den Typus Fußballer, die der Stasi alles erzählt haben. Thorsten Gütschow etwa.

Idealismus steckt hinter den Vereins-Neugründungen, beispielweise »BSG Chemie« oder »Roter Stern« in Leipzig. Wie bewerten Sie diese Entwicklung?

Ein bisschen hat das was von Volksfront von Judäa gegen Judäische Volksfront. Von den paar tausend Fans, die zu Sachsen Leipzig gehen, geht ein harter Kern nun nur noch zur BSG Chemie. Für die Vereine sollte das ein Alarmzeichen sein, denn sie verlieren ganz offensichtlich einen Teil ihrer Fans. Die Entwicklung vom Roten Stern ist großartig, ungeheuer sympathische Jungs, die ehrenamtlich eine tolle Sache auf die Beine gestellt haben.

Haben sich Ost und West inzwischen aneinander gewöhnt?

Das Verhältnis ist auf jeden Fall besser geworden. Ich habe jahrelang in Baden-Württemberg gelebt. Wenn du da auf der Autobahn nach Sachsen fährst, sind die Straßen voll von Autos mit Dynamo-Dresden-Aufklebern. Weil hunderte, tausende Exilsachsen zu den Spielen fahren. Das durchmischt sich natürlich. Der Fanbeauftragte von Dynamo sagt in meinem Buch, dass es sehr häufig vorkommt, dass Dresden-Fans Anhänger aus dem Ruhrgebiet mitnehmen und andersherum genau das gleiche. Gegenbeispiel: ich war beim Spiele Jena gegen Wuppertal, da stiegen Wuppertaler Ultras aus dem Bus und schrien »Baut die Mauer auf!« Der Fanbeauftragte aus Jena hat mir leicht augenzwinkernd gesagt, dass sie das seit Jahren nicht mehr gehört hätten.

3 Ecken, ein Elfer@11Freunde



Ergänzung zu Heft#96 11/2009

Die große Freiheit Wende und Fußball






Kommentare

  • User
  • 04.11.2009 16:23:43 AbteilungAttacke

    Durch die Interviews bzgl. des Ost-West-Themas lernt man ja doch eine ganze Menge. Meyers Stasi-Vergangenheit war mir bis dato unbekannt. Was aber bedenklich ist, sind Rufs Relativierungsversuche, so nach dem Motto "War doch alles nicht so schlimm" und "einmal ist keinmal". Man muss nicht Hubertus Knabe sein, um da mit der Stirn zu runzeln.

  • User
  • 04.11.2009 16:54:58 Schwatte

    Die ersten zwei sowie die letzten Fragen und Antworten wären eigentlich genau die richtige Lektüre für das Äffchen. Ganz besonders dieser Teil:

    Ich habe den Eindruck, dass generell in den neuen Bundesländern Jugendkulturen ausdifferenzierter sind, auch politisch. In Dresden oder Leipzig, wo du eine relativ starke rechte Szene hast, gibt es jeweils auch eine große linke Gruppe. Dresden ist nicht rechts und nicht links. Dresden ist gelb-schwarz.

    Aber es wäre mit Sicherheit immer noch verbohrt genug, das nicht zu verstehen zu können/wollen.

  • User
  • 04.11.2009 22:45:09 raoulflemming

    was ist dein problem, du ossi? sauer, weil union und chemie nicht erwähnt werden? sind sicher "die da oben" oder die stasi dran schuld...
    by the way: .

  • User
  • 05.11.2009 07:17:18 Schwatte

    Laß ma gut sein, der Chemiker hat das nicht ernst gemeint

  • User
  • 05.11.2009 11:31:18 Schdielie

    Die ersten zwei sowie die letzten Fragen und Antworten wären eigentlich genau die richtige Lektüre für das Äffchen.

    ...wenn er beim lesen nicht wieder einschläft... ;)

    Ganz besonders dieser Teil:

    Ich habe den Eindruck, dass generell in den neuen Bundesländern Jugendkulturen ausdifferenzierter sind, auch politisch. In Dresden oder Leipzig, wo du eine relativ starke rechte Szene hast, gibt es jeweils auch eine große linke Gruppe. Dresden ist nicht rechts und nicht links. Dresden ist gelb-schwarz.


    dem kann ich als dresdner bürger nur voll und ganz zustimmen! genau so ist es.

    ich find das wiederum ein gutes interview. und es bestätigt an vielen stellen die aussagen vom schwatten und mir in anderen freds.

    AbteilungAttacke: Was aber bedenklich ist, sind Rufs Relativierungsversuche, so nach dem Motto "War doch alles nicht so schlimm" und "einmal ist keinmal".

    vllt. sollte man da doch das buch lesen, um genauere einblicke zu erhalten. die stasi war nun wirklich alles andere als ein kindergartenverein und die genauen hintergründe etc., warum der eine oder andere eben von denen eingespannt wurde und dies zuließ/zulassen mußte, waren eben total verschieden.

  • User
  • 06.11.2009 10:44:47 AbteilungAttacke

    Jesses, will hier nicht das nächste Fass aufmachen, der Schwatte lauert schon wieder so^^.

    Also, es geht mir nicht darum, konkret Hans Meyer anzugreifen. Dafür kenne ich den Sachverhalt nicht. Es geht mir mehr, wie es so schön heisst, "ums Prinzip":

    Ich will das nicht herab werten: Wer Dinge, die in der Mannschaftskabine – einem geschützten Privatbereich – besprochen worden, an Dritte ausgeplaudert hat, hat absolut falsch gehandelt, so etwas könnte ich auch persönlich nicht verzeihen...... Aber Hanns Leske nennt in seinem Buch („Erich Mielke, die Stasi und das runde Leder.“, d. Red.) auch nur einen Fall, in dem Meyer schlecht über jemand anderen geredet hat, nämlich, als er Berger unterstellt, er könne Verbindungen zur Schwulen-Szene haben. Sonst saß er mit den Stasi-Leuten zehn Minuten in einem Raum und hat denen belanglose Sachen gesagt. So lautet jedenfalls seine Version, die er mir erzählt hat.

    Um diese Stellen geht es... zwei Dinge:
    1. Allgemein ist die Glaubwürdigkeit schon sehr in Frage gestellt, wenn man der Version folgt, die ein "Verdächtiger" selbst zum Tathergang erzählt. Zudem man trefflich darüber streiten kann, was "harmlose Dinge" denn so sind.
    2. Der Autor selbst sagt, er könne - auch persönlich - die Weitergabe von Informationen nicht verzeihen. In dem von Leske erwähnte Fall spricht der Interviewte mit den Worten "[in] auch nur eine[m] Fall". Vorher beginnt er die Antwort mit "Ich will das nicht abwerten". Das "aber", wenn auch nicht ausgesprochen, schwebt da doch in deer Luft". Wenn das keine Relativierungsfloskeln sind, was denn dann ?
    3. Wenn jemand mit Stasileuten 10 Minuten in einem Raum sitzt und plaudert, und sei es "belangloses Zeug", kann man schon stuzig werden, da daraus durchaus eine Kooperationsbereitschaft abzuleiten ist. Andere Fussballer aus der DDR, die die Stasi versucht hat, anzuheuern, sprechen jedenfalls von einem anderen Ambiente.

    Das alles sind zumindest für mich Gründe, die Stirn in Falten zu legen.

  • User
  • 06.11.2009 11:06:18 Schwatte

    anschleichen... anschleichen... anschleichen...

    *BUH!!!*

    Och nö, AbteilungAttacke, das überlaß ich mal dem Schdielie ;-)

  • User
  • 06.11.2009 14:01:59 Schdielie

    neinnein, das faß lassen wir mal schön zu. bin ja froh, wenns zu derlei themen auch mal ne friedliche konversation gibt. ;)
    nur mal so am rande: hast du den film "das leben der anderen" schonmal gesehn? wenn nicht, dann solltest du das mal tun. ich glaube nämlich, daß der großteil der leute, die nicht in der ddr lebten, ein teilweise völlig falsches bild von der stasi haben. der film wird das zwar nicht vollends übernehmen können, aber anhand deiner fragen denke ich, daß er dir evtl. "helfen" könnte.

    Um diese Stellen geht es... zwei Dinge:

    is dann doch eins mehr geworden, was? ^^

    1. Allgemein ist die Glaubwürdigkeit schon sehr in Frage gestellt, wenn man der Version folgt, die ein "Verdächtiger" selbst zum Tathergang erzählt. Zudem man trefflich darüber streiten kann, was "harmlose Dinge" denn so sind.

    nun, das kann man so sehen, wenn man will. aber wenn er nunmal der einzige ist, der faktisch was zu dem "tathergang" sagen kann... unter "harmlosen dingen" verstehe ich sachen, die die eh schon wußten bzw. sich zusammenreimen konnten. jedenfalls nix außergewöhnliches bzw. verwertbares für die stasi.

    2. Der Autor selbst sagt, er könne - auch persönlich - die Weitergabe von Informationen nicht verzeihen. In dem von Leske erwähnte Fall spricht der Interviewte mit den Worten "[in] auch nur eine[m] Fall". Vorher beginnt er die Antwort mit "Ich will das nicht abwerten". Das "aber", wenn auch nicht ausgesprochen, schwebt da doch in deer Luft". Wenn das keine Relativierungsfloskeln sind, was denn dann ?

    na ich denke, daß er das schon selber relativiert, weil es ihn ja nicht betroffen hat. von daher äußert er seine eigene meinung, wie er das sähe, hätte es ihn betroffen.

    3. Wenn jemand mit Stasileuten 10 Minuten in einem Raum sitzt und plaudert, und sei es "belangloses Zeug", kann man schon stuzig werden, da daraus durchaus eine Kooperationsbereitschaft abzuleiten ist. Andere Fussballer aus der DDR, die die Stasi versucht hat, anzuheuern, sprechen jedenfalls von einem anderen Ambiente.

    nochmal: die stasi hat jeden versucht, für sich einzuspannen. und man hatte eigentlich unr eine chance, das ohne folgen abzulehnen, wenn man sich NIE was zu schulden hatte kommen lassen. selbst dann wurde evtl. von fall zu fall versucht, trotzdem druck aufzubauen. da wurde ab nem gewissen punkt nicht mehr nach schema f vorgegangen.
    und wenn eben einer erstmal die IM-tätigkeit annahm, mußte er ja auch nen vertrag unterzeichnen, wo eben dann auch festgehalten wurde, daß er infos liefern MUSSTE. so blieb dann nur noch die möglichkeit, irgend nen kram zu erzählen, bis man aus der befragung entlassen wurde, wenn man keine bestrafungen in kauf nehmen wollte.

    wie gesagt, schau mal o.g. film.

  • User
  • 07.11.2009 17:50:20 AbteilungAttacke

    1. Den Film habe ich gesehen. Zuerst dachte ich, so ein Kitsch, bis ich zugegebenermaßen die Fakten hinter dem Film in Erfahrung gebracht habe. Aaaaaber... (ja das musste kommen^^)

    2. Der Film zeigte eine aussergewöhnliche Geschichte, der in vielen Fällen die Ausnahme von der Regel darstellt. Man nehme nur den von Ulrich dargestellten Hauptmann.

    3. Um es konkret zu sagen: Ich gehöre zu jener Partei, die er Aufarbeitung des DDR-Unrechtsstaates sehr kritisch gegenüber stehen. Auch habe ich schon Hohenschönhausen besucht und Hubterus Knabe nicht aus Spaß an der Freud erwähnt.
    Für meinen Geschmack gibt es viel zuviele, erschreckende Beispiele mangelnder Aufarbeitung der eigenen Vergangenheit. Die Gemeinsamkeiten, die sich in der (nicht vorhandenen) Rezeption von NS und DDR Unrecht auftun, schlagen einem ins Gesicht. Das fängt schon mit der Semantik an. Und Raack stellt geradezu m.E. ein Musterbeispiel von Verharmlosung dar. Wenn er Kommunikationsprozesse, wie kumpelhaftes Beisammensein, relativiert, gerade als nicht Betroffener sondern als "objektiver" Wissenschaftler (sic!) wirkt das in meinen Augen umso verheerender.

    Damit kein falsches Bild aufkommt. Er sollte in fragwürdigen Fällen wie Meyer keine Verdammung aussprechen. Er sollte aber auch nicht so tun als ob a) nichts gewesen ist und b) wenn was gewesen ist, wars nicht so schlimm. Was er dann tun sollte ? c) sagen, dass wir zu wenig ausreichende Informationen haben, um ein entgültiges Urteil zu fällen und daher im Ungewissen sind. Sätze wie "ich will nicht... aber" und "auch nur einen Fall genannt" sind bereits Ausdrucksweisen, die eine Verteidigung bemühen würde.
    Ein wenig Stirnrunzeln wird da wohl erlaubt sein.

  • User
  • 08.11.2009 13:15:24 Bergkamp83

    Ja und nu?Wenn dich jemand aushorcht übe einen anderen Trainer, und du dann sagst "Ich glaub der ist schwul.", dann würde das doch unter "Sarkasmus" (und Meyer hat nun diesen oft genug bewiesen) fallen.ich glaube einfach, dass der Meyer hans den MfS gesagt hat was er gerade dachte. Ihm nun eine Stasi-Vergangenheit anzzudichten finde ich recht abenteuerlich.

    Besonders Fälle, in denen hohe Fußball-Funtionnäre später in den DFB übernommen wurden sollte man viel mehr unter die Lupe nehmen..

  • User
  • 08.11.2009 14:14:05 AbteilungAttacke

    @ Berkamp

    Es geht mir, nochmals, nicht um Meyer selbst. Meine Kritik ist vielmehr sprachwissenschaftlicher Natur in Bezug auf Raacks Formulierungen.
    Aber um auf deine Aussage einzugehen: Wenn die Staatsmacht einen "befragt" aka verhört ist Sarkasmus nicht der zu empfehlende Tonfall. Im Fall der Agierenden des MfS war das sicher nicht anders. (Fast) jedem DDR-Bürger war das auch klar oder hätte es zumindest sein sollen, wie seine Aussagen wirken konnten. "Sarkasmus" ist also eine schwache, ja, schwachsinnige Ausrede.

    Anderfalls ist so eine Person fahrlässig, grausam, dumm oder "alle drrei zusammen".

    Dies gilt umso mehr für Sportfunktionäre, bei denen sich bisweilen hier der Eindruck verdichtet, als ob die Stasi jeden mal zur Seite genommen hätte (auch spannend, ob dies nicht eine sehr selektive Darstellung ist).
    Im Übrigen ist es wurscht was sie heute machen, die Aufarbeitung sollte alle gleichermaßen treffen.

  • User
  • 08.11.2009 15:37:27 Bergkamp83

    Aber ob ich jemand als "schwul" oder "opositionelles Element" bzw. "ausreisewillig" bezeichne ist dooch ein großer Unterschied.
    Angenommen dich würde in dieser Situation der MfS befragen (du weisst Berger ist eher gegen das Sytem und könnte eine Flucht wohl wagen...). Du hast Familie und möchtest in der DDR Karriere machen, würdest du das, was du vielleicht weisst/ oder im Gefühl hast sagen?Wenn nein, dann würdest du wie Meyer handeln und einen absurden Verdacht äußern, damit die Stasi befriedigtst, und Berger keinen Schaden nimmt. Right?
    Und nun weg von Meyer oder Berger...

  • User
  • 09.11.2009 00:04:03 AbteilungAttacke

    So, ersma Korrektur, Rufs Formulierungen sind fragwürdig, nicht Raacks...

    Also Berg, erst das Fass auf- und dann wiederzumachen wollen NACHDEM du dein finales Statement abgegeben hast, ist ja auch nicht die feine englische - aber seis drum, des Jahrestages wegen^^

    Ansonsten zum Thema Aufarbeitung Allgemein ist dem zuzustimmen, was Leander Haußmann bei Anne Will von sich gegeben hat (der zusammenhängende, nicht wirre Teil)

  • User
  • 09.11.2009 10:26:30 Schwatte

    Hab die Sendung nicht gesehen, was waren denn seine Hauptaussagen?

  • User
  • 09.11.2009 11:42:00 Schwatte

    Ich glaube das paßt auch in diesen Thread (nein, ich finde Dynamo Dresdens Verhalten nicht in Ordnung)

  • User
  • 10.11.2009 10:42:08 AbteilungAttacke

    Haußmann sagte in Bezug auf Stasivergangenheiten, dass es Vergebung zweifelsfrei sehr wichtig sei. Ehrlichkeit sei aber dafür eine wichtige Voraussetzung.
    Ebenso wichtig sei aber auch, dass diejenigen, die durch Beteiligung an den Verbrechen der Stasi Leid über ihre Mitbürger brachten, zur Rechenschaft gezogen werden müssten.

  • User
  • 10.11.2009 11:49:32 Schwatte

    Das ist zweifelsohne richtig, da gebe ich dir vollkommen recht.

    Haußmann sagte in Bezug auf Stasivergangenheiten, dass es Vergebung zweifelsfrei sehr wichtig sei. Ehrlichkeit sei aber dafür eine wichtige Voraussetzung.

    Eine solche Person kenne ich und bin sehr gut mit ihr befreundet.

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