Die größten Transfers von Real Madrid
Ein Königreich für uns
Text: Maike Schulz und Alex Raack Bild: Imago
Im neuen 11FREUNDE-Heft analysieren wie die Märchenwelt von Real Madrid. Hier als Vorgeschmack eine Übersicht der schillerndsten Transfers der Klubgeschichte – von di Stefano über Beckham bis hin zu C. Ronaldo.
Alfredo di Stéfano / ca. 350.000 Euro
Der Argentinier, zwischenzeitliche Kolumbianer und schließlich Spanier, unterschrieb 1953 für jeweils vier Jahre bei FC Barcelona – und bei Real Madrid. Santiago Bernabeu und Pepe Samitier wollten allerdings beide nicht ihren Goldfang aus Südamerika loslassen und entschieden, dass di Stéfano abwechselnd eine Saison für Barcelona und eine Saison für Real spielen sollte. Los ging es bei Real, Bernabeu ließ di Stéfano jedoch so schlecht auf dem Platz aussehen, dass Samitier die Lust an seinem vermeintlichen Glücksgriff verlor und ihn Madrid überließ. Ein großer Fehler, denn fortan führte Alfredo die Stéfano die Königlichen zu acht Meisterschaften und fünf Titeln im Europapokal der Landesmeister. Di Stéfanos Transfer vertiefte anschließend die leidenschaftlich geführte Rivalität der beiden Vereine.
Ferenc Puskas / -
Die großartige Karriere von Ferenc Puskas schien spätestens 1956 schon vorbei, bevor sie überhaupt erst richtig angefangen hatte. Bis zur WM 1954 hatte der geniale Stürmer einige Privilegien genossen, durfte unter anderem wertvolle Uhren über die Landesgrenzen schmuggeln, die Staatsmacht drückte beide Augen zu. Nach der Finalniederlage gegen Deutschland verlor selbst Puskas seine der Prominenz geschuldeten Vorteile, nach dem Volksaufstand 1956 nutzte er eine Gelegenheit zur Flucht nach Wien. Die fußballerische Karriere schien vorbei, bis sich Real Madrid und Santiago Bernabeu meldeten und den Exil-Ungarn nach Spanien lockten. Eine durchaus gewinnbringende Idee: an der Seite von Alfredo di Stefano schoss Puskas unglaubliche 155 Tore in 179 Spielen und avancierte zu einem der besten Fußballer aller Zeiten.
Paul Breitner / unbekannt
Auch Paul Breitner spielte drei Jahre für die Königlichen, einer seiner Teamkollegen war Günther Netzer. Aufsehen erregte in diesem Fall nicht der Wechsel zu Real Madrid, sondern sein Abschied von »Königlichen«. Breitner wurde zweimal spanischer Meister aber seine Frau plagte das Heimweh, und so sah er sich nach einem neuen Verein in Deutschland um. Geld regierte auch schon in den Siebzigern die Welt und so wechselte Paul Breitner 1977 zu Eintracht Braunschweig, wo Günter Mast dank seines Jägermeister-Imperiums 1,6 Millionen Mark Ablöse für Breitner locker machen konnte. Kein anderer deutscher Verein war bereit diese Summe für einen Spieler zu bezahlen.
Bernd Schuster / unbekannt
Der Transfer von Bernd Schuster zu Real Madrid war schon deshalb ungewöhnlich, da der »blonde Engel« zuvor acht Jahre lang beim großen Konkurrenten FC Barcelona die Knochen hingehalten hatte. Der Deutsche und seine knüppelharte Managerin und Ehegattin Gaby war das Schnurz, der Wechsel vollzogen. Das wurde Schuster zwar übel genommen, doch blieben die Anfeindungen im Vergleich zu diversen Wurfattacken auf andere wechselwillige Superstars (siehe unten) relativ harmlos.
Davor Suker / 11 Millionen Euro
Der Kroate ballerte sich erst fröhlich fünf Jahre lang beim FC Sevilla durch die spanische Liga (76 Tore in 153 Spielen), ehe er bei der Europameisterschaft in England zum Superstar avancierte. Unvergessen sein Tor im Viertelfinale gegen Deutschland, als er dem später zum Welttorhüter ausgezeichneten Andreas Köpke mit einer feinen Körpertäuschung den Ball vor den Füßen wegstreichelte und so zum zwischenzeitlichen 1:1 traf. Das Sprungbrett EM 96 katapultierte Suker schließlich für knapp 11 Millionen Euro zu Real Madrid, angeblich hatten sich auch Bayern München und Werder Bremen um den Kroaten mit den feinen Füßchen bemüht, waren bei der geforderten Ablösesumme aber in die Knie gegangen. Für Madrid traf Suker in 86 Spielen 38-mal das Tor, 1999 wurde schließlich für 5,4 Millionen Euro zum FC Arsenal transferiert.
Ergänzung zu Heft #94 09/2009
Das große Thomas Schaaf-Interview






