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12.06.2011

Die jüdische Vergangenheit des FC Bayern

Landauers Liebe

Text: Ronny Blaschke  Bild: FC Bayern

Unter Präsident Kurt Landauer wurde der FC Bayern am 12. Juni 1932 zum ersten Mal Deutscher Meister. Trotzdem ist der Sohn einer jüdischen Kaufmannsfamilie aus den Geschichtsbüchern des Vereins nahezu verbannt. Wir erinnern an ihn.

Die jüdische Vergangenheit des FC Bayern - Landauers Liebe


Uri Siegel kann Szenen, die vor Jahrzehnten abgelaufen sind, beschreiben, als wären sie gestern gewesen. Er hat mit Onkel Kurt in der Schule nie geprahlt, aber stolz auf ihn war er schon. »Er war ein stattlicher Mann, sehr populär«, sagt Siegel, Jahrgang 1922, und streicht mit der flachen Hand über einen Ordner mit vergilbten Fotos. Onkel Kurt ist seit bald fünfzig Jahren tot, und erst jetzt wächst das Interesse an ihm. »Er war in Vergessenheit geraten«, sagt Siegel. »Dabei hat der Münchner Fußball ihm viel zu verdanken.« Vielleicht würde es den FC Bayern und seine Rekorde ohne den Juden Kurt Landauer heute gar nicht geben.



Fast zwanzig Jahre, mit Unterbrechungen, ist Landauer Präsident des FC Bayern gewesen. Er hatte im Ersten Weltkrieg für das Deutsche Reich gekämpft, formte den Klub zu einer anerkannten Adresse. Unter seiner Führung wurde der FC Bayern 1932 zum ersten Mal Deutscher Fußballmeister. Tausende huldigten Landauer, dem akkurat gekleideten Sohn einer jüdischen Kaufmannsfamilie, er hätte nicht für möglich gehalten, dass der Jubel schnell wieder verhallen würde.

Schon Monate später wurde ein Cousin seines Schwagers von den Nazis durch die Straßen getrieben. Dem Anwalt waren die Hosenbeine abgeschnitten worden, er musste ein Schild tragen, die Botschaft: »Ich bin Jude und will mich nicht gegen die Polizei beschweren.« Landauer trat 1933 als Präsident des FC Bayern zurück. Am 10. November 1938, einen Tag nach der Pogromnacht, wurde Landauer in das Konzentrationslager Dachau verschleppt, vier Wochen war er in Baracke Nummer acht inhaftiert.

Ignoranz, Unwissenheit oder Kalkül

An jenem Ort soll an diesem Dienstagabend auch der 125. Geburtstag Landauers begangen werden. Uri Siegel, sein letzter lebender Angehöriger, Anwalt in dritter Generation, wird vor den Gästen sprechen, auch Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge will kommen. Dachau symbolisiert die traurigste Zeit im Leben Landauers – zugleich aber auch eine seiner größten Errungenschaften.

Landauer entkam dem Lager, flüchtete in die Schweiz, doch vier seiner Geschwister wurden von den Nazis ermordet. Trotz der Tragödien kehrte er 1947 zurück nach München. Er bewarb sich bei den amerikanischen Besatzern um die Lizenz, den FC Bayern wieder aufbauen zu dürfen. »Darum hatten sich viele bemüht«, sagt Siegel. »Aber sie wurden rausgeworfen, mein Onkel war glaubwürdiger.« Landauer ebnete den Weg für erfolgreiche Jahrzehnte. Das Fundament für den Rekordmeister.

Als Legende wird Landauer beim FC Bayern nicht betrachtet. Wer auf der Internetseite des Vereins in der Suchfunktion den Namen des Managers Hoeneß eingibt, erhält 1646 Einträge, Klubchef Rummenigge fördert 1286 Vermerke zu Tage. Bei Landauer ist es kein einziger. »Die Bayern glauben, dass ihre Geschichte mit Franz Beckenbauer und den Erfolgen in den Siebzigern beginnt«, sagt Siegel. Landauer starb 1961, die Klubzeitung begründete seine Abwesenheit zwischen 1933 und 1947 mit »politischen Gründen«. Über dem Nachruf stand ein Kruzifix, von jüdischen Wurzeln ist keine Rede.


weiterlesen [1] [2]



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Kommentare

  • User
  • 28.07.2009 18:17:37 timzen

    Für mich ist Kurt Landauer nicht zu vergleichen mit Franz Beckenbauer und Konsorten vom Legenden Faktor.
    Habe mir vor ca. 3 Jahren in Berlin eine Ausstellung "Juden im deutschen Fußball" angesehen und war unglaublich beeindruckt von Landauer.

  • User
  • 28.07.2009 20:20:01 Lefteris13

    Schöner und wichtiger Artikel. Einzig bleibe ich ob der Aussage skeptisch, dass die Bayern ihn nicht würdigen, weil sie sich dem arabischen Markt anbiedern wollen? Das scheint mir weit hergeholt.

  • User
  • 29.07.2009 02:08:22 european

    hmm, hab gestern erst mit meinem vater über den fc bayern und seine jüdischen mitglieder gesprochen und der wuste genauso wie auch ich schon vor diesem artikel gut bescheid über kurt landauer.
    ich glaub nicht, daß die bayern was "vertuschen" wollen, aber vielleicht könnten sie mehr tun um ihre geschichte zu pflegen.

  • User
  • 29.07.2009 02:22:19 El Buitre

    Muss man die Funktionäre großer Konzerne und Vereine wirklich immer mit ökonomischen Lockmitteln aus der Reserve locken? Armselig wäre das.

  • User
  • 29.07.2009 18:22:28 Andreas Blenke

    Die Landauer-Vita geht doch schon seit ein paar Jahren durch die Blätter und das weltweite Gewebe.

    Weil aber die Seiten der Vereine zumeist erstaunlich einsilbig werden, sobald es um die Geschichte zwischen 1933 und 1945 geht, freue ich mich trotzdem immer wieder, wenn ich sie lese.

    Vielleicht kann man ja die begnadeten Macher der »11 Freunde« animieren, ein paar neue Geschichten auszugraben oder gar eine Serie zu starten.

    Mich würden natürlich zuerst und besonders die Geschicke von Borussia Mönchengladbach unterm Hakenkreuz interessieren; und ich denke mal den anderen geht's mit ihrem Club ebenso.

    Bitte also freundlichst, dies als Aufruf zu verstehen.

  • User
  • 29.07.2009 21:54:20 MarcRamone

    Vor längerer Zeit hatte ich schon einmal darüber gelesen, dass der fc bayern gegen die Nazis widerstand leistete. Dieser Artikel bestätigt das erneut. Ich finde es gehört zu den stolzesten Leistungen des Vereins.

    Etwas mehr darüber fänd auch ich interessant und finde es kann in 11freunde ruhig als Serie gestartet werden. Eine Seite pro Verein sollte reichen. Prima Idee.

    Wenn der fc bayern aber nur aus wirtschaftlichen Gründen demnächst Publikationen und Archivöffnungen tätigt, würde ich das auch äußerst schade finden. Es muss nicht alles nur dem Geld wegen stattfinden. Manch eine Sache sollte man auch aus Überzeugung machen und Aufklärung der Vereinshistorie gehört dazu, egal ob es eine gute oder schlechte Historie ist.

  • User
  • 30.07.2009 08:31:56 Lefteris13

    In dem Zusammenhang empfehle ich das Konkurrenzblatt aus Österreich, was mir die Redaktion verzeihen wird: Der Ballesterer hat seit jeher in jeder Ausgabe die Rubrik "Fußball unter dem Hakenkreuz" beleuchtet aber natürlich eher Begebenheiten aus dem alpenländischen Kick. Aber die Anregung kann man wirklich aufschappen. Gut kopieren.

  • User
  • 30.07.2009 14:13:28 1903

    ein kleiner verweis auf die sm wäre auch nicht schlecht gewesen - immerhin ging deren kurt-landauer-turnier dieses jahr schon in die vierte runde!
    aber das ist der 11freunde-redaktion wohl zu viel subkultur *g*

    btw: wenn ich auf der 11 freunde nach "landauer" suche, bekomme ich auch KEINE suchergebnisse, gebe ich rummenigge ein, sind es gefühlte 50 artikel oder mehr LOL!!!

  • User
  • 12.04.2010 20:46:13 rseifert

    Vor allem die Ultraszene der Bayern macht auf sich aufmerksam.

    Der Kurt Landauer Pokal wird bereits zum 5. mal gespielt und von der Schickeria ausgetragen.

    Bayern könnte sich ruhig etwas mehr in dieser Richtung engagieren, zumal das eher positive Resonanzen hervorrufen würde.

    Im Gegensatz zu 1860 München, die heute noch mit ihrer rechten Szene zu kämpfen haben.
    Beiträge dazu zu im Internet werden von Vereinsseite boykottiert.

  • User
  • 12.04.2010 23:19:19 Shinook

    Vor längerer Zeit hatte ich schon einmal darüber gelesen, dass der fc bayern gegen die Nazis widerstand leistete.

    Inwiefern?

    Bayern könnte sich ruhig etwas mehr in dieser Richtung engagieren, zumal das eher positive Resonanzen hervorrufen würde.


    Ach ja? Ich glaube eher, auch wenn jetzt auf Füße getreten wird, dass es da durchaus einige gewichtige Gegenstimmen geben wird. Vielleicht nicht direkt in Bayern, aber vielen Bayernfans aus meiner ehemaligen (nur örtlich gemeinten) Umgebung traue ich da durchaus eine andere, meiner Ansicht nach extrem unsympathische, Denke zu.

  • User
  • 13.04.2010 16:40:49 siroj

    Ein gutes halbbiographisches Buch zu dem Thema "Judentum und Fussball" ist "Der Mann der den Fußball nach Deutschland brachte". Der Hauptakteur Walther Bensemann ("jüdischer Gründer des KICKER", dessen Rechtsnachfolger auch heute noch am Kiosk erhältlich sein soll) trifft dort auch auf Herrn Landauer.

    Wenn ich mich recht erinnere, war Juden die Mitgliedschaft im Tunerbund verwehrt und daher sind viele auf den unbekannten und diesbezüglich nicht reglementierten Fußballsport ausgewichen.

  • User
  • 13.04.2010 20:24:51 MarcRamone

    Hier ist so ein Artikel der darauf eingeht, dass die Nazis den fc bayern nicht so leicht unterwandern konnten. Gegen Kriegsende sah es da bei zahlreichen anderen Vereinen ganz anders aus. Ich muss sagen, das ist ein Punkt in der Historie vom fcb, den ich wirklich bemerkens- und lobenswert finde.

    Der Artikel:

    br online - FC Bayern München: Schwere Zeiten für den "Judenclub"

  • User
  • 13.04.2010 20:34:08 Shinook

    Ein in der Tat äußerst interessanter Artikel! Vielen Dank!

  • User
  • 13.04.2010 23:02:02 GTEvo

    hat was von Karl Ranseier ist tot....

    Iss abba fürn Bayern Fan ein äußerst aufschlussreicher Bericht, ich kannte den Guten Mann noch nicht.
    Werry Intresting!

    Die Vita vom Neudecker und Schwan würd ich hier auch noch gerne beleuchtet sehen!

  • User
  • 14.06.2011 10:19:39 Capocannoniere

    »Sportfunktionäre weigern sich, den Marketingwert der Geschichte anzuerkennen"

    Das muß man sich mal auf der Zunge zergehen lassen ! "Marketingwert der Geschichte". Kein Kabarettist kann sowas erfinden.

  • User
  • 14.06.2011 14:47:30 shark_rs

    Die "Suchfunktion" der Internetseite des FCB beherrscht der Herr Blaschke aber nicht wirklich. Ich finde mehrere Hinweise auf Landauer sowie seine jüdischen Glauben und seiner Inhaftierung in Dachau.

  • User
  • 14.06.2011 14:48:19 gelsenkirchen

    im prinzip ist es doch prima dass solche teile der geschichte nicht genutzt werden um sich selber zu schmücken. das ist keine hübsche brosche die man sich anheftet, kein "ticket auf die korrekte seite".

    was möchte man mit einer "vermarktung" diesen dunkelsten teils der deutschen geschichte sagen? dass am holocaust andere schuld waren nur man selber nicht? will man widerstand mit 70 jahren verspätung leisten obwohl man selber weiss dass man wahrscheinlich vor 70 jahren nicht die eier in der hose gehabt hätte dies wirklich zu tun?
    respekt an alle vereine, die aus ihren vereinsarchiven eine menge dreck und scheiss hieven und ihre vergangenheit aufarbeiten, aber eine geschichte aufzuarbeiten von der bekannt ist, dass sie ohnehin positiv behaftet ist dient im endeffekt nur der erlangung moralischer hoheit und unantastbarkeit. deswegen ist es komplett richtig dass der fc bayern diese geschichte eben nicht per lautsprecher propagiert, denn sie ist nicht unbekannt.

  • User
  • 14.06.2011 14:55:51 AntiMöller

    Völlig richtig, gelse! Du tippst mir aus der Seele. Die Geschichte Landauers (die selbst mir ja erst seit kurzem bekannt ist) taugt nicht als Instrumentalisierung für das Vereinsimage. Dafür ist sie zu wertvoll.

  • User
  • 15.06.2011 16:47:12 Yvy

    Der Widerstand bestand wahrscheinlich darin, die Mitglieder und jüdischen Spieler lange, lange zu schützen.

    Der FCB stößt nicht jeden mit der Nase drauf, könnte das aber und sogar stolz darauf sein.

    1860 ist damals schon linientreu gewesen, lange bevor es überhaupt nötig war. Leider hat die jeweilige Vereinsführung -wechselt ja im Schnitt vierteljährlich- offensichtlich ein großes Problem damit, sich daran zu erinnern bzw. es öffentlich einzugestehen. Es kotzt mich an.

    Ob bei uns wesentlich mehr Rechte im Stadion sind als bei den Bayern, weiß ich nicht. Ein paar gibts auf jeden Fall, leider. Wobei konservativer bayerischer Dorfbewohner und Rechter sehr schwer auseinanderzuhalten sind (deswegen wohne ich auch in Hessen).

  • User
  • 15.06.2011 18:21:39 MarcRamone

    im prinzip ist es doch prima dass solche teile der geschichte nicht genutzt werden um sich selber zu schmücken.

    Eigentlich kann ich da nur zustimmen.

    Andererseits denke ich ist es eine gute Sache es eben doch etwas deutlicher zu zeigen, denn so bezieht man Stellung und kann von Rechtsradikalen nicht mehr "instrumentalisiert" werden.
    Wenn die einmal sehen, der Verein bezieht ganz klar Position, dann können die sich dem auch nicht mehr einfach so anhängen und dann noch für sich nutzen.
    Dies wegfallen zu lassen würde aus wirtschaftlicher Sicht, böse gesagt und gedacht, nur die Tore aufreißen für mehr "Kundschaft" und niemanden mehr ausschließen, auch nicht Leute mit derart menschenfeindlicher Gesinnung oder Intoleranz.

    Unangenehme Sache, nicht einfach.

  • User
  • 15.06.2011 20:11:38 gelsenkirchen

    um position zu beziehen muss ich allerdings keine widerstands-vergangenheit haben, das geht auch mit einer absolut linientreuen.

    im gegenteil, das hochhalten solcher geschichte macht es einen bequem, man brauche ja nicht noch weiteres engagement zu zeigen, das haben ja schon die jungs vor 70 jahren. eben das von mir genannte "ticket auf die richtige seite".

  • User
  • 15.06.2011 21:27:50 mehmetwirdankendir

    @shinook
    Wir hatten eigentlich noch nie ein großes Fascho-Problem in der Kurve. Wir hatten einen "Fanclub" namens Isarsturm bei dem sich aber in den 90ern durchaus auch der ein- oder andere BomberjackenSpringerstiefelträger eingenistet hat.
    Offiziell wird dies von den meisten Ehemaligen bestritten, da viele von denen brave Familienväter geworden sind, oder das politische Lager komplett gewechselt haben.
    Zumals sich unsere jetzige Szene ja auch über das Zurschaustellen von "Linkssein" definiert. Oder was die meisten der Kameraden dafür halten. Auf jeden Fall 10x lieber so als anders herum.
    Diesen Satz habe ich (im Zustand geistiger Umnachtung aber leider trotzdem) sowohl verwendet als auch gehört:
    "Wenn du n Fascho bist, dann geh doch zu den Drecksblauen"
    Aber es stimmt mindestens tlw., die Löwen hatten bis vor 3-4 Jahren wirklich ein großes Problem. Bei Mitgliedern der Cosa Nostra wurde seitens der Kameradschaft Süd, gerne auch vom 2.Vorsitzenden Martin Wiese stark gewildert. Die Kleidung hat sich vom klassischen Ultra-Outfit (als welches die Cosa Nostra bis dato gegründet wurde) zum typischen Skinhead-Stil verändert:
    raspelkurze Haare, rechte Parolen, Harringtonjacken und Nazisymbolik waren Pflicht. Und genau in dieser Zeit kommt mein großer Vorwurf: Warum wurde dagegen seitens des Vereins NICHTS getan? Der erste Päsident der sich dem ganzen Pack authentisch, entschieden und vor allem rechtzeitig in den Weg stellt ist Schneider. Und nun auf einmal die Cosa Nostra...
    Dazu ein interessanter Artikel.

  • User
  • 16.06.2011 12:20:07 Cantona 7

    deswegen ist es komplett richtig dass der fc bayern diese geschichte eben nicht per lautsprecher propagiert, denn sie ist nicht unbekannt.

    @ gelsenkirchen

    muss ich dir auf der einen seite recht geben, trotzdem glaube ich das der verein auch ganz froh drüber is, das solche leute wie landauer und co nicht öfter erwähnt werden. Denn seien wir doch ma ehrlich in den medien und bei vielen bayern fans sind es doch die herren hoeness und beckenbauer, die für den fcb stehen und ihn verkörpern. Würden diese herren so einfach ihren gottstatus aufgeben, wenn die breite öffentlichkeit plötzlich was von einem mann hört der insgesamt 18 jahre präsident des fcb war und man dabei zusätzlich die hintergründe und fakten betrachtet!?!?!

    muss man sich jetzt dafür auf die finger hauen, wenn man sich für die geschichte seines vereins intressiert??

    auch wenn es jetzt wieder heißt ich gehe damit hausieren und bla, bla, bla....fakt ist, für einige fcb fans gibt es halt im verein persönlichkeiten die nicht unbedingt hoeness und co heißen, auf die man aber trotzdem stolz ist und gerne an sie erinnert! ob jetzt spieler, präsidenten, trainer.....ich glaube daran ist nichts auszusetzen!

  • User
  • 16.06.2011 13:39:55 schlechterverlierer

    im prinzip ist es doch prima dass solche teile der geschichte nicht genutzt werden um sich selber zu schmücken. das ist keine hübsche brosche die man sich anheftet, kein "ticket auf die korrekte seite".

    was möchte man mit einer "vermarktung" diesen dunkelsten teils der deutschen geschichte sagen? dass am holocaust andere schuld waren nur man selber nicht? will man widerstand mit 70 jahren verspätung leisten obwohl man selber weiss dass man wahrscheinlich vor 70 jahren nicht die eier in der hose gehabt hätte dies wirklich zu tun?
    respekt an alle vereine, die aus ihren vereinsarchiven eine menge dreck und scheiss hieven und ihre vergangenheit aufarbeiten, aber eine geschichte aufzuarbeiten von der bekannt ist, dass sie ohnehin positiv behaftet ist dient im endeffekt nur der erlangung moralischer hoheit und unantastbarkeit. deswegen ist es komplett richtig dass der fc bayern diese geschichte eben nicht per lautsprecher propagiert, denn sie ist nicht unbekannt.



    Besser kann man es nicht sagen. Sauber.

  • User
  • 18.06.2011 16:56:23 mehmetwirdankendir

    Es geht doch nicht darum, sich selbst zu glorifizieren.
    Es geht darum einen ehrenwerten Mann in Erinnerung zur rufen.
    Das ist ganz klar die Aufgabe des Vereins. Leider ist die Sckickeria der einzige Fanclub der sich der Sache angenommen hat. Den Löwen würde eine gewisse Selbstreflexion ebenfalls guttun. Das ewige Ausgeblende dieser 12 Jahre ist schändlich.
    Aber dem momentanen Präsidium traue ich in der Richtung sogar einiges zu, wenn die großen Baustellen ehoben sind, wonach es die nächsten Jahre ja sogar auschaut.

  • User
  • 18.06.2011 19:33:04 AntiMöller

    Heute 16:56:23 von mehmetwirdankendir
    Es geht doch nicht darum, sich selbst zu glorifizieren.


    Yepp!

    Es geht darum einen ehrenwerten Mann in Erinnerung zur rufen.

    Naja, gut gemeint. Klar, Du hast Recht: Es geht um eine Haltung.

    Das ist ganz klar die Aufgabe des Vereins.

    Sehe ich nicht so. Landauer steht für eine Zeit, mit der sich einfach "die Gesellschaft" auseinander setzten muss. Sowas steht definitv ÜBER "dem Club".
    Was Landauer passiert ist, hätte in jedem anderen Verein dieser Zeit vorfallen können/ist vorgefallen. Klar haben die Bayern relativ schön reagiert, aber das hätten andere Vereine mit den richtigen Menschen sicher auch.
    Grundsätzlich: wie kann man denn solche Vorkommnisse zu Gunsten seines Clubs ausschachten wollen? Sowas taugt nicht als Schulterklopfpolster....und schon gar nicht das Anschmücken, 60 Jahre später.

    Okay, Du denkst wohl an diese Verpflichtung der Erinnerung blablabla und...sicher, Du hast da Recht.

  • User
  • 18.06.2011 20:07:39 mehmetwirdankendir

    @Ant
    Die Geschichte war der Kameradschaft aber mehr als ein Grund die Südkurve nicht aufzusuchen.
    Vielleicht wollte man sich auch nicht das Vorbild Ajax nehmen.
    Dort empfinden Teile des Verbands die Israelflaggen als Provokation die lediglich eine Gegenprovokation auslöst.
    Vielleicht wollte man derartigen Auswüchsen erst Recht keine Plattfort bieten. Grade in der 90ern als das rechte Gedankengut in den Kurven noch fest verankert, und grade in und um den Derbys genug Zündstoff vorhanden war.

    Sehe ich nicht so. Landauer steht für eine Zeit, mit der sich einfach "die Gesellschaft" auseinander setzten muss.

    Der Zentralrat der Juden ist viel zu sehr mit sich und den Israelkritikern beschäftigt. Da bleibt für positives wenig Zeit.

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