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22.07.2009

Michael Kölmel über RB Leipzig

»Extrem erfolgsorientiert«

Interview: Sebastian Pittelkow und Dominik Schottner  Bild: Imago

Michael Kölmel ist Filmrechtehändler und Betreiber des Leipziger Zentralstadions. Dort soll RB Leipzig, der von einem Brausehersteller übernommene Verein, einziehen. Wir sprachen mit Kölmel über Chancen und Risiken.

Michael Kölmel über RB Leipzig - »Extrem erfolgsorientiert«


Herr Kölmel, der Einstieg von Red Bull in den in den Leipziger und damit in den deutschen Fußball  sorgt für viel Furore. Wie sehen Sie die Übernahme die Übernahme des SSV Makranstädt durch den neuen Großinvestor?

Ich freue mich auf Red Bull. Es wird noch eine neue Farbe im Leipziger Vereinsfußball geben. Aktuelle Umfragen zeigen, das Hoffenheim der zweitbeliebteste Bundesligist der abgelaufenen Saison ist. Daran sieht man, auch ein Verein mit einem großen Investor kann dahin kommen. Zwar kann man sich, wenn man mit etwas mehr Geld spielt, den Erfolg nicht kaufen, aber für Leipzig steigen die Chancen.



Wie geht es für das Zentralstadion weiter?

Ich hab vor der WM den Ausbau und die Renovierung des Stadions übernommen. Mit dem Leipziger Fußball ging es seither nicht bergauf. Nun hat Red Bull einen Mietvertrag abgeschlossen, und dazu gehört ein Vertrag über die Namensrechte bis zum Jahr 2030. Ob das Stadion nun »RB-Arena« heißen wird oder anders, dass muss nun Red Bull entscheiden.

Wann spielt RB Leipzig im Zentralstadion?

Auch das entscheidet Red Bull. Es hängt natürlich von der Zuschauerzahl ab. Wenn der Verein nach der kommenden Saison in die Regionalliga aufsteigt, dann wird es überlegenswert, dort Spiele auszutragen. Richtig Sinn macht dies aber erst ab etwa 5000 Zuschauern. Davon kann man ab der Zugehörigkeit zu Dritten Bundesliga ausgehen.

Sie sind Kenner der regionalen Fußballszene, haben beispielsweise in Dynamo Dresden viel Geld investiert. Befürchten Sie nicht, ein Engagement von RB Leipzig würde den sächsischen Fußball um Jahrzehnte in seiner nachhaltigen Entwicklung zurückwerfen?


Nein, das Gegenteil ist der Fall. Mit Red Bull kommt jemand in die Region, der ein professioneller Sportförderer ist. Dies wird positiv ausstrahlen. Zum Beispiel will Red Bull ein unheimlich gutes Jugendzentrum hier aufbauen. Talente könnten auf diese Weise endlich in der Region gehalten werden, dies war vorher nicht der Fall. Es wird aber nicht nur sportlich einen Sog-Effekt geben, auch wirtschaftlich wird es Sponsoren nach sich ziehen.

Sie sagen, RB Leipzig könnte in acht Jahren in der Ersten Bundesliga spielen. Ihren Wünschen zufolge: Wie stellen Sie sich die langfristige Zukunft des Vereins vor?

Erfolg kann man nicht kaufen, aber acht Jahre halte ich für eine realistische Zeit, um in der ersten Liga anzukommen. Red Bull ist ein extrem erfolgsorientiertes Unternehmen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich das Unternehmen in Zukunft mit der Ersten und Zweiten Bundesliga zufrieden gibt. Und irgendwann soll RB Leipzig sicherlich auch einmal europäisch spielen, die Stadt Leipzig hat allemal das Potential dazu. Jetzt geht es aber erstmal darum, die Tagesaufgaben in der fünften Liga zu machen.  

Leipzig beherbergt schon über Jahrzehnte hinweg eine explosive Fanmischung. Was bedeutet der neue Verein für die Anhänger von Lok Leipzig und Sachsen Leipzig?

Am Ende werden auch deren Vereine von RB Leipzig profitieren. Gute Spieler werden in der Gegend bleiben. Das gesamte Niveau des Leipziger Fußballs wird sicherlich steigen. Wo das gut funktioniert hat: In München. Dort spielt neben Bayern, 1860 und Unterhaching.

RB-Leipzig hat die Männermannschaft des SSV Makranstädt übernommen. Zum Spielbetrieb in der fünften Liga fehlt nun noch eine Nachwuchsabteilung. Das Nachwuchszentrum des gerade insolvent gegangen Sachsen Leipzig bietet sich da doch förmlich an.

So ist es. Die Nachwuchsmannschaften war für Sachsen Leipzig noch nie finanzierbar. Dies habe ich über Jahre hinweg übernommen. Durch die Insolvenz ist mein Engagement beendet. Sowohl die Stadt Leipzig als auch der Verein Sachsen Leipzig sind sicherlich froh, wenn Sie jemanden gefunden haben, der sie finanziert.  


»Ein rotes Tuch«: Im neuen 11FREUNDE-Bundesliga-Sonderheft beleuchten wir alle Hintergründe des Einstiegs von Red Bull in den Leipziger Fußball. Ab 23. Juli überall im Handel!



Ergänzung zu Heft #93 Sonderheft 2009/10

Ab 23.07. am Kiosk






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Kommentare

  • User
  • 22.07.2009 11:57:26 der lenny

    Ich kotz gleich.

  • User
  • 22.07.2009 12:10:39 Estadio Insular

    Wenn ein Verein von der Lust und Laune eines vermeintlich großen Retters abhängig wird, ist das immer so eine Sache. Ich kann mich noch recht gut daran erinnern, als Herr Kölmel sich vor gut 10 Jahren mit viel Tamtam bei Rot-Weiß Essen engagierte. Und was ist draus geworden? Wie steht der Traditionsverein von der Hafenstraße seit geraumer Zeit da? Man muss Zeitgenossen wie Michael Kölmel nicht unbedingt mögen. Ich mag ihn jedenfalls nicht.

  • User
  • 22.07.2009 12:33:31 unionchemiker

    früher hätte ich hier wahrscheinlich mit fäkalsprache um mich geworfen. oder so.

    heute kann ich nicht mal mehr mit dem kopf schütteln, wie unreflektiert und angepasst ihr euch wie leuten und themen um kölmel und red bull an den hals schmeißt...

    diesem arsch hier überhaupt noch ne spalte plattform zu geben ist unter aller sau!

  • User
  • 22.07.2009 12:49:06 noorange

    Ach, diese Leistungsträger sind nicht unterzukriegen.

  • User
  • 22.07.2009 12:51:42 einrudithömmes

    Sehe ich anders, uschi...

    Wenn man diesen Ärschen keine Plattform gäbe, wäre doch gar nicht sichtbar, wieviel es an Klopapier brauchen würde, um die ganze Scheisse abzuwischen.

  • User
  • 22.07.2009 12:58:27 Hotte80

    Ich denke mal, uschi kritisiert eher, und das völlig zu recht, das dieses Interview im seichten Kerner-Stil gehalten wurde.

  • User
  • 22.07.2009 13:10:38 GTEvo

    Heute 11:57:26 der lenny

    Ich kotz gleich.

    -----------------------------------------

    Ich auch gleich.
    Aber nur weil ich schon im zweiten Satz aufgehört habe zu lesen.
    Diese typische heuchlerische Pseudo-Schleichwerbung Phobie sobald man über Weltmarktführer schreibt .

    Jede Sau weiss dass wir hier über Mateschitz' Milliarden Imperium Redbull reden, aber die beiden Heinis reden "stockschwul" von einem Brausehersteller!
    Sowas Scheinheiliges gibts nur in Deutschland

    Sportsfreunde Pittelkow & Schottner...
    Für mich seid Ihr die Beiden Holzköpfe der Woche !

    GlückAuf
    Holger

  • User
  • 22.07.2009 22:37:14 Ripuli

    "Aber nur weil ich schon im zweiten Satz aufgehört habe zu lesen."

    Schade. Zwei Sätze später fällt nämlich schon der Name "Red Bull".

  • User
  • 22.07.2009 23:16:35 Andreas Blenke

    Wieder einer, der an die Wand gehört, wenn die Revolution endlich kommt...

  • User
  • 22.07.2009 23:44:29 Zumas_Rache

    Wo das gut funktioniert hat: In München. Dort spielt neben Bayern, 1860 und Unterhaching.

    scusi, senorita, aber so einen Murks hab ich ewig nicht gehört. Hat 1860 Bayern in den Sog gezogen oder Bayern 1860? Der ganze Fußball im Pott basiert quasi auf dieser Sogwirkung, den der SpVgg Sülz 07 angefacht hat!?

    Power to the Bauer, es ist echt unglaublich...

  • User
  • 23.07.2009 18:57:38 GTEvo

    Heute 18:25:16 von madcynic

    Kolumne von Köster bei Eurosport

    .................................................. ..............

    Schönes Beispiel wie heuchlerisch das Geschäft mit dem Fußball geworden ist^^

    Noch geiler isss der Kösters aber selber...
    Da regt er sich über Guerilla Marketing Machenschaften eines Großsponsors mit egoistischen Wirtschaftsintressen auf..spielt mit den Emotionen des regionalen Fußballfan und weisst auf fehlende Identifikation in der Sache, und er selbst frönt seine Phishing-Nebentätigkeit bei der "Konkurrenz"aus haargenau denselben Motiven, um sein Produkt(11Freunde) einer überregionalen Zielgruppe schmackhaft zu machen.

    Selten so gelacht.

    Sollte mich nicht wundern wenn Ihm sein Getränkelieferant jede Woche 5 Paletten von dieser "Brause" gratis in den Keller schleppt..^^

    Sachen gibts
    Holger

  • User
  • 25.07.2009 19:25:12 Veltinsbauch Eufi

    Bei 11 Freunde hat man sich doch auch darüber beschwert, dass Gazprom Schalke - Sponsor wurde. Ganz böses Unternehmen mit vielen kriminellen Machenschaften.

    So weit, so gut...

    Aber warum wird der Bundesliga - Spielplan in einer Ausgabe später gerade eben von diesem "kriminellen" Unternehmen gesponsert ?

    11 Freunde ist ja auch gegen Pay - TV und die Auswirkungen des Pay - TV auf den Fußball...

    Warum wollte 11 Freunde dann ein eigenes Magazin bei Premiere ausstrahlen lassen, wenn das Pay - TV so böse ist ? Eine Folge gab es ja letztendlich nur... Ich glaube vor irgendeinem CL - Finale...

    Ist alles heuchlerisch, braucht man nicht drüber zu reden.

  • User
  • 29.07.2009 22:59:02 MarcRamone

    RB Leipzig
    FC Red Bull Salzburg
    Red Bull New York

    Wohin soll das führen? Fußball-Fußball-Franchising?

    Logo 1 und
    Logo 2 und
    Link

    Logo bleibt, einfach nur den Stadtnamen tauschen... fertig ist das Corporate Design.

    Phew, da wird einem wirklich übel!

    Come on you corporates, take away the football from the people!

  • User
  • 29.07.2009 22:59:55 MarcRamone

    PRO . EDITIR . MODUS !

  • User
  • 30.07.2009 10:41:56 pollo

    zum Heuchlerischen:

    sehe ich ein wenig anders. Erstens unterliegt die 11Freunde genau der gleichen Logik des Marktes wie jedes andere Unternehmen und jeder Mensch. 11Freunde muss sich nunmal verkaufen, ansonsten wird der Laden dichtgemacht. Das dafür Wege gesucht werden ist zumindest legitim und alles andere wäre reiner 'Selbstmord'. Immer mit der Moralkeule rumzuschwingen mag ja für einen persönlich sehr befriedigend sein, dennoch ändert das nichts an den Zwängen den jeder unterliegt und nach denen jeder handeln muss, will er/sie ein zumindest ansatzweise 'gesichertes' Leben führen.

    Zweitens ist ein Auftritt im Fernsehen, bei gleichzeitiger Kritik daran, kein Widerspruch an sich. Über die Medien, besonders über das Fernsehen (als die Informationsqelle Nr.1 zusammen mit dem Internet) lässt sich nunmal eine große Menge an Menschen erreichen. Ich habe jetzt die Sendung auf Premiere nicht gesehen und weiß auch nicht worum es darin ging. Wenn aber dadurch Menschen erreicht werden, die dann mal zur 11Freunde greifen und sich Gedanken machen ist das doch schon ein Erfolg. Konsequenterweise dürfte jeder Fan sich auch keine Fanartikel mehr kaufen, nicht mehr ins Stadion gehen oder sogar auf die Internetseite des Lieblingsverein gehen. Denn die Fans sind eben auch ein Teil der Kommerzialisierung des Fußballs, zu der sie, wenn auch ungewollt oder unbewusst, beitragen. So ist die bspw. Stimmung, die von ihnen ausgeht, ein entscheidender Punkt bei der Vermarktung von (Heim-)Spielen. Wenns einem zu bunt wird mit dem Kommerz im 'eigenen' Verein kann man ja einen Neuen gründen, wie etwa in Manchester geschehen. Dann geht das Dilemma aber wieder von vorne los...

    Ich will hier jetzt nicht 11Freunde einen Freifahrtschein ausstellen, aber die Redaktion unterliegt genau wie du und ich den oben beschriebenen Bedingungen. Die Frage wie die Bedingungen und Strukturen geändert werden können, steht auf einem anderen Blatt.

  • User
  • 30.07.2009 14:52:52 El Buitre

    Es gibt andere Sponsoren, die auch Geld zahlen, andere Sender, die solch eine Sendung ausstrahlen würden, andere Plattformen, die man zur Akquise nutzen könnte. Diese Wahlfreiheit bleibt bei allen Zwängen doch bestehen und sollte man dennoch gerade das (aus eigener Sichtweise) faule Obst ausm Korb ziehen, werden viel kritische Artikel im Nachhinein zur Farce.
    Um nicht zu heucheln bleibt da nur eins, die Kritik daran in Zukunft weg lassen. Und wollen das die Leser?

  • User
  • 30.07.2009 23:26:39 Bratsche

    Wer andere Ansichten zum Thema wissen will: Das erste Fußballfanradio Deutschlands berichtet am 31. Juli 2009 vom ersten Auslauf der »Bullen« im Internet: Rasenballsport Leipzig muss gegen Blau-Weiß Leipzig im sächsischen Landespokal ran (ab 18.30 Uhr).

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