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Zur Traditionslosigkeit der Ostvereine

Die Retortenschlacht

Text: Mathias Ehlers  Bild: Imago

Ein Brausegigant will in Leipzig einen neuen Spitzenklub aus dem Boden stampfen. Darüber rümpfen viele Traditionalisten die Nase. Doch was ist schon Tradition? Fast alle Vereine im Osten kommen aus der Retorte. Ein Rückblick.

Zur Traditionslosigkeit der Ostvereine - Die Retortenschlacht


Ja, ich gebe es zu: Ich bin Fan eines Retortenvereins. Seit mehr als zwei Dekaden. Eine bewusste Entscheidung war dies nicht – sieben Jahre war ich an diesem Sommertag im Jahre 1987 erst alt, als ich meinen Großvater  zu diesem einzigen Erstligaverein meiner Heimat begleiten durfte.

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Dieser Retortenklub, der fortan mein Verein werden sollte, gewann dieses dramatische Spiel – das allererste, dem ich live beiwohnte – mit 3:2. Natürlich war ich begeistert. Ich ging wieder und wieder hin, wurde alt genug, um auch Auswärtsspiele zu besuchen, opferte mein Taschengeld und meine Wochenenden für diesen, meinen Retortenverein.

Ich begann, mich in die Vereinshistorie einzulesen und musste feststellen, dass mein Verein aus einem ganz anderen Ort stammt, vom anderen Ende dieses seltsamen Landes, das es inzwischen nicht mehr gab. Ausgerechnet aus dem Erzgebirge, aus Sachsen! Sommer für Sommer fielen diese Sachsen über unsere Ostseeküste her, unterhielten sich in einer Sprache, die mir fremd war und machten sich kaum Freunde. Ausgerechnet von dort sollte mein Verein, der kleinste gemeinsame Nenner Mecklenburgs, stammen?

Ja, der FC Hansa Rostock stammt aus Lauter, einem erzgebirgischen Kaff mit einer fünfstelligen Vorwahl. Auf Initiative von Karl Mewis, einem einflussreichen Politiker aus der Frühphase der DDR, wurde beschlossen, einen ganzen Verein zu transplantieren, um die Einwohner Rostocks zu bespaßen. Es wurde nicht irgendein Verein erwählt, sondern gleich ein Spitzenteam. Als der Umzug vollzogen wurde, mitten in der Saison 1954/55, war Empor Lauter Tabellenführer der Oberliga.

Aus Empor Lauter wurde Empor Rostock

Lauters Pech war die fußballerische Bedeutungslosigkeit Mecklenburgs. Kein Team aus dem Norden der DDR konnte sich in der Oberliga etablieren, während Sachsen vor Erstligisten beinahe überquoll. Auf politischen Wunsch sollte dies nicht so bleiben, und so wurde aus Empor Lauter Empor Rostock, von nun an zu Hause im nagelneuen Ostseestadion. Einige Jahre später wurde Empor in Hansa  umgetauft. Die Rostocker nahmen ihren Verein an, rannten ihm die Bude ein und schlossen ihn in ihr Herz. Karl Mewis' Kalkül ging auf. Fußball wurde zum Event, und die Leute vergaßen jeden zweiten Samstag, wie sehr ihnen die DDR auf den Keks ging. Brot und Spiele für das Volk. Nicht mehr, nicht weniger.

Ich begann, mehr über den Fußball der DDR zu lesen. Ich las von Trägerbetrieben und Spielerdelegierungen, von SED-Bezirksvorsitzenden und dem »Schiebermeister BFC«, von Schwerpunktklubs und Betriebssportgemeinschaften. Vom Begriff der Tradition keine Spur. Was vor 1949 existierte, wurde ausgelöscht und stattdessen von vorn begonnen. Vereine wurden zwischen Städten hin- und hergeschachert. Die pure Entwurzelung. Der Fußball im kleineren Deutschland war eine einzige Retorte. Trotzdem rannten viele hin, denn Fußball war auch damals schon geil.


weiterlesen [1] [2]



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Kommentare

  • User
  • 18.06.2009 01:34:22 emmi59

    Das mit den "Retorten-Vereinen" ist so eine Sache. Wenn man schon in die Geschichte zurückgeht, dann muss man das auch richtig machen.
    Die bürgerlichen Fußballvereine, die - wie z. B. der VfB Leipzig - zum Teile eine lange und ruhmreiche Geschichte hatten und sicherlich für viele Fußballfans eine identitätsstiftende Bedeutung hatten, wurden nach dem Ende des 2. Weltkrieges in der sowjetischen Besatzungszone auf Befehl der sowjetischen Militäradministration aufgelöst. Dieser Vorgang war eine der vielen katastrophalen Folgen der vorherigen "1000 Jahre" und von den Leipziger Fußballvereinen, -spielern und -fans weder zu verantworten noch zu verhindern.
    Da natürlich das Interesse am Fußball deshalb keineswegs ausgelöscht war, wurden bald neue Vereine gebildet, die - wo sonst - an den Spielstätten der ehemaligen Vereine spielten, ohne deren Erbe antreten zu können, denn das war ja von den Machthabern nicht erwünscht.
    In den Jahren bis Mitte der 60er (und z. T. auch darüber hinaus, siehe Vorwärts Leipzig/Berlin/Frankfurt) wurde mit den Vereinen hantiert, als wären es Bausteine, mit denen Kinder spielen. Auflösungen, Neugründungen, Umbenennungen, Fusionen, Abspaltungen, Umzüge in andere Bezirke waren an der Tagesordnung. Es war fast unmöglich, so etwas wie eine Tradition zu entwickeln, wenn der Verein jedes Jahr anders hieß, andere Spieler und Funktionäre auftauchten oder gar in eine andere Stadt umgezogen wurde...
    Ab ca. Mitte der 60er Jahre begann sich die Lage allmählich zu stablisieren und allmählich begannen sich stabile Beziehungen zwischen Städten, Vereinen und Fans zu etablieren. Von da bis zum Ende der DDR (1990) hatten die Vereine also ca. 35 Jahre Zeit, Traditionen zu entwickeln. Das ist zwar nicht so lange, wie manche Vereine im Westteil Deutschlands vorweisen können, die von dem Schicksal der Zerschlagung durch die Besatzungsmacht verschont geblieben waren - aber kann man das ernsthaft den Ostvereinen zum Vorwurf machen!?
    Im Falle von Lok Leipzig ist es sogar so, dass dieser derzeitige Verein erst im Jahre 2003 als "Fanprojekt" neu gegründet wurde, also im eigentlichen Sinne überhaupt kein Traditionsverein ist. Zwar gab es schon zu DDR-Zeiten einen Verein gleichen Namens in Leipzig, der nach der Wende in VfB Leipzig umbenannt wurde, um an die Traditionen des ehemaligen Vereins gleichen Namens anzuknüpfen - mit dem man aber gar nichts zu tun hatte - und der schließlich nach der 2. Insolvenz in die Liquidation ging (die noch nicht beendet ist), doch der neue Verein hat mit dem alten außer dem Namen, der Spielstätte und einigen Fans (wie mich) nichts gemein...
    Mein Punkt in der Frage "Red Bull Leipzig" ist auch nicht die fehlende Tradition - es ist legitim, einen neuen Verein zu gründen, und jeder neue Verein fängt ohne Tradition an - es geht vielmehr um die Art und Weise, wie ein Unternehmen aus rein kommerziellen Interessen eine Verein aus dem Boden stampft und den anderen Vereinen vor die Nase setzt, die in diesem ungleichen Kampf mangels eines milliardenschweren Unternehmens im Rücken beim besten Willen einfach nicht mithalten können.
    Ich würde mir für einen Verein wie Lok auch nicht wünschen, dass ein Unternehmen wie Red Bull in dieser Art dort einsteigt und das Kommando übernimmt, selbst wenn das bedeuten würde, dass der Verein bald in den bezahlten Fußball oder gar in die 1. Bundesliga aufsteigen könnte.
    Wenn ich Bundesliga sehen will, schalte ich Samstags die Sportschau ein, das reicht mir.
    Mir geht es vielmehr darum, meinen Verein quasi aus eigener Kraft - und natürlich mit der unverzichtbaren Unterstützung aus der Region - vorankommen zu sehen, selbst wenn das (viel) länger dauern sollte. Dafür bin ich auch bereit, Opfer (finanziell, Freizeit) zu bringen.
    RB Leipzig sehe ich mir aber nur an, wenn sie gegen Lok spielen oder in der Sportschau am Samstag angekommen sind...

  • User
  • 18.06.2009 03:08:41 Statistikfreund

    Danke emmi59, genauso ist es.

    Hoffen wir, dass es was für die Nachwuchsfußballer bringen wird.

  • User
  • 18.06.2009 07:44:36 AndiSG

    Und bei den Traditionsvergleichen sollte man auch unterscheiden zwischen den politisch erzwungenen Retorten und den finanziell gepushten Retorten. Ich sehe da nämlich einen himmelweiten Unterschied.

    Aber darum (Tradition) gehts bei dem Brauseverein ja eigentlich nicht, sondern eben wie emmi schon schrieb um die Art des Pushens

  • User
  • 18.06.2009 09:07:58 balabala

    Schlage vor, den inzwischen längst etablierten Verein Hansa Rostock nochmal neu zu retorten. Hat der große Vereinsvorsitzende der DDR doch gesagt:
    "EMPOR immer - 2.Liga nimmer" ?

  • User
  • 18.06.2009 09:28:37 cr8

    Gründungsjahr: 13. Mai 1903 als Fußball-Klub "Carl Zeiß" Jena

    # 1910, 1911, 1912, 1913, 1917, 1918, 1924, 1925, 1926, 1927, 1931, 1933 Meister Gau Thüringen
    # 1935, 1936, 1940, 1941 Meister Gauliga Mitte
    # 1939, 1942 Vizemeister Gauliga Mitte
    # 1937 Dritter Gauliga Mitte

  • User
  • 18.06.2009 10:16:20 Geber

    Sehr interessanter Artikel. Das war mir gar nicht bewusst, dass in der SBZ damals so viele Vereine aufgelöst wurden.

  • User
  • 18.06.2009 10:30:56 misterkite

    @ cr8...ich könnte mich jetzt schon wieder heftig aufregen...aber nun gut. für alle anderen, deren geschichtsbewusstsein nicht nach 1945 endet: Link

  • User
  • 18.06.2009 10:36:14 misterkite

    achso: sehr guter artikel meiner meinung nach und @emmi: sehr gut geschriebener, tiefgründiger kommentar, danke!

  • User
  • 18.06.2009 11:02:42 MarcRamone

    Ein wirklich interessanter Artikel. Ich selbst habe mich nie mit der Historie der Ostvereine beschäftigt. Also weder die Zeiten vor, während oder nach der DDR.

    Als Kind fand ich die Namen wie Lokomotive, Stahl und Dynamo ziemlich außergewöhnlich und reizvoll und klingt auch heute noch aufregender als das 1000. 1. FC irgendwas. Aber darum gehts ja nicht.

    RB Leipzig ist natürlich nur aus reiner Finanzinteresse dort. Das kann jetzt der Anfang einer Welle sein. Aus England ist nun das Modell des Clubbesitzes im großen Maßstab bekannt, aus Hoffenheim neuerdings die Blaupause einen kleinen Verein quasi aus dem nichts auf 100 zu beamen. Auch wenn Hopp da eigentlich einen guten und in die breite fördernden Job macht, es ist die Blaupause kleine Clubs hochzupuschen.

    So wundert es nicht, wenn andere mit gleichen oder ähnlichen Modellen nachziehen und das immer mutiger.
    In Hoffenheim ist man regional, was hohe Spielklassen angeht, in dünn besiedeltem Terrain. RB jdoch setzt sich in Leipzig zwischen streitlustige Rivalen.

    Mal sehen wo diese ganzen Geschichten noch enden?!

    Insgesamt ist diese Situation aber eine willkommene Möglichkeit für alle, die Tradition ihrer Vereine zu prüfen!
    Als Schalker beobachte ich, wie sich der Verein von seinen Wurzeln mehr und mehr entfernt und woanders ist das ebenso der Fall.

  • User
  • 18.06.2009 11:09:20 unionchemiker

    ehlers, ehlers, ehlers....das üben wir nochmal, nech? den unterschied zu erkennen und dann auch zu verstehen, was ein retorten-, also in unserem sinne künstlich geschaffener, verein ist und was es mit umbennenungen von vereinen so auf sich hat.

    da hilft dir kein kurzer blick in "fußballland ddr" und ein paar selbstzusammengereimte geschichtchen, da ist mehr gefragt.

    der "dumme" westler liest dein annekdötchen und bekommt ein haarsträubendes bild vermittelt.

    den sensationseffekt magst du auf deiner seite haben, inhaltlich schrammst du aber knapp am versetztwerden vorbei.

  • User
  • 18.06.2009 11:24:54 Hotte80

    Vielleicht sollte sich Ehlers dann doch mal die Werke von Hanns Leske anschaffen...

  • User
  • 18.06.2009 11:26:46 cr8

    @misterkite: Reg dich doch auf, ich hindere dich nicht. Mein Geschichtsbewußtsein hört sicher nicht nach 1945 auf, man darf den Autor aber daraufhinweisen, dass einige der im Artikel genannten Clubs auch vor der DDR erfolgreich Fussball gespielt haben.

  • User
  • 18.06.2009 11:36:06 Zuul

    Der Artikel kommt von hinterm Mond, oder? Lesen Sie z.B.:
    http://www.vflhalle96.de/content/view/40/57/

    Da ist viel Tradition vorhanden. Aber nicht als Mitglied des DFB, und das ist es wohl, worauf der Autor hinauswollte.

  • User
  • 18.06.2009 11:36:43 misterkite

    Lieber unionchemiker, ich finde es wenig unangemessen, das alles gleich wieder auf "ost" und "west" zu reduzieren.
    Da klingt dann in meinen Ohren sofort wieder dieses "wir sind ja benachteiligt gewesen in der DDR und wer nicht dabei war hat ja keine Ahnung" mit.

    Meiner Meinung nach sind die "oktroyierten" Vereinsumsetzungen, -wechsel, -umbenennungen für viele damaligen Anhänger vielleicht bitter gewesen, nichts desto trotz sollte man aber auch darauf hinweisen, dass daraus etwas Neues entstanden ist.
    Gerade die BSG Chemie, wäre, ohne den gezwungen Wechsel vieler Spitzenspieler zu Lok, vielleicht 1964 nicht Meister geworden
    ...wer weiss? Und zum schlagkräftigen Mythos und zur unkittbaren Feindschaft mit dem Lokalrivalen hats ja immerhin gereicht...

    Wie gesagt, befohlene Versetzungen und Mauschelei hat es im DDR Fussball (Stichwort BFC Dynamo) gegeben. Aber auch im Westen war nicht alles Gold (Insolvenzen, Bundesligaskandal, die Mauschelei bei der Gründung der BL etc.)
    Gründe gibt es viele, weshalb sich "Traditionsvereine" aufgelöst haben oder aus dem sportlichen Blickfeld verschwunden sind. Ein Beispiel mein "Heimatverein" KSV. Auch wenn ich mit dem FCB sozialisiert wurde, ist die Mannschaft, die jetzt in der 4. Liga kickt, nach mehreren Konkursen, Neugründungen, Umbennennungen etc. im Herzen für mich immer noch der KSV, dem ich in den 80ern verfallen war. Warum: Weil der klub eine GESCHICHTE hat. Das ist wichtig. Geschichte liegt in der Tradition (und dee Auseinandersetzung mit dieser) ABER führt auch in eine ZUKUNFT, ich finde das ist wichtig!!

    Nur um auch das klar zustellen: Will dich damit nicht persönlich angreifen, wünsche mir nur eine gewisse Toleranz, wenn man schon eine differente Sichtweise fordert. Ob das ein Artikel, der "anektdotenhaft" erzählt ,leisten muss...?

    PS: Grad fällt mir natürlich noch SV JÄGERMEISTER Braunschweig ein.... ;-)

  • User
  • 18.06.2009 11:39:03 misterkite

    @ cr8: wenn das so ist, nichts für ungut. wäre vielleicht sinnvoll gewesen, das auch hinzuschreiben....

  • User
  • 18.06.2009 11:46:36 Zuul

    @misterkite

    Es ist doch eine unsinnige Reduktion des Begriffes Tradition, wenn man ihn nur daran fest macht, dass ein x-beliebiger Verein als Träger einer Fußballmannschaft ununterbrochen existiert hat. In der DDR gab es kein Vereinsrecht, mit dem man Sportklubs hätte gründen können. Privates Engagement war eben nicht gern gesehen.

    Und ab wann ist ein Verein nicht mehr Retorte? Viele Vereine, die heute 100 Jahre alt sind, wurden auch bloß fusioniert. Aber eben schon zwischen 1890 und 1910. Nach 50 Jahren ist man keine Retorte mehr? Oder müssen es 100 sein?

  • User
  • 18.06.2009 11:49:16 saloth sar

    ne, es sind genau 63,7 jahre

  • User
  • 18.06.2009 11:51:10 Hotte80

    1. FC Köln wird ja auch immer als Traditionsverein bezeichnet. Dürfte er nach obiger Rechnung und Argumentation auch nich. Auf die Idee würde wohl aber keiner kommen.

  • User
  • 18.06.2009 11:58:48 Lasek

    Es gab Zeiten, da waren 11 Meter verpöhnt.

  • User
  • 18.06.2009 11:59:18 misterkite

    @zuul: Bin grad etwas verwirrt, ich dachte ich habe geschrieben das Geschichte in der Tradition liegt.Also genau das Gegenteil von dem was Du mir vorwirfst.

    Und die Tradition ist es doch, die z.B. beim KSV die Leute noch ins Stadion lockt, gerade in den letzten beiden Spielzeiten, wo es mal wieder knapp war mit dem Aufstieg. Mir zumindest kam da gleich die Erinnerung an die 80er wieder hoch, als wir es 4x nacheinander (damals noch als KSV Hessen Kassel) versemmelt haben in die BuLi aufzusteigen.
    Oder die Anhänger vom FC Sachsen und Lok: Die sind doch auch schon seit Ewigkeiten dabei und nicht erst nach der Neugründung in der was weiss ich wievielten Liga...?

  • User
  • 18.06.2009 12:06:07 Lasek

    puh, gerade hier in leipzig ist lok ein großer nenner, auf den man stolz ist, und man zeigt seinen stolz gerne. die frage ist nur was das heutige lok mit dem alten verein lok gemeinsam hat..

  • User
  • 18.06.2009 17:06:44 seabass

    gibt ja immer wieder auch vereine mit zweifelhafter tradition, zb solche, die sieben mal meister wurden, davon sechs mal innerhalb von zwölf jahren. zwischen 33 und 45. sowas finde ich dann merkwürdig.

    tradition is uninteressant. vor 100, 110 jahren hatte kein verein ne tradition. wenns danach ginge, wär der vfb leipzig 1903 unverdient meister geworden.

    ich bin kein fan der TSG und ich werd auch keiner RBL, das liegt aber weniger an ihren sponsoren. ich mag auch viele andere vereine nicht. ob jetzt ein hopp oder ein mateschitz da millionen reinpumpen, ob das anonyme autokonzerne und die telekom machen, ob das versicherungskonzerne oder russische gaskonzerne mit zweifelhaften geschäftsgebaren machen, ist im prinzip egal.

    wie alt ist eigentlich der vfl wolfsburg? und wie finanziert er sich?

  • User
  • 18.06.2009 18:40:10 Lasek

    absolut richtig..

  • User
  • 18.06.2009 19:26:42 Hattrick

    Der Transfermarkt in der DDR hat halt etwas anders Funktioniert
    als in der Bundesliga. Aber da haben auch keine Talente auf der Bank geschmort um ausländischen Spielern zuzusehen, wie es heute normal ist.

    Gerade aber das Beispiel Rostock - Lauter aus dem Text passt dabei gut zu der 2. BL - Saison ohne die neue Bundesländer.
    Zumindest wurde damals nicht zugesehen das ein ganzer Landstrich nichts von großen Kuchen hat. Man hat ihnen ein Stück abgegeben und die Rostocker speisen heute noch davon.
    Und es sei auch dazugesagt das man mit dem Sonderzug aus Lauter nicht gleich die Meisterschale mitschickte. Aber die Oberliga wurde ermöglicht.
    Ich glaube das man den Schock heute in Lauter verdaut hat. Zumindest für den heutigen Bekanntheitsgrad von Empor Lauter
    war die "Fusion" mit Rostock bestimmt ganz nützlich.

    Wenn man Hansa Rostock als Retorte bezeichnen will - OK.
    Aber nicht in einem Atemzug mit Hoffenheim und RedBull Leipzig.

  • User
  • 18.06.2009 20:10:16 kategorie_offenbach

    Ein Frage vorweg: Können nicht wenigstens die kritischen und mündigen Fußballfans einfach aufhören diese eklige Pisse von Red Bull zu saufen?

    Zumindest die Fans der beiden Leipziger Klubs sollten doch in der Lage einen ordentlichen Boykottaufruf unter den Fußballfans auf die Beine zu stellen, z.B. unter www.rb-boykott.de. Wenn nur ein winzig kleiner Teil der kritischen Fans diesen dann mitbekommt und befolgt (ich bin mir sicher das würden sehr viele in ganz Deutschland sehr gerne tun!) und damit Red Bull ordentliche Umsatzeinbußen bescheren, würde Herr Mateschitz sein Projekt auf der Stelle stoppen. Darauf kann jeder Gift (oder eben Red Bull) nehmen!

    Das Red Bull "Engagement" wirft aus meiner Sicht viele unbeantwortete (womöglich bis hin zu strafrechtlichen) Fragen auf.

    1.
    Wieso z.B. hat der sächische Fußballverband und der DFB die Umsetzung so sehr protegiert, obwohl mit der lächerlichen Namensgebung "Rasenballsport" gültige Statuten des DFB vorsätzlich und offensichtlich umgangen worden sind, bzw. mit Füßen getreten werden?

    2.
    Warum stört es in den Verbänden keinen, dass RB Leipzig noch keine Mindestanzahl an Schiedsrichter und Jugendmannschaften, die für die Spielklasse des neuen Vereins vorgeschrieben sind, erreicht hat? Die Frist dafür ist jedenfalls bereits abgelaufen.

    3.
    Und was bewegt einen den SSV Markgransädt, der eine solide Oberligasaison gespielt hat, die 1. und 2. Mannschaft aus dem Verein auszugliedern (sc. herzuschenken) und mit der 3. in der untersten Klasse mit altem Namen weiterzumachen? Jedenfalls ist mir nichts bekannt darüber, dass der Verein vor der Pleite stand.
    Eigentlich müsste dieser Vorstand spätestens drei Tage danach am höchsten Baum der Stadt hängen; so wäre es jedenfalls hier in Offenbach.
    Zumindest aber müsste sich die Staatanwaltschaft dafür brennend interessieren, denn hier scheint an den jeweils richtigen Stellen auch mit den richtigen Mitteln (und das ordentlich) nachgeholfen worden zu sein.

  • User
  • 18.06.2009 20:10:32 Hotte80

    Zumindest wurde damals nicht zugesehen das ein ganzer Landstrich nichts von großen Kuchen hat. Man hat ihnen ein Stück abgegeben und die Rostocker speisen heute noch davon.

    Jaja, und in der DDR waren die Mieten billig und es gab Krippenplätze und jeder hatte Arbeit.
    Bei solchen Sätzen krieg ich Augenkrebs.
    Bei allem Verständnis über den berechtigten Unmut über den Verteilerschlüssel für die Eingliederung in die 1. + 2. Liga ist es völlig unangebracht, ein Hohelied auf den extremen politischen Einfluss auf den DDR-Fussball zu singen. Und welchen Nutzen Lauter aus dem Umzug nach Rostock noch heute ziehen soll, is mir auch schleierhaft. Ausser ein paar Kenner des DDR-Fussballs kennt den Namen Empor Lauter heute doch keine Sau mehr, geschweige denn vom Nachfolgeclub, der heute vermutlich irgendwo auf Kreisebene rumkickt.

  • User
  • 18.06.2009 22:11:16 unionchemiker

    keine ahnung, misterkite, worin du in meinen zeilen einen ost/westkonflikt erahnst...

    ich habe herrn ehlers lediglich darauf hingewiesen, vorher mal in den duden zu kieken, worin der unterschied zwischen tradition und retorte liegt. oder was überhaupt tradition bedeutet. meines wissens nämlich die weitergabe von dingen im geschichtlich/politischen sinne. dies bedeutet also, dass es schon nach 3 jahren traditionen geben kann. wir haben gerade das 5 forumsspiel absolviert. will sagen: das hat mittlerweile tradition.

    die ostvereine per se ob ihrer nicht so derb langen lebensdauer als retortenklubs zu bezeichnen ist schlichtweg falsch. und da es auch noch so gemeint war, wie geschrieben, ist es dumm obendrein.

    war das jetzt deutlich genug?

  • User
  • 18.06.2009 22:34:58 misterkite

    also lieber unionchemiker, ich kann jetzt nicht erkennen, das im artikel "per se alle ostvereine" als retortenklubs bezeichnet werden. aber leider scheint es, wie ich auch schrieb, "im osten" diesbezüglich ja gewisse befindlichkeiten zu geben. und kann ich auch mit deiner feststellung der artikel sei "dumm" nichts anfangen, im gegenteil, ich finde das schon eher anmassend.

  • User
  • 18.06.2009 23:13:36 MZE1711

    Ich muß Unionchemiker vollkommen Recht geben, dass es einen großen Unterschied zwischen Retorte und Tradition gibt und finde diesen Artikel auch sehr anmassend obwohl ich nicht sehr befindlich bin.

  • User
  • 18.06.2009 23:23:52 anker_wismar

    die ostvereine per se ob ihrer nicht so derb langen lebensdauer als retortenklubs zu bezeichnen ist schlichtweg falsch

    Das wird doch gar nicht getan. Es wird doch nur behauptet, dass viele Vereine im Osten eigentlich Retortenklubs sind. Und so ganz falsch ist das ja auch nicht. Ein Zusammenhang zum Alter der Vereine kann ich absolut nicht finden.

  • User
  • 19.06.2009 00:36:27 AbteilungAttacke

    1. Interessant zu lesen die Kommentare hier...

    2. @ Union: Sicher kann sich "Tradition" nach 3 Jahren entwickeln. Du musst aber zugeben, dass man es auch als Vergleichsbegriff nutzen kann - sprich, wer länger lebt hat "mehr" davon. Aus dieser Perspektive haben die meisten Ostvereine wohl nicht soviel "Tradition" wie mancher Westverein. Der SBZ sei Dank. Obwohl ich diesen ganzen Traditionsmist, wie er hier in den Kommentaren anklingt, eh' nur für eine Art dämlicher Schwanzvergleich halte. Glaube auch nicht, das der Autor oben darauf hinauswollte irgendwen oder irgendwas schlecht zu machen.

    3. Das mit Salzburg ist bitter. Schönes Beispiel dafür, warum die 50+1-Regel bestehen bleiben muss. Aber leider bestätigt der Beitrag in Schwatzgelb, was ich auch schon im "Geld/Liebe"-Fred schrieb: Dem 0815-Fan ist es egal, sei es Event- oder Gelegenheitsstadionbesucher. Hinzu kommt, auch wenn man mich dafür Leben-des-Brian-mäßig steinigen mag, dass die Hardcore-Fans als Minderheit durchaus die Meinung der Mehrheit respektieren sollte. Will ich Diskolicht und Eventaktionen im Stadion ? Nein. Aber niemand zwingt mich, dann dort hinzugehen oder mir nicht einen Verein zu suchen, der mir das bietet, was ich haben wil - und sei es dieses "Fussbalfeeling".

  • User
  • 19.06.2009 03:36:54 Statistikfreund

    @ Hotte80: Empor Lauter spielte nach dem "Umzug" als Motor Lauter, heute wieder als Lauterer SV Viktoria, wie vor der DDR.

    Die erste Herrenmannschaft ist nach dem Abstieg als Tabellenletzter der Saison2002/03 aus der Bezirksklasse Chemnitz, Staffel 2 in die Kreisliga Westerzgebirge abgestiegen. Diese Saison wurde Lauter Kreismeister mit einem Punkt Vorsprung auf den Traditionsclub ESV Zschorlau-damit ist der Aufstieg in die Bezirksklasse Chemnitz für die Saison 2009/ 10 besiegelt und erstmals seit 2002/03 wieder oberhalb der Kreisebene.

    Die 2. Herrenmannschaft wurde in der Kreisklasse, Staffel 2 Tabellendritter, allerdings mit 11 Punkten abgeschlagen hinter dem ersten, der SV Breitenbrunn.

    Und um festzustellen, ob die Erzgebirgler den Umzug inzwischen mehr oder weniger überwunden haben, empfiehlt sich ein Stadionbesuch, wenn Hansa Rostock in der Region gastiert. Ich weiß nicht genau, wie es heute ist. Aber es war sehr lange deutlich, das nicht, schenkt man Erzählungen glauben.

  • User
  • 19.06.2009 03:45:09 El Buitre

    Komischerweise geht mir dieses Traditionsgebaren hüben wie die drüben völlig am Hintern vorbei. Wahrscheinlich fehlt mir dafür das Alter oder einfach die "früher war alles besser" Menatlität..

  • User
  • 19.06.2009 09:14:58 unionchemiker

    "Der Fußball im kleineren Deutschland war eine einzige Retorte."

    und jetzt dein kommentar, misterkite:

    also lieber unionchemiker, ich kann jetzt nicht erkennen, das im artikel "per se alle ostvereine" als retortenklubs bezeichnet werden. aber leider scheint es, wie ich auch schrieb, "im osten" diesbezüglich ja gewisse befindlichkeiten zu geben. und kann ich auch mit deiner feststellung der artikel sei "dumm" nichts anfangen, im gegenteil, ich finde das schon eher anmassend.

    hast du eigentlich richtig gelesen, was der ehlers da ins netz stellte? und: hast du es auch verstanden? und zu guter letzt: genau darauf wollte ich hinaus. da schreibt einer völlig verzerrt von dingen die bei lesern, die sich mit der materie nicht auskennen (können), völlig falsch rüberkommen!

    mir ist es, wie einigen hier, völlig latte mit tradition etc.pp. , schwanzvergleich ist da der richtige begriff. aber mir ist es nicht egal, den fußballsport eines landes, egal, wieviel da schief gelaufen ist, falsch darzustellen!

  • User
  • 19.06.2009 09:17:32 unionchemiker

    Gestern 23:23:52 von anker_wismar
    die ostvereine per se ob ihrer nicht so derb langen lebensdauer als retortenklubs zu bezeichnen ist schlichtweg falsch

    Das wird doch gar nicht getan. Es wird doch nur behauptet, dass viele Vereine im Osten eigentlich Retortenklubs sind. Und so ganz falsch ist das ja auch nicht. Ein Zusammenhang zum Alter der Vereine kann ich absolut nicht finden.

    du hast natürlich recht, dass ich die lebnsdauer dazu konstruiert habe. insofern sind deine sätze 1,2 und 4 berechtigt. satz 3 widerum ist quatsch.

  • User
  • 19.06.2009 09:30:41 misterkite

    mein gott...jawohl herr oberlehrer, es tut mir leid: ich ändere meine meinung auch sofort: der text ist dumm, nein...schlimmer quatsch...nee...besserwissender dreck, der dazu auch noch eine eigene meinung vertritt, wollnwa nich, hattenwa schon, hat uns nüscht gefalln....
    dann schreib eben selbst was! aber man versteckt sich ja lieber in der rolle des "meckerers" , naja...ist ja auch am bequemsten.
    und: auch im westen war der fussball dann quasi aus der retorte, weil: auch bei "uns" gab es ne stunde null...(ja ja aber natürlich kein vergleich, weil: danach marshall plan, rosinenbomber, aus dem hintergrund müsste rahn schiessen, endlich sind wir wieder wer etc etc...)

  • User
  • 19.06.2009 09:40:10 misterkite

    ach ja hörr unionchemiker: wenn du schon korinthen kacken willst: im text steht: der FUSSBALL im Osten war eine einzige Retorte. Davor wird geschrieben: Fast alle Vereine kommen aus der Retorte...ist für mich ein Unbterschied...aber vielleicht bin ich ja auch nur...dumm....

  • User
  • 19.06.2009 11:28:18 Schwatte

    Kann zwar sein, daß ich mich zu sehr aufs Glatteis begebe und unionchemiker falsch interpretiere (in diesem Fall jetzt schonmal: Entschuldigung!), aber was ihn wurmen könnte und mich bei einigen Formulierungen in diesem Text sehr wohl wurmt: es klingt zwischen den Zeilen ein wenig danach, als ob der Ostfußball allein dadurch, daß viele Spitzenmannschaften künstlich geschaffen oder durch "Delegationen" von Spielern konstruiert wurden, keine richtige Daseinsberechtigung gehabt hätte. Darin ist auf gewisse Art und Weise enthalten, daß den langjährigen Anhängern von Ostvereinen auch ein Teil ihres Lebens für nichtig erklärt wird. (So viel denn auch zum Thema "Befindlichkeiten")

    Ich bin mir zwar sicher, daß das nicht Mathias Ehlers' Intention war (schließlich müßte er 1987 als siebenjähriger Steppke bei Hansa selbst Ossi sein), aber mit gewissen Formulierungen muß man vorsichtig sein, wenn man es nicht darauf anlegt, hier eine Ost-West-Diskussion vom Zaun zu brechen.

    In diesem Zusammenhang sollte auch hier wiederholt sehr genau darauf hingewiesen werden, daß die Schaffung neuer Mannschaften in der DDR politische Idiologie/Idiotie (von daher für die Vereine auch nicht freiwillig) und kein Werbegag für irgendeine Privatfirma war.

  • User
  • 19.06.2009 11:58:02 unionchemiker

    so in etwa sieht es aus, ulf. nicht dass das thema damit abgehandelt wäre, man könnte in viele richtungen diskutieren. aber im kern ging es mir, wie in deinem letzten satz beschrieben: eine investition red bulls in leipzig gleichzusetzen mit dem ddr fußball ist völliger schwachsinn.

    hätte ehlers ne kleine ruhige geschichte über empor lauter geschrieben, besser noch, über den werdegang hansas in den ersten 5 jahren, dann hätte ich mich zurückgelehnt und genüsslich gelesen. den stilistisch iss der ehlers ja keine null.

    dieses thema zu bemühen um die derzeitigen auswüchse im fußball zu erklären und dadurch auch völlig verquere bilder zu zeichnen, ist ärgerlich.

  • User
  • 19.06.2009 12:20:10 bobby171

    Also verstehe ich das jetzt richtig?
    Polemisch zugespitzt:
    - Vereine (besser: Mannschaften) eines Unrechtsregimes, die dessen Beweihräucherung und der Unterhaltung der Massen dienen sollten, sind gut?
    - Vereine (Mannschaften) die von "bösen" kapitalistischen Investoren zwecks Imagepolierung (RB) oder der eigenen und der gesellschaftlichen Unterhaltung (Hopp in Hoffenheim) gestützt oder erst kreiert werden, sind böse?

    Wir sollten alle mal tief Luft holen und diese Ost/West-Nerverei endlich mal überwinden (beide Seiten!). Und ausserdem muss Tradition irgendwann mal beginnen...ist doch voll daneben, das gerede von "echten", neuen und never-ever "Traditionsvereinen".

  • User
  • 19.06.2009 12:21:46 unionchemiker

    nein, du verstehst das völlig falsch....

  • User
  • 19.06.2009 13:33:53 Lasek

    ehlers mag vielleicht stilistisch keine 0 sein...

  • User
  • 19.06.2009 13:41:30 Schwatte

    @bobby171: Nein, da hast Du den chemiker und mich falsch verstanden. Es geht hier nicht darum, ob nun DDR- oder kapitalgestützte Vereine böser sind. Es geht einfach darum, daß der Vergleich zwischen politisch erzwungenen Vereinsgründungen und wirtschaftlich motivierter Übernahme eines Vereins schlicht nicht als vernünftige Basis dafür dienen können, welcher Verein mehr nach Retorte riecht. Das sind einfach zwei viel zu unterschiedliche Paar Schuhe.

  • User
  • 19.06.2009 15:46:28 Lasek

    Rosamunde Pilcher - Barfuß über den Deich..

  • User
  • 19.06.2009 15:48:56 anker_wismar

    ich finde den begriff "retorte" im artikel überhaupt nicht negativ konnotiert. verwunderlich, wie negativ der begriff aufgenommen wird. ich lese ihn eher als plädoyer, rb leipzig nicht von anfang zu verdammen und die traditionskeule zu schwingen.

    Darin ist auf gewisse Art und Weise enthalten, daß den langjährigen Anhängern von Ostvereinen auch ein Teil ihres Lebens für nichtig erklärt wird. (So viel denn auch zum Thema "Befindlichkeiten")

    harter tobak. würde ja bedeuten, der autor erklärt einen teil seinen lebens auch für nichtig.

  • User
  • 19.06.2009 16:34:26 MZE1711

    Retorte oder Tradition ist mir mittlerweile egal! Was mich gestern am meisten geärgert hat (und ja vielleicht ist das eine Befindlichkeit) war dieser Abschnitt.

    Heute, rund 20 Jahre nach dem Ende des komischen Landes namens DDR, stellen sich viele Anhänger dieser ostdeutschen Retorten hin und sind sich darin einig, Rasenballsport Leipzig, diesem von österreichischen Brausemillionen finanzierten Marketingspielzeug, die Existenzberechtigung abzusprechen. Es fehle diesem Verein an Tradition und Wurzeln.

    Sind es wirklich nur die Anhänger der ostdeutschen Vereine oder Anhänger diverser Clubs aus der ganzen Bundesrepublik!? Ich fühle mich da jedenfalls mehr und persönlicher angesprochen als vielleicht ein Leser aus den alten Bundesländern. Deshalb entsteht hier auch eine Ost/West Diskussion! Die einen fühlen sich angesprochen und die anderen weniger....

  • User
  • 19.06.2009 17:04:10 anker_wismar

    es geht doch in diesem artikel offensichtlich nur um den osten. westdeutscher fussball wird doch (bewusst?) völlig außen vor gelassen

  • User
  • 19.06.2009 18:00:46 Schwatte

    @anker_wismar: Deswegen habe ich ja den Satz danach gleich mit eingeschoben, weil ich nicht glaube, daß das wirklich die Absicht des Autors war.

  • User
  • 19.06.2009 20:00:57 Andreas Blenke

    Der Begriff "Tradition" im Zusammenhang besonders mit Fußball ist doch relativ.

    Wenn du dir als Vierjähriger deinen Verein aussuchst, stört's dich doch nicht, wenn der erst zwei Jahre vor deiner Geburt gegründet wurde. Wichtig ist nur, wie du dich als Stammesangehöriger mit dem Verein identifizieren kannst.

    Und da sind wir schon im Kern des Problems bei Rattenbrause Leipzig. Das Beispiel Austria Salzburg legt nahe, daß der neue Verein überhaupt keine treue Anhängerschaft an sich binden will -- die macht doch immer nur Ärger.

    Die Zielgruppe besteht vielmehr aus Leuten, die sich am Samstag zwischen Cineplex, Phantasialand und Fußball entscheiden, je nach Stimmung und Wetter.

    (Bei Real Hoppenhausen liegt die Sache nochmal anders: Der besondere Ekel dieses Ein-Mann-Eitelkeitsprojektes liegt ja gerade darin, daß man sich die vielbeschworene "Tradition" andichtet.)

    Ich jedenfalls krieg schon jetzt das Würgen beim Gedanken an den Gummibärchensaftladen der Liga, und ich komm nicht aus der Zone.

  • User
  • 22.06.2009 13:53:28 der lenny

    Ojemine...die DDR gibt es aber nicht mehr und deswegen sind Umtriebe wie RB Leipzig im 21. Jahrhundert trotzdem scheiße. Aber solang die hübsch kicken können, klatscht die unkritische Masse weiter.

    Brot und Spiele eben...

  • User
  • 22.06.2009 13:56:07 saloth sar

    bratwurst nicht vergessen

  • User
  • 23.06.2009 00:35:24 El Buitre

    Und jetzt, Lenny, fragste dich mal, warum sowas wie die RB überhaupt möglich ist und wen wir das in Leipzig zu verdanken haben.
    Die kritische Masse holt sich dann eben einen auf Tradition runter, was?

  • User
  • 01.07.2009 12:01:46 Hotte80

    Was is denn jetzt eigentlich mit Zwickau? Hab da letzte Woche im Videotext was von drohender Insolvenz gelesen.

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