Wie ein wilder Stier
Als Maradona Zürich schockte
Text: Philipp Stocker Bild: Youtube
In unserer aktuellen Ausgabe haben wir »25 Dinge über Fußball und Tiere« zusammengestellt. Unser Leser Philipp Stocker aus Zürich kann diese Liste ergänzen: Er berichtet von einer spektakulären Stierhatz im Letzigrund.
Das Letzigrund Stadion in Zürich liegt unmittelbar neben dem Schlachthof. In der Winterpause (es ist aber bereits ein paar Jahre her) konnte ein Stier auf dem Weg zum Schlachthof entweichen und floh ins Fussballstadion.
Der Vizepräsident des FC Zürich, Hugo Hollenstein, war vom Besucher so angetan, dass er das Tier auf der Stelle dem Eigentümer abkaufte.
Er taufte ihn auf den Namen »Maradona« und präsentierte ihn geschmückt in den Vereinsfarben beim ersten Heimspiel der Rückrunde dem Publikum. Das Publikum johlte, worauf das Tier erschrak und sich erneut losreissen konnte, wie rund 14 Tage vorher auf dem Weg zur Schlachtbank.
Zu dieser Zeit waren die Mannschaften ebenfalls zum Warmlaufen auf dem Platz und mussten nun vom wild gewordenen Stier wieder in die Kabine fliehen, nachdem sie sich zuerst hinter dem Tor versteckt haben. Einzig Wilco Hellinga blieb auf dem Platz.
Das Tier konnte erst eingefangen werden, nachdem es sich im Oberrang der Haupttribüne zwischen den Sitzen verkeilt hatte.
Soviel ich weiß, lebt »Maradona« immer noch, wurde aber vom Präsidenten Sven Hotz mit einem lebenslangen Stadion-Verbot belegt.
Ergänzung zu Heft #89 04/2009





