Thorsten Legat über Schwalben
»Schande für den Fußball«
Interview: Benjamin Kuhlhoff Bild: Imago
Thorsten Legat war in seiner aktiven Zeit ein gefürchteter Zweikämpfer und Fußballarbeiter. Wir sprachen mit ihm über Schwalbenkönige, Frauenfußball und sein spezielles Verhältnis zu Andreas Möller.
Thorsten Legat, Sie galten in Ihrer aktiven Zeit als ein Spieler, der keinem Zweikampf aus dem Weg gegangen ist. Für Sie muss doch jede Schwalbe ein kleiner Stich ins Herz sein?
Thorsten Legat: Wenn man sieht, wie sich manche Spieler heute aufführen, muss man sich fragen, was das noch mit Fußball zu tun hat. Wie die sich da herumwälzen, mit fünf, sechs Rollen, und dann aufstehen und sich ins Fäustchen lachen, weil der Gegner eine gelbe oder rote Karte kriegt, das ist doch ein Witz. Da sind ja mittlerweile die Frauen härter im Nehmen, als die Spieler in der Bundesliga. Es gibt immer welche, die sagen, so etwas gehöre heute dazu. Aber für mich ist das einfach nur unnötig und fahrlässig.
Macht es Sie sauer, wenn ein Spieler zum ständigen Fallen neigt?
Thorsten Legat: Ich bin einer von der Straße und war immer einer, der mit gesundem Menschenverstand in die Zweikämpfe gegangen ist. Ich habe nie jemanden ernsthaft verletzt, weil ich immer nur den Ball haben wollte. Wenn ich mir einige Spieler heute ansehe, werde ich wütend. Die stehen ja mehr vorm Spiegel und wälzen sich auf dem Boden als sonst was. Wenn man sich dagegen mal Frauenfußball anguckt, kann ich nur meinen Respekt aussprechen. Die stehen nach einem Foul auf und sagen: »Ich will weiter Fußball spielen.« Die putzen sich einfach den Mund ab, weil so etwas eben zum Fußball dazu gehört. Deswegen ein Kompliment an die Frauen, die Männer sind heutzutage eine Schande für den Fußball.
Konnten Sie als Aktiver auf dem Spielfeld Ihre Meinung gegenüber diesen Spielern zurückhalten oder fielen auch schon Mal ein paar deutliche Worte?
Thorsten Legat: Ich war nie einer, der lange über so etwas diskutiert hat. Ich habe immer gesagt: »Halt die Klappe und hol Dir den Ball.« Gegen einen gesunden Zweikampf ist doch nichts einzuwenden. Besser als jemanden richtig umzutreten, und die Rote Karte zu kassieren. Ich habe mir nichts vorzuwerfen, weil ich in 18 Jahren Bundesliga meine Zweikämpfe immer auf ehrliche Art gewonnen habe.
Gab es Gegenspieler von denen Sie vorher wussten, dass Sie gerne fallen?
Thorsten Legat: Natürlich, die gab es auch damals schon massenhaft. Möller und wie sie alle hießen. Aber die habe ich selten auf meiner Seite gesehen, weil die immer freiwillig rüber gewechselt sind.(lacht) Das waren alles Feiglinge für mich. Die wollten nur Zeit rausholen und das Spiel verzögern. Das hatte nichts mit Fußball zu tun.
Was könnte man Ihrer Meinung nach gegen die zunehmende Fallsucht im Fußball tun tun?
Thorsten Legat: Ich plädiere dafür, dass ein neutraler Unparteiischer an der Außenlinie sitzt und seinen Hauptschiedsrichter über diese Vorkommnisse informiert. Dann würde vieles anders laufen. So etwas muss sofort unterbunden werden. Diese Schwalbenspieler müssen mit Gelb oder Rot bestraft werden. Das gehört einfach nicht in den Fußball. Da muss der DFB reagieren, denn diese Spieler gefährden den deutschen Fußball. Ich finde das grauenhaft.




