Die Geschichte der Fußballfans

11FREUNDE-Spezial: Nr. 1

Die Geschichte der Fußballfans

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04.10.2011

Nottinghams Rekordfan Stuart Astill im Interview

»I love my football!«

Text: Fabian Jonas  Bild: Nottingham Evening Post

Seit über 35 Jahren hat Stuart Astill kein Ligaspiel von Nottingham Forest verpasst. Ob Heimspiel oder Auswärtsfahrt, Europapokal oder dritte Liga, der heute 63-Jährige war immer dabei. Ein Gespräch über Leidenschaft.

Nottinghams Rekordfan Stuart Astill im Interview - »I love my football!«


Stuart Astill, Ende Januar wurden Sie von Nottingham Forest für ein unglaubliches Jubiläum geehrt.

Seit dem 29. September 1973 habe ich 1500 Ligaspiele von Nottingham in Folge gesehen. Die ganzen Pokalspiele habe ich gar nicht gezählt, aber im FA-Cup habe ich seit 1965 kein Spiel mehr verpasst, im Liga-Pokal seit 1966. Als wir Ende der 70er unter Brian Clough im Europapokal spielten, war ich auch immer dabei, wenn man das Weltpokal-Finale in Tokio mal außen vor lässt. Das konnte ich mir nicht leisten.



Wann haben Sie denn angefangen, die Spiele zu zählen?

Ich habe von Anfang an Protokoll geführt und eine Akte für jedes Spiel angelegt, das ich gesehen habe, egal ob es Forest oder eine andere Mannschaft war.

Soll das heißen, dass Sie sich auch noch Spiele anderer Mannschaften ansehen?

Ja. Ich liebe Fußball. Von zwei oder drei Klubs abgesehen, die neue Stadien gebaut haben, kenne ich die Spielstätten aller 92 Profivereine in England. Und die fehlenden schaue ich mir auch noch an.

Dann sind Sie also außerdem noch ein Groundhopper?

Ja, das kann man wahrscheinlich so sagen. Ich sehe mir auch einen Haufen Amateurspiele an.

Darf man fragen, ob Sie verheiratet sind?

(lacht) Nein, bin ich nicht. Aber ich habe eine Lebensgefährtin, Shirley, die mich ab und zu begleitet. Sie ist zwar nicht ganz so fanatisch wie ich, kommt aber gerne mit.

Wann haben Sie Ihr erstes Spiel gesehen?

Das erste Nottingham Forest-Spiel im November 1956, da war ich elf Jahre alt.

Gingen Sie mit Ihrem Vater hin?

Nein, nein. O nein! Mein Vater war ein großer Fan von Derby County, dem Erz-Rivalen von Nottingham. Er hatte bis zu seinem Tod 1989 eine Dauerkarte für den »Baseball Ground«, das alte Stadion von Derby. Wir lebten ziemlich genau zwischen Nottingham und Derby.

Aber Sie hatten nie Sympathien für Derby?

Ich habe schon Spiele von ihnen gesehen. Wenn mein Vater nicht hinkonnte, habe ich seine Dauerkarte genommen. Wie ich bereits sagte: Ich liebe Fußball. Auch wenn Nottingham sich irgendwie bei mir durchsetzte.

Wie kam es denn dazu?

Derby County spielte damals in der dritten Liga, Nottingham in der zweiten um den Aufstieg. Alle meine Freunde aus der Schule gingen damals zu Nottingham Forest, weil dort der erfolgreichere Fußball gespielt wurde. Einer der Väter, ein Arbeitskollege meines Vaters, nahm manchmal bis zu sechs Kinder mit zu den Spielen und so sagten sie zu mir: »Warum kommt du nicht auch noch mit?«

Und was sagte Ihr Vater dazu?

Der meinte nur: »Das ist deine Sache. Aber glaub nicht, dass ich dich begleite. Ich werde keinen Fuß auf die Straße setzen, um Nottingham zu sehen.« (lacht)

Ab wann besuchten Sie alle Spiele?

Zunächst ging ich nur gelegentlich zu den Heimspielen, das steigerte sich dann mit den Jahren, und als ich 1960 die Schule verließ fuhr ich auch zu Auswärtsspielen. Ich habe als Mechaniker in einer Lokomotiven-Fabrik in Derby gearbeitet. Als Bahn-Mitarbeiter bekam ich einen Freifahrtschein, die Reisen kosteten mich deswegen nichts. So kam es, dass ich seit 1969 nur insgesamt drei Spiele von Nottingham verpasst habe.

Und in all den Jahren waren Sie nie krank?

Doch, aber das hat mich nie abgehalten. Bis auf einmal: Im Dezember 1969 hatte ich eine Leistenoperation. Am Freitag kam ich aus dem Krankenhaus, aber die Fäden waren noch drin und ich konnte deswegen nicht reisen. Stattdessen habe ich mich von einem Freund quasi direkt auf die Tribüne fahren lassen und mir das Heimspiel der Reserve angesehen.

Was hat Sie bei den anderen Partien abgehalten?

Beide Male die Hochzeit von Freunden. Ich war bei beiden der Platzanweiser in der Kirche – »Braut oder Bräutigam?«, so stand ich an der Tür und verpasste die Spiele. 1972 gegen Sheffield und am 22.September 1973 gegen Preston. Eine Woche später, am 29. September 1973 begann gegen die Bolton Wanderers meine Serie.

Darf man fragen, ob Sie mit den Hochzeitspaaren noch befreundet sind?

(lacht) Oh ja, allerdings. Mit dem Paar von 1973 waren Shirley und ich erst gestern etwas trinken, wir sind immer noch befreundet. Die Braut aus dem Jahr zuvor lässt ohnehin nichts auf mich kommen, weil ich zu ihrer Hochzeit gekommen bin. Sie sagt immer: »Das werde ich dir nie vergessen!« 

Und sonst konnten Sie immer? Gab es denn nie Probleme in der Arbeit?

Der Fußball stand immer an erster Stelle. Einmal dachte ich aber: jetzt gibt es Ärger. Ich war schon mittags gegangen, um es noch zu einem kurzfristig angesetzten Wiederholungsspiel in Fulham zu schaffen. Damals gab es im FA-Cup noch kein Elfmeterschießen und wir hatten eine ganze Serie an Wiederholungsspielen, die alle unentschieden ausgingen. Am nächsten Morgen wurde ich zum Chef gerufen.

Und was sagte er?

Er sagte: »Stuart, die meisten hier sind Eisenbahner, die in Ihrer Freizeit Fußballfans sind. Du bist ein Fußballfan, der in seiner Freizeit bei der Bahn arbeitet. Aber ich bin mit dir zufrieden und die anderen bewundern dich dafür. Also mach weiter so!« Das werde ich nie vergessen. Ich war selber total überrascht.



Ergänzung zu 11 FREUNDE-Spezial: 70er

Das waren die Siebziger


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Kommentare

  • User
  • 26.03.2009 12:23:50 unionchemiker

    Seit dem 29.9.2009 habe ich 1500 Ligaspiele von Nottingham in Folge gesehen.

    ich lese erst weiter, wenn das korrigiert ist...nachlässiges gesindel.

  • User
  • 26.03.2009 14:23:34 unionchemiker

    so. weitergelesen. man weiß ja um die geschichte des herren, gibt ja nicht allzu viele ikonen in der szene.
    also hut ab und danke für das bereitete warme herz....

  • User
  • 26.03.2009 14:39:19 calimero

    es gibt sie doch noch, interessante artikel!

    protokoll geführt und für jedes spiel ne akte angelegt:-)
    was war er von beruf?

  • User
  • 26.03.2009 14:47:57 AntiMöller

    Steht da: Mechaniker in einer Lokfabrik. So kam er immer an Freifahrtscheine.
    Mannoman, dass sowas geht! Ganz erstaunlich!

  • User
  • 26.03.2009 14:57:39 unionchemiker

    ich hatte die ehre, einen briten kennenzulernen (in einer kölner jugendherberge), welcher ehemals bei british airways arbeitete und zig freimeilen pro jahr fliegen durfte und darf. der kam von lissabon über belgeien und holland nach köln um dann nach prag weiterzufahren und dann nach frankreich.
    das lustige war, dass ich ausser lissabon, die identische route mit anderen verkehrsmitteln zurücklegte und wir die gleichen eintrittskarten besaßen. an diesem tage habe ich es verflucht, kaum englisch zu sprechen. denn das, was ich verstanden habe, war dermaßen beeindruckend, dass ich mir klitzeklein vorkam. spiele weit im 4-stelligen bereich, 2x den club der 92 geknackt etc.pp.

    im nächsten leben werd ich definitiv lokführer oder arbeite bei lufthansa.

  • User
  • 26.03.2009 15:02:58 lebowski

    airberlin nimmt Dich auch in diesem Leben noch.

  • User
  • 26.03.2009 15:03:42 AntiMöller

    Club der 92??

    Englisch kannst Du immer noch relativ leicht lernen. Guck DVDs mit Untertiteln. Dann kriegste schon mal ein Gefühl für die Sprache.

  • User
  • 26.03.2009 15:04:46 Haensgen vom Deich

    Vermute mal es geht um die 92 Profiklubs in England...

  • User
  • 26.03.2009 15:29:42 unionchemiker

    air berlin nimmt mich dann, wenn ich mir für 2000 tacken meine maulwurfaugen lasere...haste die grad mal eben?

    und anti glaub mir, so trottlig wie ich stellt sich keiner mit sprachen an...das wird nie im leben mehr was.

  • User
  • 26.03.2009 15:41:06 AntiMöller

    Lesson1: wau = wow
    Lesson2: Luft Berlin = air Berlin (geht doch!)
    Lesson3: Maulwurfsaugen = ....äh, schon gut.

  • User
  • 26.03.2009 15:59:00 schappi1848

    Anti. Untertitel sind wirklich klasse. Meine Freundin spricht perfekt Englisch (was größtenteils dem griechischen TV zu verdanken ist - die synchronisieren nämlich nix). Mir bringt es allerdings reichlich wenig wenn die griechischen Untertiltel zum englischsprachigen Film einblenden.

  • User
  • 26.03.2009 16:07:58 AntiMöller

    Neulich auf der Berlinale: 4-stündiger japanischer Film. Original mit englischen UT. Vor mir saß ein Basketballspieler...
    Ich denke, deshalb sprechen auch Skandinavier u.a. so gut englisch. Oder Holländer. Oder auch Portugiesen sprechen für ein lateinisches Völkchen sehr gut. Kann man sicher zu einem gewissen Maße auf fehlende Synchr. in der TV-Kultur zurückführen.

  • User
  • 26.03.2009 20:32:33 MarcRamone

    Das Interview ist weltklasse. Er ist der wahre Nick Hornby!

    Dann kann es ja bald eine Fortsetzung von Fever Pitch geben, mit Renterbesetzung. Die alten Herren haben eh die kultigsten Stories parat.

    Bzgl. Sprache:
    Bei einem englischen Fußballfan reicht es doch "Cheers" zu sagen. Dann ist man voll intigriert.
    Außerdem sollte man statt alle Vokabeln zu können vor allem lernen, welche verboten sind. Gerade aus deutschem Munde. PENALTY (Elfmeter) z.B.!

  • User
  • 26.03.2009 20:37:07 unionchemiker

    was ich kann, ist: low-wanker....

    aber jetzt mal im ernst: was hat hornby damit zu tun? solche wie hornby gibt es überall zu hauf. nur hat er es verstanden, dies exellent zu papier zu bringen. großartig, für wahr.

    aber DER typ macht das im stillen. der hätte es um einiges mehr verdient, nottinghams fan des jahrhunderts zu werden, und nicht der herr ebby. wobei, man könnte es ja, ähnlich dem fall maradona und pele, beiden zugestehen...

  • User
  • 26.03.2009 20:45:46 AntiMöller

    Mit "low-wanker" liegste jedensfalls ganz vorne. Da kommt aber jedenfalls das Problem "timing" hinzu. "Low-wanker" ist Ursachen-/Zeit-/Situationsabhängig. Du kannst neue Freunde finden, Du kannst Dich aber auch mit Zahnmehl auf der Intensiv wiederfinden.

    Eine Welt voller Stuarts und wir führten keine Kriege!

  • User
  • 26.03.2009 20:49:20 MarcRamone

    Ich fühlte mich an Nick Hornby erinnert und nahm ihn als Metapher und populären Stellvertreter, eben weil Nick es so wunderbar verstand das alles zu Papier zu bringen und eben dieser Rekordfan Stuart Astill aus Nottingham das, was im Buch nur exemplarisch steht, zu hauf erlebt haben muss und einiges darüber hinaus. Und es stimmt, im Stillen.

    Einfach genial beim Rivalen Mitglied zu werden. Der Brüller!

  • User
  • 26.03.2009 20:56:45 unionchemiker

    eh mir das gegenteil bewiesen wird: das wort habe ich höchstpersönlich bei union-freiburg im pokal erfunden! der nebenstehende engländer wusste gar nicht, was ich von ihm will. als es klickerte hab ich 2 freicola bekommen!

    und eine welt voller stuarts, der fußball wäre ein ganz anderer. ein angenehmerer.
    man beachte hier vor allem die aussage: "...ich seh mir auch einen haufen amateuspiele an." denn DARUM geht es! es geht ums fußballgucken, darum, dass es scheißegal ist, ob ich da grad bei nem wm-halbfinale sitze oder bei nem freundschaftsspiel zwischen falkensee/finkenkrug - brandenburg süd!

    und deswegen, genau DESWEGEN, hat ja, auch wenn er über monate so lieb war, ein typ wie veltinsbauch keinerlei standing (cool was!) bei mir. diese ganze verseuchte premierekacke im lande. dieses hecheln nach topmodernsten stadien. dieser drang, das größte in europa, ja auf der welt, zu sein. dieses kommentarlose schlucken von beschneidungen der zuschauer. dieses durchgestylte scheißevent, was früher fußball hieß.
    ich kann 1000% den einwurf verstehen, diesen zwiespalt, nottingham gern inne premiereleague zu sehen, aber gleichzeitig zu trauern, dies nicht mehr bezahlen zu können.
    und darum geht es! ich kenne etliche leute, die sich selbst deutschen fußball klemmen müssen, weil sie nicht mit 3 kindern zu hertha gehen könnten. weils zu teuer ist. inkl. aller nebengeräusche.

    ja, fußball war mal anders. in meinen augen: besser!

  • User
  • 26.03.2009 21:17:47 MarcRamone

    Dieser ganze durchgeplante Eventkram beim Fußball ist wirklich schlimm geworden und als Schalker spüre ich das in der Arena natürlich am deutlichsten.

    Ob es früher insgesamt besser war, weiss ich nicht. Ich bin da hin und hergerissen. Ich denke da vor allem daran, wie es für die Schalker gewesen sein muss, als sie von der Glückauf Kampfbahn ins Parkstadion umgezogen sind. Dort waren sie richtig weit weg vom Spielfeld in einer weniger einladend wirkenden Betonschüssel.
    Nun ist der Umzug von der Betonschüssel in die Arena gewesen und es ist eigentlich eine ähnlich extreme Änderung.
    Ich denke vor allem in der Erinnerung wird sich vieles schöngedacht und jede Generation fand es zu der Zeit am schönsten, wie sie es zuerst kennengelernt haben.
    Nur dieser ganze Eventkram und die vielen Erfolgszuschauer oder halbinteressierten Zuschauer drücken auf die Stimmung. Und vieles anderes:-) Das Heft 11 Freunde gibts nicht umsonst so erfolgreich!

    Und ja, es ist zu teuer geworden. Ich gebe es zu, ich fahre auch nicht mehr oft hin.

    Ich suche auch schon eine lokale Alternative. Ich bin aus Bonn, da wäre der Bonner SC. Den BSC hate ich zuletzt in Köln bei einem NRW Liga Spiel gegen Fortuna Köln gesehen. Das hatte auch mal was.

  • User
  • 26.03.2009 21:26:44 unionchemiker

    bei BONN zucke ich immer zusammen und denke an helmut kohl. iss reflex. und damit verbunden der gedanke, dass es in bonn gar keinen fußball geben könne...

    natürlich ändern sich die zeiten. und natürlich ist es nicht verkehrt, den leuten mehr komfort, sicherheit und eine bessere versorgung zu bieten. und natürlich muss ich nicht auf krampf den fußball dort belassen, wo er sich in den 80ern befand. in grauen, kalten, unwirtlichen betonschüsseln.

    was mich jedoch auf die palme bringt ist die teilweise doppelmoral der fans. präsidenten und solch ein dreck sind mir völlig latte. was mich ärgert sind fans, die diese rasante, in meinen augen falsche, "entwicklung" mittragen und schönreden. und sich im gegenzug aber über "premiere-kacke" aufregen... egal.

  • User
  • 26.03.2009 21:36:54 AntiMöller

    Was kann ich sagen? Ich bin Fußballfan (ein bischen so wie Sir Stuart) und Bayern-Anhänger. Ich fiebere mit den Bayern seit 74 mit, ich bin ein Erfolgsfan und dann doch nicht. Jedenfalls gehe ich nicht -obwohl geschenkt- in gewisse Stadien, oder eher selten. Jedenfalls nicht sehr gerne. Ich liebe es aber, aus meiner Haustür zu treten und 20 Schritte in`s Katzbachstadion zu gehen, egal wer da spielt. Und DAS ist es für mich. So, wie die Fotos von Hans van de Meer, in den 11 Freunden. DAS will ich! Ein DfB-Pokalfinale gucke ich mir lieber zu Hause im TV an. Habe da schon VIP zum Finale abgelehnt. Fressen kann ich besser zu Hause.

  • User
  • 26.03.2009 21:38:44 unionchemiker

    scheiße, und grade ICH hab ne serie bei pokalendspielen zu verteidigen. dieses jahr ist das 9. am stück dran....

  • User
  • 26.03.2009 21:41:06 AntiMöller

    20 Schritte nicht deshalb toll, weil bequem, sondern, da trifft man seinen Kiez und auf die Realität. Ich brauche keine Hostessen (bei Hertha sind se besonders schick!), ich will meine Schollis!

  • User
  • 26.03.2009 21:43:18 AntiMöller

    @UCH: mittlerweile habe ich da auch keine Kontakte mehr. Gräme Dich nicht.

  • User
  • 26.03.2009 21:47:00 unionchemiker

    Hä? worüber sollte ich mich grämen und wozu hast du keine kontakte mehr?

  • User
  • 26.03.2009 21:49:47 AntiMöller

    Dachte, weil ich immer Karten fürs Finale hätte kriegen können und ich sie -wie oben erwähnt- manchmal abgelehnt hatte. Und wegen deines mühsamen rekordversuches.
    Vergiss es.

  • User
  • 26.03.2009 21:52:40 unionchemiker

    iss nicht mühsam, keine angst. mich ärgert eher mein innerer zwang, die serie nicht zu unterbrechen...

  • User
  • 26.03.2009 21:57:50 MarcRamone

    @unionschemiker: Gefühlt gibt es in Bonn auch keinen Fußball. Den Die meisten Bonner wissen nichts von der Existenz des Bonner SC. Nur so am Rande.

    Die Doppelmoral der Fans...

    Ich denke es ist eine Generationenangelegenheit. Die meisten Zuschauer die für Stimmung sorgen sind i.d.R. jung und in den Kurven zuhause. Viele von denen kennen ein "damals" noch nicht.

    Ich bin z.B. zu einer Zeit Fußballfan geworden als es erstmals Werbung auf den Trikots gab. Ich kann mir gut vorstellen, dass es damals denjenigen die schon länger dabei waren mächtig auf den Kekz ging. Mir als Kind ist das jedoch weniger aufgefallen.

    Fußnball im Pay TV oder sonst welchem TV ist ja nur auf Einschaltquote aus, ganz natürlich. Nur leider bekommen so neutrale Zuschauer eine Macht über wirklich interessierte und speziell von einem Verein begeisterte.
    So bekommt eine nichtssagende Masse das Sagen über den leidenschaftlichen Zuschauer. Schon böse, die Situation. Da kommen wir auch nciht mehr raus!

    Im 11 Freunde Nottingham Artikel wird ja Amateurfußball erwähnt. Kann es sein, dass die in England auch dort viel größere Zuschauermengen haben als wir sie her bei uns in diesen kleineren Ligen haben? Da macht es auch gleich mehr Laune hinzugehen.

    Fußball um die Ecke bzw. auf dem Kiez ist ja das Ideal. Ich glaube die Briten ticken auch so und deswegen haben die lokalen Vereine so viele Zuschauer. Egal in welcher Liga, so richtig leer scheints nirgends zu sein. Ich war allerdings noch nicht in England bei einem Fußballspiel, weiss es also nicht.

  • User
  • 26.03.2009 21:59:01 AntiMöller

    Klingt ein bischen nach Serienmörder, gelle?
    *Buuh*

  • User
  • 26.03.2009 22:04:22 unionchemiker

    nun, wann bekommt man in england das GEFÜHL, von amateurfußball? preislich gesehen ab liga 4 abwärts, eher liga 5... die zuschauerzahlen sind bis liga 7, regional noch tiefer, sehr respektierlich.

    und natürlich, der generationenwechsel...dem halte ich aber die resignation vieler "alter" entgegen...dieses ständige, kommentarlose krötenschlucken....wie gesagt, vorbei. der zug iss abgefahren und ich hätte gern gesehen, wie derb die krise den fußball getroffen hätte...

  • User
  • 26.03.2009 22:06:21 AntiMöller

    Warum bekommen neutrale Zuschauer (=pay TV) eine Macht über begeisterte zuschauer? Einschaltquote ist doch losgelöst von der Zuschauermenge. Das verstehe ich jedenfalls nicht, werter Ramone.
    In Deutschland (und als FuWo-Neuleser) fällt mir die Diskrepanz an Zuschauerzahlen zwischen der dritten Liga und der 4ten Liga auf. Eben noch 5 - 10k und dann 250. Genau, wie ist es in England?

  • User
  • 26.03.2009 22:57:45 MarcRamone

    Bzgl.:
    Neutrale Zuschauer bekommen Macht über Anhänger eines Vereins.

    Die Ligaspiele sind noch nicht so im Fokus der Allgemeinheit, aber dafür die Gruppenphasen der CL oder andere Pokalspiele, da sie oft frei zu empfangen sind.

    Diese Spiele sehen wirklich viele und es können unmöglich bei einer Zuschauerbeteiligung von sagen wir mal 1,5 Mio. davon mind. 1 Million Fan einer Mannschaft sein.

    Mir ist aufgefallen, dass nach so einem Pokalspiel z.B. die vielen neutralen Zuschauer immer wieder sagen, "das war aber kein schönes Spiel" oder "es war ein schönes oder spannendes Spiel".
    Dem Fan einer Mannschaft gehts erstmal um den Sieg, dann um die Spielweise. Bei neutralen andersrum.

    Wenn Madrid gegen Mailand spielt, dann sind die Einschaltquoten hoch. Die Mehrheit davon wird neutral sein und die sollen weiterhin das Spiel schauen. Genau für die neutrale Mehrheit soll es passen und das kann oft auf die Kosten der eigentlichen Anhänger gehen.

    So meine ich das.

    Hm, ich hoffe das einigermaßen gut erklärt zu haben. Das ist so eine Beobachtung von mir gewesen.

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