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05.12.2011

Thomas Kempe über modernes Training

»Bin ich Leichtathlet?«

Interview: Dirk Gieselmann  Bild: Imago

Die Wissenschaft gehört heute zum Fussball wie die Mayo zur Pommes. Doch wie fing alles an? Der Bochumer Thomas Kempe hat in den 80ern die ersten Laktat-Tests über sich ergehen lassen. Wir sprachen mit ihm.

Thomas Kempe über modernes Training - »Bin ich Leichtathlet?«


Herr Kempe, ist es wichtig, dass Training Spaß macht?

Thomas Kempe: Sehr wichtig! Jeder will doch Spaß an seinem Beruf haben. Sie auch, oder?

Ja, aber es gibt auch Dinge, die man nicht so gern macht. Was war das bei Ihnen?


Thomas Kempe: Waldläufe!



In den 80er Jahren wurde gern und viel Kondition gebolzt.

Thomas Kempe: Waldläufe waren schon an der Tagesordnung. Als ich beim VfL Bochum erstmals unter Rolf Schafstall trainierte, dachte ich: Was ist denn hier los? Bin ich Leichtathlet? Aber viele Trainer haben das Unangenehme mit dem Angenehmen verbunden und viel mit dem Ball trainieren lassen, Fünf gegen Fünf, Acht gegen Acht.

Was hätten Sie zu Jürgen Klinsmann gesagt, wenn sie mit den Gummibändern hätten trainieren sollen?


Thomas Kempe: »Das ist doch nix Neues«, hätte ich gesagt. Wir hatten früher doch auch schon Deuser-Bänder, mit denen wir Krafttraining gemacht haben. Auch das sah schon doof aus! (lacht)

Wann haben Sie Ihren ersten Laktat-Test gemacht?

Thomas Kempe: Oh Gott! (überlegt) Das muss so 1987, vielleicht 1988 gewesen sein. Da mussten wir erst wahnsinnig Kondition bolzen. Dann wurden wir ins Ohrläppchen gepiekt, und schließlich wurde das Blut untersucht. Wenn man einen Wert von 4 hatte, wusste man, das ist ganz gut. Aber eigentliche wusste man am Anfang ja gar nicht: Was soll das jetzt?

Haben Sie sich gesträubt?

Thomas Kempe: Neee. Was soll man machen? Man wird vom Verein bezahlt, da macht man solche Sachen eben bereitwillig mit.

Wie oft mussten Sie die Prozedur über sich ergehen lassen?

Thomas Kempe: Zweimal im Jahr. Einmal nach dem Training und einmal in der Halbzeitpause eines Spiels. Dann konnte man sehen, wer im letzten halben Jahr an sich gearbeitet hatte und wer eher faul gewesen war. (lacht)



Ergänzung zu Heft #87 02/2009

Gibt es das perfekte Spiel?


weiterlesen [1] [2]



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Kommentare

  • User
  • 05.12.2011 17:53:27 Marco Polo

    Und wieder ein Interview mit einem selbstverliebten Kind der 80er. Was denken die sich eigentlich? Spielten zu einer Zeit ind der Fußball um Kategorien langsamer war als heute und denken sie würden heute die Weltstars stoppen indem sie Manndeckung gegen sie spielen. Als ob Bundesligaverteidiger heute kein Krafttraining machen würden.

    Warum macht ihr nicht ein Interview mit Mario Basler über seine Meinung zu "Kritik der reinen Vernunft"...das würde wohl auch nicht unintelligenter enden.

  • User
  • 05.12.2011 19:37:55 Dieter75

    Ich bin schon seit jeher großer Fan vom Tomy und fiebere nun auch mit seinen zwei Söhnen Dennis (Karlsruher SC) und Tobias mit (Erzgebirge Aue) mit. Er hat mich damals zum Fußball gebracht als er so unglaublich bei den Duisburgern spielte. Dieses Niveau hat er so erst später bei den Bochumer wiederholt und auch da war er stets ein geradlinieger Profi.
    Lange Rede: vielen Dank für das Interview damals, liebe 11Freunde!
    Euer Dieter

  • User
  • 07.01.2012 10:41:06 Yvy

    @marco polo

    wohl jüngeres semester ? das mit der wehleidigkeit stimmt auf jeden fall. andererseits hätten sie damals erst mal 2 jahre konditionstraining machen müssen, um mit ronaldo 10min mithalten zu können

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