Die Geschichte der Bayern-Flops
Die Ahnen des Poldi
Text: Mathias Ehlers und Marco Weber Bild: Imago
»Ich würde nie zum FC Bayern München gehen«, ließen die Toten Hosen einst verlauten. Inzwischen würde dies auch Lukas Podolski unterschreiben. Das Scheitern hat in München Geschichte, wie folgende Beispiele beweisen.
Kalle Del'Haye (1980-1985): Für ihn überwies Hoeneß 1,3 Millionen Mark nach Gladbach und begründete damit die Tradition, Spieler zu kaufen, um Gegner zu schwächen. In fünf Jahren erzielte der Stürmer sieben Tore, macht rund 186000 Mark pro Treffer. Nach dem Karriereknick reichte es dann nur noch für Verträge in Düsseldorf und Aachen.
Radmilo Mihajlovic (1989-1991): Einen völligen Fehlgriff leistete sich der FCB mit der Verpflichtung des serbischen Stürmers, den man von Dinamo Zagreb loseiste. Trotzdem ist mit diesem Spieler eine der größten Leistungen von Uli Hoeneß verbunden, als er es schaffte, den Vier-Tore-Mann nach 18 Monaten für sage und schreibe drei Millionen Mark an Schalke zu verscherbeln.
Alan McInally (1989-1992): »Mic & Mac« alias Mihajlovic und McInally sollten anno 1989 die Zukunft des FC Bayern sein. Nach einem viel versprechendem Start (zusammen erzielten sie alle drei Treffer beim Auftaktsieg gegen den 1.FC Nürnberg) ging es für beide bergab und Roland Wohlfarth holte sich seinen Stammplatz zurück.
Michael Sternkopf (1990-1995): Mit dem damaligen Karlsruher begannen die Bayern ihren jährlichen Einkaufsbummel beim KSC. Ihm folgten Mehmet Scholl, Oliver Kahn oder Torsten Fink. Böse Zungen behaupten, man habe ihn nur wegen seiner Fähigkeiten als Bravo-Coverboy verpflichtet. Fünf Jahre später nach Mönchengladbach abgeschoben.
Thomas Berthold (1991-1993): Kam als Weltmeister vom AS Rom. Nutzte die Zeit beim Rekordmeister, um sein Handicap zu verbessern. Nachdem ihm die Golflust verging, erlebte er seinen zweiten Frühling beim VfB Stuttgart, wo er sogar noch in den 94er WM-Kader rutschte.
Waldemar Aureliano Mazinho (1991-1994): Kam, um mit seinem Kollegen Bernardo die Bundesliga zu erobern. Einer passablen ersten Saison folgten schwache Jahre mit konstanter Torflaute, darf sich aber immerhin deutscher Meister 1994 nennen. Hatte anschließend gute Jahre in Japan.
Fernando da Silva Bernardo (1991): Nur wenige Monate hielt es der Millionen-Neuzugang aus Sao Paolo in der bayrischen Metropole aus. Nach nur vier Bundesliga-Einsätzen übermannte ihn das Heimweh und er ließ seinen Landsmann Mazinho zurück.
Adolfo Valencia (1993-1994): »El Tren« (»Der Zug«) war der erste Kolumbianer in Diensten des FCB. Erzielte zwar ordentliche elf Treffer in 26 Spielen, machte aber größere Schlagzeilen, weil er lieber in der Badewanne blieb, als zum Deutschunterricht zu gehen. Nach einem Jahr zu Atlético Madrid weitergereicht. Dank der Bayern-Classics füllt er im DSF noch immer jede Winterpause.
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