25 Dinge über Holländer
Ik heb en twejaarig contract
Text: Philipp Köster, Max Ost und Lucas Vogelsang Bild: Imago
Jol, Rutten, van Bommel – die Bundesliga schwört auf niederländische Trainer und Spieler. Und das nicht erst seit diesem Jahr. Geschichten und Anekdoten vom Cadillac des Jacobus Prins und der dicken Tüte von Quido Lanzaat
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Holländer in der Bundesliga – einer der Befürworter ist HSV-Sportchef Beiersdorfer. Angesichts der gelungenen Transfers von Mathijsen und de Jong jubilierte er anno 2007 über die Holländer: »Sie passen von der Mentalität und Qualität zum HSV.« Was Mathijsen in eine Übernahmestrategie ummünzte: »Wartet ab, in ein paar Jahren stehen hier elf Holländer auf dem Platz.« Mit Rafael van der Vaart war dieser Plan offensichtlich nicht abgesprochen.
2
Manchmal sind Niederländer die besseren Deutschen: Nachdem Kapitän Oliver Kahn nur unlustig am Tisch saß und dann viel zu früh die Weihnachtsfeier des FC Bayern München verließ, drohte die Stimmung zu kippen. Doch Conférencier Mark van Bommel sprang ein und hielt an Kahns Stelle eine kleine Rede.
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Und manchmal sind Niederländer die besseren Spanier. Dachte Rafael van der Vaart als er 2007 seinen Wechsel zum FC Valencia plante. Der Transfer platzte, auf ein Valencia-Trikot musste er nicht verzichten: »Van der Verrat« stand auf dem Weihnachtsgeschenk seiner Mitspieler.
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Huub Stevens, als Trainer von Schalke und Hamburg die Inkarnation des abgesicherten Einszunull-Sieges, über den niederländischen Fußball: »Die Abenteuerlust der Seeleute ist bis heute in uns Niederländern. Deshalb denken wir ein bisschen offensiver und insgesamt kreativer.« Vielleicht sollte Stevens seinen Stammbaum nochmal nach deutschen Vorfahren durchforsten. Oder nach italienischen.
5
1980 heuerte Rinus Michels beim 1. FC Köln an und sorgte selbst bei Toni Schumacher für gänzlich neue Erfahrungen: »Michels war ein knochenharter Kerl, abgrundtief gehasst und geachtet zugleich. Das Training war eine einzige Quälerei: Gymnastik, Laufen bis zur Erschöpfung, ›angefeuert‹ durch Bemerkungen wie ›Kriecher‹, ›Flaschen‹, ›Dilettanten‹. Meine Freunde Pierre Littbarski und Klaus Allofs waren zutiefst gekränkt, glühend vor Wut, fühlten sich wie Sklaven behandelt.«
6
Der erste holländische Trainer in der Bundesliga war allerdings nicht Michels, sondern Jan Notermans, der 1972 bei Arminia Bielefeld den Konkursverwalter nach dem Bundesliga-Skandal gab.
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Holländische Spieler heuerten schon früher in der Bundesliga an: Heinz Versteeg (Meidericher SV) und Jacobus Prins (1. FC Kaiserslautern) verdienten schon in der ersten Saison 1963/64 in Deutschland ihre Brötchen. Und vor allem Letzterer war das, was man wohl ein »Original« nennt. Kam mit einem Cadillac zum Training und hatte eine Kundenkarte im Mannheimer Rotlichtdistrikt.
8
Was haben alle Niederländer in der Bundesliga gemein? »Alle Holländer in Deutschland waren richtige Ochsen: Eijkelkamp, Hoogma, Mulder, de Kock oder dieser Meijer.« Sagt jener Erik Meijer, der zehn Jahre lang in der Bundesliga spielte.
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Die holländische Selbstverpflichtung zu spektakulärem Fußball nahm der Bremer Vertragsamateur Arie van Lent in der Saison 1996/97 gegen den 1. FC Köln zu ernst. Er schoss vier Tore, das Spiel endete allerdings 3:2 für die Bremer. Van Lent hatte die Kölner mit einem Eigentor in der 9. Minute in Führung geschossen, sich dann besonnen und diese Schmach durch einen Hattrick getilgt.
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Dank Quido Lanzaat wird sich auch ein anderes holländisches Klischee noch ein wenig halten. Nach dem Hallenmasters-Finale 2000 in München wurde er positiv auf THC getestet, einer Zutat der weiblichen Blütenstände der Hanfpflanze. Später gab er zu, an Silvester zwei Joints geraucht zu haben. Lanzaat wurde nur für drei Monate gesperrt. Weil er die Tüten in Amsterdam geraucht hatte. Denn Haschisch steht in den Niederlanden nicht auf dem Doping-Index.
Aus Heft #83 10/2008
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