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29.09.2008

Ralf Falkenmayer im Interview

»Das Fleisch ist schwach«

Interview: Erik Rossel  Bild: Imago

Zwei Jahrzehnte lang hielt Ralf Falkenmayer seine Knochen für die Eintracht hin. Wie beurteilt er die aktuelle sportliche Krise? Ein Gespräch über das Kämpfen, über Niederlagen und Schwimmen im kalten Wasser.

Ralf Falkenmayer im Interview - »Das Fleisch ist schwach«


Herr Falkenmayer, im aktuellen 11FREUNDE-Heft ist eine Reportage über die Eintracht erschienen. Menschen im Umfeld des Vereins erzählten uns, dass sie noch immer wissen, wo sie am Tag des Lizenzentzugs der Eintracht waren und was sie in gerade gemacht haben. Wissen Sie es noch?
 
Wenn ich ehrlich bin: Nein, ich weiß es nicht mehr. Wann war das noch mal?
 



Im Sommer 2002.

 
Ach so. Ich war da ja nicht mehr bei der Eintracht. In Frankfurt habe ich 1996 aufgehört zu spielen. Aber wo war ich da? Wahrscheinlich bei der Arbeit.
 
Wo arbeiten Sie heute?
 
Ich arbeite in Darmstadt bei einem Großhandel für Laminat und Parkett.
 
Wann waren Sie das letzte Mal im Schwimmbad, schließlich sind sie gelernter Schwimmmeistergehilfe?
 
Ich glaube, irgendwann im letzen Jahr. Danach habe ich noch eine Ausbildung zum Automobilkaufmann gemacht. Schwimmen ist eigentlich kein Hobby von mir. Ich mag das kalte Wasser nicht.
 
Beim Spiel Juventus Turin gegen Eintracht Frankurt im Uefa-Cup 1995 veräppelte sie Fabrizio Ravanelli. Er rief »Falke«, und sie spielten ihm den Ball zu. Woher kannte er ihren Spitznamen?
 
Ich nehme an, er hat ihn im Spiel von meinen Mitspielern gehört. Das war schon lustig. Nach dem Spiel haben wir beide darüber gelacht. 
 
Nach dem Drama von Rostock und der verspielten Meisterschaft 1992 sagte Uli Stein, dass nur Sie, Manni Binz, Ralf Weber und er selbst Kämpfer für diese Meisterschaft gewesen war. Wie sahen sie das Spiel? Was lief da verkehrt bei der Eintracht?
 
Das stimmt so nicht, was der Uli damals gesagt hat. Nicht nur wir haben gekämpft. Die Meisterschaft haben wir eigentlich schon eine Woche vorher zu Hause gegen Bremen verspielt. Da führten wir mit 2:0 und spielten am Ende nur unentschieden. Beim letzen Spiel in Rostock war es dann schwer. Hansa war schon abgestiegen und konnte frei aufspielen. Wir mussten gewinnen, haben es aber eben nicht gepackt. Dann war da noch diese Fehlentscheidung... Ach, wir hatten es in der eigenen Hand. Es war halt schade - so leicht wie damals, Deutscher Meister zu werden, war es nie mehr.
 
Laut einer Statistik schossen Sie in einer Saison, in der Sie als Verteidiger geführt wurden, mehr Tore, als Sie je als Mittelfeldspieler machten. Was war damals ihre eigentliche Position?

 
Das muss am Anfang meiner Profikarriere gewesen sein. In den ganz frühen 80ern. Ich kam für das Eintracht-Idol Willi Neuberger in die Mannschaft. Er spielte linker Verteidiger, hatte sich verletzt und ich spielte auf seiner Position. Ich konnte da viel nach vorne machen. In der Jugendnationalmannschaft spielte ich eine ähnlich Rolle.
 
Welche Erlebnisse zählen zu den Höhepunkten ihrer Karriere?

 
Die schönsten Erinnerungen habe ich an die gewonnene Jugendeuropameisterschaft 1981 in Deutschland.  Mit der Eintracht ist es der 1:0 Sieg im Uefa-Cup in Neapel 1994. Ich habe das Tor geschossen. Es gibt mehrere große Spiele, an die ich mich erinnere. Schön und emotional war auch die Saison 1991/92, obwohl es am Ende nicht für die Meisterschaft reichte. Wir waren spielerisch so stark.
 
Und das Uefa-Cup-Finale 1988 mit Bayer Leverkusen?

 
Da war ich der einzige, der seinen Elfmeter verschossen hatte. Aber wir haben ja trotzdem gewonnen.
 



Ergänzung zu Heft #83 10/2008

Rudi Völler über Partys mit Magath


weiterlesen [1] [2]



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