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28.07.2011

25 Dinge über Sonnenkönige

Der Klub bin ich

Text: Philipp Köster und Maximilian Hendel  Bild: Imago

Geld stinkt nicht, sprach einst Kaiser Vespasian. Deshalb werfen sich Fußballklubs immer wieder reichen Gönnern an den Hals. Geschichten über einen abgebrannten Privatbankier, eine plötzliche Ölkrise im Ruhrpott und einen falschen Scheich.

25 Dinge über Sonnenkönige - Der Klub bin ich


1
Jack White, alias Horst Nußbaum, spielte einst durchaus passabel Fußball, wurde dann Plattenproduzent und kaufte sich schließlich 1992 beim Berliner Underdog Tennis Borussia ein. Dort steckte er die mit Chartstürmern wie Laura Branigan sauer verdienten Millionen in neue Spieler, mehr als ein paar schmucklose Jahre in der 2. Liga sprangen nicht dabei heraus. Die Leidtragenden der White-Ära sind die TeBe-Fans, die im Stadion ausgiebig mit den schwer erträglichen Songs von David Hasselhoff (vom Band) und Bernhard Brink (gerne live) beschallt werden.



2
1976 stieg Popstar Elton John beim englischen Fußballklub FC Watford ein. Was zunächst nur wie der Spleen eines gelangweilten Popmusikers wirkte, erwies sich bald als Erfüllung eines Jugendtraums. So stolz war John auf sein Amt, dass er sogar seinen Aston Martin in den Klubfarben anmalen ließ. Was wiederum Prinz Philip, Gemahl der englischen Königin, zu John sagen ließ: »Oh, Sie sind das, dem dieses Auto gehört. Wir haben es oft gesehen, wenn wir an die Rückseite von Windsor Castle gefahren sind. Jedes Mal haben wir uns gefragt, wem wohl dieses grässliche Auto gehört!«

3
Bisweilen verraten schon Spitznamen etwas über die Amtsführung. So wurde Peter Maaßen, Großhändler von KFZ-Teilen, als Präsident von Rot-Weiß Oberhausen nur »Pascha« gerufen. Der gutmütige Maaßen war in Personalunion Präsident, Trainer, Betreuer und Zuschauer. Als Maaßen nach 35 Jahren im Jahre 1973 bei RWO hinschmiss, war der Klub derart pleite, dass er seinen Spielern nicht einmal das Essen im Trainingslager bezahlen konnte.

4

Schier unbegrenzte Machtfülle genoss der Parfümeur Helmut Spikker in
Ahlen. Der Klub hieß nach einer Umbenennung genauso wie sein Duft-Imperium, nämlich »LR«, wenn auch Spikker schmunzelnd verkündete, die Abkürzung stehe für »Leichtathletik und Rasensport, aber bitte nicht für Leichtsinn und Reichtum«. Dann verhökerte Spikker seine Duftwasser-Fabrik, deren neue Besitzer das Sponsoring umgehend beendeten. Der Verein musste sich erneut umbenennen, heißt jetzt »Rot-Weiß« und kämpft seitdem gegen die horrenden Schulden der Spikker-Ära.

5

16 Jahre lang, von 1987 bis 2003 war Jesús Gil y Gil (Foto) Präsident des spanischen Klubs Atlético Madrid, verschliss in dieser Zeit rekordverdächtige 26 Trainer und quittierte erst im hohen Alter den Dienst, mit der hübschen Begründung: »Ich bin jetzt 70 Jahre alt, und es gibt so viele Dilettanten, die mich kritisiert haben. Das muss ich mir nicht mehr antun.«

6
Kaum ein Land zieht übergeschnappte Mäzene so an wie Österreich. So engagiert sich seit 1999 der Austrokanadier Frank Stronach bei der Austria Wien und anderen Klubs. Legendär Stronachs fußballerische Unbedarftheit. So kursiert die Anekdote, er habe einmal insistiert, den zur Halbzeit ausgewechselten Fernando Troyansky wieder einzuwechseln. Über Trainer mochte Stronach sich nicht ärgern: »Der beste Trainer kann nichts machen, wenn die Spieler keine Kondition haben.«

7
Besonders schön allerdings und deshalb eine eigene Erwähnung wert: Als die Austria im UEFA-Cup daheim gegen den FC Brügge antrat und ein schneidig kalter Wind durchs Stadion pfiff, wärmte sich Stronach – mit einem Salzburg-Schal. Den er erst abnahm, als ihn in der Halbzeit jemand auf den Fauxpas aufmerksam machte.

8
Den wohl kriminellsten Sonnenkönig des österreichischen Fußballs beschäftigte 1998 der Linzer ASK. Präsident Wolfgang Rieger war zugleich Bankier des privaten Instituts »Rieger Bank AG« und verdünnisierte sich im Herbst 1998 unter Mithilfe des LASK-Platzwarts und mit 125 Millionen Schilling aus den Tresoren seiner Bank im Gepäck. Später klickten dann an der Cote d’Azur die Handschellen.

9

Weniger kriminell, dafür umso lustiger ging es einst bei der Austria aus Salzburg zu. Dort war Präsident Rudi Quehenberger auf der Suche nach einem Mäzen fündig geworden und brüstete sich: »Scheich Khalil Al Qassimi hat in mehreren Telefonaten bestätigt, dass er zu dem abgeschlossenen Kooperationsvertrag steht.« Doch der Scheich machte sich zunächst rar und schickte stattdessen einen Spanier namens Pedro Benali, ausgestattet mit den allerbesten Zeugnissen großer Klubs, vor. Benali, der sich zwischendurch auch Ben Ali nannte, erwies sich dann aber als Hochstapler. Vorbei das orientalische Märchen.

10

Jeder opponiert mal gegen seine Eltern und doch sind sie für einen da, wenn die gerade noch vorlauten Kinder irgendwann flehend angekrochen kommen, weil das Taschengeld wieder verschleudert wurde. Beim FC St. Pauli ging es nicht um Taschengeld, sondern um Profi-Fußball. Architekt Heinz Weisener scheiterte erst grandios mit seinem Babel-Projekt »Sportdome«. Danach hielt der »Papa« als Präsident mehrmals und jahrelang den Klub aus der eigenen Geldschatulle am Leben.


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Kommentare

  • User
  • 28.07.2011 15:53:32 skifahrer

    Herren wie Neudecker, Piepenbrock, Steilmann, Hopp, Agnelli und meinetwegen Wildmoser in einem Atemzug mit allen hier sonstigen genannten Typen zu nennen, ist irgendwie sehr schräg und an den Haaren herbei gezogen.

  • User
  • 28.07.2011 16:54:11 GTEvo

    4
    Schier unbegrenzte Machtfülle genoss der Parfümeur Helmut Spikker in
    Ahlen. Der Klub hieß nach einer Umbenennung genauso wie sein Duft-Imperium, nämlich »LR«, wenn auch Spikker schmunzelnd verkündete, die Abkürzung stehe für »Leichtathletik und Rasensport, aber bitte nicht für Leichtsinn und Reichtum«. Dann verhökerte Spikker seine Duftwasser-Fabrik, deren neue Besitzer das Sponsoring umgehend beendeten. Der Verein musste sich erneut umbenennen, heißt jetzt »Rot-Weiß« und kämpft seitdem gegen die horrenden Schulden der Spikker-Ära.
    [/b]

    Hallo lieber Yahoo!Eurosport Kolumnist und 11Sportsfreunde "Cheffe" Philipp Köster.
    Du begibst dich hier auf sehr dünnem Eis.

    Für die momentanen Altlasten des Ahlener Weltklubs aus dem Herzen des Münsterlandes, zeichnet zu 99,9% die sog. "G"-Gruppe".
    Das rennommierte "blauweisse" Ahlener Familienunternehmen aus der Bau(Löwen)Branche verliess grade das sinkende Schiff.

    Seit Jahren beteuerten die ehemaligen "Blau-Weiss" Macher des dahinsiechenden RWAhlen(Nachfolger von LR - Fusion aus BlauWeiss/TUS Ahlen, Vereinsfarben GrünWeiss)also praktisch den Hausvereinen der "G-Gruppe" und HelmutSpikker, als "Herzensangelegenheit", zieht abba im selben Atemzug gegen den Insolvenzverwalter "Little" Mönig in den Krieg und will der Ahlener Bevölkerung nun "blau"Weiss machen dass man eigentlich ja die Goldene Bundes-Speisskelle am Bande verdient hätte.

    HelmutSpikker hierhin zustellen als ob er die aktuell Verbrannte Erde hinterlassen hatte ist so nicht wahr und schlichtweg polemisches Stammtischgefasel.
    Als 11Freunde Chefredakteuer und "zukünftiger DFB Mediendirektor"("Ein bisschen Spass muss sein",nä) disqualifizierste dich in dieser Angelegenheit und begiebst dich auf das "Gefällt mir" Niveau von manipulierten Facebook/Twitter Likern.

    Ich würd ja an deiner Stelle den von mir fett makierten Passus entfernen odda Spikker-Ära in GosdaBau-Ära umschreiben.
    Dass ist dann zwar immer noch nicht der Wahrheit in vollem Umfang entsprechend, aber zumindest juristisch(hinsichtlich einer eventuellen Rufschädigungsklage aus dem Hause NWA) für den Chefredakteur 11Freunde bestimmt nicht zum Nachteil.

    GlückAuf aus der Mammutstadt Ahlen
    Holger

  • User
  • 29.07.2011 13:49:26 Hardcore

    "Ich als Verein musste da reagieren!" So siehts aus.

  • User
  • 29.07.2011 14:31:53 currygoi

    tzzzz.... sind eh alles nur Möchtegern-Tschagajews.

  • User
  • 31.07.2011 10:08:16 UrmelAusmEis

    Tja Holger: wer einmal spinnt, dem glaubt man nicht. Wieso sollte Köster etwas umschreiben, weil ausgerechnet DU es für falsch hältst? Und zweitens: WIE sollte er es umschreiben? Du bist ja nicht mal in einer so "wichtigen" Sache (wohl für Dich) in der Lage, auf Dein verschwurbeltes Verschwörungsdeutsch zu verzichten und Dich einfach mal auf verständliche Art und Weise auf Fakten zu reduzieren.

    Wenn ich irgendwo Chefredakteur wäre, würde ich lieber wegen Verleumdung auf der Anklagebank sitzen, als mich zum Gespött zu machen, weil ich auf einen Deiner Züge aufgesprungen bin.

    Also: Fakten, Fakten, Fakten, klar und verrständlich. Oder Schnauze.

    Und an den Leser denken
    Urmel

  • User
  • 01.08.2011 14:59:25 Yvy

    bitte berichtigen: Dynamo ist kein Traditionsverein. Gegründet 1953.

    Den Faschoclubs immer wieder ne Plattform geben, nee nee muß nicht sein.

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