Die Geschichte der Fußballfans

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Bernd Hobsch im Interview

„Wir fühlten uns wie die Größten“

Interview: Bastian Henrichs  Bild: Imago

„Wir fühlten uns wie die Größten“

Herr Hobsch, stimmt es, dass sie in ihrer Jugendzeit mal um die hundert Tore in einer Saison erzielt haben?

Ja, das stimmt. Woher wissen Sie das? Ich glaube es waren 104 Tore. Damals habe ich bei MAB Schkeuditz bei den Knaben gespielt. Das entspricht der heutigen E-Jugend. Eine tolle Saison. (lacht)

Träumten Sie damals schon davon einmal als Profi die entscheidenden Tore in einem Meisterschaftsfinale zu erzielen?

Nein. Ich habe nie gedacht, dass ich überhaupt mal Profi werde. Selbst als ich 15, 16 war, habe ich noch nicht daran gedacht. Im damaligen Osten gab’s ja auch gar keine Profifußballer. Aber ich habe mir auch nicht träumen lassen, dass ich mal in der DDR-Oberliga oder in der DDR-Liga (2. Liga der ehemaligen DDR, Anm. d. Red.) spielen würde. Ich war bei meinem Heimatverein und das war völlig okay.



Sie haben es dann aber doch geschafft.

Ja, es ging alles super schnell. Ich hatte eigentlich eine sehr gute Saison in Leipzig, dann wollte Otto Rehhagel mich haben und am Ende der Saison war ich Deutscher Meister und hatte im entscheidenden Spiel zwei Tore gemacht. Ich habe das damals gar nicht richtig wahrgenommen. Erst Jahre später habe ich das alles realisiert. Mit dem Spiel gegen den VfB Stuttgart sind wir Meister geworden, aber es war auf einmal ganz selbstverständlich. Obwohl wir uns natürlich wie die Größten fühlten.

Fast hätten Sie im entscheidenden Spiel gar nicht gespielt.

Richtig. Ich habe zunächst auf der Bank gesessen. Da war ich ein bisschen angefressen, weil ich ja eigentlich alle Spiele gespielt hatte, in den beiden Spielen zuvor aber nur kurz eingewechselt wurde. Nach einer halben Stunde bin ich dann für Stefan Kohn rein gekommen, weil der sich einen Kreuzbandriss zugezogen hatte.

Warum durften Sie nicht von Beginn an spielen?

Ich hatte eine kleine Formschwäche. Ich war neu in der ersten Liga und hatte gegen Ende der Saison Ladehemmung. Deshalb hat mich Otto Rehhagel dann zunächst draußen gelassen. Er hat aber mit mir gesprochen und gesagt, dass ich immer der erste sein würde, der reinkommt. Trotzdem war ich in dem Moment natürlich nicht glücklich. Ich habe an Leipzig gedacht. Die sind an dem Wochenende nämlich aufgestiegen. Darüber habe ich mich sehr gefreut, denn da hatte ich ja auch schon meinen Teil zu beigetragen (Hobsch schoss 15 Tore, Anm. d. Red.).


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