Die Geschichte der Fußballfans

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Raimond Aumann im Interview

„Ich war vom Ehrgeiz zerfressen“

Interview: Robert Mucha  Bild: Imago

„Ich war vom Ehrgeiz zerfressen“

Herr Aumann, was macht Ihrer Meinung nach einen guten Torwart aus?

Das kann man nicht nur mit ein, zwei prägnanten Attributen beschreiben. Ein Torhüter muss vor allem der Zeit, in der er spielt, angepasst sein. Neben Nervenstärke, guten Reflexen und Strafraumbeherrschung, muss ein Torhüter heutzutage auch mitspielen können. Dazu muss er ein Spiel lesen können, um seine Vorderleute dementsprechend zu dirigieren. Man muss mehr können. als nur im Tor zu stehen.



Früher war das anders?

Wer am schlechtesten kicken konnte, wurde ins Tor gestellt.

Waren Sie auch der schlechteste Fußballer in der Nachbarschaft?


Ich spielte zu Beginn auch im Feld. Irgendwann brauchte meine Mannschaft einen Torhüter, da habe ich mich eben reingestellt. Als Torhüter hatte ich auch etwas mehr Talent, dazu kam mein Ehrgeiz. Im Nachhinein war es wohl gut für mich, ins Tor zu wechseln.

Hat sich das Torwarttraining und –spiel im Vergleich zu Ihrer aktiven Zeit verändert?

Absolut. Früher wurden die Torhüter vom Co-Trainer trainiert, heute hat jeder Verein mindestens einen Trainer, der sich ausschließlich um die Aus- und Weiterbildung der Keeper kümmert. Ich bin auch der Meinung, dass Torhüter, im Vergleich zu früheren Zeiten, gegenwärtig einen anderen Stellenwert in der Öffentlichkeit, aber auch im Spiel selbst, haben. Sepp Maier war damals einer der ersten Torwarttrainer in der Bundesliga. Das war ein Startsignal dafür, dass erkannt wurde, wie wichtig die Position des Torhüters wirklich ist.

Sind Torhüter generell eher Einzelkämpfer oder Mannschaftsspieler?

Ein Torhüter ist letztendlich immer auf sich alleine gestellt. Wenn ein Verteidiger patzt, weiß er, dass hinten immer noch einer steht. Bei einem Torhüter kommt nach einem Gegentor immer die Diskussion auf, ob der Ball haltbar war oder nicht.

Hätten Sie mit Oliver Kahns Entscheidung gerechnet, als Ersatztormann mit zur WM zu fahren?

Absolut. Ich war immer davon überzeugt, dass Oliver Kahn ein fairer Sportsmann ist. Die Entscheidung Klinsmanns musste er so akzeptieren, wie er sich danach verhielt zeugt von großem Sportsgeist und verdient größten Respekt. Ob ich in seiner Situation so gehandelt hätte, kann ich nicht sagen.



Ergänzung zu Heft #72 11 / 2007


weiterlesen [1] [2]



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Kommentare

  • User
  • 23.07.2010 01:48:46 ceex73

    ja, das mit belgrad haben wir nicht vergessen. wer weiß, ob es den balkankrieg sonst gegeben hätte, wenn die serben damals demut gelernt hätten?

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