Die zehn schönsten Schwalben
Tod am Nachmittag
Text: Philipp Köster Bild: Imago
Eine Schwalbe will gelernt sein. Gelingt sie, ist sie das perfekte Verbrechen. Gelingt sie nicht, gerät das Unterfangen zur bodenlosen Peinlichkeit. Die zehn von uns gesammelten Fälle oszillieren zwischen diesen beiden Extremen.
10. Roberto Boninsegna
M’Gladbach – Inter Mailand, 1971
Eine Büchse flog, Roberto Boninsegna sank theatralisch danieder und wurde mit schwerer Haarwurzelerschütterung vom Platz getragen. Ein Videobeweis war mangels Video nicht möglich, das 7:1 der Gladbacher wurde annulliert.
9. Didier Drogba
FC Arsenal – FC Chelsea, 2006
Ein leichter Schubser von Jens Lehmann, schon flog Drogba durch die Luft, als hätten ihn Bud Spencer und Terence Hill gleichzeitig erwischt.
8. Rivaldo
Brasilien – Türkei, 2002
Das Stadion lachte, nur die Referees blieben ernst, als Rivaldo sich in der 89. Minute die Hände vor das Gesicht schlug und sich mit irrsinnigen Leibschmerzen auf dem Boden wälzte. Dabei war ihm der Ball des Türken Ünsal lediglich ans Bein gesprungen.
7. Andreas Möller
Borussia Dortmund – Karlsruher SC, 1995
Dass sein Gegenspieler meterweit entfernt stand, störte nicht. Möller flog trotzdem, wurde mit einem Strafstoß belohnt und hinterher via Fernsehbeweis gesperrt. Möllers Rechtfertigung war allerdings prima: »Es war kein Elfmeter, ich habe instinktiv reagiert.«
6. Norbert Meier
MSV Duisburg – 1. FC Köln, 2005
Keine richtige Schwalbe, aber großes Autorenkino: Meier stand Stirn an Stirn mit Kölns Albert Streit, dann fiel Meier plötzlich, drehte dabei noch eine halbe Pirouette und warf theatralisch die Arme in die Luft – warum auch immer. Streit blieb zunächst stehen, fiel dann aber auch zu Boden wie eine alte Dame mit akuter Herzschwäche.




