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Ehemaliger Arsenalspieler Stewart Robson kritisiert Arsene Wenger
Walter Baseggio Offline
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Walter Baseggio Offline
Dabei seit: 15.03.2007

Wenger führt den Klub wie ein Diktator'
Der frühere Arsenal-Spieler Stewart Robson stört sich an der Entwicklung des Vereins. Ein Gespräch vor dem Champions-League-Achtelfinale gegen den FC Bayern über den Trainer der Londoner, falsche finanzielle Prioritäten und die Folgen eines Scheiterns

Interview: Raphael Honigstein
SZ: Herr Robson, Sie beobachten Ihren ehemaligen Verein seit Jahren. War die Stimmung in der seit 1996 andauernden Ära von Arsène Wenger beim FC Arsenal jemals derart aufgeladen?

Stewart Robson: Mit einem Sieg gegen den FC Bayern kann sich das schnell wieder drehen. Aber es stimmt: Die Unzufriedenheit ist nach dem Aus am Samstag im FA-Cup (0:1 gegen Zweitligist Blackburn Rovers/Anm. d. Red.) gewaltig. In der Liga sind die Gunners Fünfter, in den beiden nationalen Pokal-Wettbewerben sind sie draußen und den Europapokal werden sie eher nicht gewinnen. Die Fans können nicht verstehen, dass Wenger nach acht Jahren ohne Erfolg die realistischste Chance auf einen Titel einfach so abschenkt.

 SZ: Er wollte vor dem Spiel gegen die Bayern einigen Stammkräften eine Pause gönnen.

 SR: Natürlich will er die Champions League gewinnen, sie fehlt ihm in seiner Sammlung. Aber musste er deswegen die halbe Mannschaft gegen Blackburn schonen? Das kann man vielleicht in der Liga machen, wo ein schlechtes Ergebnis nicht so in die Waagschale fällt. Aber nicht im Pokal. Ich erinnere mich an ein Pokalspiel gegen Manchester United vor fünf Jahren. Arsenal war damals Tabellenführer mit fünf Punkten Vorsprung. Wenger nahm die halbe Mannschaft raus und verlor 0:4. 10000Fans waren umsonst dorthin gefahren, und danach gewann das Team sieben Wochen lang kein einziges Spiel mehr. Alles eine gewaltige Zeitverschwendung.

 SZ: Arsène Wenger sagt, die Qualifikation für die Champions League sei auch eine Art Trophäe - und für den Verein viel wichtiger.

 SR: So sieht er das, ja. Aber wer feiert schon, wenn er Vierter wird? Beim Fußball geht es eigentlich darum, Dinge zu gewinnen. Fans wollen träumen, sie wollen Triumphe erleben. Wenger liefert dagegen eine Art umgedrehten Abstiegskampf ab: Es geht von Anfang an nur darum, die Position unter den ersten Vier zu verteidigen.

 SZ: Bis vor einigen Wochen redete er allerdings von der Meisterschaft.

 SR: Ein Lippenbekenntnis. Er nimmt sich das meiner Meinung nach selbst nicht ab. Platz vier ist das erklärte Ziel, sogar die Spieler-Verträge sind so strukturiert, dass es gewaltige Boni für die Königsklasse gibt. Das setzt Prioritäten. Wenn ein Trainer lange genug im Amt ist, spiegelt die Mannschaft ihn wider. Stellen Sie sich vor, Sie arbeiten in einem Unternehmen, das jedes Jahr das viertbeste des Landes sein will. Kein Angestellter wird sich da ein Bein ausreißen, Zweiter oder gar Erster zu werden.

 SZ: Warum ist die Champions League so wichtig?

 SR: Die Millionen sorgen dafür, dass alle zufrieden sind. Die Eigentümer des Klubs sind zufrieden, weil sie kein eigenes Geld zuschießen müssen, Arsenal trägt sich selbst. Der Vorstand und das Management sind zufrieden, weil sie immense Gehälter beziehen . . .

SZ: . . . Wenger verdient dem Vernehmen nach zehn Millionen Euro im Jahr . . .

 SR: . . . alle sind bedacht darauf, diese Geld-Maschine am Laufen zu halten. Nur die Fans sind unzufrieden, aber sie haben kein Mitspracherecht und sind dazu noch gespalten. Die einen machen Wenger für den Stillstand verantwortlich, die anderen den Vorstand. Natürlich ist es beeindruckend, dass Arsenal seit seiner Amtsübernahme vor mehr als 16 Jahren immer Champions League gespielt hat. Aber das Fehlen jeglicher Ambitionen darüber hinaus wirkt auf die Fans unheimlich deprimierend. Vor allem, weil sie die höchsten Kartenpreise in ganz Europa zahlen.

 SZ: Aber kann der FC Arsenal als profitabel geführter Verein ohne externe Finanzspritzen mit vermögenderen Konkurrenten wie Manchester United oder den beiden Milliardärsklubs Chelsea und Manchester City überhaupt ernsthaft konkurrieren? Arbeitet Wenger nicht schon am Limit?

 SR: Arsenal ist seit dem Aufstieg von Chelsea und City nicht mehr die zweite Macht in der Premier League. Das stimmt. Aber es werden weiter sehr gute Gehälter gezahlt. Und die Mannschaft ist bei weitem nicht so schlecht, wie sie mitunter spielt. Die englischen Medien sind dem diplomierten Volkswirt Wenger ein wenig auf den Leim gegangen. Die Debatten kreisen hier immer nur darum, ob und wie viel Geld Wenger ausgibt, um die Mannschaft zu verstärken. Man sollte besser analysieren, warum seine Elf seit Jahren miserabel verteidigt und ohne jegliche Balance spielt.

 SZ: Analysieren Sie.

 SR: Ich sehe im Angriff den Zufall am Werk. Manchmal kommt Arsenal ins Rollen, manchmal nicht, man weiß es vorher nie. Es gibt keinen Match-Plan. Ich sehe hinten immer die gleichen Fehler, zum Beispiel von den Außenverteidigern. Warum stehen die konsequent falsch? Die Fans schreien, Arsenal bräuchte da bessere Leute, dabei müsste man die einfach mal richtig coachen. Und warum trifft Per Mertesacker in der deutschen Nationalmannschaft in 99Prozent der Fälle die richtigen Entscheidungen und bei Arsenal so oft nicht? Weil es keine Abstimmung in der Viererkette gibt. Ich verrate ihnen ein Geheimnis: Steve Bould, Wengers Assistenztrainer . . .

SZ: . . . ein Mitglied der legendären Abwehrreihe um Tony Adams in den neunziger Jahren . . .

SR: . . . darf im Training nicht mit der Abwehr arbeiten. Wenger hat sich das verbeten! Er will alles selber machen, gibt den Spielern aber wenig explizite Anweisungen mit. Als Barcelona hier vor ein paar Jahren spielte, fragte Cesc Fàbregas nach 15 Minuten bei der Bank nach, ob er vorne auf den Innenverteidiger gehen oder lieber stehen sollte. Das muss man doch vorher klären.

SZ: Mit Verlaub: Es fällt schwer zu glauben, was Sie hier über einen der renommiertesten Trainer Europas erzählen.

SR: Gut, fragen Sie nicht mich, fragen Sie Fàbregas. Er hat sechs Monate nach seinem Wechsel zu Barcelona gesagt, er würde dort die technischen und taktischen Feinheiten des Fußballs lernen. Was hat er denn dann die acht Jahre bei Arsenal gemacht?

SZ: Wie stehen die Chancen gegen Bayern?

 SR: Ich habe die Bayern gegen Wolfsburg gesehen, sie waren sehr imposant. Schweinsteiger hat mir besonders gut gefallen. Er nähert sich wieder seiner Bestform. Arsenal hat aber die Qualität, den Deutschen weh zu tun. Theo Walcott kann mit seinem Tempo Daniel van Buyten in Schwierigkeiten bringen. Sie können zumindest das Hinspiel gewinnen.

 SZ: Wie stark wäre der Druck auf Wenger im Falle des Ausscheidens?

 SR: In der Öffentlichkeit stark, intern würde sich nichts ändern. Er ist unantastbar. Wenger übt die totale Kontrolle über den Klub aus, er führt ihn wie ein Diktator.

 SZ: Und wenn Arsenal die Qualifikation für die Champions League verpassen sollte?

 SR: Es gibt über ihm niemand, der die Autorität hätte, ihn zu entlassen. Als Ivan Gazidis 2008 Geschäftsführer wurde, hat Wenger ihn interviewt - nicht umgekehrt. Er wird noch lange weitermachen und geschickt den Nicht-Erfolg verwalten. Diese Perspektivlosigkeit macht viele Arsenal-Fans fertig. Ich habe fünf sehr gute Freunde, die Jahreskartenbesitzer sind und die Nase von den ewigen Versprechungen gestrichen voll haben. So bizarr das klingt: Sie wollen, dass Arsenal am Dienstag verliert.

Beschorner Offline
Dabei seit: 26.03.2010

als weit außenstehender finde ich, dass man wenger höchstens vorwerfen kann, im pokal zu viele spieler geschont zu haben. dass man die cl-quali als erfolg wertet, liegt doch nicht an wenger, sondern an der verdammten kohle, die ausgeschüttet wird.

über das training kann ich nix sagen. aber als bremer fällt die schwache abwehr immer nur dann auf, wenn vorne keine tore mehr geschossen werden. daher ist es in der jetzigen situation sehr einfach, zu kritisieren.

weitere parallele zu werder: der trainer scheint sich jedoch in der tat ein imperium aufgebaut zu haben, so dass jegliche kritik entweder direkt unterdrückt wird, oder komplett abperlt.

Walter Baseggio Offline
Dabei seit: 15.03.2007

Quasi ist Wenger ja ein zweiter Magath, was Machtfülle anbetrifft.

Ich stimme der Kritik überwiegend zu. Arsenal hat schon mindestens drei-bis vier Pokaltriumphe in den beiden nationalen Pokalwettbewerben liegengelassen. Das stößt mir sauer auf.

Außerdem sah ich jahrelang keine Weiterentwicklung, die Wenger progagierte und nun gibts vermutlich den Rückschritt: Verpassen der CL-Quali... Da hätte man wenigstens im FA Cup was reißen sollen. So ists doch ne trostlose Saison!

Buthelezi Offline
Dabei seit: 04.07.2007

Arsenal hat schon mindestens drei-bis vier Pokaltriumphe in den beiden nationalen Pokalwettbewerben liegengelassen

Kontrafaktisches Argumentieren bringt niemanden weiter - zudem verweise ich auf das Ligapokalfinale 2010 gg. Birmingham City. Das Spiel ging mit der absoluten Topelf verloren. Davon auszugehen, dass Arsenal mehr Titel gewonnen hätte, wenn in den Pokalspielen immer die erste Elf gespielt hätte ist doch Kinderkram.

Über Wengers Arbeit kann man gerne diskutieren, aber immer auf diesen 8 Jahren ohne Titel rumzureiten ist meines Erachtens nach völlig verfehlt - ich glaube kaum, dass die Mehrheit der Arsenalfans die CL Teilnahme gg. einen Ligapokal oder selbst einen FA Cup eintauschen würde.

Nettes Detail: Während Stewart Robson beim Arsenal FC spielte, gewann der Verein keinen einzigen Titel...

MarcRamone Offline
Dabei seit: 11.03.2009

"Aber musste er deswegen die halbe Mannschaft gegen Blackburn schonen? Das kann man vielleicht in der Liga machen, wo ein schlechtes Ergebnis nicht so in die Waagschale fällt."

Das sehe ich auch so, heute z.B. gegen Aston Villa und was ist?! Nach 5 Min. schon 1:0 für Arsenal ... Beratungsresistent, sach ich ma!

Walter Baseggio Offline
Dabei seit: 15.03.2007

Wenger hat durch seine diffuse Aufstellungen schon 2 Ligapokalfinals verloren 2011 und 2007 und außerdem oft dafür gesorgt, dass man in Runde 4 oder 5 des FA Cups ausscheidet, weil man halt nur mit der Reserve kickt.

Das nervt!

AntiMöller Offline
Dabei seit: 05.08.2008

Auf jeden Fall ein erfrischend offenherziges Interview, welches hierzulande in der Bundesliga-/DFB-Welt ein mittleres Erdbeben ("Nestbeschmutzer!") ausgelöst hätte.

Wenger hat sich über die letzten Jahre trotz seiner Machtfülle immer angreifbarer gemacht (persönliche Außendarstellung (Verschwörungstheoretiker, petzendes Weichei, Heulsuse), Transfers, Silverware) und hier: der Auftritt des Kindes, welches mit dem Finger auf des nackten Kaisers neue Kleider zeigt. Danke!

Fix Offline
Dabei seit: 16.07.2010

Öahm, sollte arsenal nicht bald sein stadon abbezahlt haben?

Die halbe Vorstandsriege spricht in diesem Zusammenhang öfters davon, dann richtig zu investieren um wieder um die Meisterschaft mitzuspielen. Ich halte das zwar für hinhalte-Taktik, aber weis jemand näheres?

AntiMöller Offline
Dabei seit: 05.08.2008

Öhm, sollte auch Bayern nicht bald sein Stadion abbezahlt haben? Was willst Du damit sagen? Das bisher keine Mittel vorhanden waren? Warum hat Arsenal nicht investiert?

Fix Offline
Dabei seit: 16.07.2010

Das bisher keine Mittel vorhanden waren?

Genau. Dies wurde vom Vorstand und Wenger mal so rübergebracht. Den artikel such ich jetzt aber nicht und wenn ichs richtig verstanden habe, kann Bayern jetzt aufgrund der gut dotierten Sponsorenverträge investieren. Ist das Stadion schon abbezahlt? Und Grund zu investieren haben sie ja alle mal infolge der zwei verlorenen cl-finals und irgend so einem verein ausm westen. 

Aber korrigier mich, wenn ich unrecht habe.

AntiMöller Offline
Dabei seit: 05.08.2008

Ich korrigiere Dich. Es macht Sinn, was Steward Robson sagt. Und ich interessiere mich seit Jahren für die Fußball-Finanzmaterie. (Danke "swiss rambler"!).

Wenn Du den Artikel gefunden hast, in dem Wenger oder Kroenke behaupten, keine Mittel gehabt zu haben, bitte reinstellen!

Bei Arsenal dürfen anscheinend eben nur eine Hand voll Leute mitverdienen. Und an Transfers lässt es sich herrlich legal in die eigene Tasche wirtschaften. Gibt da viele legale Modelle.

Fix Offline
Dabei seit: 16.07.2010

oähm, erst hier einach so ein lesenswerten blog reinwerfen und dann nicht mal selber suchen wollen, aber bitteschön hier.

Buthelezi Offline
Dabei seit: 04.07.2007

@ Walter

Durch Wiederholung wird das nicht richtiger was du schreibst - hier nochmal (hatte ich vor ein paar Monaten schon mal gemacht) die Aufstellung des 2011 Ligapokalfinals gg. Birmingham (was ich fälschlicherweise auf 2010 datiert hatte):

Sczcesny - Sagna - Koscielny - Djourou - Clichy - Rosicky - Nasri - Song - Wilshere - Arshavin - RVP

Das war - abgesehen von evtl. Rosicky - die erste Elf von Arsenal. Den Titel hat trotzdem Birmingham geholt.

Viel ärgerlicher ist doch die verfehlte Transferpolitik der letzten 3-4 Jahre.

Die Abgänge ließen sich wohl schwer verhindern, da alle wechselwilligen Spieler bei ihren neuen Vereinen erheblich mehr Gehalt kassieren und Arsenal da nicht konkurrieren kann/will - das ist nervig aber dann halt nicht zu ändern.

Wirklich schlecht ist allerdings die Tatsache, dass ein ziemlich großer Batzen des Gehaltsbudgets der Gunners für Spieler vom Kaliber Squillaci, Santos, Arshavin und Bendtner draufgeht.

Arsenal hat schon länger keinen richtigen Volltreffer mehr auf dem Transfermarkt gehabt, bzw. einen jungen Spieler der sich grandios entwickelt hat - AOC sah/sieht vielversprechend aus, spielt aber momentan zu wenig um sich weiterzuentwickeln.

Erst in diesem Sommer wurden mit Giroud/Cazorla/Podolski Leute verpflichtet von denen ich glaube, dass sie Arsenal auf Dauer durchaus weiterhelfen könnten. Die brauchen aber Zeit um sich aneinander und an die PL zu gewöhnen.

Hilfreich für die Psyche der Mannschaft und v.a. auch der Fans wäre wohl die Verpflichtung eines richtigen Krachers im Sommer - á la Martinez für Bayern.

Das Problem ist aber, dass solche Spieler momentan nicht unbedingt zu Arsenal wollen, schon gar nicht zu den Gehaltskonditionen. Außerdem ist das Risiko natürlich recht hoch, dass ein richtig teurer Spieler nicht das bringt was man erwartet und dann brennt ganz schnell der Baum. Ich glaube nicht, dass Arsenal sich einen 50 Mio. Flop wie Torres oder einen 35 Mio Flop wie Caroll so ohne weiteres leisten könnte.

@ AntiMöller

Ich mag mich täuschen, aber hat nicht gerade Swiss Rambler in den letzten Monaten mal über den Mythos des finanziell gesunden Arsenals geschrieben? Arsenal macht doch momentan nur durch den Transferüberschuss einen soliden Eindruck oder täusche ich mich da?

valenciano Offline
Dabei seit: 04.06.2007

Arsenal erinnert so ein wenig an Werder. Gute Spieler gehen wegen Perspektive oder Gehalt weg (Diego, Özil: RvP, Fabregas, Nasri) und viel hängt davon ab ähnlich gute ähnlich billig zu bekommen. Das klappt aber nicht immer. So können Arnautovic und Cazorla schon kicken, aber eben nicht beständig genug. Und irgendwann wird dann auch an den Machern gezweifelt. Schaaf und Wenger sind da ja ähnlich, beide auch ziemlich das Bild des Vereins und schon auch Charakterköpfe.

Walter Baseggio Offline
Dabei seit: 15.03.2007

Selbstherrlich ist Herr Wenger aber schon geworden. Es täte einfach mal gut, wenn es einen Wechsel bei Arsenal gäbe. Frischer Wind ist das Stichwort... Bei Arsenal ist doch die Luft raus. Jedes Jahr um Platz 4 zu spielen find ich ziemlich ermüdend, da ich die besseren Zeiten ja erlebt habe. Und immer dieses Vertrösten auf die neue Saison bzw. auf die Zukunft geht mir auch gehörig auf den Zeiger!

Das Gelaber geht schon seit 2007 so (nach Henrys Weggang) und dauert immer noch an.

@ Buthelezi: Warum nicht in die CL einziehen und dennoch im FA Cup konsequent mit der ersten Elf spielen? Da sind die Chancen sicherlich höher, den Pokal auch gewinnen zu können!

Mir fallen spontan die Niederlagen bei Stoke 2010, dieses Jahr daheim gegen Blackburn und 2007 in Blackburn ein.

 

Beschorner Offline
Dabei seit: 26.03.2010

und wieder eine parallele zu werder:

Es täte einfach mal gut, wenn es einen Wechsel bei Arsenal gäbe. Frischer Wind ist das Stichwort

Fix Offline
Dabei seit: 16.07.2010

eufi, you only sing when you winning!

Buthelezi Offline
Dabei seit: 04.07.2007

@ Walter

Keine Frage - im FA Cup immer die erste Elf zu nutzen würde die Chancen auf einen Triumph etwas vergrößern. Hätte aber wohl gleichzeitig Einfluss auf die Leistung in der Liga; Leuten wie Cazorla oder auch Arteta hat man so schon desöfteren angesehen, dass sie etwas platt sind und eine Ruhepause gebrauchen könnten.

Frischer Wind könnte vielleicht Sinn machen - andererseits ist das halt alles jammern auf sehr hohem Niveau von Arsenal Fans.

Walter Baseggio Offline
Dabei seit: 15.03.2007

Konsequent ist das alles nicht, was Wenger macht. Im League Cup-VF in Bradford spielt er mit der ersten Elf (und verliert) und dann zuhause gegen Blackburn lässt er viele Leute draußen. Dann soll man doch bitte den League Cup abschenken und nicht den FA Cup!

In den letzten Jahren hätte Arsenal ruhig mit der ersten Elf im FA Cup spielen sollen. Der Abstand auf Platz 5 war meist groß und man hätte 1-2 Niederlagen in der Liga riskieren können, indem man die Stars mal draußen lässt.

Buthelezi Offline
Dabei seit: 04.07.2007

Wo hat Wenger denn bitte schön irgendwas abgeschenkt? Du tust ja so als hätte gg. Blackburn eine komplette B-Elf mit unerfahrenen Jugendspielern oder ausgemusterten Pappnasen auf dem Platz gestanden, dabei war das zwar nicht die Stammelf aber alle Spieler haben in dieser Saison schon diverse Einsätze für Arsenal gehabt und man muss erwarten können, dass die sich gg. Blackburn durchsetzen.

Hast du außerdem das Spiel gesehen? Arsenal war drückend überlegen und hat durchaus unglücklich verloren. Und wann ist das Tor gefallen? Direkt nach der Einwechselung der "Kavallerie"....

In den letzten Jahren mag das ja alles noch gestimmt haben - aber seit letztem Jahr gilt das alte Vorurteil nur noch eingeschränkt.

Und du zwingst mich mal wieder zur Recherche:

Ausscheiden im FA Cup 2011/12 am 18.2.2012 gg. Sunderland (A)- Vorsprung auf Rang fünf: 0 Punkte (1 Puntk auf Rang 6); halbe Startelf auf dem Platz, zumindest RVP, Song, Arteta etc.

Ausscheiden im FA Cup 2010/11 am 12.03.2011 gg. Manchester United (A). Rückstand auf Rang 1 (!): 2 Punkte; mehr oder minder Startelf auf dem Platz.

Ausscheiden im FA Cup 2009/10 am 24.1.2010 gg. Stoke (A); Rückstand auf Rang 1 (!): 1 Punkt; sehr experimentelle Elf von Arsenal.

Ausscheiden im FA Cup 2008/09 am 18.4.2009 gg. Chelsea (Wembley); Arsenal mit je 6 Punkten Vorsprung auf Rang fünf bzw. Rückstand auf Rang drei. Halbfinale, Arsenal mit ziemlicher Stammelf.

Ausscheiden im FA Cup 2007/2008 am 16.2.2008 gg. ManUnited (A); Arsenal mit 5 Punkten Vorsprung auf Platz 2 (!); experimentelle Elf.

Uff - so.

Es gab also in den letzen 6 FA Cups (diesen inklusive) zweimal die Situation, dass Arsenal in der Liga in einer bequemen Situation war und ein Cupspiel verloren hat. Davon war ein Spiel das HF gg. Chelsea, was Arsenal durchaus mit einer starken Elf bestritt und der Gegner ist ja nun auch nicht ohne gewesen damals.

Bleibt genau ein Jahr übrig, in dem Wenger den FA Cup trotz sicherer Ligaposition "abgeschenkt" hat, nämlich auswärts bei United 2008.

Selbst wenn man die Ligaposition außer Acht lässt hat Wenger in den letzten 5-6 Jahren zwei mal eine wirklich experimentelle, deutlich geschwächte Elf auf den Platz gestellt, die dann verloren hat.

Das mag für manche zweimal zu viel sein - da kann man durchaus geteilter Meinung sein - aber es ist eben auch nicht so oft passiert (im FA Cup, den MickeyMouse Pokal habe ich aufgrund mangelnder Bedeutung herausgelassen) wie manchmal kolportiert wird.

Walter Baseggio Offline
Dabei seit: 15.03.2007

Danke für die Auflistung! Wenns nicht deutlich genug gewesen sein sollte: Ich hab prinzipiell ein Problem mit experimentellen Teams in entscheidenden Spielen. Und das sind die FA Cup-Spiele ja. Diese paar Spiele bis zum Finale sollen die große Belastung sein? Da lach ich mir doch den Arsch ab (um es mit Thomas Doll zu sagen).

Fix Offline
Dabei seit: 16.07.2010

ach, Buthelezi nun komm hier doch nicht mit argumenten.

Walter Baseggio Offline
Dabei seit: 15.03.2007

Wenger hats auch schon gebracht, dass man ab Spieltag 4 in der CL-Gruppe nur noch mit der Reserve spielt, dann den Gruppensieg verspielt und im Achtelfinale Barca bekommt...

Buthelezi Offline
Dabei seit: 04.07.2007

Okay, da sind wir einfach unterschiedlicher Meinung was die Cup Auswahl angeht.

Aber ich glaube wir können uns darauf einigen, dass diese Wahrnehmung:

In den letzten Jahren hätte Arsenal ruhig mit der ersten Elf im FA Cup spielen sollen. Der Abstand auf Platz 5 war meist groß und man hätte 1-2 Niederlagen in der Liga riskieren können, indem man die Stars mal draußen lässt.

etwas verzerrt ist, oder?

Man kann aber natürlich anzweifeln, ob "diese paar Spiele" Ruhe tatsächlich einen Vorteil für die Stammspieler bringen. Das lässt sich halt schwer herausfinden.

Walter Baseggio Offline
Dabei seit: 15.03.2007

Bisschen verzehrt schon, ja!

Auf Grund der Tatsache, dass ne Meisterschaft sehr unwahrscheinlich ist für Arsenal, würd ich aber den FA Cup als Wettbewerb Nr. 1 ausrufen. Heißt, in der Liga gucken, dass man unter die ersten 4 kommt und im FA Cup den Sieg anpeilen. In der CL muss man nach der Gruppenphase eh gucken, wer so als Gegner in Frage kommt und da kanns schnell vorbei sein (wie so oft).

Demnach ist der FA Cup der einzige Wettbewerb, in dem man den Titel holen könnte.

Buthelezi Offline
Dabei seit: 04.07.2007

Hm, du setzt halt voraus, dass es kein Problem sein sollte unter die ersten 4 der Liga zu kommen - das sehe ich anders. Ich würde mal sagen es gibt noch 5 Anwärter auf die Top 4 die einen mindestens ebenso starken Kader wie Arsenal haben (Man United, Man City, Chelsea, Spurs, Liverpool), d.h. 6 Mannschaften kloppen sich um 4 Plätze. Dazu kommt dann noch Everton, deren Kader vielleicht nicht ganz so stark ist, die aber immer mal für eine starke Saison gut sind.

Aber das ist in meinen Augen typisches Arsenal Anspruchsdenken - wir waren die letzten 16 (!!!) Jahre in der CL, d.h. das zu erreichen ist ja Standard.

Wirf mal einen Blick nach Liverpool - die waren jahrelang festes Mitglied der Top 4 und sind nun trotzdem dreimal in Folge nicht mal ansatzweise in der Nähe der CL Quali gewesen. Trotz eines hohen Budgets und eines Kaders, der in meinen Augen (wie schon erwähnt) durchaus gleichwertig zu Arsenal ist.

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