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Deutschland-Kasachstan im 11FREUNDE-Liveticker
11freunde Offline
Dabei seit: 19.01.2012

Permafrost überzieht Deutschland, Mammuts weiden, wo einst Freibäder waren, jeder Zweite glaubt nicht mehr an den Frühling – und niemand mehr an den WM-Titel. Kasachstan, gib uns den Rest! Fleht: der 11FREUNDE-Liveticker.

(Zum Artikel: Deutschland-Kasachstan im 11FREUNDE-Liveticker)
AbteilungAttacke Offline
Dabei seit: 22.10.2008

Der Scholl ist ein Dumm-, der ein Dummschwätzer.

Und wer vom Titel oder sonst irgendwas in Brasilien träumt, sollte sich die 2. Hz. genau ansehen. Das reicht bis zum Viertelfinale so. Mehr sag ich zu dieser Scheiße heute nicht.

Buthelezi Offline
Dabei seit: 04.07.2007

Kirche im Dorf lassen. 1. HZ richtig gut, 2. HZ viel zu überheblich; symbolisiert von Neuer.

kringe95 Offline
Dabei seit: 14.11.2012

Das einzige was man heute erkennen konnte: Adler wäre für mich die eindeutige Nummer 1.

metek Offline
Dabei seit: 12.06.2011

und warum? weil adler so gut hält momentan?

neuer an diesem faux-pas zu messen ist etwas zu leicht. man hat heute auch gesehen, dass götze auch nur zur "falschen" neun taugt. ein "richtiger" macht mindestens 2 tore mehr.

chkeiser Offline
Dabei seit: 04.10.2005

Kaum ist Zwanziger, der falsche Fuffziger weg, kommt die Falsche Neun ins Spiel. Eindeutig ein Zusammenhang.

AbteilungAttacke Offline
Dabei seit: 22.10.2008

@ Buthelezi

Nein, gerade jetzt kann und darf man die Kirche nicht im Dorf lassen. Es sind - pardon - dumme Phrasen wie diese, die einen nur ärgerlich den Kopf schütteln lassen. Wie oft soll man das arme Gebäude denn noch stehen lassen? Nach Österreich. Nach Schweden. Auch nach Italien. Nach dem "Schlendrian" in Hz.2 vom Freitag?

Wie kann es sein, dass man ein Spiel für 25 Minuten gegen einen spielerisch und taktisch derart unterlegenen Gegner so aus der Hand gibt? Dass das ganze Kollektiv wackelt? Das die Kontrolle so entgleitet. Genau darum geht es nämlich, um Dominanz, Kontrolle, Stabilität. Nicht um die Preisgabe der Defensive zu Gunsten der Offensive, wie der gestern mal wieder mit zum Himmel schreiender Inkompetenz geschlagene Herr Scholl meinte festgestellt zu haben.

Und warum übernimmt niemand die Verantwortung dafür?

Flipsi erkennt zumindest dass man "eine Halbzeit" gut gespielt habe, Löw hat erkannt dass "das Spiel zur Pause entschieden" war und man negiert schlichtweg das Schwedenspiel und Bierhoff spricht von einer Lernphase(!), die man 15 Monate vor der WM noch zu absolvieren hätte.

Alles was man hört sind eben solche Phrasen, die wenn nur eine Funktion haben: Über die tiefgehende Schwäche dieser Mannschaft hinwegzutäuschen. Eine Schwäche, die tief in der ganzen Mannschaft verwurzelt ist, deren Symptome fehlender körperlicher Einsatz sein mag und Abwehrspieler, die in der Klasse mit der Offensive nicht mithalten können, deren Kern aber in Wahrheit mentaler Natur ist.

Das 4:1 ist ein Blendwerk in dem Sinne, das mal wieder alles gut gegangen ist, aber selbst ein 3:1 hätte wohl nicht zu etwas mehr Selbstkritik angeregt. Warum auch, wenn dies weder dem Schwedenspiel noch dem "Schlendrian" vom Freitag gelungen ist.

Und Jogi, bei aller Wertschätzung die ich für ihn empfinde für das spielerische Monstrum das er geschaffen hat, kann und will anscheinend nichts daran ändern.

AbteilungAttacke Offline
Dabei seit: 22.10.2008

Und noch eins: Damit nicht wieder jemand um die Ecke geschissen kommt und in den Sätzen oben den ewigen Meckerer sieht. Das ist nur die Wut und Frustration eines Fans, der ein unglaubliches Potential verschenkt und gefährdet sieht angesichts einer so überragend spielerisch starken Mannschaft, die derzeit von der Technik allen anderen Nationalmannschaften, mit Ausnahme von Spanien überlegen sein dürfte (und angesichts von Leuten wie Götze, Özil und Reus mag man selbst diese Ausnahme mit einem "vielleicht" zieren dürfen).

Aber auch Taktik gewinnt Spiele, auch Einstellung und mentale Stärke. Wenn das deutsche Haus mal brennt - um es so zu umschreiben - würden die deutschen Spieler nicht zum nächsten Feuermelder rennen oder gar einen Feuerlöscher suchen, es wird vermutlich SO enden.

rumpler Offline
Dabei seit: 10.12.2009

kurz gesagt: das problem ist der löw

bataplummy Offline
Dabei seit: 28.10.2010

Da ist was dran. Vor allem dann wenn es um die Wurscht geht und er keine Eier zeigt!

ProfessorBolz Offline
Dabei seit: 30.12.2010

Wie kann es sein, dass man ein Spiel für 25 Minuten gegen einen spielerisch und taktisch derart unterlegenen Gegner so aus der Hand gibt?

Aber gibt Italien nicht auch in solchen Qualifikationspielen wahnsinnig viele Spielminuten aus der Hand und überzeugen einfach dadurch dass sie trotzdem gewinnen? (nicht sogar mehr als die N11?, ich hab nicht gezählt ist nur so ein Gefühl.) Also ist die punktgenaue Kaltschnäuzigkeit eines Teams in wichtigen Spielen wirklich ablesbar in einem Spiel gegen Kasachstan?

Auch für mich war das Spiel gegen Schweden ein Schock, aber ich will durch das Spiel gestern noch nicht so richtig ausschließen dass sie gelernt haben.

AbteilungAttacke Offline
Dabei seit: 22.10.2008

Bolz, Italien ist genau die Antithese zur derzeitigen deutschen Mannschaft.

Du sagst es selbst: Punktgenaue(!) Kaltschnäuzigkeit. Bei Italien gehört das "Spiel aus der Hand"-Geben quasi zum Kalkül, gar zur Mentalität dazu.(außer 2010 während der WM). Doch zu keiner Zeit hat man sie "wackeln" sehen. Verteidigen ja. Dreckig spielen ja. Aber mehr nicht.

Und Kasachstan, um wieder auf die Deutsche Elf zu kommen, ist ja kein singuläres Ereignis. Aber hat eine neue Qualität:

Es geschah  gegen einen absolut unterlegenen Gegner. Bei Schweden mochte man Slatan noch als Ausrede vorschieben, der das Spiel allein zu wenden vermochte.

rumpler Offline
Dabei seit: 10.12.2009

Vor allem dann wenn es um die Wurscht geht und er keine Eier zeigt!

Der Löw hat diese vielzitierten Eier schlicht nicht, weil er selbst auch nie was gewonnen hat und nicht weiß, was es bedeutet sich durchzusetzen (außer auf hinterfotzige Art und Weise)

AbteilungAttacke Offline
Dabei seit: 22.10.2008

Ähem, hat er nicht DFB-Pokal mit Stuttgart und so?

Buthelezi Offline
Dabei seit: 04.07.2007

Doch zu keiner Zeit hat man sie "wackeln" sehen. Verteidigen ja. Dreckig spielen ja. Aber mehr nicht.

So etwa wie beim glorreichen 2:0 Sieg gg. Malta (verschossener Elfer Malta beim Stand von 1:0 inkl)? Oder dem super 1:0 Sieg gg. die Faröer 2011? WM 2010 hast du ja selbst erwähnt. Also das die Italiener nie wackeln (im Sinne von wackeln wie Deutschland am DI) würden ist nicht korrekt - das waren übrigens alles Pflichspiele.

Generell:

Seufz. Das wird zu nichts führen, aber so aus Prinzip: Sehe ich das richtig, dass Spiele gg. Kasachstan Muster ohne Wert sind, solange die NM gut spielt und gewinnt? Dieselben Muster ohne Wert bekommen also nur Wert, wenn Dt. nicht ganz so souverän ist (wo man das Spiel 25 Minuten aus der Hand gegeben hat muss mir auch erst jemand zeigen)?

Mit anderen Worten, hätte Dt. 9-1 gewonnen (auch beim Spiel am DI durchaus vorstellbar - ohne Neuers Faux-pas vermutlich sogar zu Null) wärst du ja auch nicht zufrieden, weil: "Muster ohne Wert".

Die Kasachen waren am Di nicht stärker als letzten Freitag - also ist auch dieses Spiel in meinen Augen sehr nah dran am Muster ohne Wert, denn ich fand es war deutlich zu sehen das gg. diese schwachen Kasachen keiner Lust hatte nach hinten was zu machen und in der 2. HZ auch einfach keiner mehr Bock hatte sich übermäßig zu engagieren, da das Spiel gewonnen war (machen wir uns nichts vor, die 3 Punkte waren zu keiner Zeit auch nur ansatzweise in Gefahr - dürfen sie auch niemals nicht sein). Lag das nicht an der Schwäche Kasachstans, mithin ist das Spiel also ein "Muster ohne Wert"?

Dann: das mentale Problem dieser Mannschaft ist in der Tat gefühlt vorhanden - Gegentore/Rückstände bringen diese Mannschaft mehr aus dem Konzept als man wollen kann. Letzteres ist schon seit spätestens 2010 ein Problem, ersteres erst seit dem Schwedenspiel (davor gabs Gegentreffer gg. Dänemark/Griechenland in der EM, auf die gut reagiert wurde).

Mentale Probleme lösen sich in meinen Augen nur sehr, sehr langsam (in der Regel durch Erfolgserlebnisse) - damit werden Fans der dt. NM leben müssen. Das ist eine definitive Schwäche auf dem Weg zur WM.

Was die WM angeht: nur weil die dt. Mannschaft einen ganzen Sack voll talentierter Offensivspieler hat, sehe ich sie noch lange nicht als WM Favorit (eben wegen der erwähnten/bekannten Schwächen). Wer da Favorit ist wird sich eh erst 2014 zeigen - D wird sicher zum erweiterten Kreis gehören, aber im Vergleich zu manch anderer Mannschaft spielen in der dt. NM nur Spieler, die noch nie einen internationalen A-Titel (mit Verein od. Land) geholt haben - könnte ja sein, dass dementsprechend auch ein bisschen das damit einhergehende Selbstbewußtsein und Verständnis fehlt.

Leider keine Zeit zum Durchlesen meines Posts - mag also alles etwas inkohärent rüberkommen und voller Rechtschreibfehler sein. Sorry.

giselher Offline
Dabei seit: 06.10.2009

... aber im Vergleich zu manch anderer Mannschaft spielen in der dt. NM nur Spieler, die noch nie einen internationalen A-Titel (mit Verein od. Land) geholt haben ...

Abwarten und Tee trinken. Noch sind die Dortmunder und die Bayern europäisch unterwegs ...

Walter Baseggio Offline
Dabei seit: 15.03.2007

Noch!

AbteilungAttacke Offline
Dabei seit: 22.10.2008

@Buthelezi

Was Italien betrifft: Deren Defensive steht meist solider als die derzeitige Deutsche. Und Malta hatte, jedenfalls wenn ARD das nicht zurechtgeschnippelt hat, nicht halb sogefährliche Torszenen gegen Italien wie Kasachstan gegen Deutschland. Aber das nur am Rande

Mit anderen Worten, hätte Dt. 9-1 gewonnen (auch beim Spiel am DI durchaus vorstellbar - ohne Neuers Faux-pas vermutlich sogar zu Null) wärst du ja auch nicht zufrieden, weil: "Muster ohne Wert".

Auch das hatten wie hier im Forum noch und nöcher. Und zeigt, dass ich mich anscheinend nicht klar genug ausdrücke, weil jeder (letztes Mal wars glaube ich Ata) mit diesem abstrusen 9:1-San Marin-Fabelsiegen kommt.

Nein was ich erwarte - wie ich auch schon nach dem Österreichspiel und VOR dem Schwedenspiel schrub - ist, dass es einer deutschen Mannschaft in einem Pflichtspiel gelingen müsste und sollte, ein 2:0 sauber über die Zeit zu bringen. Denn dass die Spieler "keinen Bock" in einem Freundschaftsspiel gegen Hassenichgesehen haben, mag man als Fan noch geradeso verschmerzen können.

Dass aber eine Mannschaft, die evident bereits durch ein Gegentor extrem zu verunsichern ist, so eine Haltung in einem Pflichtspiel(!) zum wiederholten Mal(!) an den Tag legt, ist schlichtweg einfach nur fahrlässig und - seit längerem ein Ausdruck von fehlender Qualität in diesem Bereich. So macht man Gegner stark, die man praktisch schon geschlagen hat. Und m.E. zeigt es dies: Der verniedlichende "Schlendrian" ist nicht Folge fehlender Motivation ("Bock") sondern anscheinend ein Zwangsmechanismus, der die deutsche Mannschaft immer dann befällt, wenn der Gegner dreimal gefährlich aufs Tor der Deutschen schießt und dann auch noch ein Tor macht.

Während das Freitagsspiel in der Tat ein Muster ohne Wert war, können Gegner der deutschen Mannschaft daher eine Menge Lehren vom Spiel am Dienstag ziehen. Und sei es die, dass ein Spiel gegen Deutschland erst dann verloren(!) ist, wenn die 90 Minuten wirklich vorbei sind.

(machen wir uns nichts vor, die 3 Punkte waren zu keiner Zeit auch nur ansatzweise in Gefahr - dürfen sie auch niemals nicht sein)

Genau das ist doch die Crux. Gegen Österreich (EM und WM-Quali im Hinspiel) wackelte es bedenklich, auch gegen Kasachstan. Lass die Kasachen mal das 2:3 schiessen... aber gut, hätte hätte...

Man hat fast das Gefühl, dass die Verantwortlichen (=Jogi) ein wenig nach dem Motto " jot jejangen" verfahre. Bis halt Schweden kam. Und das stört mich halt an dem Tenor deiner Aussage (und all' derer die den gleichen Ton anschlagen). Man tut so, als ob Schweden ein Ausrutscher gewesen sei. Aber das Verhalten, was zu diesem Ergebnis führte, ich wiederhole mich, konnte nun schon öfters bei Jogis Jungs beobachtet werden.

Zum mentalen Problem: Vollste Zustimmung, aber gegen Dänemark konnte man den Angstschweiß nach dem Ausgleichstor doch förmlich riechen. Bis Bender alle erlöste. Souverän gespielt sieht anders aus (zum Vergleich dann lieber das 2:1 gegen die Niederlande, wo nie wirkliche Hektik aufkam). Im Übrigen gab es auch einen kritischen Moment gegen Griechenland, bis Gott sei Dank Khedira sich Herz und Ball vor die Brust nahm (ohne das unselige L-Wort zu benutzen). Gerade von Spielern wie ihm oder Lahm erwarte ich da mehr Führungs- und Vorbildfunktion. Sie haben gezeigt, dass sie es können.

Und wenn du selbst konstatierst, dass es ein mentales Problem seit 2010 gibt UND zugleich von langen Prozessen sprichst, sollten drei Jahre doch mal reichen? Und möglicherweise besteht ja ein Zusammenhang zwischen der von dir vorgenommenen Differenzierung.

rumpler Offline
Dabei seit: 10.12.2009

Ähem, hat er nicht DFB-Pokal mit Stuttgart und so?

Das konnte nicht mal Löw verlieren.

Buthelezi Offline
Dabei seit: 04.07.2007

@ AbtAttacke

Was mich einfach wundert ist die Tatsache, dass dieses mentale Problem der NM ja schon vor dem Spiel bekannt war - nicht schön, dass es immer noch da ist, aber eben auch nicht direkt überraschend.

Wobei ich immer noch denke, dass Anschlusstreffer erst seit dem Schwedenspiel zu Angstschweiß führen.

Das es bei einem Ausgleich in einem KO Spiel zu kritischen Momenten kommt ist auch klar - das geht mit sehr wenigen Ausnahmen vermutlich allen Mannschaften der Welt so.

Um allerdings Weltmeister zu werden (bzw. Titel zu gewinnen) muss dieses Problem aber abgestellt werden - da stimme ich dir wohl zu. Aber wie das mit mentalen Dingen so ist; einfach abstellen ist einfacher gesagt als getan.

AbteilungAttacke Offline
Dabei seit: 22.10.2008

Wobei ich immer noch denke, dass Anschlusstreffer erst seit dem Schwedenspiel zu Angstschweiß führen.

Eine der spannenden Fragen. Ist das ein gänzlich neues Phänomen? Betrachtet man die Spiele gegen Dänemark und Griechenland während der EM könnte man Argumente dagegen finden. Wie dem auch sei, entscheidender ist doch, wie man den Kram abstellt und woher er ruht.

Das Argument mit den "titellosen" Spielern mag ich so nicht gelten lassen. Denn die Aussage gilt doch für die meisten N11-Gruppen. Außer Spanien. Und auch die CL hat nicht jeder gewonnen. Und das mag eine junge Truppe sein, aber was Länderspielerfahrung angeht... deshalb sind diese Sätze wie "sind jung und müssen noch lernen" oder "sind noch nicht soweit" (von den Funktionären) absolut unverständlich und wirken umso mehr wie bloße Ausflüchte.

Buthelezi Offline
Dabei seit: 04.07.2007

Naja, bei Italien spielte doch der ein oder andere Weltmeister (allerdings tatsächlich glaube ich nur ein oder zwei CL Siegee), bei den Engländern gibts seit neuestem ein paar CL Sieger, ebenso zwei bei den Niederlanden 2010...

Und wirklich erfolgreicher als die Deutschen sind ja seit 2008 auch nur die Spanier gewesen - es sei denn du bewertest den italienischen/niederländischen Finaleinzug höher als Finale/Halbfinale/Halbfinale der dt. Mannschaft.

Buthelezi Offline
Dabei seit: 04.07.2007

Also bei Italien 2012 meine ich.

AbteilungAttacke Offline
Dabei seit: 22.10.2008

Schon klar.

Aber nehmen wir nur Italien. Man kann sich ja einig sein, dass die Squadra nach 2010 gehörig umgekrempelt wurde und nicht mehr mit dem Team von 2006 vergleichbar ist. Richtig ist insoweit, dass noch ehemalige Weltmeister in der Mannschaft vertreten sind. Einen Buffon schätze ich aber als wertvoll ein, nicht weil er Weltmeister wurde, sondern einfach ein klasse Torhüter ist. Über Pirlo - auch wenn ich den Hype 2012 bei aller Liebe nicht verstehen konnte - könnte man ähnliches sagen.

Und wirklich erfolgreicher als die Deutschen sind ja seit 2008 auch nur die Spanier gewesen

Jogi hat das anders formuliert. Sinngemäß: "Wir haben fast alles gewonnen, was es zu gewinnen gab."

In gewissem Sinne ist die deutsche Mannschaft derzeit der Jan Ulrich hinter den Spaniern Lance Armstrong. Aber - und hier fehlen mir die Worte um das adequat zu beschreiben - das hinter solchen Sätzen zum Ausdruck kommende Selbstverständnis ist irgendwie falsch. Und gefährlich, siehe Einstellung vorm EM-Finale 2012, wo man gedanklich ja schon bei Spanien war.

Ist nun der Finaleinzug der Niederländer 2010 höher zu bewerten als alle Turnierteilnahmen der Deutschen von 2008-2012? Schwierig. Aber in jedem Fall würde ich sagen, dass die Niederlande in all den Jahren näher an einem Titel gewesen sind, als die deutsche Elf, weil es Oranje immerhin fast gelungen wäre (wenn auch mit grenzwertigen Mitteln und Dank der inkompetenten Hilfe des Herrn Webb) Spanien in die Knie zu zwingen.

Soll Deutschland also eine Holzackertruppe werden? Mehr Härte zeigen, wie Mehmet (aus dem Forum) es einfordert? Kevin Großkreuzt in die Startelf?

Dreimal nein, aber zugegeben: Wirkliche Lösungsansätze habe ich auch nicht. Nen Nervendoktor gibts ja schon beim DFB. Aber ein Vorschlag wäre, mal konsequent im Auftreten nach außen zu sein. Also entweder immer kleine Brötchen backen (so wie vor 2010 nach Capitanos Ausfall) ODER aber sich hinstellen mit der Einstellung "wir fegen die Krüppel vom Platz".

Dieses ständige Lavieren einerseits ("WM zu gewinnen unmöglich") und andererseits ("gehören zum erweiterten Favoritenkreis") hat doch was schizophrenes an sich. Man denke nur an die EM, als ein Rotzfrecher Schürrle und Reus nach (oder vor?) dem Griechenlandspiel in der PK vor Selbstbewusstsein nur so strotzten und direkt danach eingenordet wurden.

mehmetwirdankendir Offline
Dabei seit: 19.12.2010

Soll Deutschland also eine Holzackertruppe werden?

...ODER aber sich hinstellen mit der Einstellung "wir fegen die Krüppel vom Platz".

M.E. geht das eine ohne das andere gar nicht. Zu diesem Selbstverständnis gehört dazu: WIR gewinnen. Nur WIR wollen dieses Spiel einfach nur gewinnen. Und dazu gehört eben auch die Grätsche, wenn man merkt: Hoppla, jetzt dreht der Wind, zu viel läuft gegen uns. (Dazu darf als Beispiel Spanien-Italien genannt werden. Nicht mal die waren sich zu schade dafür auf dieses "antiqzierte, verstaubte und achso unästhetische Mittel" zu verzichten. Wer zum Teufel sind wir?) Dazu gehört eben auch die Kugel ruhig laufen lassen, wenn der Gegner ein Tor schießen muss, und ja, dazu gehört auch ein taktisches Foul zur rechten Zeit, wenn man bei einem Rückstand vermeiden will, in einen Konter zu laufen.

All das habe ich vermisst in den entscheidenen Spielen und dafür viel Gegenwind bekommen.

AbteilungAttacke Offline
Dabei seit: 22.10.2008

(Dazu darf als Beispiel Spanien-Italien genannt werden. Nicht mal die waren sich zu schade dafür auf dieses "antiqzierte, verstaubte und achso unästhetische Mittel" zu verzichten.

Gewiss haben die Spanier es benutzt. Aber - so mich die Erinnerung nicht trügt - auch nicht mehr als zweimal (einmal Balotelli zu Beginn und dann Pique gegen Cassano). Und der Sieg war nicht dem Kampf, sondern der taktischen und spielerischen Klasse Spaniens geschuldet - oder gibt es da ernsthafte Einwende?

Und auch Deutschland hat gezeigt, dass es so etwas kann: 50 Minuten lang gegen Schweden, eine Halbzeit gegen Kasachstan. Ganz ohne Mord und Totschlag. Alles was "nur" gelingen muss, ist das Zeitfenster auszudehnen, innerhalb dessen diese (spielerische) Dominanz besteht.

Das wenn Not am Mann ist Boateng auch die Grätsche auspacken wird, hat er ja gegen Ronaldo bereits hinlänglich bewiesen. Glaube nicht das Jogi solche Spieler 100 Mal ums DFB-HQ Strafrunden laufen lässt. Hoffe ich zumindest.

mehmetwirdankendir Offline
Dabei seit: 19.12.2010

Gewiss haben die Spanier es benutzt. Aber - so mich die Erinnerung nicht trügt - auch nicht mehr als zweimal

Mussten sie auch gar nicht. Die Angriffsversuche der zuvor immer spielfreudiger werdenden italienischen Mannschaften wurden durch diese zwei Grätschen im Keim erstickt.

Ist diese Drangphase des Gegners unterbunden, bzw. professionell ausgestanden, kann man gerne wieder langsam und vorsichtig anfangen einen gepflegten Ball kreisen zu lassen und nach vorne zu spielen. Das ist es was man im Fußball so gerne "abgewichst" nennt.

Buthelezi Offline
Dabei seit: 04.07.2007

Also entweder immer kleine Brötchen backen (so wie vor 2010 nach Capitanos Ausfall) ODER aber sich hinstellen mit der Einstellung "wir fegen die Krüppel vom Platz".

Da würde ich dringend ersteres empfehlen - da sollten sich auch die Fans der NM mal drauf besinnen.

Natürlich hat D momentan eine sehr spielstarke Mannschaft. Natürlich hat diese Mannschaft eine Chance auf den Titel. Aber um so einen Titel zu gewinnen gehört auch ein ordentliches Stück Glück dazu - und wenns nur ist, dass ein paar Spiele einem in die Tasche laufen.

Die 90er Weltmeister waren ein Elfmeterschießen vom Ausscheiden entfernt, die 96er Europameister ebenso - und keins der Spiele gg. England wurde auch nur ansatzweise dominiert, beide Male hätten die Engländer ein Weiterkommen ebenso verdient wie "wir". Die Spanier wären 2008 um ein Haar im VF ausgeschieden (und uns damit Jahre der Dominanz erspart geblieben?), ebenso die Italiener 2012 usw. usw.

Naja, seis drum. Es gibt noch viel zu tun für die Nationalelf - ich hoffe sehr, dass da bis 2014 noch was passiert und wir ein gutes Turnier der Deutschen sehen.

AbteilungAttacke Offline
Dabei seit: 22.10.2008

@Buthelezi

Ergänzung: Auch 2012 war Spanien ein Elfmeterschießen vom Ausscheiden entfernt (auch wenns dann ne klare Kiste wurde) und m.E. hätten sowohl Portugal (wegen der taktisch besten defensiven Leistung im Turnier) als auch Spanien (weils halt Spanien ist) das Weiterkommen verdient gehabt.

@ Mehmet

Wir sind uns ja einig, dass die Grätsche als Mittel zur Lösung von spielerischen Problemen keineswegs obsolet geworden ist.

Aber ob die fehlende Spielfreude Italiens im Finale daran lag oder doch eher an der taktischen Ausrichtung beider Mannschaften, die den Italiener mit ihrem dichten Mittelfeld extreme Probleme angesichts der spanischen Flügel bescherte, lass ich jetzt mal dahingestellt sein.

AbteilungAttacke Offline
Dabei seit: 22.10.2008

Ehe es im Chaos um Hoffenheim untergeht:

Das 9:2 der Bayern wäre für die Nationalmannschaft dergestalt beispielhaft, dass man a) nach einem (dämlichem) Gegentor sich richtig ärgert und nicht b) sich vor Angst in die Buxe scheißt sondern c) jetzt erst Recht dem Gegner vorführt, wie unterlegen er ist. Es muss ja nicht gleich ein 9:2 sein.