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Das Auswärtstor-Dilemma
Walter Baseggio Offline
Dabei seit: 15.03.2007

Quelle: Die Zeit (von Christian Spiller)

Walter Baseggio Offline
Dabei seit: 15.03.2007

Das Auswärtstor-Dilemma

Die Champions-League-Spiele von Bayern und Schalke wurden mehr oder weniger durch die Auswärtstorregel entschieden. Doch hat die wirklich noch Sinn?

Fliegt der Ball auswärts ins Tor, ist das besser als zu Hause.

Uli Hoeneß war verärgert wie lange nicht mehr. "Wir spielen seit drei Wochen schönen Dreck", schimpfte er nach der 0:2-Heimniederlage seiner Münchner gegen den FC Arsenal. Er redete von einem "letzten Warnschuss". Dabei durfte der Präsident des FC Bayern noch froh sein, dass ihn und seinem etwas unmotiviert daherkommenden Klub eine Regel rettete, die an diesem Champions-League-Spieltag besonders im Blickpunkt stand, über deren Sinn man sich aber streiten darf: die Auswärtstorregel.

Jene Regel, die man Gelegenheitszuschauern neben der Sache mit dem Abseits besonders häufig erklären muss. Jene Regel, die in der Fremde geschossene Tore auf so geheimnisvolle Art wertvoller macht als Heimtore. Jene Regel, die die Fans nach dem einen oder anderen Bier nervös mit dem Smartphone berechnen lässt, wie viele Tore die eigene Mannschaft noch braucht, wenn es gerade 1:1 steht und sie auswärts 0:1 verloren hat?

Ignoriert man das Siegtor von Galatasary auf Schalke in der 95. Minute, das nur fiel, weil Schalke alles nach vorne werfen musste, endeten die Duelle von Schalke und Bayern in Summe jeweils 3:3. Doch es gab einen entscheidenden Unterschied: Der FC Bayern zog trotz einer 0:2-Niederlage gegen den FC Arsenal ins Viertelfinale ein, weil er das Hinspiel in London mit 3:1 gewonnen hatte. Schalke 04 dagegen wäre mit dem 2:2 nach einem 1:1 in Istanbul ausgeschieden. Der Grund war das jeweils mehr erzielte Auswärtstor.

Die Regel wird längst hingenommen, als wäre sie gottgegeben. Doch ist sie zeitgemäß? Warum sollte ein Tor dort mehr wert sein als ein Treffer hier? Warum sollte ein Team weiterkommen, das in beiden Spielen nicht mehr Tore geschossen hat als der Gegner? Ist es nicht unlogisch, dass eine Mannschaft sich mit dieser Regel bis ins Finale spielen kann, ohne ein einziges Spiel zu gewinnen?

Die Auswärtstorregel wurde 1965 im damaligen Europapokal der Pokalsieger eingeführt und später auf alle europäischen Wettbewerbe ausgedehnt. Zu dieser Zeit gab es gute Gründe: Bei Gleichständen nach Hin- und Rückspiel wurden bis dahin kostspielige und kräftezehrende Entscheidungsspiele angesetzt. Zudem waren Reisen damals strapaziöser, abenteuerlicher, die Spielstätten waren nicht genormt wie heute. Mailand oder Madrid, das macht damals einen Unterschied. Alles Faktoren, die die Auswärtsmannschaft benachteiligten. Es war daher legitim, dem Besucherteam einen minimalen Vorteil zu verschaffen.

Vor allem sollten die Gäste zu einem offensiveren Spiel verleitet werden. Bis dahin mauerten die Auswärtsmannschaften tüchtig und hofften auf das Rückspiel. Nun hieß es plötzlich, ein 1:3 sei attraktiver als ein 0:2. Leider hat diese gute Idee auch eine Kehrseite: Die Heimmannschaften gehen zögerlicher zu Werke, weil ein Gegentor im eigenen Stadion ein Duell oft entscheiden kann.

Im globalisierten Fußball, in dem der Heimvorteil schwindet, erscheint die Auswärtstorregel mittlerweile willkürlich. Es ist ungerecht, dass ein Heimteam nach einem 0:0 auf fremden Platz und einer Unachtsamkeit in der Defensive plötzlich doppelten Aufwand betreiben und zwei Tore erzielen muss. Die Regel greift zu sehr ins Spielgeschehen ein. Sie bevorteilt die Taktik von Auswärtsmannschaften, das Abwarten, das Kontern. Ballbesitzteams wie der FC Barcelona dagegen tun sich zu Hause leichter und sind durch die Regel im Nachteil.

Das Dilemma ist, dass die Alternativen zu der Regelung ebenfalls Nachteile haben. Ein Entscheidungsspiel? Keine Zeit. Der gute, alte Münzwurf? Zu fies. Man müsste bei Gleichstand neue Kriterien einführen. Kriterien etwa, die attraktiven, aktiven Fußball belohnen. So könnte die Mannschaft weiterkommen, die in beiden Spielen mehr Ecken herausholte, öfter den Ball hatte oder zumindest häufiger aufs Tor schoss. Allerdings besteht die Gefahr, dass es zu einem Spiel im Spiel kommt, bei dem das eigentliche Ziel des Spiels, ein Tor zu schießen, aus dem Blick gerät. Zudem kam der Fußball bisher gut ohne B-Noten aus.

Bleibt die Verlängerung, ein Highlight für jeden Zuschauer, allein schon der Spannung wegen. Die hätten sich Arsenal und Schalke in dieser Woche verdient. Allerdings bevorzugt diese Idee die Mannschaften, die das Rückspiel zu Hause austragen. Schließlich können sie die entscheidende Phase des Spiels vor eigenem Publikum absolvieren. In den vergangenen zehn Jahren setzte sich in den europäischen Wettbewerben in einer Verlängerung etwa doppelt so häufig das Heimteam durch.

Eine vollkommen gerechte Lösung wird es in dieser Frage nicht geben. Aber warum nicht mal Gedanken machen?

juschek Offline
Dabei seit: 06.06.2011

Der Herr Spiller ist m.M.n. ein ziemlicher Spinner. Beweise?

Kriterien etwa, die attraktiven, aktiven Fußball belohnen. So könnte die Mannschaft weiterkommen, die in beiden Spielen mehr Ecken herausholte, öfter den Ball hatte oder zumindest häufiger aufs Tor schoss.

qed.

juschek Offline
Dabei seit: 06.06.2011

Übrigens zeugt es auch von größtem Fussballsachverstand, die in den letzten 10 Jahren einzig sinnvoll diskutierten (und teilweise versuchten) Regelungen (Goldenm Goal, Silver Goal, Reduzierung der Spielerzahl in der Verlängerung) im Artikel nicht mal zu erwähnen. Aber was soll man als Schreiberling auch machen, wenn man bei einem Magazin angestellt ist, dass bis vor kurzem Sport nicht mal redaktionell bearbeitet hat.

BTW: ein sehr ähnlicher Artikel war zwei Tage vor dem Erscheinen dieses Machwerks auf der Netzpräsenz des Guardian zu lesen.

valenciano Offline
Dabei seit: 04.06.2007

Im globalisierten Fußball, in dem der Heimvorteil schwindet

Allerdings bevorzugt diese Idee die Mannschaften, die das Rückspiel zu Hause austragen. Schließlich können sie die entscheidende Phase des Spiels vor eigenem Publikum absolvieren. In den vergangenen zehn Jahren setzte sich in den europäischen Wettbewerben in einer Verlängerung etwa doppelt so häufig das Heimteam durch.

Wow, sowas wird heutzutage veröffentlicht? Wie kann man sich denn so wiedersprechen? Einerseits gibt es den Heimvorteil nicht mehr, aber dann doch in den letzten 30 Minuten, und wahrscheinlich im Elfmeterschießen auch? 

Klar ist die Regel etwas nervig, vorallem bei 2 Unentschieden Spielen. Aber solange kein Vorschlag kommt, der das Problem beseitigt, akzeptier ich sie als die beste Lösung. Alle Teams wissen Bescheid, und man muss halt in beiden Spielen gute Leistungen zeigen. 

Und juschek, fast noch besser als Golden Goal und so nicht zu erwähnen, finde ich, dass er den guten alten Münzwurf erwähnt. Besonders EffZeh Fans freut das, wo man mal gegen Liverpool durch eben jenen ausgeschieden ist.

Walter Baseggio Offline
Dabei seit: 15.03.2007

Im Kern hat der Autor trotz vieler Widersprüche dennoch Recht: Die Auswärtstorregelung gehört auf den Prüfstand!

Warum soll ein Team ausscheiden, das exakt genauso viele Tore in 2 Begegnungen erzielt hat. Nicht nur aus Eigennutz verweise ich darauf, dass die Uefa doch möglichst viel Geld verdienen will und mehr Spannung würde man mit der Abschaffung der Auswärtstorregelung erzeugen, denn dann müsste man ja in die Verlängerung gehen. Finanziell würde die Uefa profitieren und wir Fans hätten halt mehr Spannung. Eine Verlängerung  ist nunmal spannender als das Spekulieren, "wenn wir uns ein Tor fangen, sind wir wegen den auswärts erzielten Toren dennoch weiter"...

 Schalke wäre in ne Verlängerung gekommen und verdammte scheiße nochmal weiter!

Jan Åge Fjørtoft Offline
Dabei seit: 09.03.2013

Wäre ja auch ne Möglichkeit, nur ein Spiel pro Runde auszutragen. So müsste man das Feld zwar aufstocken, aber das die Uefa ja eh vor. So könnte man ein Spiel auf neutralem Boden austragen, Bayern und Juve würden sich irgendwo in Österreich treffen. Wenns nur um die Chancengleichheit ginge, wäre das ne Lösung. Aber ja, ich weiß, darum gehts nicht. Das scheint dem Autor des Artikels jedoch entgangen zus ein. Mit keinem Wort geht er auf das Hauptziel der Uefa und der Vereine ein, nämlich möglichst hohe Gewinne zu erzielen. Wenn die was ändern, dann sicher nicht mit dem Effekt, das am Ende weniger rausspringt.

valenciano Offline
Dabei seit: 04.06.2007

Sorry Walter, ich will nicht wissen wie sehr du schreien würdest im anderen Fall. Schalke spielt erst zu Hause 2:2. Auswärts dann 1:1 in Istanbul, auch gerne mit spätem Ausgleich. Dann wird in der Verlängerung Schalke locker geschlagen, da den Jungs die Kacke fl¨ssig am Bein runterläuft. Dann postest du doch als ersten ne Artikel der Verlängerung doof findet.

Prüfen kannst du die Regel gerne. Komm mit was besserem. Verlängerung spielen ist ziemlich unfair, auch schon jetzt, wenn beide Partien gleich ausgingen. Denn dort ist der Heimvorteil zu starkt, wie der Autor selbst sagt. Also gehört eher die Regel Verlängerung bei gleichem Ergebnis auf den Prüfstand.

Schalke wäre in ne Verlängerung gekommen und verdammte scheiße nochmal weiter!

Schalke hat sogar noch ne Tor bekommen, anstatt selber eins zu schießen, hätte auch locker in der Verlängerung passieren können.

rumpler Offline
Dabei seit: 10.12.2009

ich finde die "auswärtstorregel" die beste lösung.

und das bayern - arsenal rückspiel eines der schlechtesten beispiele dagegen.

und "argumente" wie Ignoriert man das Siegtor ..., das nur fiel, weil ... schreien dermaßen vor dummheit, dass man sich damit gar nicht befassen sollte. 

Walter Baseggio Offline
Dabei seit: 15.03.2007

Sorry Walter, ich will nicht wissen wie sehr du schreien würdest im anderen Fall. Schalke spielt erst zu Hause 2:2. Auswärts dann 1:1 in Istanbul, auch gerne mit spätem Ausgleich. Dann wird in der Verlängerung Schalke locker geschlagen, da den Jungs die Kacke fl¨ssig am Bein runterläuft. Dann postest du doch als ersten ne Artikel der Verlängerung doof findet.

Ich war immer schon ein Gegner dieser Regelung. Das fing 1996/1997 an, als Aston Villa deshalb aus dem Uefa Cup - Viertelfinale flog. Das war das erste Mal, dass in meiner "Fankarriere" diese Regelung angewendet werden musste.

Schalke hat sogar noch ne Tor bekommen, anstatt selber eins zu schießen, hätte auch locker in der Verlängerung passieren können.

Schalke hat noch ein Tor bekommen, weil man wegen dieser beschissenen Regelung mit nem 2-2 rausgewesen wäre und hinten alles aufmachen musste, um noch das nötige dritte Tor zum Weiterkommen zu erzielen.

In ner Verlängerung hätte Schalke nicht aufmachen müssen, weil es immer noch die Option Elfmeterschießen gegeben hätte. Außerdem war Schalke in Halbzeit zwei drückend überlegen. Galatasaray verteidigte nur noch wie Arthur Abraham am Samstag gegen Stieglitz. "Gala" hatte keine Mittel mehr, Druck aufzubauen. Sie haben es nur noch zu seltenen Nadelstichen geschafft.

Von daher wäre ein Weiterkommen von Schalke ohne diese Regelung wahrscheinlicher gewesen als ein Ausscheiden.

@ rumpler: Ich find den Satz mit dem Ignorieren nicht so dumm, weil das dritte Tor halt nur fiel, weil Schalke aufmachen musste. Hab ich oben ja schon beschrieben.

Von mir aus soll die Uefa bei Gleichstand den Gruppensieger weiterkommen lassen, weil dieser eben in der Vorrunde konstantere Leistungen erbracht hat. Aber selbst da gäbe es Ungerechtigkeiten, wenn beispielsweise der Gruppenzweite ne Gruppe wie Dortmund diese Saison hatte und der andere ne vergleichsweise leichte Gruppe.

Nee, alles Quark. Verlängerung und Elferschießen wäre sicherlich fairer als dieses Auswärtsdingens!

linksfuss05 Offline
Dabei seit: 01.03.2011

Wenn man die "Ungerechtigkeit" der Verlängerung vor eigenem/gegnerischen Publikum vermeiden will, dann gibt es halt direkt nach 90 Minuten und Gleichstand Elfmeterschießen. Das ist sowieso Lotto und Beispiele gibt es genügend, dass dabei dann auch die "dahoam"-Mannschaft unterliegen kann.

Dem Autor des Artikels und Eufi gebe ich so weit Recht: KEINE Denkverbote! Ruhig mental ein bißchen flexibel bleiben...

Fix Offline
Dabei seit: 16.07.2010

... Ja, aber der Artikel hilft bei der Diskussion nicht weiter. Mit den gebrachten Argumenten, die ja fast zu Hälfte falsch sind, könnte genauso gut ein pro-Auswärtstorregelung-Artikel geschrieben werden. 

linksfuss05 Offline
Dabei seit: 01.03.2011

Beim Fechten gibt es eine schöne weitere Variante:

Wenn nach regulärem Kampf Gleichstand herrscht, wird gelost, wer in der Verlängerung der Bevorteilte ist. Heißt: Steht es auch nach Ende der Verlängerung noch unentschieden, wird der zum Sieger erklärt, der als Bevorteilter ausgelost wurde. Klare Voraussetzungen, damit sich in der Verlängerung die Gegner nicht nur belauern. Wäre dann halt das Ende fürs Elfmeterschießen.

Fix Offline
Dabei seit: 16.07.2010

Allgemein könnte ja auch die Mannschaft mit den schöneren Trikots gewinnen. Allerdings wären dann Dortmund und Barca schon lange raus.

linksfuss05 Offline
Dabei seit: 01.03.2011

Wenn es um solche Art Ästhetik geht, könnte man noch die Spielerfrauen miteinbeziehen. Ausdrücklich aber nicht deren innere Werte. Könnte sowohl fürs Stadionpublikum als auch fürs Fernsehen durchaus interessant sein.

juschek Offline
Dabei seit: 06.06.2011

Von mir aus soll die Uefa bei Gleichstand den Gruppensieger weiterkommen lassen, weil dieser eben in der Vorrunde konstantere Leistungen erbracht hat. Aber selbst da gäbe es Ungerechtigkeiten, wenn beispielsweise der Gruppenzweite ne Gruppe wie Dortmund diese Saison hatte und der andere ne vergleichsweise leichte Gruppe.

Super Regelung fürs Viertelfinale...

linksfuss05 Offline
Dabei seit: 01.03.2011

Hach, und dann stell ich mir vor, wie nach dem Abpfiff Heidi Klum auf Feld kommt und verkündet, für wen sie ein Foto hat, und für wen leider nicht... und dann jubelt das Stadion... und es kommt zur spontanen Gruppenbildung...

Walter Baseggio Offline
Dabei seit: 15.03.2007

Super Regelung fürs Viertelfinale...

Wenn das dann nicht mehr greift, weil vielleicht alle Zweiten raus sind nimmste halt die Punktzahl aus der Vorrunde. Wäre vielleicht ne Möglichkeit, dass sich Teams, die sich vor dem sechsten Spieltag für das Achtelfinale qualifizieren, im letzten Spiel dennoch bemühen und nicht mit einer B-Elf antreten.

Walter Baseggio Offline
Dabei seit: 15.03.2007

Oder man nimmt nur die Punktzahl aus der Vorrunde. Auch beim Vergleich zwischen einem Gruppensieger und einem Gruppenzweiten im Achtelfinale.

UrmelAusmEis Offline
Dabei seit: 04.01.2004

"Dabei durfte der Präsident des FC Bayern noch froh sein, dass ihn und seinem etwas unmotiviert daherkommenden Klub eine Regel rettete, die an diesem Champions-League-Spieltag besonders im Blickpunkt stand, über deren Sinn man sich aber streiten darf: die Auswärtstorregel."

Bämm!

Schon im ersten Absatz den größtmöglichen Denkfehler eingebaut! Es wurden nicht unmotivierte Bayern von der Regel gerettet, es wurden Bayern von der Auswärtstorregel zur Unmotiviertheit verführt.

Ohne Auswärtstorregel hätte dem Arsenal FC ein 2:0 zumindest für die Verlängerung gereicht, entsprechend hätte ohne Auswärtstorregel der FC Bayern ab der 3. Minute eine andere Ausgangslage vorgefunden. Eine zweifellos motivierendere.

Aber es wird noch besser:

"Ignoriert man das Siegtor von Galatasary auf Schalke in der 95. Minute, das nur fiel, weil Schalke alles nach vorne werfen musste (...)"

Bämm bämm bämm bämm bämm!!!!!!

Jetzt, wo es argumentativ in den Kram passt, fallen Tore dann plötzlich doch, weil die Mannschaften um diese Regel wissen und ihre Motivation nach ihr ausrichten. Stimmt ja an sich auch, widerspricht aber der Einleitung und entlarvt den Artikel als unausgegorenen, subjektiven Hirnfurz.

Insofern passt der Artikel super ins Eufische Weltbild und zu dieser Diskussion  - sie wird just in dem Moment angestoßen, in dem eine seit Jahrzehnten bestehende Regelung den Schalkern schadet, oder Arsenal schadet, oder den bösen Bayern nützt - oder wie hier sogar dreifach antieufirisch zuschlägt!

Und daher erspare ich Euch meine Teilnahme. Es gäbe genug gute Argumente für diese Regel, es gäbe vielleicht auch ein paar brauchbare Argumente gegen sie. Ich sage "vielleicht", denn im Artikel und in Eufis Pladoyer hab ich keine entdecken können.

Aber eine Diskussion, die in erster Linie angestoßen wurde, weil sich ein Quatschkopf sein Weltbild zu retten versucht (Schalke und Arsenal hätten es genauso verdient wie die Bayern, aber die UEFA-Mafia halt...), untermalt mit einem Artikel, der schon im ersten Absatz das Großhirn beleidigt, ist mir echt zu blöde.

Fix Offline
Dabei seit: 16.07.2010

@Walter, dann biste doch in der Kneipe 90 Minuten am erklären, wer warum weiterkommt. Ich will aber Fußball gucken.

Walter Baseggio Offline
Dabei seit: 15.03.2007

Haha, sprach ich von ner Uefa-Mafia?

Hab ich gesagt, dass Arsenal auf Augenhöhe mit den Bayern war?

Dennoch hätte sich die Arsenal-Elf eine Verlängerung verdient. Allein schon wegen der Moral. Andere Teams schenken sowas ja ab, wenn sie das Hinspiel daheim  mit 2 Toren Differenz verlieren.

Außerdem, verehrter Urmel: Gäbe es eine Regelung, dass bei Torgleichheit nach zwei Spielen das Team weiterkommt, das mehr Punkte erzielt hat in der Vorrunde, könnte ich sehr gut damit leben, dass die Bayern dann weiter wären gegen Arsenal.

Die Auswärtstorregelung find ich einfach nur albern. Da muss die Heimmannschaft schon im Hinspiel äußerst sorgsam sein, kein Gegentor daheim zu bekommen, weil das zum Verhängnis werden könnte. Dementsprechend verkommen Hinspiele meist zu Taktik-Orgien. Dies könnte man mit einer Regeländerung vielleicht günstig beeinflussen.

Ansonsten: Wenns dir hier zu dumm ist, kannste ja auch gerne wieder wegbleiben...

Zottelkralle Offline
Dabei seit: 02.05.2011

aber dann profitiert ja eine mannschaft dopelt wenn sie mit glück eine sehr leichte gruppe hat. finde alternativen, müsste wenn dann simpler sein und nicht noch komplizierter. also wenn man jetzt sagen würde einfach weg damit, dass kann ich nachvollziehen. aber noch mehr kompliziertes zeug braucht man doch nicht

mehmetwirdankendir Offline
Dabei seit: 19.12.2010

Ich stell mir gerade vor wie Eufi das Ausscheiden seines Teams bedauert, dass sich durch tolle Moral ein 2:2 im Al-Sami-Yen Stadion (Teleom Arena) erkämpft hat und der ein 1:1 im eigenen Stadion nicht ausreicht.

Scheiß Verlängerung! Schalke wäre verdammt nochmal weiter!

(Was in diesem Fall sogar stimmen würde...)

Buthelezi Offline
Dabei seit: 04.07.2007

Also dieser Artikel ist etwas unausgegoren (und wie Juschek bereits andeutete ziemlich schamlos vom Guardian kopiert), aber Überlegungen einer Regeländerung rund um das Auswärtstor fände ich schon mal sinnvoll.

Kritik an der Regel gibts ja nun nicht erst seit diesem CL Achtelfinale - hier z.B. Wenger 2008.

Das Problem ist aber - wie hier schon mehrfach erwähnt - der Mangel an guten Alternativen.

UschiUschgorod Offline
Dabei seit: 23.08.2012
hehehe...."die zeit"! deren grösste sportliche journalistenleistung im wöchentlichen (zugegebener maßen sehr gutem!) schachrätsel liegt, spielt eufi vermeintlich ins blatt. jenem, der sich hier seit tagen als beschissener verlierer gibt. das passt schon.
UrmelAusmEis Offline
Dabei seit: 04.01.2004

Na na na, nix gegen den Sportteil der Zeit. Der ist so lange gut, mitunter gar Weltklasse, solange er nicht über Sport schreibt.

UschiUschgorod Offline
Dabei seit: 23.08.2012
da hast du natürlich recht. ich müsste präzisieren und anmerken, dass die zeit nicht das präferenzblatt für das tagesgeschäft fussball ist....
juschek Offline
Dabei seit: 06.06.2011

Die Zeit ist ein herausragendes Magazin. In fast jedem Themenbereich, meine Leib und Magen Zeitschrift und dem anderen Magazin aus der Stadt an der Elbe weit überlegen. Bloß Sport ist halt nicht deren Metier, auch nicht in der Onlinepräsenz. Das wollt ich sagen, nicht mehr aber auch nicht weniger.

Ähnliches gilt übrigens auch für den Spiegel. Wenn Kurbjuweits Dirk sich ermüßigt fühlt über das runde Leder zu schreiben, rollen sich regelmäßig meine Fußnägel hoch. Das mag aber, ähnlich der Kommentatorenarbeit bei Livespielen, Geschmackssache sein.

giselher Offline
Dabei seit: 06.10.2009

Wenn schon Ungereimheiten, dann noch eine:

Bleibt die Verlängerung, ein Highlight für jeden Zuschauer, allein schon der Spannung wegen... Allerdings bevorzugt diese Idee die Mannschaften, die das Rückspiel zu Hause austragen. Schließlich können sie die entscheidende Phase des Spiels vor eigenem Publikum absolvieren.

Mal abgesehen davon, dass Herr Spiller kurz vorher noch schrieb Im globalisierten Fußball, in dem der Heimvorteil schwindet, - er also jenen Heimvorteil relativierte, den er jetzt bemüht - ist seine Aussage objektiv falsch. Bei Gleichstand und Verlängerung hat die Auswärtsmannschaft den entscheidenden Vorteil, dass der Gegner bei einem Tor von ihr gleich zwei schießen muss.

Zuletzt gesehen bei Real vs. Bayern letztes Halbfinale CL. Auf einmal wurde Real in der Verlängerung nervös, ängstlich, defensiv, weil die Uhr jetzt objektiv gegen sie lief. Schießt der GFCB ein Tor, bleiben nur noch 30 minuten minus x, in denen sie hätten zwei schießen müssen. Umgekehrt - Real macht das erste - brauchen die Bayern in 30 minuten minus x nur eins. Die hätten sogar ein Real-Tor in der 119. noch erfolgreich korrigieren können ...

Naja. Und das ganze disktuieren wir nur, weil Schalke und Arsenal rausgeschmissen wurden, während der GFCB im Viertelfinale steht. Na suuuuuper ...

UschiUschgorod Offline
Dabei seit: 23.08.2012
nichts anderes galt es zu unterstreichen der herr: dass der sportliche bereich eher zu vernachlässigen ist. ich les die zeit sehr gern.

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