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»Allez les blancs« statt Équipe Tricolore - Rassismus mit Quote
Atatenango Offline
Dabei seit: 12.02.2008
Ich bin da jetzt auch mal ganz rassistisch: ich hab schon immer gewußt, dass die Franzosen nicht mehr alle Latten am Zaun haben!
LowerRhenania Offline
Dabei seit: 13.10.2010
Ich nehme erstaunt aber gleichzeitig mit Freuden zu Kenntnis, dass man derartige Dinge inzwischen auch in Frankreich nicht mehr einfach so sagen darf.

War der aus dem Baskenland nicht Lizarazu, Loddars Nemesis?
Wolle Petterson Offline
Dabei seit: 22.01.2010
Da kann man sich echt nur fremdschämen.
Fabibras Offline
Dabei seit: 16.10.2004
Es wäre einfacher und richtiger, die Anforderungskriterien zu korrigieren anstatt die Zielmenge, die es durch das Raster schafft.

Das ist doch auch Teil der Überlegung. Weniger auf Athletik und Durchsetzungsvermögen als vielmehr auf technische Fähigkeiten zu setzen.

Allein die körperliche Statur war Thema.
Und so ein famoses Eigentor war das nicht. Das Eigentor hat dann erst Laurent Blanc mit seinen vorlauten Überlegungen verwandelt.


Bei dem Thema vermischt sich rassistisches (siehe das Zitat von Laurent Blanc zur Statur) mit Dingen, die missverständlich sind, wie z.B. die Fokussierung auf technisches.

Dass das jetzt mit den überragenden Erfolgen des FC Barcelona und einem generellen Trend hin zu technisch versierteren Spielern, halte ich aber nicht zwangsläufig für Verkehrt.
Fabibras Offline
Dabei seit: 16.10.2004
Bäh, ich will ne editierfunktion.
ich wollte eigentlich nur den ersten Absatz und den Satz "Allein die körperliche Statur war Thema." Kursiv schreiben, da sie Zitate aus dem Text oben sind.

Und dass ne Quote auf Grund der Herkunft eingeführt werden soll, ist ganz klar eine riesige Schweinerei
4ter Blinder Offline
Dabei seit: 10.08.2010
Könnten die so unverständlichen selbstzerstörerischen Vorfälle im französischen Team während der WM in Südafrika irgendwie in Zusammenhang mit diesem Thema stehen?

Eine wirklich plausible Erklärung dafür, weshalb so viele Spieler bei einer WM keinen Bock mehr hatten, war bisher öffentlich doch noch nicht zu hören gewesen,oder?
Yvy Offline
Dabei seit: 09.04.2009
"Sie reduziert den möglichen Anteil derer, die sich für ein Zweitland entscheiden können"

Wenn es konkret darum geht, daß die Franzosen jemanden über ein Jahrzehnt oder mehr ausbilden, dieser jemand ihnen dann eine lange Nase zeigt, kann ich das durchaus nachvollziehen. Solche Typen wie z.B. Sahin, Matip, Choupo Moteng oder die Altintops gehen mir schon lange auf den Sack. Persönliche Meinung !

Wenns um Hautfarbe & Herkunft geht, wäre es echt skandalös. Wieder mal ein Land, das sich brutalst bereichert hat, aber mit den Menschen aus den kolonisierten Gebieten nichts zu tun haben will (immerhin werden sie scheints besser gefördert als z.B. in England).

Das mit der Statur ist allerdings völliger Humbug. "Bilden wir immer den selben Typus aus"... tja, dann bildet halt einen anderen Typus aus ! Es gibt genug Spieler wie Pitroipa oder Okocha, die über die Technik kommen (Malouda ist auch kein Metzger....)
Orang_Utan_Klaus Offline
Dabei seit: 18.03.2010
Kann mir gut vorstellen, dass das Ganze im Zusammenhang mit der Selbstdemontag in Südafrika steht. Vllt. will der Verband weniger große, stämmige, stark (schwarze) Spieler, die Ihren Trainer in der Kabine auffordern, sich in den Allerwertesten zu penetrieren.
wyntonia rufer Offline
Dabei seit: 03.02.2009
ICH würde mich auch für eine Zweitverband entscheiden, wenn mit der Erstverband mit so viel Zuneingung begegnet! Persönliche Meinung!
DOM_Brussels Offline
Dabei seit: 22.05.2008
Ich kann mich der Meinung von Yvy, was die Problematik mit der zweiten Staatsbürgerschaft anbelangt, nur kompromisslos anschliessen. Es ist ja teilweise verblüffend, dass manche dieser Spieler (wie beispielsweise der berüchtigte Kevin-Prince) von "ihrem" Land oder dem ihrer Väter schlichtweg keinen oder nur einen verschwindend oberflächlichen Eindruck haben, ihr ganzes Leben in Deutschland verbracht haben, meist Deutsch besser beherrschen als die eigene "Muttersprache" und dann meinen, dass man sich "für sein Herz", sprich die unbekannte Heimat, entschieden habe - das ist m.E. lächerlich und eine Verhöhnung der Institutionen, die einen über Jahre hinweg gefördert haben.

Ist die andere Variante (also tatsächlich pure "Französischtümelei") das Motiv für die angedachte "Quote", erübrigt sich jeder Kommentar.
Ich meine mich jedoch an eine Anekdote zu erinnern, die i.d.Z. recht passend sein könnte:
Denn in Frankreich kam das "Ausländerproblem" in der Equipe Tricolore bereits bei anderer Gelegenheit zur Sprache. Damals jammerte ein französischer Politiker: "Unsere Spieler sind zu schlecht. Sehen Sie sich die Spieler in unserer Nationalelf an, alles Farbige! Und warum? Weil die Weissen Nullen sind! Ich schäme mich für mein Land!" Der damalige französische Innenminister antwortete ebenso korrekt wie schlagfertig: "Im Fussball ist es wie in der Politik: Nur die Besten vertreten Frankreich. Monsieur täte gut daran, diese Regel an sich selbst anzuwenden und somit abzutreten."
nt Offline
Dabei seit: 05.08.2010
nuri sahin ist in deutschland geboren und aufgewachsen, hat aber bereits in der u16 für die türkei gespielt, als beispiel für spieler die sich von einem großen verband ausbilden lassen und dann für das land ihrer eltern spielen taugt er also nur bedingt. in seinem fall war der dfb nicht wirklich entscheidend an der ausbildung beteiligt.
Rafael Thunderfart Offline
Dabei seit: 03.09.2010
Die Affäre bringt an den Tag, daß das Nachwuchssystem in Frankreich

--farbenblind ist

und

--auch da sät und düngt, wo es vielleicht nicht ernten wird.

Soll man die Kritik Blancs wichtiger nehmen, als den real bestehenden Zustand, auf den sie sich bezieht ?

Der Typ Desailly/Yaya Touré scheint wirklich ein Produkt der französischen Nachwuchsförderung. Und wenn so ein Spieler dann noch unter Mourinho spielt, ist es ganz vorbei mit dem Flair.


In den 90ern, als Typen wie Abedi Pelé oder J.J. Okocha den afrikanischen Fußball repräsentierten, war es eher andersrum: Die Spieler galten als technisch hochbegabt, aber zeigten wenig Neigung für die defensiven Seiten des Spiels. Vielleicht setzt die französische Förderung bei afrikanischen Spielern technische Fähigkeiten als gegeben voraus und kümmert sich nicht um ihre weitere Entwicklung - sondern nur noch darum, Typen, die 1,90 m groß sind, zu Kraftmaschinen auszubilden, an denen die Robinhos dieser Welt abprallen wie an einer Gummiwand (--> WM-Viertelfinale 2006).
Fabibras Offline
Dabei seit: 16.10.2004
Ivy und Brussels sollten vielleicht auch bedenken, dass nicht jeder Spieler, trotz "Förderung", gut behandelt wird.
So wie ein Kevin Boateng in Deutschland als Treter abgestempelt wurde, ohne Chance auf korrektur des Bildes, so würde ich es mir auch dreimal überlegen, ob ich den Kampf gegen die Windmühlen antreten würde.

Und dass Trainer Spieler und solche die es werden wollen auch richtig mies behandeln können, ist ja kein Geheimnis.

Nur weil jemand hier aufgewachsen ist und dann noch für den DFB spielen dürfte, muss er ja nicht vor grenzenloser Dankbarkeit vor einem auf die Knie fallen.
Azorenpaule Offline
Dabei seit: 04.05.2011
Der Typ Desailly/Yaya Touré scheint wirklich ein Produkt der französischen Nachwuchsförderung. Und wenn so ein Spieler dann noch unter Mourinho spielt, ist es ganz vorbei mit dem Flair.

???

Weder Desailly noch Yaya haben je mit Mourinho zusammengearbeitet bzw unter ihm gedient. Nebenbei hat Yaya Toure auch nichts mit dem französichen Verband jemals zu tun gehabt. Das er ganz nebenbei über eine hervoragende Technik verfügt - geschenkt.

Btw: »Wir produzieren in Frankreich immer den gleichen Fußballer-Prototyp: Groß, stämmig, stark. Und wer ist groß, stämmig, stark? Die Schwarzen. So ist das nun mal.«

Das denk ich mir auch ständig, wenn ich Nasri, Ribery, Gignac, Gourcuff, Toulalan, Lloris, Valbuena, Ben Arfa, Benzema etc., all diese großen, stämmigen Spieler sehe..
MPartlau Offline
Dabei seit: 25.04.2011
Über die besagte Quote kann man natürlich geteilter Meinung sein, aber die Aussage: "Statur ist, wie Hautfarbe und Herkunft, ein Kriterium, das nicht entscheidend sein darf" finde ich doch arg naiv. Nach der Definition wäre die Diskriminierung von Dicken und Rassismus gleich schlimm, dabei sind es zwei Paar Schuhe.

Vor einem Monat hatte eine Zeitarbeitsfirma auf den Wunsch unseres Betriebes einen ihrer Arbeiter vorbeigeschickt. Zu unserer Überraschung war er keine 1,65m groß aber fast genau so breit. Ich schickte ihn noch vor Schichtbeginn wieder nach Hause, rief bei der Zeitarbeitsfirma an und raunzte deren Chef-Schabracke an mit den Worten, dass wir keine Verwendung für Leute haben, deren Körperschwerpunkt unterhalb der Kniescheibe liegt.

Bin ich deswegen gleich mit einem Rassisten gleich zu setzen? Ich denke nicht. Einen Ausländer hätte ich jedenfalls nicht ohne weiteres weggeschickt.
Fix Offline
Dabei seit: 16.07.2010
mit einer solchen Quote tut sich der Französische Verband mehr schaden als nützen, da durch eine wie auch immer geartete Quote potentielle Nationalspieler wegfallen und somit sich nicht die Besten durchsetzten.

Boateng hat allerdings auch ausgiebig an seinem schlechten Image gearbeitet. Vor der WM bestand für ihn keine realistische Chance in der DFB-Elf zu spielen, warum soll er also nicht für nen anderes Land spielen. Am Ende sollte jeder selber entscheiden für welche Nation er spielt.
bolivar Offline
Dabei seit: 18.10.2010
'quote' ist das unwort schlechthin. eigentlich in jedem zusammenhang. durchfallquote, fehlerquote, frauenquote usw.
will jemand eine quote einführen, muss ihm misstraut werden.

spricht man von 'neuen auswahlkriterien für die sichtung und selektion von talenten', dann tönt das hochprofessionell. aber blanc und co. sind wohl auch nicht die hellsten.
czechmate Offline
Dabei seit: 29.12.2007
das argument mit den doppelstaatlern ist doch nur vorgeschoben und soll die rassistischen beweggründe der französischen funktionäre kaschieren. welcher in frankreich geborene spieler, der eine realistische chance auf eine fff-karriere gehabt hätte, hat sich denn bitte in den vergangenen jahren für einen anderen verband entschieden? guy demel? anthar yahia? karim ziani? demba ba? yassine abdessadki? das ist doch völlig lächerlich! die einzigen spieler, die für frankreich in frage gekommen wären, sind frédéric kanouté, andré ayew und marouane chamakh. und die würden bei dem überangebot im sturm ja auch nicht gerade stamm spielen..
czechmate Offline
Dabei seit: 29.12.2007
zudem ist das argument ja völlig unlogisch: wenn sich die vaterlandslosen gesellen nicht für das afrikanische heimatland ihrer eltern entschieden hätten, würden ja in der französischen nationalmannschaft noch mehr blacks und beurs rumlaufen.
die können ja in zukunft versuchen, nur noch mit weißen aufzulaufen. dann würden wahrscheinlich auch fabrice ehret und jonathan jäger nominiert..
EgilSkallagrimsson Offline
Dabei seit: 12.02.2010
Also als Fußballverantwortlicher einer ehemaligen französischen Kolonie (die ja auch nicht alle in Afrika liegen) würd ich mich freuen, denn (wenn ich das jetzt nicht falsch verstanden habe) durch eine solche Quote würden ja zwangsläufig die Chancen steigen, dass sich mehr "binationale" Spieler für ihr afrikanisches/ozeanisches Zweitland entscheiden. Auch, wenn vllt weniger der in frage kommenden Jugendlichen dadurch in der SPitze gefördert würden, so könnten ja trotzdem noch aus hoffnungsvollen Talenten gestandene Spieler werden. Da wird sich Frankreich nochmal ärgern. Man stelle sich vor, ein Zidane wäre durch eine solche Regelung (gut, er ist weder schwarz noch groß und stämmig) aus dem Raster gefallen und hätte für Algerien gespielt - die Franzosen wären nie Welt- und Europameister geworden.
saloth sar Offline
Dabei seit: 23.09.2004
zidane aber auch nicht
rumpler Offline
Dabei seit: 10.12.2009
Als Beweis für Vorurteilslosigkeit sollte man die Franzosen dazu verpflichten, immer mindestens 3 Spieler in ihren Reihen zu haben, die nicht kicken können.
Atatenango Offline
Dabei seit: 12.02.2008
Also, mal ganz davon abgesehen, dass das diskussionwürdig ist, wer wie wen ausgebildet hat und ob irgendein Spieler mehr "Heimatgefühle" für den "Zweitverband" hat...was natürlich einfach ne subjektive Wahrnehmung ist. Wenn man das kritisiert, dann muss man da die FIFA kritisieren und nicht den Spieler selbst, denn wenn die FIFA die Regelung nicht geändert hätte, hätte es so Beispiele wie Boateng etc. erst gar nicht gegeben!
Gruni Offline
Dabei seit: 09.11.2009
Zu diesem Thema mal eine amüsante Geschichte.

Meine Familie ist während der WM2006 in das Elsass gefahren, um dort Bekannte (Bildungsbürgertum) aus der Nähe von Orleans zu treffen. Ich wollte etwas für die Völkerverständigung tun und fing an, von der Equipe zu schwärmen, insbesondere Henry und Viera hob ich hervor. Tja, und schon war der Tag gelaufen! Alles kann ich hier nicht wiedergeben, weil das ja auch kleine Kinder lesen könnten...Grob zusammengefasst sei das gar nicht die französische Nationalmannschaft und die oben erwähnten Spieler keine "echten" Franzosen. Die Frauen versuchten den Tag noch irgendwie zu retten, trotzdem bekam ich nur ein Stück Fett mit Fleischresten vom Grill.

Ich behaupte mal, dass die Meinung meiner Bekannten für große Teile der Bevölkerung repräsentativ ist. Anders ist es nicht zu erklären, dass der Verband sich in diese geistigen Niederungen begibt. In Südafrika gabs den großen Knall und nun muss der Verband irgendwas "liefern", denn das ganze Theater mutierte ja fast zur Staatskrise.
Hiob Offline
Dabei seit: 19.06.2010
Nachdem in den vorhergehenden Posts die Diskussion von ein paar Usern bereits auf Deutschland übertragen wurde, schließe ich mich, auf Yvy und Konsorten eingehend, an und lasse außerdem im Folgenden den Aspekt der "Statur" mal unter den Tisch fallen, erscheint es mir doch nur als hilfloser und gleichzeitig dummer Versuch den Rassismusvorwurf zu entkräften. Denn so dumm kann beim besten Willen kein ernstzunehmender Verbandsfunktionär sein, zu denken, dass eine doppelte Staatsbürgerschaft direkte Auswirkungen auf die Physis haben sollte X)

Daher beschäftige ich mich nur mit der Frage, ob es legitim ist, pauschal alle Spieler zu kritisieren, die sich beispielsweise
nach der U-19 entscheiden, doch für das Land ihrer Eltern und nicht für das Land, in dem sie schon immer oder auch nur für einen gewissen Zeitraum lebten, zu spielen.
Da ich aus einem freiheitsliebenden Verständnis heraus für kastenähnliche Prinzipien, in denen die Umstände der Geburt den weiteren Lebensweg unumstößlich festlegen, nicht viel übrig habe, bin ich vollkommen überzeugt, dass die Entscheidungsfreiheit zumindest bis zum Erreichen eines
gewissen, eine Mündigkeit beinhaltenden, Alters gegeben sein muss.

Beispiel:
Spieler X ist in Deutschland aufgewachsen, hat aber auch die türkische Staatsangehörigkeit seiner Eltern. Weil die Mittel vorher fehlen, bietet sich ihm erstmals nach dem Erhalt des ersten eigens verdienten Geldes die Möglichkeit, für ein paar Tage in die Türkei zu fliegen. Erst jetzt kann Spieler X begründet für sich selbst entscheiden, welchem Land er sich mehr zugeordnet fühlt.

Wieso sollte man diesem Menschen, dessen Eltern vielleicht nicht die finanziellen Vorraussetzungen hatten um ihren Sohn von kleinauf jeden Sommer in die Türkei zu schicken, damit er das Land seiner Vorfahren besser kennenlerne, jegliche Entscheidungsmöglichkeit nehmen?
Weil dem DFB dadurch ein paar Kröten durch die Lappen gehen könnten? Oder doch eher, weil der deutsche Fussballfan befürchtet in der nächsten EM-Quali an der,
möglicherweise zum großen Teil in Deutschland ausgebildeten, Nationalmannschaft der Türkei zu scheitern?
Wer so argumentiert verkennt die ursprünglichen Ansprüche und Gründungsgedanken des DFB, der, ein schneller Blick in dessen Satzung genügt, "in sozialer und gesellschaftspolitscher Verantwortung handelt", "im Besonderen Freizeit- und Breitensport fördert", sowie "rassistischen, verfassungs- und
fremdenfeindlichen Bestrebungen und anderen diskriminierenden oder menschenverachtenden Verhaltensweisen entschieden entgegentritt".
Einen fundamentalen Bestandteil dieser gesellschaftspolitischen Verantwortung sollte doch vernünftigerweise die dieser Tage so vieldiskutierte Integration darstellen. Wo wäre diesem Thema, bei dem einer der Grundsätze lauten sollte "Integration durch Interaktion", besser Rechnung getragen, als auf dem Fussballplatz?
Unter dem Strich bliebe also, das sich der DFB, durch eine teilweise oder völlige Ausgrenzung gewisser Bevölkerungsgruppen aus Förderzentren,
Nationalmannschaften oder ähnlichen Elitezirkeln, in seinen eigenen Grundsätzen ad absurdum führen würde.

Und sollte das letztenendes dazu führen, dass der ein oder andere deutsche Nachwuchskicker früher oder später auf der Strecke bleibt, tja...kurzgefasst:
Das sind nunmal die Auswirkungen der Globalisierung...ob es einem passt oder nicht.

hahahÀ propos Globalisierung:
Wieso twittert Baumjohann eigentlich auf Portugiesisch?
gelsenkirchen Offline
Dabei seit: 05.05.2004
@Gruni: dass das elsass eher als recht(skonservativ)er landstrich frankreichs gilt ist doch bekannt, demnach überrascht eine solche reaktion nicht wirklich. schockieren und zumindest kopfschütteln hervorrufen tut sie dennoch.
suppenteller Offline
Dabei seit: 05.07.2010
hahahÀ propos Globalisierung:
Wieso twittert Baumjohann eigentlich auf Portugiesisch?

seine freundin ist aus portugal, scheinbar muss er darum auch auf portugues twittern, soviel kosmopolität ist man von fussballern ja sonst nicht gewohnt
Hiob Offline
Dabei seit: 19.06.2010
aaaahso danke...verstehe...so läuft der Hase.
Rafael Thunderfart Offline
Dabei seit: 03.09.2010
@ Azorendingens

"Weder Desailly noch Yaya haben je mit Mourinho zusammengearbeitet"

Hat auch niemand behauptet. Touré spielte eine Zeitlang in Monaco. Ja, der ist absolut super - er fehlt Barca. Pep sollte zusehen, daß er ihn zurückholt.

Mikel und Essien waren, ehe sie unter Mourinho spielten, offensive Mittelfeldspieler, Essien der Spielmacher der ghanaischen Nationalmannschaft. Damien Duff gab vor seiner Zeit bei Chelsea Anlaß zu großen Hoffnungen, galt als technisch versiert, dribbelstark, kreativ - alles das, was irische Fußballer i.d.R. nicht sind. Mourinho hat es ihm ausgetrieben. Entsprechendes gilt für Joe Cole (der junge Cole war als "England`s answer to Zidane" hochgejubelt worden).
Ballack ist, wie Essien und Mikel, bei Chelsea allmählich auf eine defensive Rolle beschränkt worden. Die Probleme, die er anfangs bei Chelsea hatte, rührten daher, daß er, unbekümmert um diese Rolle, weiterhin in gewohnter Manier den "box-to-box midfielder" zu spielen versuchte.--

In den 70ern und 80ern hatte Frankreich einen ähnlichen Fußball-Ethos wie Holland.
Die französische Mannschaft, die Welt- und Europameister wurde, verdankte ihren Glanz den individuellen Fähigkeiten von Spielern wie Zidane, Henry, Pirès etc., aber als Kollektiv spielte sie, wie man sich um die Jahrtausendwende reifen, nüchternen, erfolgsorientierten Fußball vorstellte. Und daran scheint die französische Nachwuchsförderung noch immer orientiert: Kein Flair als Selbstzweck, kein Champagnerfußball, der Mittelweg zwischen Kraft und Technik - eher, wie die Weltmeistermannschaften aus Italien und Deutschland, als wie Spanien, Holland oder eben Frankreich 1984.
Ingmar Offline
Dabei seit: 08.05.2011
Die französische Nationalmannschaft steht vor einem Dilemma: jahrelang wurde in Frankreich das Ausbildungssystem gelobt, die Titel 1998 und 2000 waren ausgesprochen souverän geholt worden. Wenn man sich die Top-Klubs in Europa ansieht, findet man immer einen Franzosen, das kann man von deutschen Spielern nicht unbedingt behaupten. Der große Unterschied zur Generation der Zidanes und Henrys ist jedoch, dass sich die Kreativspieler rar machen. Ein Gourcuff zum Beispiel konnte bisher bei Lyon den (medialen) Ansprüchen als neuer Zidane bei Weitem nicht gerecht werden. Ein Nasri ist zwar Stammspieler bei Arsenal London, bleibt bei den Bleus jedoch auch hinter der Erwartungen. Ribéry hat ähnliche Probleme, wenn es darum geht die Leistung im Verein bei der Nationalmannschaft zu bestätigen. Ich verfolge sehr genau die französische Berichterstattung, der Tenor ist, dass das französische Ausbildungssystem in den letzten Jahren eine defensive Art des Spiels bevorzugt hat, im Gegensatz zu Spanien, wo der FC Barcelona spielerische Fähigkeiten in den Vordergrund stellt. In Frankreich hat man die Erfolge der Spanier sehr gut beobachtet und möchte nun wieder vermehrt Spieler mit außergewöhnlichen spielerischen Fähigkeiten fördern, unabhängig von ihren körperlichen Voraussetzungen, die bei Spielern schwarzafrikanischer Herkunft sehr oft in frühen Jahren weiter ausgeprägt sind als bei Spielern mit europäischen oder auch nordafrikanischen Wurzeln. Wenn man diese Perspektive berücksichtigt, bei der es um nicht um Hautfarbe oder Herkunft, sondern um die Förderung spielerischer Fähigkeiten geht, kann man Blancs vermeintlich rassistische Aussagen über Quoten besser einschätzen.

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