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Spiel es noch einmal, Sam.
ElBuitre11 Offline
Dabei seit: 26.11.2011

Die Abschiedsspiele großer Spieler

Weils draußen gerade regnet:

Ballack, Michael

Ballack hatte 6 Spieltage zuvor den 11. Trainerwechsel seiner Profikarriere miterlebt, die ihn in Chemnitz, Kaiserslautern, Leverkusen, München und London begleiteten. Diese nun beendete eine zerrütteten Beziehung zwischen dem demissionierten Dutt und seinereins. Dutt, der ihn zusammen mit Rudi Völler zum Führungsspieler seiner Mannschaft ausbauen wollte und dies nach einem enttäuschenden ersten Jahr und jener Saison mit ihren vielen Tiefen begann einzufordern, geriet darüber in einen Streit mit Ballack, den beide bis zur Trennung nicht auszuräumen vermochten. Nun stand er nochmals da wie zuvor in über 450 Spielen, auf dem Platz, am 34. Spieltag, dem letzten seiner Mannschaft aus Leverkusen, mit ihm auf seiner Stammposition des zentralen Mittelfelds. Die Nachfolger Dutts Hiyypiä und Lewandowski ließen ihn für Barnetta spielen, nachdem ihn zuvor ein Muskelfaseriss aber auch ein unwilliger Trainer 10 Spieltage pausiert hatten. Ein neuer Vertrag war nicht in Aussicht, nur von losen Kontakte ins Ausland hörte man. Viel sprach dafür, dass dies sein letztes Spiel sein würde.
Und er spielte nicht schlecht. Hatte eine gute Zweikampfquote, spielte eine Vorlage zum 2:0 auf André Schürrle. Die Nürnberger, die noch eine Restchance auf die Qualifikation für die Teilnahme an der Europa League hatten, waren gehemmt, spielten zaghaft Offensive und Leverkusen mit Ballack stand mit der Führung im Rücken tief. Mít 2:0 ging es in die Pause.
Vermutlich von Hecking in den Allerwertesten getreten rannten die Nürnberger nach dem zweiten Anpfiff an. Verwandelten in der 58. sogar den Anschlusstreffer, scheiterten schließlich an der Abgezocktheit der wieder in Form gefundenen Bayerelf. Die noch zweimal traf und den 4:1 Sieg und die direkte Qualifikation für die Gruppenphase der Europa League erspielt hatte.
Ballack ging in der 51, kurz vor dem Gegentor. Als alle aufstanden und applaudierten gab es laute Sprechchöre. In dem Wissen, dass ein großer ging, zeigten die Fans trotz enttäuschender, letzter Jahre ihren Respekt und ihre Anerkennung. Der Liveticker schrieb über "emotionale Momente" und Ballacks Karriere als Vizeweltmeister, 4 facher deutscher Fußballmeister, englischer Fußballmeister, 3facher DFB-Pokalsieger, 4facher FA Cup-Gewinner war zuende.

bsg Offline
Dabei seit: 18.11.2010

Sachsenpokalsieger '97 mit dem Chemnitzer FC, bitte.

alterzabo Offline
Dabei seit: 18.02.2010

Siehste, El, dann wars wohl doch nicht so schlimm in Nürnberg. Hugh.

ElBuitre11 Offline
Dabei seit: 26.11.2011

@bsg Richdich. Tschuldige. Der Rico Steinmann war damals sein großes Vorbild. Der jetzt welthässliche Weihnatsmännchen aufm Dresdner Flohmarkt verkloppt. Gibt hier nen guten Artikel zu ner Begegnung beider: Zeit

@Zabo Yes. Hab gelesen, auch die Franken ham sich artig verabschiedet. Ist wohl doch ein freundliches Völkchen.

ElBuitre11 Offline
Dabei seit: 26.11.2011

Schneider, Bernd (Karriereende: 26. Juni 2009)

Seinen Durchbruch auf internationalen Ebene erlebte er erst im Spätherbst seiner Karriere in der legendären Mannschaft, der auch Ballack angehörte. Mit 28 in der Saison 2001/2002 als Leverkusen 3 mal in Finale scheiterte und so einer grandiosen Saison eine Bitterkeit zufügte, die der Legende einiges abtrug. Zuvor hatte er sich schwer getan: nach Jena, wars in Frankfurt zwar ein Stammplatz, aber ein stetiger Kampf gegen den Abstieg. Als er dann schließlich an den Rhein wechselte, verlor er seinen Stammplatz und hatte lange zu kämpfen, um seine Jokerrolle abzulegen und wieder in die Stammelf zurückzukommen.

Und dann kam die Saison 2001/2002. Schneider spielte auf rechts, neben ihm sein Freund Ballack und 2 weitere aus der ehemaligen DDR: Ulf Kirsten als Mittelstürmer und Ramelow im Defensiven Mittelfeld. Im kreativen Zentrum Bastürk und Ze Roberto, in der starken Innenverteidigung Nowotny und Lucio. Den besten Sturm der Liga kompletierte neben Kirsten, Neuville und abwechselnd Berbatov und Thomas Brdaric.

Schneider packte in dieser Saison seinen Bestwert von 16 Torvorlagen und 7 erzielten. Auf internationaler Ebene trug er seine Mannschaft bis in den Hampden Park ins Finale der Champions League gegen Real Madrid. Doch es war die Nacht eines anderen Großen. Schneider wurde zum 3. besten des Turniers ausgezichnet und hatte sich einen Namen gemacht.

Dieser war ihm sicher hilfreich als es schließlich mit der Nationalmannschaft nach Japan und Südkorea ging. Zusammen mit seinem Freund Ballack hatte er die Nati mit Hängen und viel Würgen die Relegationsspiele gegen die Ukraine erfolgreich bestreiten lassen und war nun gesetzt. Es ging bis Finale. Gegen die Brasilianer lieferte Schnix sein bestes Spiel und verlor wieder als Zweiter.

In der Saison 07/08 erlitt er einen Bandscheibenvorfall, der zusammen mit einer Rückenverletzung ihn 398 Tage auf Eis legte, von dem er sich nicht wieder erholte. Am 33. Spieltag der Saison 2008/2009 unter dem neuen Trainer Labaddia wurde Schneider zur 73. Minute eingewechselt. Er legte 5 Minuten später das 4 zu 0 vor. Dies war zugleich sein letztes Spiel. Die Bandscheibe machte nicht mehr mit.

Schneiders abschließende Worte:
„Ich habe in meiner Karriere eigentlich alles richtig gemacht. Leider ist es mir nicht gelungen, und das tut mir für Bayer 04 richtig leid, die Meisterschaft zu holen. Das wünsche ich dem Verein und dann werde ich auch hier sein“

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