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Quizmaster X: aus Chile in die Geschichtsbücher
Gast (nicht überprüft)
Die Regeln sind mittlerweile bekannt. Für neue Mitspieler: Ihr findet sie in der Rubrik Spieltag.
Wer kennt nicht das schöne Gefühl auf einem Fußballplatz zu laufen und in Gedanken ein ganz Großer zu sein und den Ball dann vehement in die Maschen zu schießen. Doch wenn wir die Augen aufmachen, sind wir wieder einer von vielen unbedeutenden Kickern. Auch Francisco Valdez schoß am 21. November 1973 den Ball im Nationalstadion von Chile ins leere Tor. Angesichts der Tatsache, dass kein Gegner anwesend war, keine herausragende Tat. Trotzdem fand dieser Schuß den Weg in die Geschichtsbücher. Warum?
Einsendeschluß ist Montag, 03.05.2004. Viel Vergnügen.
Gast (nicht überprüft)
Geschichte A, Autor ???

Francisco Valdez war ein Gegner des
Diktators Pinochet, der am 11.9.1973
den populären Präsidenten Salvador
Allende gestürzt hatte. Wegen seiner
Mitgliedschft im Widerstand gegen
Pinochet war er zum Tode verurteilt
worden. Weil er aber ein fanatischer
Fussballfan war, äußerte er den
letzten Wunsch im Nationalstadion von
Chile ein Tor zu erzielen. Es war ein
trauriger Eintrag ins Geschichtsbuch,
den Senor Valdez mit seinem Tor vor
genau 25 Zuschauern - seinen
Bewachern - fand.
Gast (nicht überprüft)
Geschichte B, Autor ???

Francisco Valdez ist der Gerd Müller Chiles. Er hält so ziemlich alle Torrekorde, die man in dem südamerkanischen Land so aufstellen kann. Allerdings hatte er große Mühe, vor Beendigung seiner Karriere sein 500. Meisterschaftstor zu erzielen. Nachdem er im seinem vorletzten Meisterschaftsspiel seine Treffer 496 bis 499 erzielte (der Schiedsrichter hatte die Abseitsregel in diesem Spiel sehr eigenwillig interpretiert), war alles für das große Fest bereitet. Doch das Spiel ging gegen den großen Lokalrivalen Colo-Colo und der gönnte dem Lokalrivalen Indepente nicht den Dreck unter den Nägeln. Daher trat die Mannschaft gar nicht an und Valdez ließ es sich nicht nehmen, den Ball auch ohne Gegner ins Tor zu schießen. Der Verband wertete das Spiel anschließend auch mit 1:0 und schrieb Valdez den Treffer zu, der damit in der Ewigen Bestenliste mit 500 Toren geführt wird, was bis heute unerreicht ist.
Gast (nicht überprüft)
Geschichte C, Autor:???

Das erste Länderspiel Südamerikas
zwischen Chile und Brasilien lag
genau 50 Jahre zurück, weswegen sich
beide Teams zur Feier des Tages
erneut in Santiago de Chile trafen.
Im Vorprogramm wurde an ihre bewegte
Geschichte erinnert, und so durfte
auch Francisco Valdez einen Ball ins
Tor schießen.
Dies fand deswegen so große Beachtung, weil Valdez mit Künstlernamen Garrincha hieß und 2-maliger Weltmeister und wohl
größter Dribbler aller Zeiten war.
Wegen eines angeborenen Hüftfehlers
(ein Bein war deutlich länger als das
andere) saß Garrincha seit 1971 im
Rollstuhl, doch diesen einen Torschuss wollte er trotzdem versuchen. Gestützt von zwei Betreuern schubste er den Ball aus 11 Metern über die Linie. Die Zuschauer hatten Tränen der Rührung in den Augen, dabei ahnte niemand, dass dies der letzte öffentliche Auftritt des
brasilianischen Nationalhelden sein
sollte: völlig vereinsamt und depressiv verstarb Garrincha knapp 5 Wochen später – ausgerechnet an Weihnachten.
Gast (nicht überprüft)
Geschichte D, Autor: ???

Es war der 10. Spieltag der
Chilenischen Meisterschaft. Der
mexikanische Neuzugang Francisco
Valdez sollte sich in der Halbzeit
für eine Einwechslung bereit machen.
Obwohl er seinem Trainer schon vor
Spielbeginn über Schwindel und
Unwohlsein klagte (die berüchtigte
chilenische Höhenluft hatte dem
frisch verpflichteten Mexikaner
ziemlich zugesetzt), lief er sich
warm. Als dann die Mannschaften für
den zweiten Durchgang auf den Platz
gingen, torkelte Valdez auch gleich
zum Mittelpunkt um den Anstoß
auszuführen. Kaum war der Pfiff
ertönt schnappte sich Valdez das
Leder und setzte zum Alleingang an.
Er konnte gerade noch die
verschwommenen Umrisse der Spieler
erkennen, die er dann auch gleich mit
einer wenig eleganten Körpertäuschung
hinter sich ließ....Schuss aus 20
Meter - TOR! Der immer noch benommene
Torschütze war außer sich vor Freude,
bis er die verärgerte Stimme seines
Kapitäns vernahm, der ihn fragte
warum zum Teufel er sich so freue.
Valdez hatte gerade eben ins Gehäuse
der eigenen Mannschaft geschossen.

Gast (nicht überprüft)
Geschichte E, Autor: ???

Im rückspiel der ersten Runde der
Copa Libertadores am 21. November
1973 (85. minute) blockierten alle
elf Spieler von National Montevideo
den Elfmeterpunkt im eigenen
Strafraum, um die Ausführung eines
umstrittenen, aber dann wohl
entscheidenden Strafstoßes für
Sporting Club Santiago zu verhindern.
ca. 15 Minuten dauerte es, bis der
Schiedsrichter unter großen Tumulten
deshalb sämtliche Urus des Feldes
verwiesen hatte. Es war das
allererste mal, dass ein
Schiedsrichter zu diesem drastischen
Mittel greifen musste und der Schütze
des Penalties (Valdez) ins leere Tor
treffen konnte. Danach wurde das
Spiel abgebrochen. Der südamerikanische Fußballverband setzte das Spiel neu an. Der Eintrag in die Geschichtsbücher erfolgte jedoch nur deshalb, weil zum
allerersten mal durch die Fifa die
Neuansetzung einer Begegnung anulliert wurde, da es sich bei sämtlichen
Schiedsrichterentscheidungen um
Tatsachenentscheidungen gehandelt
habe. National wurde für drei jahre
aus der Copa ausgeschlossen, Sporting
Santiago schied in der nächsten runde
aus.
Gast (nicht überprüft)
Geschichte F, Autor:???

Im Viertelfinalrückspiel der Copa
Libertadores zwischen CD Santiago
Wanderers aus Chile und CA Peñarol
aus Uruguay stand es lange Zeit 0:0.
Santiago hatte das Hinspiel 1:0
gewonnen und versuchte mit allen
bekannten zeitschinderischen Tricks
diese Ergebnis über die Zeit zu
retten.
So wälzte sich 15 Minuten vor Schluß
der Chilene Francisco Valdez nach
einem eher harmlosen Rempler von
Federico Ramirez derart am Boden,
dass er nur noch mit der Trage vom Platz entfernt werden konnte. Allerdings konnten die Chilenen nicht mehr auswechseln und Valdez wurde am
Spielfeldrand behandelt. Peñarol warf
alles nach vorne, der Torwart übernahm
quasi die Liberoposition und stand
weit in der gegnerischen Hälfte. In der
81.Minute dann ein Befreiungsschlag
der Chilenen und Valdez sprang von
der Bahre auf, erwischte die Kugel,
sprintete auf das völlig leere Tor zu und netzte ein. Ein regulärer Treffer, denn damals war es noch nicht nötig nach einer Behandlung am Spielfeldrand sich beim Schiedsrichter zurückzumelden. Auf die Frage, warum er so fix wieder auf den Beinen war, antwortete er südamerikanisch-schlitzohrig, dass er keine Erklärung dafür hätte und es wohl Gottes Wille gewesen sein musste.
Gast (nicht überprüft)
Geschichte G, Autor: ???

Valdez erzielte dieses Tor in einem
Freundschaftsländerspiel gegen
Argentinien. Dies fand drei Wochen
nach einem WM-Quali-Spiel Argentinien
gegen Brasilien statt und der
Schiedsrichter hieß ausgerechnet
Eduardo Gonzales da Silva. Der gute
Mann war Brasilianer und fühlte sich
wie alle seine Landsleute noch immer
etwas verschaukelt, da die Gauchos
durch ein irreguläres Tor mit 3:2
gewonnen hatten. Und so nahm er die
günstige Gelegenheit wahr, diese
Schmach zu rächen. Als zur zweiten
Halbzeit alles bereit war, außer den
Argentiniern, wartete er nur den
Moment ab, indem der Keeper der
Gauchos das Spielfeld betrat. Dieser
kam sogar als Erster und da Silva
pfiff an. So gelang es unserem Freund
Franscico Valdez ungestört das 2:1 zu
erzielen, da zu beginn zweiten
Halbzeit nur der TW auf dem Feld
stehen muss.
Gast (nicht überprüft)
Geschichte H, Autor: ???

Die chilenische Nationalmannschaft war auf dem Weg, sich für die Weltmeisterschaft 1974 in der Bundesrepublik zu qualifizieren. In der Qualifikation hatte man sich zunächst in drei Spielen gegen Peru durchgesetzt und musste dann noch gegen einen europäischen Gegner antreten. Hier die Mannschaft der UdSSR als Gegner ermittelt. Im Hinspiel haben die Chilenen ein 0:0 erreicht und sich damit eine gute Ausgangsposition geschaffen. Die Russen hingegen machten sich große Sorgen vor der sportlichen Niederlage gegen einen vermeintlich schwachen Gegner und suchten nach Möglichkeiten, am grünen Tisch eine Entscheidung zu erwirken. Sie teilten daher der Fifa mit, dass sie aus politischen Gründen nicht im vorgesehenen Nationalstadion antreten wollten. Dort hatte der Diktator Pinochet kurz zuvor politische Gefangene gefangen gehalten und daher sei es der Mannschaft nicht zuzumuten, dort aufzulaufen. Die Fifa hat der UdSSR allerdings mitgeteilt, dass die Mannschaft in Chile anzutreten habe. Die zeigte sich über die unpolitische Haltung der Fifa empört und trat daher nicht zum Spiel an. Zum Anstoß waren Zuschauer, Schiedsrichter und die chilenische Mannschaft anwesend. Der Schiedsrichter pfiff dann symbolisch das Spiel an und die Chilenen spielten dann auch den Ball Richtung Tor. Kapitän Valdez war es dann vorbehalten, den Ball im leeren Tor unterzubringen und sicherte seinem Team die Teilnahme an der WM.
Gast (nicht überprüft)
Geschichte I, Autor:???

Im "Estadio Municipal" in Chile,
gebaut für die Weltmeisterschaft
1962, durften seit 1972 laut
chilenischem Innenministerium keine
Fußballspiele mehr stattfinden, da
auf Grund von bautechnischen Mängeln
"die Sicherheit von Zuschauern und
Spielern nicht gewährleistet werden
kann." Daraufhin musste die
Nationalmannschaft ihre
Qualifikationsspiele für die WM\'74 in
Deutschland alle in einer nur knapp
5.000 Zuschauer fassenden
umfunktionierten Stierkampfarena
austragen. Folge waren völlig
überraschende Punktverluste gegen
Venezuela (1:1) und Honduras (1:3).
Das war für den mehrfachen,
vermeintlichen Drogen-Milliadär,
Francisco Valdez nicht zu ertragen
und er sponserte aus eigener Tasche
die Renovierung des Nationalstadions.
Beim letzten Qualifikationsspiel zur
Einweihung gegen Kolumbien durfte
Valdez dann als Dankeschön den Ball
in der Halbzeit unter tosendem
Beifall der Zuschauer ins leere Tor
schießen. Chile überrannte Kolumbien
vor über 70.000 Zuschauern mit 5:0
und qualifizierte sich in letzter
Sekunde für die Weltmeisterschaft.
Gast (nicht überprüft)
Zunächst einmal vielen Dank an alle Mitspieler für die schönen Geschichten. Jetzt aber geht es um die Lösung. Warum fand Francisco Valdez den Weg in die Geschichtsbücher?

War Valdez ein zum Tode Verurteilter Pinochet-Gegner und erfüllte er sich mit dem Torschuss seinen letzten Wunsch, wie in GESCHICHTE A beschrieben.

Oder bekam Valdez in den letzten Spielen seiner Karriere ein paar Tore zugeschustert, damit er sein 500stes Meisterschaftstor erzielen konnte, wie in der GESCHICHTE B nachzulesen ist.

Ist Francesco Valdez niemand anders als der berühmte Garrincha, der gestützt von Betreuern den Ball ins Tor schoss, wie GESCHICHTE C uns erzählt.

Kann es aber nicht auch so sein, dass Valdez berühmt wurde, weil er durch die Höhenluft vollkommen benommen nicht mitbekam, dass er den Ball vehement im eigenen Tor untergebracht hat? So wird uns jedenfalls in Geschichte D die Berühmtheit des Herrn Valdez erklärt.

Oder hatte Valdez leichtes Spiel, weil der Schiedsrichter zuvor alle elf Spieler des Gegners vom Platz gestellt hatte. Die Neuansetzung des Verbandes wurde jedoch von der Fifa anulliert und deshalb wurde Valdez Tor berühmt, so wird es in der GESCHICHTE E berichtet.

Oder war es Gottes Wille, dass der offensichtlich verletzte Valdez von einer Verletzungsbehandlung schnell genesen war und seine Mannschaft gegen einen aufgerückten Gegner quasi von der Trage zum Sieg schoß. Dies ist jedenfalls in GESCHICHTE F nachzulesen.

Oder profitierte Valdez von einem brasiliansichen Schiedsrichter, der sich an der argentinischen Nationalmannschaft rächen wollte und so das Spiel zur 2. Halbzeit anpfiff, obwohl nur der Torwart der Argentinier auf dem Platz stand und Valdez so sehr leicht zu einem Tor kam. So nachzulesen in der GESCHICHTE G.

In der GESCHICHTE H schiesst Valdez den Ball ins leere Tor, weil die UdSSR, die sich ja selbst immer für die Menschenrechte einsetzte, sich weigerte in einem Stadion zu spielen, indem kurz zuvor noch Regime-Gegner gefangen gehalten wurden.

Oder ist Valdez gar ein Fußball-Liebhaber, der die Renovierung des Stadions aus eigener Tasche ermöglichte und zur Belohung in der Halbzeitpause den Ball ins Tor schießt, wie die GESCHICHTE I erzählt.

Fragen über Fragen und ich erwarte Eure Antworten. Welches ist die richtige Geschichte, wer hat die schönste Geschichte erzählt. Einsendeschluss ist Sonntag, 09.05.2004.
Gast (nicht überprüft)
Die Auswertung kommt morgen, habe die "Unterlagen" zu Hause liegen lassen. Nur schon mal soviel: Die richtige Lösung ist die Geschichte H, u.a. nachzulesen in der WM-Chronik, die Hennes Weisweiler auf den Markt gebracht hat.
Gast (nicht überprüft)
Der große Gewinner dieser Runde ist thukydides. Er bekommt zwei Kreativpunkte, hat zwei Leute geleimt und wusste die richtige Antwort. Glückwunsch. Zwei Punkte für sgu07, der die Lösung wusste und gygax auf die falsche Fährte lockte. Spaceboy (richtige Lösung) und gygax (haensgen glaubte seine Geschichte) erhalten je einen Punkt. Und für urmel natürlich die Gesamtübersicht:

Geschichte Autor Kreativ Tipp
A thukydides D H
B Hannes A --
C Urmel F A
D Murphy C A
E sgu07 C H
F gygax A E
G spaceboy I H
H Wahre Geschichte
I Haensgen A F

Ergebnisse werde ich morgen in die Gasamtliste übertragen. Danke fürs mitmachen, alles Gute
Hannes

gygax Offline
Dabei seit: 19.03.2004
ein weiterer Klassiker....