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littledesaster Offline
Dabei seit: 19.05.2012

Ein Punkt muss reichen, Trifon.

Ansonsten Merci wie immer; dieser Fred erfüllt wirklich den Bildungsauftrag und ich lerne Dinge über Spieler, die ich bis dato noch nicht mal vom Namen her kannte, ich hirnloser Penner!

Redondo71 Offline
Dabei seit: 19.11.2008

Um Missverständnissen vrzubeugen, Meister Pröpper ist der zumindest regional unvergessene Günter Pröpper, der es für den Wuppertaler SV mal schaffte, in einer Bundesliga-Saison 21 Tore zu machen (in der Regionalliga sogar mal 52 Tore). Besser waren nur der Bomber und Osram. Sein Sohn Carsten kam in der Jugend nie über die zweite Mannschaft hinaus, weil er zwar technisch überragend, aber körperlich viel zu schwach war, und keine Zweikämpfe führte, was in einer Zeit, als oft nach Größe und Aggressivität aufgestellt/ausgewählt wurde, ein Nachteil war. Umso erstaunlicher, dass er es zu einem guten Bundesligaspieler brachte, der bei St. Pauli seine goldenen Jahre hatte. Aber "Meister" darf sich nur sein Vater nennen, der ein sehr anständiger, bescheidener Mann ist.

Nun zurück in die HSV-Sendezentrale.

Trifon Ivanow Offline
Dabei seit: 22.07.2009

@ littledesaster

ich hirnloser Penner!

Nein, das bin ich. Denn der Joschi Groh, der hatte ja zwei Länderspiele, 79 als Lauterer noch, mit Memering und Jimmy Hartwig beim 3:1 in Island, und 83 beim 1:1 gegen Ungarn.

 

@ Redondo

Ich meine mich zu erinnern, dass der Carsten Pröpper, ich musste immer an Popper denken, in bestimmten Kreisen in Anlehnung auch "Meister" gerufen wurde. Aber Danke.

 

Redondo71 Offline
Dabei seit: 19.11.2008

Das mag und kann gut sein, trifon! Ich wollte keineswegs belehrend sein, wäre ja auch anmaßend! Der originale Meister Pröpper ist dieser nette Herr:

http://www.ebay.de/itm/Bergmann-77-78-362-Propper-Wuppertaler-SV-original-signiert-Autogramm-/360533980727?pt=Sammelbilder&hash=item53f17ff637

Trifon Ivanow Offline
Dabei seit: 22.07.2009

Nun gut. 0:3. Das Spiel des HSV war aber nicht so schlecht, wie man es in dieser Saison schon mit ansehen musste. Und nicht so schlecht, wie es jetzt wohl wieder gemacht wird. Der Grund war eher, dass Leverkusen sehr stark war. Trotzdem. Es waren Kleinigkeiten, die das Ergebnis so deutlich enden ließen.

Son verfehlt das Tor bei 0:0 nur um Zentimeter, Rudnevs trifft bei 0:1 den Pfosten, während bei Leverkusens Führung Castro den Ball nicht stoppen konnte, der dann Kießling in den Lauf fällt.

Die Taktiken waren sehr unterschiedlich. Der HSV versuchte wie üblich über Ballbesitz zu kontrollieren und gegen den Ball mit starkem Verschieben Überzahlsituationen zu bekommen, Leverkusen tief wartend bei Ballgewinn mit schnellem Spiel zum Abschluss zu kommen. Dazu attackierte die Werkself den ballführenden HSVer, meist Badelj, vehement und stellte die Laufwege der Passabnehmer zu. Das war gut verteidigt. Offensiv lösten sie besonders in der ersten Hälfte durch einige genaue Seitenwechsel Unterzahlsituationen auf.

Das Leverkusener Spiel wirkte schon früh zielführender, doch blieb es lange verteilt. Auch weil Aogos schlimmer Querpass am eigenen Strafraum, der zu Schürrles Pfostentreffer führte, überstanden wurde. Für einen solchen Ball ist Aogo immer gut, egal, ob vor oder nach seiner Auszeit, ob er kurz in Brasilien war, ob es regnet oder die Sonne scheint. Ein Grund, warum ich ihn nicht als Verteidiger sehen möchte.

0:1, dann eigener Pfostentreffer. In der Folge wirkte Leverkusen vom eigenen Spiel noch überzeugter, was ins zweite Tor mündete. Ok, wenn alles optimal läuft, kommt vorher ein Fuß dazwischen, letztlich war es aber eine sehr gute Offensiv-Aktion und kein Abwehr-Fehler. Das darf man gerne mal anerkennen und so stehen lassen.

Der HSV versuchte es noch einmal in der zweiten Hälfte, mit viel Ballbesitz, doch die Leverkusener blieben defensiv sehr aktiv und auch abgeklärt, mit Kontern immer gefährlich. Das dritte Tor war natürlich zu verhindern, geschenkt. Danach war es nur noch ein Auslaufen. 62% Ballbesitz für den HSV, mehr Eckbälle, nur einen Torschuss weniger. Am Ende aber gescheitert an einer richtig guten Leverkusener Mannschaft.

Bayern hat neun Punkte Vorsprung und muss noch nach Leverkusen. Ein Selbstgänger wird es für die Bayern nicht.

Wir haben uns gut positioniert für die Rückrunde, der Abstand zu den letzten Drei ist riesig, zu Platz fünf minimal. Gut möglich, dass Kleinigkeiten nicht nur Spiele entscheiden, sondern in dieser Saison den Unterschied zwischen einem internationalen Startplatz und Platz 11 ausmachen werden. Und in der Rückrunde erwarte ich noch einiges von van der Vaart, der im 4-4-2 viel besser zur Geltung kommen müsste, variabler spielen kann und auch eine Entlastung für Badelj wird, der in den letzten Spielen immer über 100 Balkontakte hatte. Während die anderen also alle schwächeln, Schalke und Hannover und wie sie alle heißen, greifen wir dann nochmal richtig an.

Fink? Die Farbe seines Pullovers heute ist jetzt nicht der Grund. Mich hat er immer noch nicht überzeugt. Letztlich hat er die Mannschaft aber dahin gebracht, dass in der Rückrunde noch viel erreicht werden kann. Somit steht er für mich außer Diskussion.

Jetzt hat er fünf Wochen Zeit, die gewachsene Mannschaft auf die Rückrunde vorzubereiten. Es bleibt spannend.

Frohe Weihnachten und guten Rutsch.

http://www.youtube.com/watch?v=DuxshwQa6-0

Trifon Ivanow Offline
Dabei seit: 22.07.2009

Pep. Ja und? Lassen wir die Bayern mit ihrer Medien-Gefolgschaft doch feiern. Der stolze Katalane bei den Großkopferten. Glaubt ruhig, dass das gut geht. Ich gehe jede Wette, der Pep, der wird nächste Saison kein Tor für die Bayern schießen. Wenn es der Messi wäre, ok. Den hätten sie ja so gerne bei den Bayern. Den kriegen sie natürlich nicht, der bleibt bei Barca. Sagen auch die Italiener. Was ist das eigentlich für eine seltsame Verbindung zu den Italienern? Hmm.

Wir hingegen. Wir haben auch eingekauft für die nächste Saison. Kerem Demirbay. Den Ex-Schalker vom BVB, was für ein Talent. Und den Calhanoglu  haben wir sowieso schon, dann klappts auch mit den Standards. Das ist Zukunft. Solche Leute finden die Bayern nie, die suchen sie nicht mal.

Das sind also schon mal zwei Verstärkungen fürs nächste Jahr auf unserem Weg durch Europa. Europa? Klar. Wer sollte uns denn daran hindern? Schalke? Die kämpfen mit sich selbst. Hannover?  Die bekommen nicht mal ihre Winter-Panikkäufe hin. VfB? Bruno und Fredi sind bockig. Wie lange soll das denn noch funktionieren?  Gladbach? Die werden einmal zuviel Unentschieden spielen. Frankfurt? Die halten nicht wirklich durch. Freiburg, Mainz. Ja, das ist Konkurrenz. Wir werden uns behaupten mit unser starken Rückrunde.

Die nun beginnt beim Club. Hat der Club sich jetzt eigentlich vom Schock erholt? Wobei  ich schon gespannt bin auf den Hecking beim Allofs. Hecking halte ich für einen richtig guten Mann, nun muss er aber erstmals mit dem Ziel leben, in die Spitzengruppe vorzudringen und auch erstmals mit der Chance umgehen, fertige Wunschspieler bekommen zu können. Aus Club-Sicht wirkt die Entscheidung für Wiesinger, übrigens ein alter Spezi vom Fink, zunächst mal unaufgeregt und ok. Mehr kann ich nicht einschätzen. Und wie auch immer das Match zum Rückrundenauftakt verlaufen wird, die Punkte müssen wir mitnehmen, wie auch schon in der Frühzeit der Bundesliga, am 14.11.64.

11. Spieltag 64/65

1.FC Nürnberg - HSV 2:3

Club: Wabra, Leupold, Ferschl, L. Müller, Wenauer, Reisch, H. Müller, Wild. Allemann, Strehl, Greif, Coach: Gunther Baumann

HSV: Schnoor, Diekmann, Kurbjuhn, Bähre, Giesemann, Krug, Dehn, Wulf, Peltonen, Seeler, Dörfel, Coach: Schorsch Gawliczek

1:0 Strehl (3.), 1:1 Seeler (20,), 2:1 Allemann (39.), 2:2 Seeler (40.), 2:3 Seeler (60.)



Auf der HSV-Bank Schorsch Gawliczek. Der in der jungen Bundesliga Vorreiter für manch anderen Coach war. Er war der erste Hinrunden-Trainer der Bundesliga-Geschichte. Bei der WM 58 neben Helmut Schön noch Assistent von Herberger versuchte er sich in der ersten Bundesliga-Saison auf Schalke, die auch damals nichts anderes als Meister werden wollten. Bis Weihnachten 63 führte er die Knappen auf Platz zwei, in der Rückrunde dann der Absturz auf Platz acht, wodurch er einen Spieltag vor Saisonende der erste entlassene Schalke-Coach wurde.

Er ging zum HSV und sollte dort 64/65 den sechsten Platz der Vorsaison verbessern. Versuchte dem spielstarken Team durch schroffem Umgang Härte zu vermitteln, was in der Hinrunde offenbar zum Erfolg führte. Im Januar auf Platz drei mit nur einem Punkt Rückstand. Sogar die Meisterschaft schien in Griffnähe. Tja, am Ende stand Platz elf, es überwog die Kritik an seiner Mannschaftsführung.  Bis März 66 hielt er noch durch, wurde dann der erste entlassene HSV-Coach.

Trotzdem hat er Großes für den HSV geleistet, war nicht unbeteiligt an einem Transfer. Von seinem Lieblings-Spieler. Denn 65 folgte ihm von Schalke einer der besten HSVer aller Zeiten. Unser World-Cup-Willi. Der Abwehrchef mit der hohen Stirn war viele Jahre auch eine Stütze der Nationalmannschaft, 20mal deren Kapitän und spielte 66 und 70 starke Weltmeisterschaften. Und er war ein Fuchs. Schon in jungen Jahren, lange vor Netzers Lovers Lane, im Gaststättengewerbe umtriebig. Zu Schalker Zeiten war es üblich, dass die Fans sich vor Heimspielen in seiner Kneipe am Schalker Markt warmtranken. Erst als sein Wechsel zum HSV bekannt wurde, mieden sie seine Kneipe und versammelten sich dann aus Protest in der Spelunke gegenüber. Das war dem Willi allerdings egal. Denn was die Schalker nicht wussten, die Spelunke gegenüber, die gehörte ihm auch.

Der Hauptgrund für die schwache HSV-Rückrunde 64/65 war indes ein anderer. Nicht nur, dass Horst Schnoor , 15 Jahre Nummer eins beim HSV, verletzt ausfiel. Der bärenstarke wie eigenwillige Keeper, der Herberger vor der WM-Nominierung 62 absagte ("Lass mal, nun will ich nicht mehr"), sauer darüber, dass er bis dahin nicht spielen durfte. Nein. Jeder weiß es, im Februar 65 knallte es in Frankfurt und UnsUwe lag auf dem Rasen. Die Achillessehne war durch. Das war nicht nur für den HSV ein Schock, zumal er auf dem Weg war, auch in der zweiten Bundesliga-Saison Torschützenkönig zu werden, nein, auch für die Nationalmannschaft, die nach der überschaubaren WM 62 am Scheideweg stand. Sepp Herberger bekam im Juni 64 sein Abschiedsspiel, 4:1 gegen Finnland, in dem im übrigen Jussi Peltonen für die Finnen traf. Genau jener Peltonen, der kurz vor seinem Wechsel zum HSV stand und als erster Finne der Bundesliga in der obigen Aufstellung zu finden ist. Viermal wurde er Finnischer Fussballer des Jahres, bis heute nur von Litmanen und Hyypiä übertroffen. In der fernen Bundesliga kam der Heimatliebende allerdings weniger zurecht und kehrte nach 38 Spielen und sechs Toren zurück. Heute ist der 76-jährige Peltonen Künstler und stellte Ende letzten Jahres mal eine Frage: http://www.fussball.de/hsv-sturm-opa-peltonen-will-rente/id_61215512/index

Herbergers Nachfolger Helmut Schön hatte einen schweren Stand und spürte recht schnell den Druck des Amtes. Tja, der Lange. Der als er noch der "schöne Helmut" gerufen wurde, in der unübersichtlichen Lage nach dem Krieg 47 mal drei Spiele für St. Pauli machte. Vom Spiel gegen den HSV erzählte er selbst: "Ich war Stopper gegen Edi Adamkiewicz. Mit unserem großartigen Team glaubten wir an einen Sieg über den HSV. Es kam aber anders. Wir verloren 0:2. Einmal dribbelte ich vom eigenen Strafraum über das gesamte Spielfeld bis dicht vor das HSV-Tor. Ich wollte schießen, da riss mir plötzlich das Hosenband. Mit einer Hand musste ich die Hose festhalten. Die Folge: Ich schoss unkonzentriert über das Tor."

Nicht nur, dass der alte Chef eigentlich Fritz Walter überreden wollte, Bundestrainer zu werden, es stand auch die wichtige Quali für die WM 66 an, in einer Dreiergruppe mit Schweden und dem damaligen Fussball-Exot Zypern, in der klar war, dass die beiden Spiele gegen Schweden entscheidend waren. Ohne weiteres Vorbereitungsspiel endete das Hinspiel gegen die Schweden im November 64 nur 1:1 und kurze Zeit später riss dem Kapitän die Achillessehne. Nach dem Pflichtsieg gegen Zypern (5:0) folgten drei mäßige Testspiele gegen England (0:1), Schweiz (1:0) und Brasilien (0:2) und die Kritik am Langen wurde riesig. Die heutige Boulevard-Landschaft hätte ihn wohl dreimal entlassen. Doch er ließ sich nicht irritieren, tüftelte wochenlang an der Aufstellung, der September 65, das Rückspiel, rückte näher. Ausgerechnet Schweden. Gegen die er selbst sein erstes Länderspiel als Halbrechter absolvierte und zweimal traf. Aber in Schweden? Eine schlimme Bilanz. Erst ein Sieg, 1911, ansonsten zwei Remis und sieben Niederlagen. Und verlieren wäre das Aus. Ein Remis hätte bei der damaligen Regel bei Punktgleichheit ein Entscheidungsspiel bedeutet, nur ein Sieg führte nach England. Ausgerechnet im Rasunda. In dem Helmut Schön am Tag vor dem Halbfinale 58 ganz alleine im Stadion auf dem Rasen stand, um im Auftrag von Herberger zur Vorbereitung den Sonnenverlauf zu studieren. Bekanntlich vergebliche Mühe.

Und immer wieder die Frage: "Uwe?", bis er antwortend signalisierte "Ich kann spielen.". Aber was hieß denn, er kann spielen. Ein reiner Irrer war er. Er hatte gerade wieder drei Bundesligaspiele gemacht, aber wie? Ein Spezialschuh wurde gebaut, mit einem Loch, wo sonst die Ferse ist, damit die Schmerzen erträglich blieben. Und springen, springen konnte er gar nicht. Er wusste, dass es eigentlich nicht geht, er wusste aber auch "Ich muss es tun."

Der Lange war beruhigt und wurde mutig. Mit Tilkowski, Höttges, Schulz, Sieloff und Krämer stellte er nur fünf von den insgesamt 17 eingesetzten Spielern der letzten drei Länderspiele auf. Er verzichtete auf die Kölner, auf den formschwachen Overath und den unfitten Weber, auf HSVer Giesemann musste er verzichten, dem ja bekanntlich Pele in Brasilien das Bein brach. Stattdessen brachte er zwei Debütanten, den Sechziger Peter Grosser, der als Rechtsaußen Vereinskollege Rudi Brunnenmeier, in Abwesenheit von Seeler Torschützenkönig geworden, füttern sollte, und einen mit gerade mal sechs Bundesligaspielen, den Franz. Er verhandelte Schnellinger von Milan frei, eine Länderspielfreigabe war damals nicht selbstverständlich, und stellte ins Zentrum den alten Haudegen, dem es nach seinen Italien-Jahren egal sein konnte, ob er ein Drittel oder ein Viertel mehr verdiente: Horst Szymaniak, mittlerweile bei Tasmania.

Das Spiel wurde von beiden Seiten nervös und zerfahren geführt, bis die Schweden unmittelbar vor der Pause plötzlich in Führung gingen und nur wenige Sekunden später im Gegenzug der spätere HSVer Eia Krämer ausgleichen konnte. Und dann war er da. Einen flachen Grosser-Ball von rechts konnte Schweden-Keeper Arvidsson nur abklatschen und UnsUwe sprang in das Leder und traf. Rettete damit dem Langen den Job und dem Deutschen Fussball eine große Zukunft. Danke Uwe.

Und nur deshalb wurde der Lange als Welt- und Europameister der erfolgreichste Bundestrainer aller Zeiten. Das Ende mit der Schmach von Cordoba hatte er eigentlich nicht verdient. Ausgerechnet ein Österreicher sang ihm dann nach dem Kassenschlager "buenos dias argentina" etwas vor:
http://www.youtube.com/watch?v=kwUgPYMzcE0

Auch Clubberer fehlten damals im Rasunda. Das, obwohl es einen Anwärter gab. Dem etwas mit Dieter Müller verbindet: Drei Tore im ersten Länderspiel gegen Jugoslawien. Heinz Strehl. Nicht nur, dass er 64/65 gegen den HSV traf, beim Quali-Sieg über Zypern war er im vierten Länderspiel zum vierten Mal erfolgreich, sein letztes Länderspiel. Aber sonst? Club-Legende. Der ewige Club-Bundesliga-Torschütze Nr. 1 (76 Tore) führte sein Team 62 auch zum Hinspielsieg gegen Benficas (3:1) im Viertelfinale des Europacups der Landesmeister (Rückspiel 0:6) und ein Jahr später ins Halbfinale des Pokalsieger-Cups (2:1, 0:2 gegen Atletico). Geschichtsträchtiger im Nationalteam agierte hingegen sein Coach aus dem Jahr 64/65, Gunter Baumann. Denn der stand als Club-Abwehrstratege beim ersten Länderspiel nach dem Krieg (1:0 gegen Schweiz) auf dem Platz, zusammen mit seinem Kollegen Max Morlock, als der Club als einziger zwei Akteure stellte. Was nicht überraschend war, schließlich wurde der Club 48 erster Deutscher Meister nach dem Krieg. Vorgänger 43 und 44? Der Dresdner SC mit Helmut Schön.

Also nun. Der Nachfolger vom BVB 2012 wird noch gesucht. Das wird der Pep 2013 nicht schaffen. Oder darf er sich doch noch versuchen? Niederlagenserie mit Jupp, 30. Spieltag..., janee, lassen wir das. Vorerst. Es ist noch ein weiter Weg bis zum 30.Spieltag. Deswegen, mir gefällt das jetzt nicht. Diese dauernden Meldungen, van der Vaart fit für den Club. Wie soll der denn fit sein? War lange verletzt, trainiert wieder, erstes Testspiel, wieder verletzt, jetzt trainiert er dreieinhalb Tage. Fit? Wäre Fink ein großer Trainer, würde er ihm jetzt die Zeit geben bzw. ihn jetzt erst mal zwei Wochen richtig trainieren lassen, damit die Fitness kommt. Die Saison ist noch lang und wir werden ihn noch brauchen. Aber fit. Ok, er kann mit einer Aktion ein Spiel entscheiden, aber davon haben wir ja mittlerweile einige. Und offensive Standards wurden trainiert im Trainingslager. Endlich. Gute Standards können wir gegen bissig zu erwartende Clubberer sehr gut gebrauchen.

Deswegen. Ich mache ich mir keine Sorgen. Ein Ziel wird leichter mit einem guten Anfang. Der Weg nach Europa beginnt am Sonntag. Mit drei Punkten.

alterzabo Offline
Dabei seit: 18.02.2010

11. Spieltag 64/65
1.FC Nürnberg - HSV 2:3

Zum Glück spielt Seeler nicht mehr, also doch 1:0, schön.

Trifon Ivanow Offline
Dabei seit: 22.07.2009

Kurz auf dem Dachboden gewesen, um die alte Leier zurückzuholen. Mit der Frage, auf die ich einfach keine Antwort finde. Warum nur gibt es so viele Spiele des HSV, in denen er zurückhaltend, behäbig und unentschlossen in ein Spiel geht. So wie heute. Die spritzigeren und kampfstärkeren Clubberer haben es einfach nur versäumt, in Führung zu gehen, der HSV machte sich kaum mal auf, in Strafraumnähe zu kommen. Unterirdische erste Hälfte. Das erinnerte an das Spiel in Düsseldorf.

Auch die Wechsel in der ersten Hälfte spielten dabei keine Rolle. Bruma und Skjelbred können Mancienne und Arslan mindestens gleichwertig ersetzen.

Dass es auch anders geht, hat ja nun die zweite Hälfte gezeigt. Mit ganz langem Anlauf war dann plötzlich die Bewegung und Flexibilität im Mittelfeld da. Dringend notwendig, um mal Löcher in das gute und strukturierte Club-Defensivspiel, dass ganz vorne beginnt, zu reißen. Fehlte in der ersten Halbzeit völlig. Da fing Westermann schon wieder an, lange Pässe zu spielen. Zudem waren Jansen und Diekmeier nun bereit, ständig zu marschieren, auch Son und Rudnevs rochierten.

Warum nicht von Beginn an?

Die Feldüberlegenheit war dann logisch, langsam kamen Chancen. Und unser Rudi. Was wurde der kritisiert vor der Saison. Der wird seinen Weg machen. Gibt aktuell nur noch sieben Spieler, die in dieser Saison häufiger getroffen haben.

Gedacht wurde wohl auf HSV-Seite, dass ein Treffer wieder reichen wird. Auch, dass ein Angriff abgewehrt ist, wenn man rechts hinten den Ball ins Aus drückt. Tja, schnelle Club-Aktion, die ganze Abwehr ist nicht wach, daher unnötiger Ausgleich. Gut war dann wieder die Reaktion. Drückende Überlegenheit. Kondition, Wille und Chancen waren da. Letztlich wollte die Kugel nicht mehr über die Linie. Van der Vaart? Hat durchgespielt und sich nicht verletzt. Er wird in der Rückrunde stärker.

Es wäre vermessen, zu sagen, dass ein Punkt beim Club ein Rückschlag ist. Auch wenn der Sieg möglich war, können wir mit leben. Jetzt freuen wir uns auf die 0:5-Bremer.

Trifon Ivanow Offline
Dabei seit: 22.07.2009

Nummer 1 im Norden?  Müssen wir darüber wirklich philosophieren? Wir haben doch jetzt und natürlich auch künftig die normale Reihenfolge. Unspektakulär. Wir vorne und hinter uns streitet sich der Rest. Aber ok, Braunschweig, wenn sie dazukommen. Also Braunschweig, Wolfsburg und Hannover balgen sich um die Nummer 2? Das hätte was. Was wäre Werder dann? Jo, durchgezählt, Nummer 5. Das ist doch mal eine Perspektive.

Und jetzt? Nummer 98. Was die Bundesliga-Duelle angeht zwischen dem HSV und Werder. Warum eigentlich noch nicht 100? Ok, ist klar. Aber wann wird denn die 100 voll, lieber Bremer? Nun gut, übertreiben möchte ich jetzt nicht und Werder Richtung Abstieg spielen sehen. Obwohl. Die Nervosität dort im Moment wirkt ungewöhnlich. Und in Hoffenheim hat Kurz nun das wesentliche Problem Compper gelöst, Augsburg steht vor einem leichten Heimspiel  am Samstag. Und Werder wieder vor vielen Gegentoren.

Die Bremer hatten schon immer ihre Probleme mit den Gegentoren. Es uferte an der Weser ja auch mal derart aus, dass Werder abstieg und wir deswegen erst das 98. Duell erleben dürfen. Und warum? Es war der Neid. Der reine Neid auf den HSV. Nichts anderes. Denn verstohlen richteten sie Ende der 70er immer wieder den Blick gen Volkspark und mussten verkniffen ertragen, wie dort die Mighty Mouse begeisterte. Unser Engländer. Da dachte man sich an der Weser "das können wir auch",  und Rudi Assauer holte 79 einen Engländer.

Dieser Engländer sollte aber jemanden ersetzen, dem man längst ein Denkmal hätte bauen müssen: Per Roentved. Sieben Jahre hielt der dänische  Libero Werder erfolgreich im Kampf gegen den Abstieg über dem Strich, war zuletzt dort ebenso Kapitän wie auch im dänischen Nationalteam, für das er lange Zeit Rekordspieler war (75 Spiele). Bis zur WM-Quali 82 spielte er für Dänemark, zwar noch unter Piontek, und zusammen mit Olsen, Arnesen, Lerby, Simonsen und Elkjaer-Larsen, war aber nicht mehr Teil des danach entzündeten Danish Dynamite. Bis 79 blieb er bei Werder, widerstand auch den Verlockungen von den Bayern, die ihn 77 als Beckenbauer-Nachfolger holen wollten. Aber eben nur bis 79.

In Bremen freute man sich dann aber riesig über den gelungenen Coup, den 32-jährigen Dave Watson von Man City zu überreden, als Nachfolger nach Bremen umzusiedeln. ("Seht her HSV, wir können auch Engländer.") Immerhin Stammspieler in der Innenverteidigung der Three Lions, was auch immer das zu bedeuten hatte, in der Phase der verpassten Weltmeisterschaften 74 und 78.

Und zunächst schlug Watson gut ein. Souverän hielt er im ersten Saisonspiel die Abwehr zusammen, folgerichtig ein 1:0- Sieg über Uerdingen. Dann schlug er zu. Im zweiten Spiel bei den Sechzigern fühlte er sich früh im Spiel provoziert von Hermann Bitz, zog die imaginären Handschuhe aus und streckte im ungleichen Duell seinen Gegenüber nieder. Acht Wochen Sperre. Nach Ablauf der Sperre hatte er keine Lust mehr auf die Bundesliga und kehrte auf die Insel zurück. Werder fehlte ein Abwehrchef.. Assauer versuchte noch, den Gladbacher Bruns zu verpflichten, doch der ging lieber für den Rest der Saison nach Düsseldorf. Und so mussten die Bremer dann den ebenso jungen wie langen Hans-Jürgen Offermanns häufig in der defensiven Zentrale spielen lassen, den man vor der Saison als Nachwuchshoffnung aus Lüdenscheid holte. Also, nicht vom BVB, vom Zweitligisten Rot-Weiß Lüdenscheid. Bis im weiteren Saisonverlauf in Abstiegsnot Benno Möhlmann nach hinten gestellt wurde. Was hat das alles gebracht? Vierzehnmal vier oder mehr Gegentore, 93 insgesamt. Auch im Volkspark, am 22.03.80, setzte es für Werder ein Standard-Ergebnis.

26. Spieltag 79/80

HSV - Werder Bremen 5:0

HSV: Kargus, Kaltz, Jakobs, Buljan, Hidien, Hartwig, Hieronymus (60. Memering), Magath, Keegan, (66. Wehmeyer), Hrubesch, Milewski, Coach: Branko Zebec

Werder: Burdenski, Geils, Möhlmann, Siegmann, Otten, Konschal, Röber, Bracht, Kamp (46. Behrens), Reinders, Dreßel, Coach: Fritz Langner

1:0 Hrubesch (16.), 2:0 Milewski (42.), 3:0 Jakobs (60.), 4:0 Hrubesch (82.), 5:0 Hrubesch (86.)


93 Gegentore für Nationalkeeper Dieter Burdenski. Der in jene Saison als Nachfolger von Sepp Maier ging und den Kampf um das deutsche Tor knapp gegen Norbert Nigbur zu gewinnen schien. Doch kurz vor der EM entschied sich Derwall nach Burdenskis Abstieg für Toni Schumacher, der zum EM-Auftakt gerade mal sein drittes Länderspiel absolvierte.

Bei der WM 78 stand Burdenski im Kader, musste die Schmach von Cordoba von außen mit ansehen. Und wer stand auf dem Platz, als Krankl "olles überspuite"? Auf der falschen Seite? Ein späterer Clubberer. Franz Oberacher. Der als schneller Rechtsaußen in Innsbruck unter Club-Legende Zapf Gebhardt spielte und 79/80 den Club als zweitbester Torschütze nach Herbert Heidenreich in die erste Liga schoss. Jenem Heidenreich, der 77 mit Gladbach Deutscher Meister wurde und auch im Europacup-Halbfinale gegen Dynamo Kiew zum Einsatz kam. Beim Club wurde er zusammen mit Oberacher wieder Meister, der Zweiten Liga Süd, und  so durften sie einen Platz in der Bundesliga einnehmen, den Werder räumte. Nicht nur das. Sie stiegen als Aufsteiger nicht wieder ab. Dafür sorgten in der Offensive neben Oberacher, der neunmal traf, Ex-HSVer Schorsch Volkert und hinten der Rückhalt, HSV-Legende Rudi Kargus.

Kargus im übrigen Nummer zwei vor Burdenski bei der WM 78. Der Budde schaffte es dann aber als Nummer zwei zur EM 84. Anders als Vereins-Kollege Jonny Otten, der im Abstiegsjahr als 18-jähriger seine ersten Saison für Werder spielte, als Stammspieler. Was er dort immer blieb und ihn auch vor der EM 84 in die Nationalmannschaft brachte, als Backup hinten links für Briegel. Er hatte seine Einsätze in der durchwachsenen Quali, auch im legendären letzten Spiel, als die deutsche Mannschaft nach zwei Niederlagen gegen die Nordiren um Pat Jennings und Norman Whiteside, unbedingt einen Heimsieg gegen Albanien einfahren musste. Man scheint ihn heute noch zu hören, unverwechselbar, mit einer Erleichterung in der Stimme, die längst durchtränkt war durch viele Minuten der verzweifelten Qual, "Pfiff"-Moderator Wolfram Esser mit seinem "Da issess....Strack.", als der Kölner Libero zehn Minuten vor Abpfiff gegen nach Rot dezimierte Albaner zum 2:1 einköpfte.

Jonny Otten durfte danach nur noch ein Länderspiel machen, vor der EM den Test gegen die UdSSR, als sein Widersacher 79/80 vom HSV, Jürgen Milewski, in der Startelf stand. Unverständlicherweise nahm Derwall auch Milewski nicht mit nach Franreich, überhaupt, mit Wolfgang Rolff war nur ein HSVer dabei. Das Ergebnis ist bekannt, Maceda und alles war vorbei. Auch für Jupp Derwall.

Milewski wurde wohl zu häufig unterschätzt. Er beeindruckte mich zum ersten Mal, als ich im kalten Winter 78 gewärmt vor dem Fernseher das UEFA-Cup-Spiel seiner Hertha gegen Esbjerg sah, das gerade mal eine kleine Handvoll Leute ins Olympiastadion lockte. Der wuselige Milewski traf viermal zum 4:0 und ich dachte noch "das ist doch einer für uns", genau ein Jahr später kam er, im Dezember 79. Womit der Hertha-Abstieg 79/80 dann besiegelt war, trotz der Haudegen Kleff, Kliemann, Sziedat, Brück, Gersdorff und Nüssing. Tja, mit Milewski unter Kuno Klötzer erreichten sie im Vorjahr noch das Halbfinale im UEFA-Cup, scheiterten am Runner up Roter Stern.

Beim HSV wurde er Teil der großen Mannschaft in der ersten Hälfte der 80er, spielte aber nur dreimal für Deutschland. Heute ist er Teil einet prominent besetzten Berater-Firma (http://www.t21plus.com/)
Tja, heutzutage scheint wirklich jeder A-Junior einen Berater zu haben: http://www.transfermarkt.de/de/t21plus-sportsmanagement-gmbh/details/ber...

Wären wir nun gut beraten, Werder, also, nunja, nicht zu unterschätzen?  Werder. Komm, hör mir auf. Die hauen wir wech.

Redondo71 Offline
Dabei seit: 19.11.2008

Wie immer sehr lesenswert und mit schönen Anekdötchen und Wolfram Esser bei Pfiff hatte ich komplett verdrängt; auch schon 20 Jahre nicht mehr unter den Lebenden weilend.

 

Beschorner Offline
Dabei seit: 26.03.2010

Wie immer lesenswert, und diesmal, bitte nicht zu persönlich nehmen:

typisch hsv, sich in längst vergangenen zeiten zu sonnen. machen wir uns nix vor, die nr. 1 des augenblicks im norden wird auch nur eine momentaufnahme und am sonntag wohl auch wieder vergessen sein. auch wenn werder vielleicht keinen weiteren schritt nach vorne macht, der hsv macht früher oder später wieder einen zurück.

danke trotzdem für die anekdoten!

Trifon Ivanow Offline
Dabei seit: 22.07.2009

Beschorner, keine Sorge. Werder wird den Klassenerhalt schon irgendwie schaffen.

Tja, und wir?

Langsam, so ganz langsam ist es zu spüren. Die Mundwinkel der Gegenüber verändern sich. Aus einem überzeugten und überlegenem Lächeln, das mir entgegenkam, nein, es war ein Auslachen, als ich früh in der Saison trotz allem von Europa sprach, wird nun, jaja,  etwas verkniffenes, nicht wahr haben wollendes. Ganz langsam. Wir sind auf der Rechnung. Wir werden wieder ernst genommen.

Und nein, wir legen noch nicht nach. Also Platz vier und so. Immer schön der Reihe nach. Kommt später. Jetzt geht es erst mal darum, den Rückrundenstart zu verbessern und uns zu positionieren für einen ganz langen Endspurt.

Und wir haben schon wieder ein Heimspiel. Wieder ein Sieg, dann haben wir in zehn Heimspielen genauso oft gewonnen wie die Pre-Pepper. Wie nennt man das denn, so ganz modern? Augenhöhe?

Die Frankfurter sind ja nun wirklich eine Überraschung, vor allem, weil sie zurecht da stehen, wo sie jetzt noch sind. Noch. Sie werden in der Rückrunde etwas abbauen, ein einstelliger Platz wird es aber wohl werden, für einen Aufsteiger eine Top-Platzierung. Auswärts konnten sie auch bisher nicht so überzeugen, ok, besser als Schalke, Bremen und Hannover, aber eben nur Mittelmaß. Das wird sich im Volkspark nicht ändern, zumal die Luft, die der eine oder andere zuletzt noch nach oben hatte, ganz langsam weniger wird. Badelj, dieser Fussballer mit unglaublichen Anlagen, wird nicht noch mal eine solch schwache Leistung zeigen, mit der es so gerade gegen Werder reichte, und natürlich van der Vaart. Ich hätte ihn ja gerne die letzten beiden Wochen nicht auf dem Platz gesehen, damit er sich in Ruhe seine Fitness hätte erarbeiten können. Jetzt haben wir ihn durchgeschleppt. Aber er ist auch so zwei Wochen weiter. Weil unverletzt. Er wird kommen, ganz langsam.

Jaja, die Eintracht. Sie hatte schon ganz andere Mannschaften im Volkspark aufgeboten und war chancenlos. Mit Weltmeistern, mit Rekordspielern, mit einem Zahnarzt in Torwarthandschuhen auf der Bank, sogar mit einem Holsteiner und natürlich mit einem promovierten Linksfuß, zum Beispiel am 04.10.75.

10. Spieltag 75/76

HSV - Eintracht Frankfurt 4:2

HSV: Kargus, Kaltz, Blankenburg, Nogly, Hidien, Björnmose, Bertl, Ettmayer, Sperlich, Reimann, Volkert, Coach: Kuno Klötzer

Frankfurt: Wienhold, Reichel, Körbel, Trinklein, Neuberger, Weidle, Beverungen, Nickel, Grabowski, Hölzenbein, Wenzel, Coach: Dietrich Weise

0:1 Wenzel (17.), 1:1 Nogly (23.), 2:1 Björnmose (24.), 3:1 Reimann (39.), 3:2 Neuberger (65.), 4:2 Volkert (71., Elfmeter)

Nicht so extrem wie in dieser Saison, aber doch, auch vor jener waren die Medien in Hamburg unerbittlich und kritisierten vor dem ersten Spiel die Neuzugänge hart. Dabei waren es doch zwei großartige Fussballer, Horst Blankenburg und Buffy Ettmayer. Die Kritik schwang im Laufe der Saison dann ganz langsam um, hatten sie doch erheblichen Anteil am unverhofft überragenden Jahr, mit der Vizemeisterschaft, dem Halbfinale im UEFA-Cup und dem Pokalsieg. Für den im Halbfinale die Bayern aus dem Weg geräumt wurden, als, wie später im Finale, Ole Björnmose und Eiche Nogly im Volkspark trafen und es nach dem 2:2 n.V. zum Wiederholungsspiel in München kam. In dem dann ein paar Minuten vor Schluß Bayerns Gerd beim Stand von 0:0 gegen Deutschlands bestem Keeper jener Saison zum Elfmeter antreten musste. Und natürlich gegen unseren Elfmeter-Töter Rudi Kargus keine Chance hatte. In der Schlussminute überraschte letztlich unser Einssiebzig-Mann Kurt Eigl den Maier Sepp mit einem Kopfball und wir fuhren zum Finale nach Frankfurt (2:0 gegen Lautern).

So wurden wir Nachfolger von Vorjahresieger Eintracht Frankfurt, die zu jenem Zeitpunkt ihr mögliches Finale bereits verpasst hatten. Im Pokalsieger-Cup. Denn da trafen sie auf einen Gegner im Halbfinale, der vielleicht schlagbar, doch mit der britischen Heimstärke letztlich übermächtig war. Die Hammers, mit ihren Legenden. Den alten Captain Billy Bonds, den damals noch jungen Trevor Brooking und Frank Lampard. Senior, sein Sohn ist längst selbst Blues-Legende. Bei der Eintacht während der Halbfinals (2:1, 1:3) im Tor genau jener, der sich mit Günther Wienhold 75/76 duellierte, der fast 35-jährige Dr. Peter Kunter, der nur einsdreiundsiebzig maß. Unglaublich eigentlich für einen Keeper, selbst Gerhard Heinze war ja noch eine Ecke länger. Trotzdem, ein richtig guter, stand an der Schwelle zum Nationalteam, bei der EM 72 dritter Keeper nach Maier und Kleff, gemeinsam mit Overath, der Netzer weichen musste, auf Abruf zuhause. Die Hammers verloren das Finale 2:4 gegen Anderlecht und verpassten damit den zweiten Europacup-Triumph nach 65, dem 1:0 im Finale gegen Merkels Sechziger. Was die Serie von vier deutschen Finalteilnahmen in Folge im Pokalsieger-Cup einläutete.

Zahnarzt Peter Kunter also fast im Nationalteam. Im Frankfurts Elf ansonsten etliche Nationalspieler, nicht nur Holz und Grabbi, auch Körbel, Neuberger, Reichel und Nickel kamen zum Einsatz. Und dieser Nickel, Dr. Hammer, vielleicht der mit dem härtesten Schuss aller Zeiten in der Bundesliga. Der die Eintracht fünf Jahre zuvor rettete und damit vielleicht etwas ganz anderes ans Licht brachte. Am vorletzten Spieltag 70/71 schoss er beim hessischen Abstiegsderby in Offenbach für seine Frankfurter das vorentscheidende 1:0, woraufhin die Kickers und nicht die Eintracht abstiegen. Der Kickers-Präsident nutzte dann einen Tag nach dem letzten Spieltag die große Bühne, um sein Tonband vorzuspielen: Canellas und der verschobene Abstiegskampf: http://www.ndr.de/info/audio129429.html

Als Folge die Strafen: http://de.wikipedia.org/wiki/Bundesliga-Skandal#Die_bestraften_Spieler

Mittendrin: Ein ehemaliger Clubberer. Tasso Wild. Meister 61 und Siegtorschütze im Pokalendspiel 62 gegen Fortuna Düsseldorf. Auch zweifacher Torschütze beim Halbfinal-Heimsieg im Pokalsieger-Cup gegen Atletico. Tja. Der leichtlebige Außen kam später mit Club-Coach Max Merkel nicht zurecht, ging zu Hertha und dann mitgehangen, mitgefangen. Nach der Sperre war er für ein Comeback zu alt.

Nicht zu alt war ein späterer HSVer, der 75/76 mithalf, die Eintracht zu besiegen. Jürgen Sperlich. Der wurde vom HSV nach Begnadigung aus dem afrikanischen Exil geholt. Denn genau wie die Hertha-Kameraden Bernd Patzke, Wolfgang Gayer und Peter Enders heuerte er bei Durban City in Südafrika an. Etwas später als die drei übrigen, daher konnte er wie diese nichts mehr beitragen zur südafrikanischen Meisterschaft 1972. Und im Exil kamen sie noch zu einer anderen Ehre. Sie durften mit einem ganz Großen zusammen spielen, dem Maestro. dem vielleicht ballsichersten Engländer aller Zeiten, dem Vorgänger von Bobby  Moore als Kapitän der englischen Elf, Fulham-Legende und "old war-horse" Johnny Haynes (http://www.guardian.co.uk/sport/2002/oct/07/comment8)

So war die Meisterschaft dort dann keine Überraschung , http://durbancityfootballclub.com/index.php?option=com_content&task=view...

Bernd Nickel hingegen blieb bei der Eintracht. Im Falle eines Abstiegs 71 wäre er zu den Bayern gewechselt, was er längst vereinbart hatte. Wer weiß, ob er zurecht gekommen wäre. So kam er für die Eintracht als Mittelfeldspieler auf 141 Bundesliga-Tore, davon zehn gegen seinen Lieblingsgegner, die Bayern.

Die Frankfurter sind nun nicht unser Lieblingsgegner. Wir nehmen sie stattdessen alle, wie sie kommen. Zwei Punkte werden am Samstagabend noch fehlen auf den Platz hinter Leverkusen, dem BVB und den Bayern.  Das ist dann mal eine Ausgangslage für den langen Endspurt, den wir irgendwann ganz langsam einläuten werden.

Beschorner Offline
Dabei seit: 26.03.2010

Thema Klassenerhalt: hast recht trifon, dank den letzten 3 wird werder drin bleiben. alleridngs bezweifel ich mittlerweile, dass die früher mal magische 40 punkte marke geknackt wird.

aber wie immer: toller bericht

Walter Baseggio Offline
Dabei seit: 15.03.2007

Werder. Komm, hör mir auf. Die hauen wir wech.

In der Saison 2008/2009 auch? Hihi...

Trifon Ivanow Offline
Dabei seit: 22.07.2009

Es wäre ja nicht unser Verein, wenn es nicht diese Aufregung gäbe um den Levan Öztunali. Dabei ist doch gar nichts passiert. Ein 16-jähriges Talent, das sich vor  Angeboten kaum retten konnte. Auch das vom HSV war ein richtig gutes. Dass es jetzt nach Leverkusen geht, ist seine eigene Entscheidung bzw. die seines familiär beratenden Umfelds. Und damit gut. Der Junge ist 16. Niemand darf erwarten, dass er es seinem Opa gleichtut und für alle Zeiten beim HSV bleibt. Lasst ihn doch erstmal in Ruhe Fussball spielen und sich entwickeln.

Aber der andere. Der bleibt. Jonathan Tah, wird nächste Woche 17, deutscher U17-Kapitän, und gehandelt als größtes Abwehr-Talent seit...seit...aller Zeiten. Jaja, geht heutzutage nicht mehr ohne Superlativ. Also, einer will, einer nicht. Völlig normal.

Völlig normal auch die Dortmunder, die uns jetzt vernichten wollen. Nachdem das aufgefahrene schwere Gewerk nicht ausreichte, um den tiefsitzenden Stachel vom Hinspiel zu ziehen. Vernichten. Ja und ? Schlagt uns doch 8:0, unsere Serie bekommt ihr nicht, in 100 Jahren nicht. Niemand bekommt unsere Serie. 8:0? Jetzt muss ich doch lachen. Als ob wir Schalker wären, die weinend nach München fahren. 

Nun gut, die Dortmunder haben uns ja auch schon ganz anders empfangen. Als Champions-League-Sieger, als Weltpokal-Sieger, in ihrem, wie nennen die das?  Tempel? Der sich heute so anhört wie eine Zahnpasta.  Wenn es zumindest Rote Erde wäre. Aber nein, auch noch alles gelb. Also, am 02.05.98.

33. Spieltag 97/98

BVB - HSV 0:1

BVB: Klos, Reuter, Schneider (80. Kirovski), Binz, Kohler, Heinrich, Freund, Zorc (69. Timm), But, Möller (31. Ricken), Chapuisat, Coach: Nevio Scala

HSV: Butt, Wojtala, Schnoor, Panadic, Hertzsch, Jepsen, Spörl (72. Zeyer), Kmetsch, Böger, Salihamidzic (76. Yeboah) , Dembinski (80. Simunic), Coach: Frank Pagelsdorf

0:1 Salihamidzic (1.)

Es war die Saison, in der der Ottmar eine Pause wollte, seinen Job dann von der Tribüne aus machen durfte und der CL-Sieger einen Nachfolger holte, der den Pokalsieger- und UEFA-Cup gewonnen hatte, mit Parma. Nevio Scala. Der sich bei seiner Vorstellung im blau-weißen Hemd der Öffentlichkeit präsentierte ("Schalke? Das ist wichtig?") und über den Landsmann  Trappatoni bemerkte: "Nevio Scala ist ein hervorragender Trainer. Mit dem wird Dortmund Weltmeister.". So ging der BVB in die Saison und scheiterte erstmal an Rudi Thömmes. Denn die Trierer Legende war es, die im DFB-Pokal seinen Regionalligisten  nach dem Erstrunden-Sieg gegen Zweitligist Unterhaching mit seinen Toren nicht nur in der zweiten Runde gegen Schalke, sondern auch im Achtelfinale gegen den BVB zu Siegen führte. Die Eintracht scheiterte erst im Halbfinale am MSV und damit an der Qualifikation für den Pokalsieger-Cup. 10:11, weil Keeper Ischdonat im direkten Duell gegen MSV-Schlussmann Thomas Gill bei den elften Elfmetern den Kürzeren zog. Der BVB hingegen gewann kurze Zeit später, in der Liga gerade mal drei Punkte über dem Abstiegsplatz, tatsächlich den Weltpokal. Allerding war Belo Horizonte als Zwanzigster in Brasilien natürlich ein anderes Kaliber als Eintracht Trier. Die Trierer, die in dieser Saison immer noch um ihre Chance auf den Drittliga-Aufstieg lauern, sollte Ex-Clubberer Chhunly Pagenburg weiterhin dauernd treffen. Auch wenn sie natürlich wissen, dass sie in der Relegation auf Losglück hoffen müssten, um den Kieler Störchen aus dem Weg zu gehen. Aber der Pagenburg. Ein gebürtiger Nürnberger, der sich trotz großen Talents beim Club nicht durchsetzen konnte. Bei der U19-EM 2005 spielte er noch für Deutschland  im Team mit Neuer und Kevin-Prince Boateng, als erst das Halbfinale 2:3 gegen Frankreich mit Lloris, Gourcuff, Cabaye und Diaby verloren ging. Unter Meyer konnte Pagenburg mit dem DFB-Pokal 2007 sogar einen Titel einfahren. Zu dem er beitrug, zwar nicht im Endspiel, aber doch im Viertelfinale gegen 96, als er kurz vor Ende der Verlängerung eingewechselt wurde und für einen Elfmeter bereit war, doch Meyers Klewer-Trick besiegte die Hannoveraner zuvor. Im Halbfinale gegen Funkels Frankfurter setzte er mit seinem 4:0 den Schlusspunkt zum Final-Einzug.

Jaja, Final-Einzug. Das wollten auch die Dortmunder 1998, in diesem anderen Wettbewerb. Der die letzte Hoffnung war, nachdem sie in der Liga um einen einstelligen Platz kämpfen mussten. Nun ja, das Losglück war ihnen hold, denn im Viertelfinale der Champions League trafen sie auf einen leichten Gegner, nur die Bayern, die sie erwartet ohne Gegentor aus dem Wettbewerb warfen. Wird wohl dieses Jahr nicht anders. Im Halbfinale blieb ihnen dann auch noch die Revanche gegen Vorjahres-Finalgegner Juve erspart, gegner waren dann nur die Königlichen, die in ihrer Liga große Probleme hatten, mit Mallorca und Celta Vigo um die weiteren Plätze kämpfen mussten. Aber doch schied der BVB aus, als das Tor umfiel, gegen Don Jupp, gegen Illgner, Raul, Seedorf, Karembeu, Mijatovic. Und diesen Argentinier. Der nie aufhörte, zu laufen, mit dem Ball umgehen konnte und berüchtigt war für sein "attack with breathtaking tackle": Redondo. Das war dann das Ende für den BVB in jener Saison, in der Liga stand am Ende Platz 10.

Ein Platz hinter dem HSV. Obwohl es keine gute Saison war für den HSV. Pagelsdorf gelang es erst ganz allmählich, sein durchwachsenes Team Richtung Champions League zu formen. In der Winterpause wurde dafür ein Kroate aus Uerdingen geholt, ein geborener Abwehrchef, der sofort einschlug. Andrej Panadic. Aber wir hatten auch andere. Pawel Wojtala. Der nur eines hielt, was man sich von seiner Verpflichtung versprach. Die Körpergröße von 1,92. Immerhin. Viel besser war, dass es ganz schnell wieder einen Abnehmer für ihn gab, "Der spielt beim HSV, der muss gut sein.", Danke, Werder. Auch der 20-jährige Allan Jepsen schaffte den Durchbruch nicht, dafür ein anderer junger. Damals gerade 21, war der schnelle und wendige Brazzo eine richtige Show. Seine künftigen Vereine profitierten natürlich von der Hamburger Schule, die seine große Karriere möglich machte. Für den HSV traf er in jener Saison zehnmal, so häufig wie allerdings nie wieder.

Tja, Nevio Scala musste gehen beim BVB, es folgten Skibbe, Krauss und Lattek.

Wer folgt auf Klopp? Ok, ist ja egal, er wird auch bei einer Niederlage bleiben. Und natürlich wird der BVB am Samstag verlieren. Wie, liebe Dortmunder, ihr glaubt etwas anderes?

DANN GEHT DOCH IN EUREN TEMPEL. DANN KÖNNT IHR BETEN. DAS WIRD EUCH ABER NICHTS BRINGEN. WIE WOLLT IHR UNS DENN SCHLAGEN? WIR HABEN DEUTSCHLANDS BESTEN TORWART...WIR HABEN DEN WELTBESTEN 20-JÄHRIGEN SÜDKOREANER, DER JEMALS ZWEIMAL GEGEN DEN BVB TRAF...DEM WEIDENFELDER...DEM WEIDENFELDER ZITTERN DOCH DIE HANDSCHUHE, WENN UNSER SONNY NUR IN BALLNÄHE IST...DER BVB...DER BVB HAT DOCH ANGST...DER SCHONT SEINE SEINE STARS...SCHICKT DIE NICHT ZU DEN LÄNDERSPIELEN...REINE ANGST...ABER WIR...WIR HABEN AM SAMSTAG EINE MANNSCHAFT AUF DEM PLATZ...WER AM SAMSTAG DAS HSV-TRIKOT TRÄGT UND AN UNSEREM SIEG ZWEIFELT, DER SOLL DAS TRIKOT FÜR IMMER AUSZIEHEN...WIR SIND DER HSV...WIR WOLLEN IMMER GEWINNEN...WER AM SAMSTAG AUF DEM PLATZ STEHT UND NICHT GEWINNEN WILL, WIRD NACH FÜNF MINUTEN AUSGEWECHSELT...KEIN ALIBI...LEICHTES SPIEL,KEINER ERWARTET ETWAS...WIE BITTE?...ES GEHT UIM DREI PUNKTE, WIE IN JEDEM SPIEL...WIR WOLLEN DIE PUNKTE...RAFFA...ES WIRD ZEIT. AM SAMSTAG ZEIGST DU, DASS DU EIN KERL BIST...DU BIST JETZT MAL DRAN...SONNY...RUDI...DIE HABEN ANGST VOR EUCH...DRAUFGEHEN, ABZIEHEN...HEIKO...DU KANNST DIR WAS VERDIENEN...MACH EIN KOPFBALLTOR UND HALTE DIE FÜHRUNG BIS KURZ VOR SCHLUSS...DANN DARFST DU...IN DEN LETZTEN ZWEI MINUTEN DARFST DU LANGE PÄSSE...AUCH ZUR ECKFAHNE...WIR WOLLEN NICHT NUR GUT SPIELEN...WIR WOLLEN DREI PUNKTE...DREI...WIR GEWINNEN...WIR SIND DOCH NICHT BAYERN.

Walter Baseggio Offline
Dabei seit: 15.03.2007

Tipp fürs Schalke-HSV - Spiel: Saison 1998/1999 : Muss April gewesen sein. 1-4. Mies.

Dein Beitrag ist aber alles andere als mies!

Trifon Ivanow Offline
Dabei seit: 22.07.2009

MannMannMann... Also, nun mal ehrlich, was soll man denn davon halten. Jetzt spielen wir das dritte Jahr in Folge nicht in der Europa League und wir werden wohl das dritte Jahr in Folge keinen Halbfinalisten haben. Nein. Nützt nichts. Wir müssen wieder ran. Es geht um den deutschen Fussball, um die 5-Jahres-Wertung.

Wir sind bereit. Am Samstag werden wir ins erste Tabellendrittel ziehen und den Platz nicht mehr hergeben.

Mit dem neuen Spirit. Dem Spirit aus dem Westfalenstadion. Es ist auch fast egal, wer aufläuft, die können es alle. Weil sie nun wollen. Adler fällt aus. Junge, werd wieder gesund. Aber wir haben Drobny. Der wird einen guten Job machen. Rajkovic muss ran. Der ist geläutert, kämpft um seine Chance, kein Grund zur Sorge. Freiwillig wird Rincon auf die Bank gesetzt, das überragende Mittelfeld aus dem BVB-Spiel umgestellt. Und was ist das? Völlig richtig. Natürlich könnte Rincon auch spielen, doch Badelj. Der wird uns nicht enttäuschen. Dieses Potential, dieses Spielvermögen, der playing leader. Wir haben noch einen Beister auf der Bank. Unfassbar, dieser Kader.

Und jetzt mit Volldampf gegen Gladbach. Richtig gutes Defensiv-Verhalten. Im letzten Jahr. Wie viele Gegentore bekommen die eigentlich ständig? Dante fehlt. Kein anderer Bundesliga-Spieler ist in der Lage, in Bedrängnis und unter Druck solche souveränen Bälle zu spielen. Und ein Ochse ist das, hinten kaum zu überwinden. Auch Neustädter fehlt. Ob er sich ärgert? Also jetzt? Bei der aktuellen Entwicklung?

Ist nicht unser Thema. Also, die Gladbacher muss man attackieren, die dürfen hinten gar nicht zur Ruhe kommen, die sind anfällig, wenn man sie bedrängt, machen Fehler. Dann fallen Tore zwangsläufig.

Wie auch vor 26 Jahren, am 21.02.87.

18. Spieltag 86/87

HSV - Borussia Mönchengladbach 3:1

HSV: Stein, Kaltz, Plessers, Beiersdorfer, Homp, Jusufi (53. Lux), Kroth, von Heesen, Okonski, Kastl, Schmöller, Coach: Ernst Happel

Gladbach: Kamps, Krauss, Bruns, Dreßen, Frontzeck, Winkhold, Hochstätter, Rahn, Bakalorz (75. Herlovsen), Criens, Lienen (78. Brandts), Coach: Jupp Heynckes

0:1 Frontzeck (20.), 1:1 Jusufi (44.), 2:1 Schmöller (53.), 3:1 Schmöller (57.)

Mit dem Sieg zum Rückrundenauftakt festigte Herbstmeister HSV die Tabellenführung, am Ende reichte es bekanntlich im letzten Happel-Jahr zur Vize-Meisterschaft, während sich die Gladbacher, befreit, nach dem Auftritt im Volkspark die schwierigster Saisonaufgabe hinter sich zu haben, mit einer famosen Rückrunde und 46 Toren aus dem tiefen Mittelfeld noch auf Platz drei vorarbeiteten. Platz drei. So gut, wie seitdem nicht mehr. Drei aktuelle Nationalspieler stellten sie in jener Saison, mit Frontzeck, Borowka und dem Fussballer des Jahres. Uwe Rahn, der auf 15 Rückrundentore kam und mit insgesamt 24 auch Torschützenkönig wurde. Und dann? Die Bayern holten ihren Coach und so wurde der Jupp wie auch schon in Gladbach dort der Nachfolger von Udo Lattek.

Mit Jupp spielten die Gladbacher 86/87 noch eine starke Saison im UEFA-Cup. Sie ließen Feyenoord unter Coach Rinus Israel, der als Spieler und Happels Kapitän Feyenoord 1970 zum Sieg im Europacup der Landesmeister führte, früh im Wettbewerb nicht den Hauch einer Chance (5:1, 2:0). Glasgow Rangers (0:0, 1:1) wurde ebenso ausgeschaltet wie im Viertelfinale die starken Portugiesen von Vitoria Guimaraes (3:0,2:2). Guimaraes, die auch mit einem echten Star als Trainer antraten, den charismatischen Brasilianer Marinho Peres, der in Santos noch mit Pele zusammenspielte, bei Barca mit Cruyff, und bei der WM 74 als Innenverteidiger alle Spiele absolvierte und nach dem Platzverweis von Luis Pereira als Kapitän der Selecao das Spiel um den dritten Platz gegen Polen verlor.

Tja, und im Halbfinale trafen die Gladbacher dann aber auf einen Gegner, den sie einfach nicht schlagen konnten. Dundee United.

Schon fünf Jahre zuvor fuhren die Fohlen in der zweiten Runde nach einem 2:0-Heimsieg optimistisch in den Tannadice Park (http://cdn.c.photoshelter.com/img-get/I0000fzlFzrn7_XY/s/900/900/Tannadi...), zu optimistisch. Das folgende 0:5 bedeutete richtig viel Lehrgeld. Wobei. Die waren schon richtig gut, die Schotten. 83 wurden sie Schottischer Meister, als Vorgänger vom FC Aberdeen mit Sir Alex (84,85), seitdem im übrigen nur noch Meister aus Glasgow. Im folgenden Europacup der Landesmeister schlugen sie im Halbfinalhinspiel den AS Rom mit 2:0, standen knapp vorm Finale, verloren dann aber doch noch 0:3 bei den Römern. Und nun also wieder Halbfinale. Mit einer konzentrierten Defensivleistung schafften die Gladbacher ein 0:0 in Dundee, sahen sich bereits im Finale, doch die ungewohnte Auswärtsstärke der Schotten, die in der Runde zuvor auch im Camp Nou gewannen und damit Barca eliminierten, schien die Fohlen zu überraschen. 0:2 und raus. Dundee United verlor das Finale dann gegen IFK Göteborg.

Mittendrin und prägend in dieser erfolgreichsten Zeit  von Dundee United Tannadice-Legende David Narey, der zwanzig Jahre und 872 Pflichtspiele lang als Innenverteidiger  dort seinen Mann stand. Auch schottischer Nationalspieler. Und denkt man an Narey, denkt man unweigerlich an eine Weltmeisterschaft, die eine von vielen war, in denen  die Bravehearts nur knapp in der ersten Gruppenphase scheiterten. An die WM 82, an die beste und torreichste Vorrundengruppe dieser WM, nein, an die beste Vorrundengruppe einer WM aller Zeiten.

Jock Stein hatte ein namhaftes Team zusammengestellt mit Dalglish, Souness, Strachan und Archibald, um nur einige zu nennen, natürlich auch mit dem "very unattractive man" (Brian Clough), der eher ein very unattractive goal für Nottingham im Finale 80 gegen den HSV schoss, John Robertson. Jock Stein. Der in seiner legendären Laufbahn so manche Weisheit verkündete, eine davon, die sollte jeder, wirklich jeder, der sich mit dem Fussball beschäftigt, unbedingt auswendig lernen: "If you´re good enough, the referee doesn`t matter".

Auch David Narey holte Stein in sein Team. Und Narey war es, der die Schotten gegen die Brasilianer in Führung schoss. Gegen die Brasilianer, die, meine Erinnerung mag etwas verklärt sein, den attraktivsten Offensivfussball boten, den ich je gesehen habe. Socrates, Zico, Falcao, Junior. Ein unfassbares Mittelfeld. Und dann dieser Eder mit seinem linken Fuß, der ihn das eine ( http://www.youtube.com/watch?v=mcSwFqNXJOk) oder andere ( http://www.youtube.com/watch?v=jx9KMhX4lzo) Traumtor schießen ließ.

So setzte es für die Schotten nach einem 5:2 gegen Neuseeland ein 1:4, das letzte Gruppenspiel gegen die punktgleiche UdSSR um Blochin und Shengelia musste über das Weiterkommen entscheiden. Im erneuten Duell Kampfkraft gegen Spielkunst reichte das 2:2 nicht. Aufgrund der schlechteren Tordifferenz, wie schon bei der WM 74 und der WM 78 trotz des Sieges gegen die Niederlande durch Archie Gemmill (http://www.youtube.com/watch?v=q3FvlWyyAKg).

Die Brasilianer zauberten in der Zwischenrunde weiter, schlugen den amtierenden Weltmeister Argentinien 3:1, wobei sich die Überlegenheit nicht völlig im Ergebnis niederschlug und man sich nur fragen konnte, ob dieses Team überhaupt zu schlagen ist.  Und es war dann doch zu schlagen. Dafür sorgte Enzo Bearzot, der italienische Taktikfuchs, der zum Einzug ins Halbfinale die Brasilianer schlagen musste, auf Offensive und damit den offenen Schlagabtausch setzte und vor allem Paolo Rossi, der bis dahin eine katastrophale WM spielte, im Team behielt. Rossi traf beim 3:2 dreimal und machte die Azzurri anschließend zum Weltmeister.

Also, der schottische Fussball spielte einst eine gute Rolle und somit das Gladbacher Ausscheiden gegen Dundee keine große Überraschung. Auch keine Überraschung das Ausscheiden im Halbfinale des DFB-Pokals kurz vor dem UEFA-Cup-Halbfinale. Das war Lospech. Mussten sie doch erneut im Volkspark antreten, Kastl traf kurz vor Schluss zum HSV-Sieg. Zuvor war es spektakulär, was die Fohlen im DFB-Pokal boten. Den BVB, der in der Liga am Ende den vierten Platz belegte, schlug man 6:1 und im Viertelfinale den Liga-Achten Bayer Uerdingen 9:2. Jene Uerdinger, die zuvor im Pokal den Club mit 3:2 aus dem Wettbewerb schossen. Der zu jener Zeit eine gute Phase erlebte, die nach dem Aufstieg 85 drei Jahre später in den UEFA-Cup-Platz mündete. Zwei Norweger prägten seinerzeit das Spiel, der immer vorbildliche Innenverteidiger Anders Giske, Norwegens Fussballer des Jahres 86, und Torjäger Jörn Andersen, der in drei Jahren Club 28mal traf, später in Frankfurt erster ausländischer Bundesliga-Torschützenkönig. Sehr viel später erfüllte sich Andersen noch seinen Traum. Einmal für den HSV aufzulaufen. Ok, es wurden 18mal, mit einem Tor, gegen Gladbach.

Zweimal traf ein anderer gegen Gladbach. Der 86/87 eine feste Größe im HSV-Spiel war und beim 3:0-Hinspielsieg am Bökelberg zwei seiner drei HSV-Tore in achtzig Spielen erzielte. Der gebürtige Kieler Tobias Homp. Als Zwanzigjähriger führte er mit seiner dominierenden Spielweise im Mittelfeld den Viertligisten Kilia Kiel, wo auch Sidney Sam das Fussballspielen erlernte,  an die Schwelle zur drittklassigen Oberliga Nord und wurde dabei von Netzer und Happel entdeckt. Nach seiner HSV-Zeit spielte er noch sechs Jahre für den FC Homburg, konnte das Kicken aber nie wirklich lassen. 2011 spielte er als 47-Jähriger noch in der fünftklassigen Schleswig-Holstein-Liga, und zwar nicht nur ein oder zweimal, sondern eine komplette Saison.

Was können wir jetzt nicht lassen? Das Siegen. Denn daran werden uns die Gladbacher nun wirklich nicht hindern. Auf gehts. Drei Punkte. Wir werden uns daran gewöhnen.

Trifon Ivanow Offline
Dabei seit: 22.07.2009

Ist es nun ein Wunder, dass wir tabellarisch so gut da stehen, dass es realistisch geworden ist, in der nächsten Saison europäisch zu spielen? Sogar die Champions League nicht mehr abwegig ist? Natürlich nicht. Selbst in Zeiten von überflutenden Superlativen werden Wunder in der Fussballwelt meist nur mit einem Spiel in Verbindung gebracht. Eine gute Platzierung über einen längeren Zeitraum bleibt eine Sache von harter Arbeit und Qualität.

So war die letztjährige starke Saison von Hannover 96 natürlich auch kein Wunder. Großen Respekt habe ich davor, was da in Hannover entstanden ist. Mit der Arbeit von Schmadtke und Slomka. Mit dem Auge für die Verpflichtung von weniger bekannten Spielern und einer Spielweise, die das eine oder andere Mal begeisterte.

Ich hätte ihnen heute das Weiterkommen sehr gegönnt. Es war möglich. Ganz ohne Wunder. Trotzdem. Ich glaube, in der letzten Saison hätten sie es geschafft. Da hätten sie wahrscheinlich das Hinspiel schon anders gestaltet.

Denn diese Saison ist anders. Was fehlt? Die Balance im Spiel? Die haben so viele Gegentore wie, ja, das ist die Wahrheit, wie Werder. Bereits jetzt beinahe so viele wie in der kompletten letzten Saison. Die ganzen Winter-Einkäufe. Wirkte doch etwas wie Panik. Dazu die Franca-Geschichte. Nun ja.

Wie auch immer. In der ganz jungen zweiten Mannschaft, die in dieser Saison mit richtig gutem Offensiv-Fussball Vizemeister in der Regionalliga werden wird, schlummern als künftige Basis viele Talente. Und sollte Slomka einmal gehen, wäre Regionalliga-Coach Valerien Ismael wohl der logische Nachfolger.

Zumindest hartnäckig waren sie immer, die 96er. Schon ganz früher. Vor allem, wenn es sportlich nicht reichte. Da haben sie dem, ja, was war er?, heute würde man sagen, Sportchef, Harry Burmeister viel zu verdanken. Der 96 nach dem Krieg in die neugegründete Oberliga Nord brachte, obwohl sportlich eigentlich Konkurrent Linden 07 qualifiziert war. Burmeister nutzte seinen Einfluss, protestierte, und gewann. In der ersten Oberliga-Saison 47/48 reichte es allerdings nicht, also sportlich, Vorletzter und Abstieg. Nach langem Kampf (http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-44419759.html), erneut durch Burmeister geführt, wurde 96 in der übernächsten Saison ohne Aufstieg wieder in der Oberliga aufgenommen. Was dann die eine Grundlage war für ein Wunder, nein, für eine Sensation im Deutschen Fussball. Die zweite Grundlage war die Verpflichtung von Fiffi Kronsbein als Coach 1952. Denn 1954 wurde Hannover 96 Meister der Oberliga Nord. Sieht man sich die Statistik der Oberliga-Nord-Meister von 48 bis 63 an, dann weiß man, was das bedeutete.

Meisterschaften der Oberliga Nord 48-63:

HSV 15
96 1
Werder 0

Da war es fast logisch, dass die 96er in jener Saison nicht mehr zu stoppen waren, sie wurden Deutscher Meister 1954. Neun Jahre später protestierten sie wieder. Denn neben dem HSV und Werder wurde Eintracht Braunschweig als dritter und letzter Nordverein in die Bundesliga aufgenommen, nicht 96. Obwohl die Braunschweiger Löwen, Dritter der letzten Oberliga-Saison,  in der entscheidungsweisenden 12-Jahres-Wertung nur Siebter waren. Der Protest war vergeblich, 96 als Fünfter wurde die letzte Oberliga-Saison, die sie nur als Neunter abschlossen, zum Verhängnis.

Also ein neuer Anlauf in der neugeschaffenen zweitklassigen Regionalliga Nord. Wie konnte dies gelingen? Klar, es wurde Meistercoach Fiffi Kronsbein zurückgeholt. Und tatsächlich. Als Vizemeister der Regionalliga wurde die Aufstiegsrunde gewonnen. 96 etablierte sich in der Bundesliga ,spielte 65/66 sogar im Messe-Pokal und schied gegen den späteren Sieger CF Barcelona im Achtelfinale erst nach drei Spielen (2:1, 0:1, 1:1 n.V.) und Münzwurf aus. 70/71 war dann allerdings das letzte gute Bundesliga-Jahr für 96. Gutes Jahr, als Neunter. Trotzdem waren sie in jener Saison natürlich chancenlos gegen den HSV, am 05.09. 70.

4. Spieltag 70/71

Hannover 96 - HSV 0:3

96: Podlasly, Stiller, Anders, Hellingrath, Bohnsack, Bandura, Weller, Berg (67. Bertl), Cebinac, Siemensmeyer (46. Reimann), Brune, Coach: Walter Johannsen

HSV: Girschkowski, Sandmann, Hellfritz, Kurbjuhn, Kremer, Hönig, Zaczyk, H. Schulz, Klier, Seeler, Dörfel, Coach: Klaus-Dieter Ochs

0:1 Seeler (11.), 0:2 Hönig (34.), 0:3 Zaczyk (57.)

Dem HSV traute man damals kaum etwas zu. Wie so häufig. Doch dem neuen Coach, dem 31-jährigen Klaus-Dieter Ochs, der zuvor die zweite Mannschaft coachte, übernahm ein Konzept-Trainer, teilweise jünger als die alten Kämpen Seeler, Dörfel, Willi Schulz und Kurbjuhn. Die, in die Jahre gekommen, mit einigen Verletzungen zu kämpfen hatten. Doch Ochs und der beste HSVer, der Ex-Kieler und Mittelfeld-Motor Bubi Hönig, führten den HSV unerwartet auf Platz fünf. Im DFB-Pokal führte das Los den HSV wieder ins Niedersachsen-Stadion, wurde natürlich auch gewonnen, 3:2 n.V.

Tja, und 96? Man konnte damals richtig gutes Geld verdienen in Hannover. Gerade für Stürmer war man alles andere als knickerig. Der ehemalige Bayern-Coach in spe verdiente dort dei Jahre gut, ehe er nach Gladbach zurückkehrte, um Meisterschaften zu gewinnen. Zick-Zack-Cebinac, Meister mit dem Club 68 heuerte dort an, auch Ferdi Keller, der später mit dem HSV den Europacup gewann, wurde von 60 losgeeist. Und ein Bayer. Also Bayern-Spieler. Rudi Nafziger, dem es gelang, in zwei 96-Jahren keinen Treffer zu erzielen.

Namhafte Stürmer hin oder her. 71/72 rettete einzig die Tatsache, dass es nur zwei Absteiger gab, dem Sechzehnten 96 dieLiga. Ein weiteres Jahr später musste ein Wunder her für den Klassenerhalt. Und das gab es dann, wie der wohl beste 96er jener Zeit, Hans Siemensmeyer erzählte. Das Wunder von Wuppertal (http://www.youtube.com/watch?v=_o4OwxWN4zU)

Der WSV selbst war, ja war es das wirklich, eine Sensation? Es war fast logisch, der vierte Platz als Aufsteiger. Im Aufstiegsjahr die Regionalliga West beherrscht, mit unglaublichen 60:8 Punkten, alle acht Aufstiegsrundenspiele gewonnen. Im Tor mit der späteren Bayern-Stütze Manfred Müller, auf dem Feld mit einer Legende, mit einer Tormaschine. Man nannte ihn Meister, Günter Pröpper. Er schaffte, was Messi bisher nicht schaffte. 52 Liga-Tore in einer Saison, im Aufstiegsjahr 71/72, davon vier beim 5:0 über den größten Konkurrenten Rot-Weiß Essen. Essen, genau von dort wechselte er nach Wuppertal. 52 Tore. Das übertrafen im Deutschen Fussball in einer oberen Liga nach dem Krieg nur zwei. Der Lauterer Werner Baßler. 54 Treffer durch de Baas 48/49 in der Oberliga Südwest. Und der Berliner Hanne Berndt, der 53 Tore für die Spielgemeinschaft Charlottenburg/Tennis Borussia 46/47 in der Oberliga Berlin schoss.

Nach dem vierten Platz war es dann mit der Bundesliga-Herrlichkeit des WSV schnell vorbei. Ein großer Auftritt noch im UEFA-Cup. Gegen Ruch Chorzow, dem kommendem Double-Gewinner aus dem aufstrebenden Fussball-Land Polen, das in den dritten Platz bei der WM 74 mündete. Mit Zygmund Maszczyk, der bei der WM alle sieben Spiele für Polen bestreiten sollte, gewann Chorzow das Hinspiel 4:1. Zum einzigen Mal Europacup-Stimmung im Zoo dann beim Rückspiel, nach 1:3-Rückstand zumindest ein denkwürdiger Sieg: 5:4. In der Liga der rettende Platz 16 nach 16 Pröpper-Toren. Zwei Plätze vor Absteiger 96, die nach der erneuten Rückkehr von Kronsbein den direkten Wiederaufstieg schafften, während der WSV 74/75 nur noch zwölf Punkte holte und abstieg. Es gilt genau das, was für manch andere auch: They never came back.

Meister Pröpper aber insgesamt auf Platz acht. In der ewigen Torschützenliste der ersten und zweiten Ligen Deutschlands nach dem Krieg ohne Meisterschaftsendrunden- und Aufstiegsspielen. Mit 258 Toren. Angeführt wird die Liste natürlich vom besten deutschen Torjäger aller Zeiten. Von Uns Uwe mit 404. Gerd Müller rückte ihm dicht auf die Pelle, auch wenn er dafür 33 Regionalliga-, also Zweitligaspiele benötigte. Nicht ganz 400, 398. Und wer kann als einziger zwei Spieler unter den Top 5 aufweisen? Natürlich der Club. Ok, der dritte traf nur zwölfmal für den Club, aber immerhin. Manni Burgsmüller mit insgesamt 330. Und nach Ottmar Walter mit 307 die Club-Legende schlechthin. Max Morlock. 292. Der einen Traum hatte. Als Weltmeister wollte er den Club nach 1948 noch einmal zum Meister machen. Es schien nicht zu klappen. Mehr oder weniger knapp scheiterte er Jahr um Jahr. Bis das Jahr 1961 vor der Tür stand. Der Traum wurde wahr. Warum? In Vorfreude auf ein Ereignis im tiefen Februar jenen Jahres machte sich der Club auf, gewann bis dahin zehn Spiele in Folge mit 37:2 Toren, nahm diesen Schwung mit in die Endrunde und gewann schließlich das Finale gegen den BVB in Hannover mit 3:0.

Jaja, gewinnen in Hannover. Wir könnten uns jetzt sogar eine Niederlage erlauben. Würden kaum an Chancen einbüßen. Aber wir denken nicht an eine Niederlage. Adler ist wieder fit, ansonsten unveränderte Elf. Nur bitte wieder mutiger als gegen Gladbach.  Dann sehe ich keine Probleme. Der Trend ist unser. Ganz ohne Wunder.

Walter Baseggio Offline
Dabei seit: 15.03.2007

Hannover ist doch platt von gestern, von daher 1-2 für den Hamburger SV!

balabala Offline
Dabei seit: 26.04.2009

"HSV erinnert an  ein IKEA-Regal. Sieht relativ gut aus, aber viel zu instabil."

Michael Augustin

Fix Offline
Dabei seit: 16.07.2010

@Trifon: Tut mir leid.

Der echte Litti Offline
Dabei seit: 08.09.2010

Macht doch mal was in Hamburg, Mensch. Freiburg, Frankfurt oder Mainz holen uns keine Punkte für die Startplätze. Von daher_ go HSV go. Zusammen mit Hannover auf Platz 5 und 6, und nächstes Jahr Europa rocken.

Trifon Ivanow Offline
Dabei seit: 22.07.2009

Nun gut. Längere Zeit habe ich schon gehadert. Der eklatante Richtungswechsel bei 11Freunde.de und der mehr als halbherzige Versuch, das eine oder andere einzufangen, hat dafür gesorgt, dass für mich das Forum und damit die Website kaputt ist. Kurzum: Zumindest vorerst mag ich hier nichts mehr schreiben.

Beschorner Offline
Dabei seit: 26.03.2010

wo denn sonst?

rumpler Offline
Dabei seit: 10.12.2009

Verständlich.

giselher Offline
Dabei seit: 06.10.2009

Verständlich.... aber schade. Auch für Nicht-HSV-er eine der Perlen des Forums, die verloren gehen würde. Überlegs Dir bitte nochmal ...

zance Offline
Dabei seit: 03.08.2011

Mir fehlt was, Deine Texte waren immer eine schöne Einstimmung auf den Spieltag und haben mich den HSV immer mit anderen Augen am Spieltag betrachten lassen. Es wird ja hoffentlich nicht an der Klatsche letzte Woche liegen.

Zottelkralle Offline
Dabei seit: 02.05.2011

schade, aber danke! hab immer gern mit gelesen!

Saskia Popp Offline
Dabei seit: 04.06.2012

Mich interessiert schon, wie ein nigelnagelneuer User den hiesigen Untergang bewerten kann. Im Übrigen finde ich es wirklich schade, wenn der HSV Thread nicht mehr weiter lebt, denn den las ich wirklich gern.

Nachdenkliche Grüße, Saskia Popp

Karpfenluder Offline
Dabei seit: 10.12.2009

...wie ein nigelnagelneuer User den hiesigen Untergang bewerten kann...

Saskia, weil dieser Vogel hier mindestens nochn anderen Usernamen hat, ist doch ganz einfach. Demnach kannste den neuen getrost löschen.

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