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Redondo7 1 Offline
Dabei seit: 01.09.2011
Pfeift da jemand im Walde?
Trifon Ivanow Offline
Dabei seit: 22.07.2009
30.09.2011 10:59:24 von Redondo7 1
Pfeift da jemand im Walde?

Habe nichts gehört.

Wenn man ein enges Spiel verliert, was man hätte gewinnen können, ist das bitter. Aber das wirft uns natürlich nicht um. Denn heute gegen Schalke hat der HSV genau das geboten, was er zur Zeit kann. Und das ist nicht zu wenig für die Bundesliga.

Anfangs schien der HSV noch gerührt wegen der Feierlichkeiten zum 70. Geburtstag von Herrmann Rieger, Glückwunsch auch an dieser Stelle, wirkte zwar robust und aggressiv, aber doch unsicher, Schalke hingegen, wie sagt man, reifer und klarer in den Aktionen. Aber eben genau über Robustheit und Zweikampfstärke, über Willen und Engagement war der HSV von der 30. bis 75. Minute spielbestimmend und hätte in dieser Phase den Dreier einfahren müssen.

Und dies, obwohl nach wie vor die spielerische Substanz in der Mittelfeld-Zentrale längst nicht optimal ist.

Dass Schalke gewann, lag einzig daran, dass Huntelaar einmal mehr traf. Zwei sehr gute Flanken wurden nicht verhindert, und er versenkte sie in Weltklasse-Manier, wie es nur ganz wenige können. Das war nicht zu verteidigen.

Nichtsdestotrotz, es war über weite Strecken eine Fortsetzung des Stuttgart-Spiels, daher bin ich nicht bange, vor allem auch, weil die Abwehr besser steht. Bruma hatte wieder viele gute Aktionen, ihm die Gegentreffer anzukreiden ist Unsinn, Rajkovic spielt solide und ist körperlich sehr präsent, Westermann sollte weiterhin rechts verteidigen. Offensiv waren genügend Torchancen vorhanden, einen wie Huntelaar haben wir leider nicht.

Es ist nur eine Frage der Zeit, wann wir in der Tabelle klettern werden.

Und wer wird Coach? Arnesen versprach, dass beim nächsten Spiel in Freiburg ein Coach mit Lizenz auf der Bank sitzen werde und er allen Bescheid sage, wenn er wisse, wer. Nur die Ruhe. Spekulieren sollen die anderen.
Trifon Ivanow Offline
Dabei seit: 22.07.2009
Nun hat er allen Bescheid gesagt.

Es ist fast wie im richtigen Leben. Wenn man bei einer wichtigen Entscheidung nicht überzeugt ist, dann sollte man es nicht tun. Ganz egal, was andere darüber denken.

So scheint Frank Arnesen bei der Trainer-Suche zu handeln. Die Kandidaten, die sofort kommen möchten und könnten, überzeugten ihn nicht. Also kommt jetzt keiner. Denn der Kandidat, der ihn überzeugt, ist erst in der Winterpause verfügbar. Die öffentliche Diskussion, oder besser gesagt, Belustigung, schert ihn nicht.

Jetzt macht er es erstmal selbst. Und was sollen wir davon halten?

Gut ist, dass er nicht Frank Heinemann an die Front schickt. Er stellt sich selbst, übernimmt die komplette Verantwortung und bringt zudem die Hierarchie des Trainerteams nicht durcheinander. Mit der Verantwortung trägt er auch das Risiko, verlieren darf er die nächsten Spiele nicht.

Es bleibt eine Übergangslösung, was im Moment allerdings nicht besonders tragisch ist, da die letzten beiden Spiele unter Cardoso die richtige Richtung erkennen liessen. Und Cardoso wird weiterhin, zumindest intern, der starke Mann sein.

Trotzdem. Zwei Fragen müssen gestellt werden.

Der jungen Mannschaft, die gerade im Begriff ist, eine Mannschaft zu werden, werden diese Diskussionen nicht verborgen bleiben. Wird dies belastend oder sogar unterstützend, da man hieraus gestärkt hervorgehen könnte? Die Antwort müsste ein gutes Trainer-Team entscheidend beeinflussen können.

Die klare Regel, dass der Chef-Coach in Besitz der Fussball-Lehrer-Lizenz zu sein hat, wird zwar erfüllt, aber eigentlich doch umgangen. Denn natürlich wird Cardoso seine Rolle genauso wie in den letzten Wochen ausfüllen, einzig wohl nicht in der öffentlichen Wahrnehmung, da der Fokus auf Arnesen gerichtet sein wird. Muss es sein, dass diese Regel so umgangen wird? Nur dann, wenn tatsächlich in der Winterpause der gewünschte neue Mann, ob nun Fink oder Hecking, auch wirklich kommt.

Wie dem auch sei. Jetzt in Freiburg, dann die Heimspiele gegen Wolfsburg und Lautern. Nicht nur für den HSV, auch für Frank Arnesen haben diese Spiele eine ganz besondere Bedeutung.
Trifon Ivanow Offline
Dabei seit: 22.07.2009
Und nun ging es doch ganz schnell. Im Nachhinein muss man wieder feststellen: Alles richtig gemacht, Frank Arnesen. Und natürlich Glückwunsch, Thorsten Fink, zu dieser klugen Entscheidung. Mit seiner Klarheit wird er sehr gut in den Norden passen.

Freuen würde ich mich allerdings, wenn Jarchow sich weniger in der Öffentlichkeit präsentieren würde. Seine Auftritte und Interviews, sagen wir mal so, sind zumeist ungelenk und unglücklich. Auch der peinliche Einspruch gegen die abgelehnte Sondergenehmigung für Cardoso war natürlich seine Idee.

Viel lieber wollen wir die Mannschaft sehen, zunächst beim wichtigen Spiel in Freiburg. Bemerkenswert ist, dass der HSV kaum Verletzungen zu beklagen hat, was in den letzten Jahren ganz anders war. Auch mit Drobny, Bruma, Rajkovic, Aogo, Rincon, Töre, Guerrero und Son kehrte die momentan fast komplette erste Elf ohne Blessuren von ihren Länderspielen zurück, Ilicevic nahm sich seine Verletzung während der Rot-Sperre und ist erstmals spielberechtigt. Der Konkurrenzkampf ist gross wie nie und die Zeit reif. Reif für den zweiten Sieg.

Wir blicken nochmal 16 Jahre zurück. Nach dem neunten Spieltag 95/96 hatte der HSV noch kein Spiel gewonnen, gerade den Coach gewechselt, Felix Magath für Benno Möhlmann, und fuhr als 17. zum 18., dem SC Freiburg. Am Ende der Saison wurde Freiburg Elfter, und der HSV? Fünfter. Nein, wir denken jetzt nicht an die Europa-League, wir denken an den 21.10.95.

10. Spieltag 95/96

SC Freiburg - HSV 0:3

Freiburg: Schmadtke, A. Zeyer, Vogel, Spanring, Korell, Heinrich (46. Rath), Todt, Heidenreich, Freund, Sutter (72. Kohl), Rrakli (57. Sundermann), Coach: Volker Finke

HSV: Golz, Fischer (50. Kovacevic), Hubtchev, Henchoz, Kmetsch, Schnoor, Spörl, Hartmann, Albertz, Copado (72. Letchkov), Ivanauskas (56. Breitenreiter), Coach: Felix Magath

0:1 Albertz (8.), 0:2 Albertz (44.), 0:3 Spörl (85.)
mokikasper Offline
Dabei seit: 30.10.2009
Auf welchem Mist die Idee gewachsen ist und ob Jarchow letztlich nicht auch nur als Prellbock diente, vermag ich nicht zu beurteilen. Der Einspruch mag peinlich gewesen sein, aber ich nehme stark an, das er dem HSV einiges an Kohle gespart hat. Und hätte er (der Einspruch) das nicht gemacht, dann, das ist sicher, hätte er mindestens 3 Wochen mehr an Zeit generiert. Ungelenk hin oder her, kaufmännisch war das richtig.
Trifon Ivanow Offline
Dabei seit: 22.07.2009
Heute 22:41:09 von mokikasper

Genau das war sicherlich der ursprüngliche Gedanke, allerdings nicht die Kohle, sondern die Zeit.

Kaufmännisch hätte es kaum Bedeutung gehabt, lediglich taktisch. Doch dieser Fehler, dafür halte ich es nach wie vor, wurde korrigiert, da man sich dann doch an die Regel hielt.
Trifon Ivanow Offline
Dabei seit: 22.07.2009
Trainer kann er also auch.

Wichtig und erleichternd war er, der zweite Auswärtssieg in Folge. Die Liga ist enger zusammengerückt, der Anschluss ist hergestellt. Da können wir durchaus optimistisch in den weiteren Saisonverlauf gehen.

Da ist es im Moment auch nicht vorrangig, dass die Leistung der Mannschaft nicht an die guten Spiele in Stuttgart und gegen Schalke anknüpfte.

Mit einem klaren 4-4-2 ging die Elf in das Match, agierte offensiv tiefer und defensiv höher als in den letzen beiden Begegnungen, verringerte so den Abstand zwischen den Mannschaftsteilen und wirkte zu Beginn kompakt und sicher, die frühe Führung war logisch. Nach einem Standard wieder einmal. Töres Ecken auf die Innenverteidiger sind gefährlich, Son hat den Riecher. Ich grübele immer noch warum, kurze Zeit später war ein Bruch im Spiel. In etwa zum Zeitpunkt, nachdem Kacar im Strafraum frei durch war und sich fallenließ anstatt den Abschluss zu suchen, zurecht Gelb für die Schwalbe sah. Man hielt zwar die Formation, aber agierte nicht mehr, verwaltete den Vorsprung, als ob man 3:0 führte, machte so Freiburg stark. Auch die ersten Szenen nach dem Wechsel blieb man behäbig, der Ausgleich war die gerechte Strafe. Man kam nicht wirklich zurück, fast ein kleiner Rückfall, doch der Gegner war nicht stark genug, die Schwächen auszunutzen. So reichte eine gute Kombination von Töre und Ilicevic für den Dreier. Es ging gut. Das zählt.

Ilicevic hat angedeutet, dass er die erhoffte Verstärkung werden kann. Und Drobny? Ich habe ihn schon nicht mehr im HSV-Tor gesehen, doch zahlt sich das Vertrauen jetzt aus? Das war ein ganz starkes Spiel, er hat wesentlich zum Sieg beigetragen.

Nun kommt Fink. Ich bin mir sicher, er wird das entwicklungsfähige Team entsprechend weiterbringen. Heute saßen Jarolim, Guerrero, Jansen, Rincon und Diekmeier auf der Bank, dahinter scharren noch einige junge Talente. Jeder hungrige Coach darf sich über eine solche grosse Auswahl freuen, um seine Ideen umzusetzen.

Die jetzt folgenden Heimspiele gegen Wolfsburg und Lautern, dazwischen im Pokal in Trier, können die Richtung in dieser Saison schon entscheidend vorgeben. Auf gehts.
Redondo7 1 Offline
Dabei seit: 01.09.2011
Ich habe das Spiel in voller Länge gesehen. Mehr als glücklich und nicht "nicht unverdient" wie die Hamburger Presse zu suggerieren versucht. Mit dieser Leistung als Sieger vom Platz zu gehen, ist sehr schmeichelhaft und klappt so schnell nicht wieder. Während die Freiburger sich den Arsch aufrissen und sich Chance um Chance erkämpften, spielte der HSV in weiten Teilen behäbig und einfallslos. Allein Makiadi hätte für ein HSV-Debakel sorgen können.

Dennoch kann der HSV nun die Wende schaffen und sich in Richtung gesichertes Mittelfeld absetzen. Der Kader bzw. die Kaderqualität, das neue Selbstvertrauen und die Finksche Aufbruchsstimmung lassen hoffen (also die HSV-Fans hoffen - mir ist es ziemlich Latte).
Trifon Ivanow Offline
Dabei seit: 22.07.2009
17.10.2011 10:21:55 von Redondo7 1

Das deckt sich weitestgehend mit meiner Einschätzung. Doch das Freiburg-Spiel ist schon jetzt Geschichte.

Die Gegenwart ist Theorie. Denn bisher sind es nur Finks Worte während seiner ersten Arbeitswoche, die zu Buche stehen. Mir betont er fast zuviel, wie selbstbewusst er doch sei. Selbstbewusst ist man, das muss man nicht ständig erzählen. Doch ansonsten drückt er Klarheit aus, spricht von offensiver Spielweise, Pressing, Ballbesitz, eigenen Stärken und Siegen. Alles gut und richtig. Wir werden sehen, wie schnell die Mannschaft dies umsetzen kann.

Zwei Co-Trainer brachte er mit, Heinemann bleibt Co. Dafür übernimmt Cardoso wieder das Regionalliga-Team und wird in Ruhe den nächsten Fussball-Lehrer-Lehrgang machen können, der bisherige Konditionstrainer musste gehen, weil überzählig.

Interessant wird, wie Fink die erste Elf besetzt. Der Konkurrenzkampf ist groß, einzig Ilicevic fällt verletzt aus. Wie behandelt er die schwächelnden Jansen und Guerrero? Wie Jarolim? Wie den bisher enttäuschenden, aber so talentierten Diekmeier?

Die schonungslosen Antworten geben wie immer die 90 Minuten, beim Heimsieg gegen Wolfsburg.

Wolfsburg? Es ist knapp sieben Jahre her, am 21.11.04 kam Wolfsburg als Spitzenreiter in den Volkspark. Nein, nicht mit Felix Magath, mit Erik Gerets. Der HSV war auch in jener Saison nach acht Spielen Letzter mit sechs Punkten, Thomas Doll löste Klaus Toppmöller ab, am Ende stand Platz acht, einer vor Wolfsburg.

14. Spieltag 04/05

HSV - VfL Wolfsburg

HSV: Pieckenhagen, Schlicke, van Buyten, Boularouz, Klingbeil, Jarolim (74. Benjamin), Wicky, Moreira (82. Romeo), Beinlich (86. Rahn), Takahara, Barbarez, Coach: Thomas Doll

Wolfsburg: Jentzsch, Ritter (46. Hristov), Hofland, Quiroga, Weiser, Sarpai (67. Topic), Thiam, Karhan (81. Franz), Brdaric, Klimovicz, Petrov, Coach: Erik Gerets

0:1 Brdaric (1.), 1:1 van Buyten (39.), 2:1 Barbarez (45.), 3:1 Romeo (90.)
calimero Offline
Dabei seit: 28.02.2007
es ist mir aunangenehm, aber ich muss heute mal die bild verlinken:
(http://www.bild.de/sport/fussball/thorsten-fink/tuersteher-soll-hsv-star...)
giselher Offline
Dabei seit: 06.10.2009
Ex-Türsteher im P 1. Et jibt nix, wat et nich jibt.
Redondo7 1 Offline
Dabei seit: 01.09.2011
Schade, dass Pitroipa nicht mehr da ist! Den hätte das P1-Männchen wahrscheinlich als Kurzhantel benutzt.
rumpler Offline
Dabei seit: 10.12.2009
Ex-Türsteher [sim[/s vorm P 1

(Du komms hier net rein)

Na ja, mit seinem "sogenannten Tribal" passt er ja Tattootrottel-mäßig schon einmal ganz "zeitgemäß" zur Mannschaft.
Trifon Ivanow Offline
Dabei seit: 22.07.2009
Vom Türsteher zum Meistermacher.
Das wäre doch mal eine Schlagzeile.
Trifon Ivanow Offline
Dabei seit: 22.07.2009
Vom Türsteher zum Meistermacher.

Das wird ein ganz langer Anlauf.

Ebenso war der Anlauf lang beim Debüt von Fink. Man hätte hoffen können, dass nach den ganzen Worten der letzten Woche die Mannschaft von der ersten Sekunde an jeden Zentimeter Rasen bekämpft und sofort zielgerichtet offensiv agiert. Doch besonders Aogo rettete die Behäbigkeit aus dem Freiburg-Spiel in den Volkspark und bescherte mit seinem Doppelfehler dem Coach einen denkwürdigen Einstand.

Zwar spricht es für das Team, dass danach ganz langsam Stück für Stück das Spiel überlegener gestaltet werden konnte. Und die biederen und tiefstehenden Wolfsburger erlaubten auch einige Torchancen. Doch gerade gegen diesen so defensiv agierenden Gegner wurde einmal mehr die fehlende spielerische Qualität auf den beiden Sechser-Positionen deutlich. Zwar ist hier Kacar wirkungsvoller als Tesche, doch es bleibt bemüht und sogar Töre liess sich in der ersten Hälfte häufiger dorthin zurückfallen und agierte mangels Alternative als Spielmacher.

Hingegen gefällt mir gut, dass die Aussenverteidiger sich konsequenter und ständig in die Offensive einschalten sollen, wobei Westermann natürlich kein Manni Kaltz ist und wohl künftig wieder in der Innenverteidigung neben Bruma spielen wird.

Mehr der Wille als die spielerische Linie hat den HSV in den zwanzig Minuten nach der Pause sehr dominant werden lassen. Das war trotzdem richtig gut und der ohne Zweifel überragend herausgespielte Ausgleich mehr als überfällig. Leider blieb es der einzige überragende Angriff. Warum hat es nicht zum Sieg gereicht? Eine Torchance zuwenig wurde genutzt. Zudem wirkte das Team in den letzten zwanzig Minuten mental erschöpft. Nach dem Hinterherlaufen seit Saisonbeginn, dem Aufbruch mit Cardoso, den Trainerdiskussionen, dann Arnesen, nun der erneute Aufbruch mit Fink, dem frühen Rückstand im Spiel und den vergebenen Torchancen war nach dem Ausgleich dann irgendwie die Luft raus und Wolfsburg konnte das Spiel Richtung Mittellinie verlagern. Wäre Fink mutig gewesen, hätte er in dieser Phase Son für einen Sechser gebracht, neben Petric gestellt und Guerrero dahinter, um offensiv nochmal einen Impuls zu setzen.

So müssen wir mit dem 1:1 leben, aber das können wir auch. Die Ansätze waren da, die Schwächen sind bekannt. Künftig sollte weniger geredet und die Konzentration auf die Arbeit gerichtet werden. Die Punkte werden kommen.

Ansonsten? Jansen steigerte sich bei seinem Comeback in der zweiten Hälfte, doch bleibt er noch zu hölzern und wird um seinen Platz kämpfen müssen, sofern er seine Dynamik nicht wiederfindet. Guerrero wollte und bemühte sich, ärgerte sich richtig bei vergebenen Chancen, er braucht ein Tor. Rajkovic wird seinen Platz künftig auf der Bank finden, da der offensiv stärkere Diekmeier für Westermann rechts spielen wird. Tja, und wie es sich auf der Sechs entwickeln wird, das sehen wir uns an.
Redondo7 1 Offline
Dabei seit: 01.09.2011
Treffende Analyse, trifon!

Kann es sein, dass beim HSV mit Fink nun die Münchner "Bussi-Gesellschaft" Einzug gehalten hat? Der Thorsten hat dem Arnesen ja fast die Zunge in den Hals gepölt...
Trifon Ivanow Offline
Dabei seit: 22.07.2009
Kann es sein, dass beim HSV mit Fink nun die Münchner "Bussi-Gesellschaft" Einzug gehalten hat? Der Thorsten hat dem Arnesen ja fast die Zunge in den Hals gepölt...

Das hatte seine Gründe, warum ich Horst Hrubesch als Coach haben wollte.

Mir ist es im Moment auch etwas zu rosarot, was an Lob über ihn geschüttet wird, dem Thorsten. Ich bin überzeugt, dass er ein guter Trainer ist, die Mannschaft entwickeln und vielleicht sogar einige Jahre bleiben wird. Aber es war zum Beispiel auch seine Entscheidung, gegen Wolfsburg den Killer Son 90 Minuten auf der Bank zu lassen. Aber lassen wir das. Jetzt müssen Ergebnisse her.

Morgen geht es schon weiter. Und es ist wie in jedem Jahr, alle wissen es, trotzdem scheitern fast alle. Der kürzeste Weg nach Europa führt über den Pokal. Da der erste Sieg schon geschafft ist, werden wahrscheinlich nur noch vier weitere ausreichen. Die angeschlagenen Petric und Töre werden geschont, das ist in Ordnung, Son wird Petric mindestens ebenbürtig ersetzen und Töre hat sich längst eine Pause verdient.

Eintracht Trier. Müssen wir uns Sorgen machen? Selbstverständlich nicht. Die haben im Pokal zwar schon mal Schalke, Dortmund und Hannover geschlagen, aber das ist natürlich kein Maßstab.

Wir hingegen, richtig, fast auf den Tag genau vor 30 Jahren, als die tieferklassigen Clubs noch kein automatisches Heimrecht bekamen und noch ein Kaiser für uns spielte, konnten diesen Gegner im Volkspark schon einmal in der zweiten Pokalrunde souverän besiegen.

10.10.81, DFB-Pokal, 2. Runde 81/82

HSV - Eintracht Trier 2:1

HSV: Stein, Kaltz, Beckenbauer, Jakobs, Wehmeyer, Groh, Hieronymus, Hartwig (46. Hrubesch), Magath, Milewski, Bastrup, Coach: Ernst Happel

Trier: Wahlen, Klein, Zimmer, Veit, Brinsa, Lüders, Kartz, Ossen, Dahler (79. Novkovic), Fritzsche, Kohr (67. Wilbois), Coach: Dietmar Schwager

1:0 Hieronymus (8.), 1:1 Kohr (23.), 2:1 Bastrup (49.)
Trifon Ivanow Offline
Dabei seit: 22.07.2009
Vielleicht orientierte er sich an Vlado Stenzel, der mal sagte “Ich glaube immer an mich. Erfolge sind für mich so normal wie die Einnahme einer Mahlzeit.”, der Thorsten, um dann für sich selbst hinzuzufügen “Egal, was ich tue.”.

Das Risiko, das er einging, die Mannschaft auf sieben Positionen zu verändern, war ihm offenbar nicht bewusst. Wobei jeder einzelne Wechsel für sich nicht verwerflich erscheint. Den Lam kann man immer bringen, man kann Diekmeier im rechten Mittelfeld testen, Jarolim nach langer Pause kann natürlich spielen, Mancienne kann mal wieder eine Chance bekommen, auch Berg, auch Tesche für Kacar. Aber alles auf einmal? Zumindest die Abwehr müsste doch so spielen, wie sie es gegen Lautern tun soll und auch Guerrero, der unbedingt ein Tor braucht, gehörte doch auf den Platz.

Die Mopo hatte heute schon über diese Aufstellung berichtet, ich mochte es nicht glauben, und während ich noch halbwegs entsetzt war, verlor Diekmeier einen Zweikampf, Mancienne ging nicht zum Ball, Rajkovic zog zurück und es war passiert. Der Rest der ersten HSV-Hälfte gegen engagierte Trierer war genau das, was man darüber schreiben sollte. Nichts.

Mit Skjelbred und Guerrero nach dem Wechsel wurde es kaum besser. Ein Spiel ohne Überzeugung, genau wie unter Oenning, Trier hatte eine Mannschaft, der HSV nicht. Immerhin fand Skjelbred einmal den Kopf von Berg, doch ansonsten reichte es nicht, einen tiefstehenden Regionalligisten auszuspielen, Ballgeschiebe dreißig Meter vor dem Tor und Stürmer, die sich nicht bewegen.

Nur weil Drobny zwei Konter festhielt und Aogo mit seinem ersten Pflichtspieltor für den HSV, unfassbar eigentlich bei seiner Schusstechnik, per Freistoß noch traf, ging es gut. Achtelfinale erreicht. Junge, Junge. Glückwunsch an Eintracht Trier für die gute Leistung.
Trifon Ivanow Offline
Dabei seit: 22.07.2009
Was ist eigentlich ein Nimbus? Thorsten Fink weiß es wohl auch nicht, nein, höchstwahrscheinlich weiß er es nicht, aber trotz allem hat er ihn, und zwar den der Unbesiegbarkeit. Schon zwei Spiele ohne Niederlage, der Beginn einer ganz langen Serie.

Mit diesem Bewusstsein können wir ganz entspannt in das Schlüsselspiel gegen Lautern gehen. Ein Sieg mit drei Toren, und wir würden bereits jetzt den aktuellen Tabellenvierzehnten überholen. Dies ist aber noch gar nicht nötig, ein knapper Sieg würde reichen, wir klettern kontinuierlich in der Tabelle.

Petric fällt aus. Sehr gespannt bin ich, ob Fink nun Son oder Berg für ihn bringt. Eigentlich muss er Son bringen, aber Berg, ich zweifle noch. Berg hat in Trier keinen Zweikampf gewonnen, hat jeden Ball verloren, aber hat etwas, genau das andere, als das vielzitierte, er hat dieses Torjäger-Gen, das nicht erklärbar ist. Im Pokal hat unser Marcus Buskablyg mit seinem Treffer das Spiel gerettet, und wenn er auch gegen Lautern irgendwann gegen den Ball läuft und der geht über die Linie, dann könnte sein Torkonto in den nächsten Wochen deutlich wachsen.

Letztlich ist es egal, wer trifft.

Eines muss ich jedoch zugeben, wenn ich so blättere. Die Lauterer hatten mal ein richtig legendäres Team. Was für Namen, Ronnie und Benny, Seppl und Hannes, dazu echte Kämpen wie Ernst Diehl, Werner Melzer und Reiner Geye. Aber auch dieses Team war natürlich chancenlos im Volkspark, am 27.08.77, gegen unseren Manni und Willi, gegen Schorsch und die Mighty Mouse und natürlich gegen unsere Eiche.

4. Spieltag 77/78

HSV - 1.FC Kaiserslautern 3:1

HSV: Kargus, Kaltz, Nogly, Ripp (58. Buljan), Hidien, Keegan, Magath, Memering (63. Eigl), Reimann, Steffenhagen, Volkert, Coach: Rudi Gutendorf

Lautern: Hellström, Meier, Diehl, Melzer, Groh, Pirrung (74. Wilhelmi), Stickel, Riedl (74. Menges), Wendt, Toppmöller, Geye, Coach: Erich Ribbeck

1:0 Reimann (30.), 2:0 Keegan (68.), 3:0 Reimann (69.), 3:1 Wilhelmi (87.)
einrudithömmes Offline
Dabei seit: 18.04.2005
Ich hab da mal ne Frage zu diesem HSV.

Ich mein, Dino und Happal-Ära. Aber. Sonst? So als Club, kann man den aktuell wirklich lieben? Mir als Außenstehender ist der Laden mittlerweile egaler als die Hertha. Grauingrauingrau. Van Nistelroy? Ze Roberto? Berg? Zweimal siebter, mit ach und Krach dieses Jahr auf dem vorletzten, aber das isses noch nichmal, es is diese fehlende Klarsicht der Funktionäre, diese Langeweile auf dem Rasen, dieser uninspirierter Gesamteindruck. Gefühlt ein jahrelanger 11. Platz. Geht einem vielleicht mit vielen anderen Clubs als dem eigenen, aber mir war's mal anders mit dem Laden. Ich fordere mehr Sympathieträger, irgendetwas, für das der Verein steht oder fällt. Lei-den-schaft! Ich versteh den Hamburger Sportverein nicht.

Glückwunsch zum Sieg noch nachträglich.
Hotte80 Offline
Dabei seit: 11.07.2007
So als Club, kann man den aktuell wirklich lieben?

rudi, das ist doch nun wirklich eine unsinnige frage. sie kann ja nur an den fan gerichtet sein und da ist die antwort klar.

Geht einem vielleicht mit vielen anderen Clubs als dem eigenen, aber mir war's mal anders mit dem Laden

da kann ich dir auch nen dutzend clubs nennen, mit denen es mir ähnlich ging.

Ich versteh den Hamburger Sportverein nicht.

ähm... ja.
Trifon Ivanow Offline
Dabei seit: 22.07.2009
Rudi, irgendwann `74 wurde ich HSVer. Du weisst doch sicher auch, dass man so etwas nicht erklären kann. Man wächst damit auf und wird es niemals abschütteln können.

Und wenn sie wirklich irgendwann in der zweiten Liga spielen würden, wird natürlich nie passieren, würde es nichts ändern. Der HSV rennt zur Zeit, wie so oft, seinen Ansprüchen hinterher, könnte darüber Romane schreiben.

Für mich wird es aber immer so bleiben, wie es war und wie es ist. Man leidet mit seiner Leidenschaft. Man glaubt, man hofft. All diese Pathosbegriffe, sie sind lebendig.
einrudithömmes Offline
Dabei seit: 18.04.2005
unsinnige frage

Stimmt. Ziehe sie aber nicht zurück, aber noch eine hinterher: Zweifelt "man" (du?) vielleicht seit ein paar Jahren mehr als vorher? Ich zum Beispiel habe meinen Verein nahezu gehasst, als er auf den Doerfert reingefallen war. ZWEITE LIGA KANN NUR DURCHGANGSSTATION SEIN. HA! Nur Monate danach war der Verein quasi durch.

da kann ich dir auch nen dutzend clubs nennen, mit denen es mir ähnlich ging.

Und du verstehst mich doch. Was ich damit zum Ausdruck bringen wollte, ist: Der war mir mal nich schnuppe! Und ich will ja bloß verstehen, ohne dass ich mich in den Schlaf weine jeden Abend, wann da was passiert ist. Vielleicht ist die Antwort auch ganz einfach und ich war nur in Karsten Bäron verliebt.
einrudithömmes Offline
Dabei seit: 18.04.2005
wird natürlich nie passieren

Oha. Bahnt sich da ein Paradoxon an?

Der HSV rennt zur Zeit, wie so oft, seinen Ansprüchen hinterher, könnte darüber Romane schreiben.

Zur Zeit is gut. Aber ich bin ungerecht. Trier wäre ja auch schon lämgst Serienmeister, wenn nicht... zweidutzendabsätzeblablaba.

Für mich wird es aber immer so bleiben, wie es war und wie es ist. Man leidet mit seiner Leidenschaft. Man glaubt, man hofft. All diese Pathosbegriffe, sie sind lebendig.

Für den unreflektierten Teil des Fanseins (dens ja gibt und der total wichtig ist!!!) ok. Aber so Momente wie die dritte Trainerentlassung in einem Jahr oder so, da setzt man sich doch auch mal hin und leidet stummen Protest, dreht der Mannschaft den Rücken zu, ist sauer, enttäuscht, hat keinen Bock mehr und alles. Und da es ja gleich ein ganzer mündiger (?) Verein nicht geschafft hat, Hoffman und Konsorten nich aus dem Verein zu kicken. Und jetzt komm ich noch mal zum speziellen - das sieht alles so schrecklich farblos aus und könnte doch so viel geiler sein. Der HSV, Alta! Ein bisschen "ergeben in sein Schicksal", so wirkter auf mich.
Trifon Ivanow Offline
Dabei seit: 22.07.2009
Rudi, es gab wesentlich schlechtere Jahre als die letzten. In den letzten Jahren war viel mehr möglich, auch international, trotz der Halbfinals.

Jetzt wurde ein Schnitt gemacht und der war richtig. Es holpert in diesem Jahr und doch müssen die Nerven behalten werden, die Ruhe, um neuen Sympathieträgern, die gibt es, sieh dir den Töre an, die Chance zur Entwicklung zu geben.

Zweifel gibt es aber immer, zumal HSV und Ruhe ein Widerspruch in sich ist. Aber: Ich halte viel von Arnesen, er ist ein Hoffnungsträger.
einrudithömmes Offline
Dabei seit: 18.04.2005
Ah, schlechtere Jahre.

Liegen ja stets im Auge des Betrachters. So fand ick die Spiele im Regen gegen die Spielvereinigung Wirges in der Oberliga haben mir doch mehr gegeben als die gesamte zweite Säsonghälfte in der zwoten Liga (Auswärtssiech beim Effzeh mal abgesehen).

Wo ich das so schreibe wird mir natürlich auch klar - meine Wahrnehmung steuert dit. Also immer die eigene. Aber die Frage hatte ich nun mal gerade so. Vielelicht auch wegen dem Spiel da. Diesem einen, na, neulich. Morgen beschäftige ich mich dann mit was anderem. Bedankt.
Trifon Ivanow Offline
Dabei seit: 22.07.2009
Wo ich das so schreibe wird mir natürlich auch klar - meine Wahrnehmung steuert dit. Also immer die eigene.

Und das sollte auch so bleiben.


Vielelicht auch wegen dem Spiel da. Diesem einen, na, neulich.

Wahrscheinlich genau dem. Dem grossartigen Einzug ins Achtelfinale.
hasel_mausi Offline
Dabei seit: 13.10.2010
meine unterstützung für dich trifon - du weisst: NUR DER HSV! ;-)
einrudithömmes Offline
Dabei seit: 18.04.2005
Und das sollte auch so bleiben.

ABER MAN WIRD JA NOCH MAL FRAGEN DÜRFEN!

Janeeisklar. So richtig rational wird das nie. Aber die kritische Auseinandersetzung mit dem HASVAU würde mir als Fan, wenn ich denn einer wäre, gerade sicher einfach. Keine gelbe wegen Nachtretens, hier doch bitte Fingerspitzengefühl beweisen.
Trifon Ivanow Offline
Dabei seit: 22.07.2009
Und das sollte auch so bleiben.

ABER MAN WIRD JA NOCH MAL FRAGEN DÜRFEN!

Nicht nur fragen. Auch die Meinung sagen.

Und das sollte auch so bleiben, mit der eigenen Wahrnehmung, und vor allem, dass man sich von der eigenen Wahrnehmung leiten lässt und nicht von irgendwelchen aufgezwungenen (Für den Fall, dass du mich missverstanden hattest).

Die kritische Auseinandersetzung, zwar nicht in der Tiefe, eher sowohl die positive als auch negative etwas überzeichnet, wirst du hier das eine oder andere Mal finden.

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