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Magic Max Offline
Dabei seit: 27.06.2011
Ich find das komisch, wenn ich auf meine Kicker - Stecktabelle gucke und den HSV da ganz am Ende sehe.
Trifon Ivanow Offline
Dabei seit: 22.07.2009
Gestern 09:21:57 von wojcicki

Gestern 09:35:18 von Hotte80

"Wenn dat Eeten nicht schmeckt, kümmt de Kööksch op de Disch."
Ein Holsteiner weiss das.


Gestern 16:56:37 von Redondo7 1

Guter Kommentar, Redondo, wie ich finde. Einige Anmerkungen dazu.

Wir wissen alle, dass jeder Umbruch auch ein Risiko mit sich bringt. Und wenn die Personalkosten entscheidend gekürzt werden müssen, trennt man sich von den älteren Akteuren mit hohen Gehältern, auch wenn es die Säulen Rost, Mathijsen und Ze Roberto sind. Wobei wir nicht vergessen dürfen, dass auch sie, und van Nistelrooy dazu, die schwache Saisonleistung im letzten Jahr nicht verhinderten und ebenso wenig dafür sorgten, dass in wichtigen Momenten eine geschlossen auftretende Mannschaft zu sehen war. Ob der Start mit ihnen nun besser verlaufen wäre, ist rein spekulativ.

Die grösste Lücke riss zweifelsfrei Frank Rost. Dass Oenning zunächst den erfahrenen Drobny in den Kasten stellte, war logisch und ist ihm nicht vorzuwerfen. Aber ich bleibe dabei. Tom Mickel habe ich spielen sehen, halte ihn für ein grosses Talent. Leider patzte er in Luzern beim 2:2 im Test gegen den schweizer Tabellenführer.

Warum jetzt mit Jarolim auch noch eine der wenigen Konstanten der Mannschaft demontiert wird, ist mir schleierhaft!

Da stimme ich dir zu. Die Demontage begann bereits unter Veh, der ihn als Kapitän absetzte. Man mag mich steinigen, aber da bleibe ich stur. Ich halte Jarolim für einen der besten Sechser, den wir in der Bundesliga haben. Ihn als denjenigen herauszupicken, der das Ruder herumreissen soll, halte ich jedoch für falsch. Dies funktioniert nur als Mannschaft, mit einer Säule David Jarolim.

Und für den HSV hoffe ich, dass sich Westermann nicht zum Wachrüttler berufen fühlt, denn dann macht er allles nur noch schlimmer in seinem Übereifer.

Auch das ist richtig. Man mag ihm anrechnen, dass er vieles versucht. Dabei verliert er sich allerdings und zudem seine eigene Leistung. Ich sehe ihn nicht als Kapitän. Er sollte sich auf sein Spiel konzentrieren und das tun, was er kann. Als Innenverteidiger, nicht auf der Sechs. Da halte ich neben Jarolim, bzw. als etwas offensivere Interpretation, Skjelbred für den richtigen, der dort seine Spielstärke, ähnlich wie Ze Roberto, besser einbringen kann als hinter der Spitze, zumal er dann zwangsläufig mehr Ballkontakte erhält. Oenning würde sich mit seinem Wunsch, stets einen zweiten, robusten, Sechser aufzustellen, entscheidender Spielstärke berauben. Und er versucht, mit eben jenem zweiten robusten Sechser nominell Kompaktheit herzustellen. Kompaktheit erreicht man aber nicht durch die Aufstellung, sondern durch die Spielweise.

Daher sehe ich die Innenverteidigung nominell nicht zu schlecht mit den Möglichkeiten Westermann, Kacar, Bruma, Rajkovic und Mancienne. Halte generell die ergraute Auffassung, dass man sich einen Abwehrspieler nicht kauft, sondern selbst baut, noch nicht für komplett überholt. Bestimmte Eigenschaften, sei es Technik, Schnelligkeit, Auffassungsgabe, Torriecher, um nur einige zu nennen, die erlernt man bereits in der Jugend oder bringt sie durch Talent mit und werden daher nur noch optimiert. Doch Abwehrverhalten, oder wie es modern heisst, gegen den Ball arbeiten, das kann man lernen, einzeln und als Mannschaft. Gemessen an den ersten Spielen sollte jeder wissen, was zu tun ist.

Petric spielt in 7 von 10 Spielen so unauffällig, dass man nicht merkt, dass er überhaupt dabei ist, eher eine Belastung für die Mannschaft, weil er auch läuferisch enttäuscht.

Petric ist ein Fuchs. Im Grunde hat er keine gute Entwicklung genommen, er kam als hängende, maximal zweite Spitze. Er hat sich sehr gerne eingerichtet als einziger Stürmer, um so einem laufintensiveren Spiel aus dem Weg zu gehen, denn er weiss genau, wenn er trifft, fragt niemand nach seinen übrigen 89 Minuten. Zwiespältig. Er ist nämlich immer noch in der Lage, ein Spiel allein zu entscheiden. Weshalb er spielen muss. Solange er trifft, wie ich schon einmal bemerkte. Son, der an Wettkampfhärte noch zulegen muss, wird ihm hoffentlich Druck machen.

Guerrero ist ein Spieler, der den Unterschied ausmachen kann. Er könnte der Spieler sein, der die Verbindung zwischen Mittelfeld und Angriff herstellt. Dafür muss er aber gesund sein und Lust haben

Exakt.

Um zu deiner Ausgangsfrage zurück zu kommen. Konkret bin ich der Meinung, dass die Mannschaft in dieser Zusammensetzung stark genug sein müsste, um die Saison im gesicherten Mittelfeld zu bestreiten. Nagel mich nicht auf eine Platzierung fest. Wichtiger als die Platzierung, ob nun 8 oder 13, wäre, eine Entwicklung zu erkennen, die vermuten lässt, dass es kontinuierlich weiter nach oben geht.

Ob ein solches Ziel in dieser Saison erreicht wird? Ich hoffe es, aber ich weiss es nicht.
Magic Max Offline
Dabei seit: 27.06.2011
Hat Redondo seine Pauli - DK jetzt gegen ne HSV - DK eingetauscht ?

Gute Analyse von der Ente !
Trifon Ivanow Offline
Dabei seit: 22.07.2009
Glatte Hundert. Diese Anzahl Spiele absolvierte Martin Pieckenhagen im Tor des HSV. Nicht, dass wir uns ihn jetzt dahin zurückwünschen, doch sein Ausruf “Wir müssen jetzt endlich den Arsch hochkriegen und Eier zeigen”, den im übrigen Kahn nur billig imitierte, könnte heute nicht passender zutreffen.

Dies gilt für Mannschaft und Coach gleichermassen. Klare Entscheidungen, klare Umsetzung. Denn es geht um drei Punkte und es geht gegen Werder.

Für wen gilt es besonders?

Für Drobny. Er wird spielen. Nachdem Mickel im Testspiel patzte und der Tscheche in seinem fünften Länderspiel beim 4:0 gegen die Ukraine keine spielentscheidenden Fehler beging und sogar ein Shutout schaffte, wird Oenning sich für ihn entscheiden. Nach wie vor halte ich Mickel für den Besseren, doch macht Drobny ein grosses Spiel, haben wir seine Eier gesehen.

Für Mancienne. Die Zweikampfwerte sind gar nicht schlecht, doch es fiel bisher nicht auf. Er fiel bisher wenig auf. Diekmeier ist angeschlagen, weshalb sich Oenning nicht für und nicht gegen einen seiner bisher enttäuschenden Lieblingsspieler entscheiden muss. Der 30-malige englische U21-Internationale übernimmt hinten rechts, eine Chance für ihn und für die Abwehr.

Für Tesche. Auch er wird wieder spielen. Gegen Köln war die Leistung gut, doch will er sich dauerhaft in der Bundesliga behaupten, hat er genau jetzt die Chance. Und die gibt ihm nur ein Oenning.

Für Jansen. Muss man schon sagen für den Ex-Nationalspieler? Mit 26, nach 36 Länderspielen? In der Sommerpause noch mit Sonderschichten , auch um den dauernden Verletzungen vorzubeugen. Verletzt ist im Moment nur seine Leistung. Jetzt gilts.

Für Guerrero. Zeigt er sich jetzt und sorgt für Punkte, füllt sich der verspielte Kredit wieder auf. Dass er es kann, wissen alle.

Für alle anderen.

Nach zwei Testspielen ohne Niederlage wirkt die Stimmung trotzig optimistisch oder sollte man sagen, wie ein Kartenhaus? Nein, fokussiert auf Punkte. Wir freuen uns auf Werder.

Denn in Bremen haben wir immer gerne gewonnen, zum Beispiel am 14.05.88:

33. Spieltag 87/88

Werder Bremen - HSV 1:4

Werder: Reck, Sauer, Kutzop, Bratseth, Borowka, Otten (62. Burgsmüller), Votava, Hermann, Meier (80. Schaaf), Riedle, Ordenewitz, Coach: Rehhagel

HSV: Koitka, Kaltz, Jakobs, Plessers, Homp, Spörl, Möhlmann (80. Jusufi), Okonski, Bein, Kastl (72. Labbadia), von Heesen, Coach: Reimann

1:0 Meier (37.), 1:1 Möhlmann (39.), 1:2 Bein (70.), 1:3 Labbadia (77.), 1:4 Labbadia (87.)
ProfessorBolz Offline
Dabei seit: 30.12.2010
... , doch sein Ausruf “Wir müssen jetzt endlich den Arsch hochkriegen und Eier zeigen”, den im übrigen Kahn nur billig imitierte, könnte heute nicht passender zutreffen.

Moooment. Kahn meinte doch eigentlich Tore, oder? Ich mein, klar, alle habens so verstanden, aber er hat doch nicht tatsächlich, defizitär quasi, metaphorisch festgestellt, dass ihnen die Hoden fehlen. Passt irgendwie nicht zu Kahn.

Insofern nicht billig imitiert. Sag ich.
Magic Max Offline
Dabei seit: 27.06.2011
Saison 2012/2013:

St. Pauli : 1. Liga
HSV: 2. Liga
Redondo7 1 Offline
Dabei seit: 01.09.2011
Hallo trifon, danke für Deine Stellungnahme. Da liegen wir ja soweit nicht auseinander. Mal sehen, wohin die Reise des HSV geht.
Ich bin nach wie vor skeptisch, kann mir aber auch vorstellen, dass der HSV die Kurve bekommt und eine unspektakuläre Saison erlebt, mit kleineren Aufs und Abs und einer Platzierung 10-12.
Das Potential dazu hat die Mannschaft allemal. Bleibt abzuwarten, inwieweit äußere Faktoren den Saisonverlauf (negativ) beeinflussen.

Natürlich habe ich keine DK beim HSV oder bei Pauli. Brauche ich aber auch nicht, um mir ein Bild von beiden Mannschaften zu machen bzw. Spiele der Vereine im Stadion zu sehen..
Trifon Ivanow Offline
Dabei seit: 22.07.2009
Es hat wieder nicht gereicht, der Weg aus dem Keller wird nicht kürzer. Auch wenn erneut zwei Standards, die Pizarro mit seiner internatonalen Klasse vollendete, herhalten mussten, um die Niederlage zu besiegeln, muss man anerkennen, dass Werder ausgewogener und homogener wirkte, die schlechte Phase des letzten Jahres überwunden zu haben scheint.

Und doch war es kein typisches Spiel eines Tabellendritten zuhause gegen den Letzten. Denn lange Zeit war es ein enges Match. Die grundlegenden Tugenden, die ein jeder Fussballer auf dem Platz zeigen sollte, den Einsatz, den Willen, energisches Zweikampfverhalten, die man bei den HSV-Akteuren bisher zumeist vermisste, waren dieses Mal präsent. Zudem ein konzentriertes Abwehrverhalten, sodass zunächst kaum Gegentor-Gefahr bestand.

In dieser Hinsicht also ein Fortschritt, eine Entwicklung. Die schwache Offensivleistung allerdings stimmt wiederum bedenklich. Lag es am 4-4-2? Eher nicht. Eher an der Ausgestaltung des Systems.

Áber zunächst das Positive. Rajkovic und Westermann haben als Innenverteidiger eine mehr als ordentliche Partie abgeliefert, werden wohl erst mal gesetzt sein. Würde allerdings gerne einmal sehen können, wie Bruma neben Rajkovic zurechtkommt, wird sich vielleicht im Laufe der Saison ergeben. Mancienne? Das war solide. Früh mit Gelb gehandicapt, wirkt er defensiv wesentlich stabiler als Diekmeier in seiner momentanen Verfassung. Und Respekt Jaroslav Drobny. Nach den Katastrophen-Wochen habe zumindest ich nur eine kleine Unsicherheit bei einer Flanke gesehen und wer ihm das erste Gegentor ankreiden möchte, also bitte, wirklich nicht.

Tja, Guerrero nominell als zweite Spitze ließ doch eine grosse Lücke zwischen Abwehr und Angriff offen. Hinzu kam, dass er nach einem frühen Foul an ihm und Gelb kurze Zeit später fast beleidigt wirkte. Paolo, bitte diese Eigenschaft umgehend abstellen. Skjelbred auf aussen ist eine Fehlbesetzung. Wieder die falsche Position, wieder zuwenig Ballkontakte. Er braucht das Spiel vor sich. Tesche zentral besetzte die Position, war aber nie konstruktiv und nicht zu sehen.

Und so fehlte dem guten Jarolim als Dreh- und Angelpunkt komplett die Unterstützung, Sechser und Zehner kann er nicht gleichzeitig ausfüllen. Petric? Er hatte die Chance zum Ausgleich. Er spielt, um diese Chancen zu nutzen.

Man kann in Bremen verlieren, die Art und Weise lässt einen kleinen Fortschritt erkennen. Trotzdem, unter dem Strich bleibt ein Punkt, der Druck wird grösser.
Magic Max Offline
Dabei seit: 27.06.2011
Vielleicht holt ihr ja gegen Freiburg oder Augsburg mal nen Punkt...
AbteilungAttacke Offline
Dabei seit: 22.10.2008
@ Trifon

Der HSV wird wohl nicht absteigen, denn er hat einen wichtigen "Vorteil", er "gönnt" sich seine Katastrophenphase bereits zu Anfang der Saison, und meist schafft man dann spätestens in der Rückrunde die Wende (siehe Schalke letzte Saison).

Aber wie du auf einen gesicherten 10-13. Platz kommst, erscheint nach wievor sehr sehr gewagt.

Es ist nicht nur das Spielermaterial, das nicht eineinandergreift, nicht nur das Versagen gestandener Spieler (Westermann, Jarolim, Drobny, Menschenskinder, in Bochum war der ne' Bank und sah m.E. beim 1:0 wieder nicht gut aus, auch wenn die Sicht versperrt war = ja, teilweise kann man ihm das Tor ankreiden).

Auch der Trainer macht eine hilflose Figur. Nicht vorwerfbar ist es, wenn er auf den gewollten Umbruch hindeutet. Bedenklich aber ist es, wenn er "Fortschritte" erkannt haben will. Wie sollen die denn bitte aussehen ? Allein der Kampf ? Nein, das ist nicht Hamburgs primäres Problem, führt auch nicht weiter, denn wenn ein Schiedsrichter mal einen schlechten Tag hat, beendet der HSV das Spiel nicht mit 11 Mann. Bei Oenning fehlt der Trotz eines Thomas Schaaf oder die Überheblichkeit eines Felix Magath in vergleichbarer Situation.

Auch ein Punkt, der hier bisher zu wenig diskutiert wurde: Wenn schon die Mannschaft im Umbruch ist und der Trainer mithin wenigstens ein Risiko darstellt, muss es eben über die Vereinsstrukturen (professionelle), aufgefangen werden. Und hier stellt sich mir als Externe die Frage, wie es denn da ausschaut. Hat sich da was getant ? Der Umgang mit Oenning in den nächsten Tagen, vor allem nach der nächsten, absehbaren Niederlage, wird es zeigen. Gegen Gladbach erwarte ich jedenfalls kein Heimsieg, und auswärts gegen Stuttgart wäre ein Unentschieden schon ein Erfolg.

Wobei meine ganz persönliche Meinung ist, dass hier ausnahmsweise die typischen Gesetze des Fussballs besser gestern als morgen greifen und der HSV schleunigst einen Trainer holt, der mit so einer Situation besser zumzugehen weiß - alles andere ist nur ein Tod auf Raten und eine Verschlimmerung der Situation des HSV.
Trifon Ivanow Offline
Dabei seit: 22.07.2009
Heute 15:26:56 von AbteilungAttacke

Der HSV wird wohl nicht absteigen

Natürlich nicht.


Aber wie du auf einen gesicherten 10-13. Platz kommst, erscheint nach wievor sehr sehr gewagt.

Ich wiederhole mich gerne noch einmal. Ich weiss nicht, ob ein solcher Platz erreicht wird. Die Mannschaft in dieser Zusammensetzung halte ich jedoch für stark genug, dort auszulaufen. Die Frage ist, ob sie bestmöglich vorbereitet und eingestellt ist, um das Optimale aus den Spielen herauszuholen. Und dabei kann ich nur ganz subjektiv das bewerten, was ich sehe. Zum Beispiel halte ich das 4-4-2, wie es nun gerade in Bremen gespielt wurde, für falsch. Stattdessen Guerrero etwas zurückgezogen, dazu mit Skjelbred ein spielstarker Mann neben Jarolim, würde meines Erachtens Lücken in der Zentrale schliessen und mehr Konstruktivität und Flüssigkeit beim Umschalten bewirken.

Womit wir bezüglich Vorbereitung und Einstellung bei Oenning wären. Den Stab über ihn breche ich noch nicht. Gegen Bremen konnte man Fortschritte im Abwehrverhalten erkennen, nicht mehr und nicht weniger. Und auch wenn ohne die individuellen Fehler in den Schlussminuten im schwachen Heimspiel gegen Hertha und im ordentlichen Heimspiel gegen Köln, die Spiele hätten gewonnen werden können, so wurden die Fehler aber gemacht und an dieser Bilanz muss Oenning sich messen lassen. Denn Umbruch heisst zwar, eine neue Mannschaft zu entwickeln, aber nicht, dass man jedes Spiel verlieren darf.


Bei Oenning fehlt der Trotz eines Thomas Schaaf oder die Überheblichkeit eines Felix Magath in vergleichbarer Situation.


Einen Vergleich mit erfahrenen Meister-Trainern kann er nur verlieren. Er muss den öffentlichen Druck aushalten und sich selbst dadurch ein entsprechendes Profil aneignen. Aber richtig ist, dass er in der Aussenwirkung nicht immer selbstbewusst erscheint.


Wenn schon die Mannschaft im Umbruch ist und der Trainer mithin wenigstens ein Risiko darstellt, muss es eben über die Vereinsstrukturen (professionelle), aufgefangen werden.

Da würde ich nicht zuviel hineininterpretieren. Die beste Struktur kann einen Coach, der Spiele in Reihe verliert, nur solange schützen, wie es für den Club vertretbar ist. Das einzige Heilmittel sind Punkte. Auch in Bremen ist nur deshalb Ruhe eingekehrt, weil wieder gewonnen wird.

Den richtigen Zeitpunkt für einen Wechsel zu finden, ist eine grosse Kunst. Aber verliert der HSV weiter, muss man reagieren, keine Frage. Wobei, und da sind wir ganz speziell bei der Struktur, ich mir kaum vorstellen kann, wie der HSV im Falle des Falles innerhalb weniger Tage einen neuen Coach präsentieren möchte. Möglicherweise würde Co Heinemann mit Regionalliga-Coach Cardoso übernehmen und schlechterdings wochenlang, öffentlich begleitet, die Kandidaten sich die Klinke in die Hand geben. Würde mich gerne eines Besseren belehren lassen. Aber noch ist Oenning da, und wir wünschen ihm einen Sieg gegen Gladbach. Nicht für ihn, für den HSV, denn um den geht es.

Tja, unser HSV stellt uns Anhänger zur Zeit wieder auf eine harte Probe, ständig auf Niederlagen einzugehen. Aber die Sturheit ist uns Norddeutschen angeboren. Deshalb wissen wir, dass wir da auch wieder herauskommen.
Redondo7 1 Offline
Dabei seit: 01.09.2011
Der HSV macht Fortschritte. Das stimmt jedoch nur, wenn man die Spiele in Dortmund und München zum Maßstab nimmt. Noch sind die Leistungen des HSV "abstiegsgefahrbringend".
Redondo7 1 Offline
Dabei seit: 01.09.2011
Soll bedeuten: Der HSV spielt nun nicht mehr katastrophal, sondern schwach.
haibi Offline
Dabei seit: 12.12.2006
Angenehm ist jedenfalls zu bemerken das es kaum noch Leute mit diesen hässlichen Trikots in den von mir favorisierten Fussball-Guck- Kneipen zu sehen gibt, unsere Dorfraute hat gar ihren Betrieb eingestellt.
Modefans alle!
Unangenehm allerdings die im Gegenzug wieder aufgetauchten Großmaul-Bayern, war auch angenhem als die in der letzten Saison mal ihe Lappen (und vor allem ihre großen Fressen) im Schrank ganz unten versteckt hatten,....
Aber man kann ja nicht alles haben.
Pro Oenning!
Redondo7 1 Offline
Dabei seit: 01.09.2011
Mir hat am Sonntag ein Bayern-Fan am Millerntor fast auf die Schuhe gepisst, als er mir vermitteln wollte, wie geil seine Bayern sind, wie gut es ist, dass der HSV verloren hat und wie noch geiler es ist, dass Pauli gegen 60 gewonnen hat. Das alles mit dem Hinweis; "das bleibt aber unter uns mit Bayern...". Ja, ne, is klaa. Wollte es eigentlich über Stadionlautsprecher verkünden.
Trifon Ivanow Offline
Dabei seit: 22.07.2009
100 Jahre SC Concordia 07 Hamburg. Aus diesem Anlass trat der seit Urzeiten verbundene HSV in dieser Woche zum Freundschaftsspiel an. 07 und 100 Jahre? Richtig, ein nachgeholtes, aber versprochenes, Jubiläumsspiel. Es war schon 2007 angesetzt, passte seinerzeit Huub Stevens nicht ins Konzept. Huub? Ist ein anderes Thema. Mittlerweile findet sich Cordi, stets für gute Jugendarbeit bekannt, in der sechstklassigen Landesliga wieder, nachdem sie einst bis zur Einführung der Bundesliga dreizehn Jahre in der erstklassigen Oberliga Nord und später in der nun auch schon legendären drittklassigen Amateuroberliga Nord siebzehn Jahre spielten. Stani war mal ebenso Concorde wie auch Trochowski, ehe dieser vom FC St. Pauli zu den Bayern wechselte. 0:7 endete auch das Jubiläumsspiel, Ilicevic gab seinen Einstand und Petric traf dreifach.

Was lernen wir daraus? Manchmal dauert es etwas länger. Hauptsache, es wird. Nun gut, Spekulationen gibt es genug, wann wie wer spielen muss, damit Oenning geschasst wird. Sollte man aber lieber nach jedem Spiel bewerten. Und wie er sich äußert, das wirkt jetzt schon etwas selbstbewusster und trotziger, aber ich kann mir nicht helfen, Gesichtsausdruck und Frisur stimmen mit seiner Sprache nicht überein. Aber ok, das wäre noch das geringste Problem.

Nun kommt Gladbach. Diese Entwicklung hätte ich denen mit Favre nicht zugetraut, 17 Spiele, 30 Punkte, 12 Gegentore und nur einmal, im zweiten Spiel, mehr als einen Gegentreffer. Gladbach kann diese Saison noch viel erreichen.

Und warum schlagen wir jetzt ausgerechnet diese Gladbacher? Weil wir nun einfach dran sind und Fussball nicht immer erklärbar ist.

In einem viel besseren Umbruchjahr, im Jahr eins nach Hrubesch und Bastrup, war ich am 14.04.84 Zeuge im Volkspark, wie wir den Meisterschaftskonkurrenten schlugen und beinahe noch einen weiteren Titel eingefahren hätten:

83/84, 29. Spieltag:

HSV - Gladbach 2:1

HSV: Stein, Kaltz, Jakobs, Schröder, Wehmeyer, Groh, Rolff, Magath, Wuttke, Milewski (20. Schatzschneider), von Heesen, Coach: Happel

Gladbach: Sude, Krauss, Herlovsen, Borowka (66. Hannes), Frontzeck, Schäfer (75. Criens), Bruns, Matthäus, Rahn, Mill, Lienen, Coach: Heynckes

0:1 Mill (22.), 1:1 Wuttke (64.), 2:1 Schatzschneider (68.)
Trifon Ivanow Offline
Dabei seit: 22.07.2009
Es sollte kein Endspiel sein, wie von Vereins-Seite vor dem Spiel ausreichend berichtet wurde. Wer allerdings vor dem Spiel die Aufstellung las, konnte sich aus HSV-Sicht nur fragen, ob dies ein Endspiel oder ein Pokalspiel gegen einen offensiv übermächtigen Gegner sei, in dem das Ziel nur heissen könne, irgendwie ins Elfmeterschiessen zu kommen.

Klar, Gladbach ist stark, aber doch nicht übermächtig. Und es spielt immer noch der HSV, in einem normalen Bundesligaspiel, in einem Heimspiel.

Drei Sechser aufzustellen erinnerte mich spontan an die WM 86, als Beckenbauer mit Förster, Jakobs und Eder drei Vorstopper spielen ließ, um die spielerisch stärkeren Gegner aufzuhalten. Neben Jarolim standen also Tesche und Rincon auf dem Platz, wobei mir bis jetzt die gedachte Rolle von Jarolim nicht klar ist. Nominell im rechten Mittelfeld war er jedoch überall auf dem Platz zu finden. War das so gewollt oder hat Jarolim dies selbst für sich entschieden? Aber alleine ihn dort rechtsaussen aufzustellen, ist nicht nachvollziehbar. Im Ergebnis war die rechte Seite offensiv nicht vorhanden, zumal Vorstösse auf der Aussenlinie Mancienne nicht als seine Stärke nennen darf.

Einmal mehr musste Skjelbred auf der falschen Position spielen, diesmal wieder hinter der Spitze. Warum nur? Er muss aus der Tiefe kommen, um in der Offensivbewegung gestalten zu können. So hatte er wieder zuwenig Ballkontakte, und ließ er sich fallen, zwangsläufig, weil ihn keiner fand, hatte er im Ballbesitz nur Petric, und den in großem Abstand, vor sich.

Und da Jansen weiter neben sich stand, ging offensiv links nichts, in der Mitte nichts und rechts nichts. Das war ein offensiver Offenbarungseid. Mit dem Ergebnis, dass im ganzen Spiel nur eine einzige HSV-Chance zu sehen war, die der leider wieder zu spät eingewechselte Töre initiierte.

War das heute ein Schritt in der Entwicklung der Mannschaft? Mit einer solch nominell defensiven Besetzung, die, und das musste bereits vor dem Spiel klar sein, so kein zweites Mal auf dem Platz stehen wird? Mit einer Spielidee, die sich heute offensichtlich darauf fokussierte, auf keinen Fall einen Konter des Gegners einzufangen, mit der also nur reagiert und sich nicht auf eigene Stärken besonnen wird?

Dieser ernüchternde Auftritt heute veranlasst mich nun zu sagen, dass zwingend reagiert werden muss. Oenning trägt nicht die Alleinschuld, keine Frage. Ich traue ihm jedoch nicht mehr zu, mit der Mannschaft kurzfristig die Punkte zu holen, die den Anschluss zum Mittelfeld halten lassen. Notwendig wäre eine neue Überzeugung und eine neue Ansprache an die Mannschaft, ein Neu-Start. Könnte ich es mir wünschen, würde ich beim nächsten Spiel gerne Horst Hrubesch auf der Bank sehen.

Es wird allerdings nicht passieren. Frühestens in der nächsten Länderspielpause wird es einen Wechsel geben. Bis dahin haben wir dann, ändert sich nichts grundlegendes, noch zweimal verloren.
Trifon Ivanow Offline
Dabei seit: 22.07.2009
Ich saß im Auto. Wo warst du? Nein, die Tragweite der Bekanntgabe dieser Entscheidung gegen Oenning werden wir erst später erkennen können.

Diese Entscheidung kam nicht zu spät, allerdings auch nicht einen Tag zu früh. Nachdem Jarchow heute früh im Interview auf NDR Info noch erklärte, dass Oenning in Stuttgart auf der Bank sitzen werde, da zähle die Einschätzung von Arnesen, so überraschte dann doch die Meldung, die aber dadurch nicht weniger richtig ist.

Und wer kommt jetzt? Eine klare und schnelle Wahl würde Spekulationen und Diskussionen vermeiden, spätestens unmittelbar nach dem Stuttgart-Spiel sollte der Neue vorgestellt werden, das muss doch diesmal möglich sein. Würde mich nach wie vor über Hrubesch freuen, aber auch kaum weniger über Huub. Beide wären für viele Akteure ein Kulturschock. Und ein Schock wäre genau das, was die Mannschaft nun braucht. Alles wird gut.
felixmagath Offline
Dabei seit: 06.03.2011
Hallo Trifon Ivanow,

Ihre Einschätzungen sind sehr interessant zu lesen. Auch die Einschätzungen von Redondo 71.

Ich persönlich bin ein bisschen traurig, dass der Kollege Oenning nicht noch mehr Zeit bekommen hat für den Umbruch.
Gast (nicht überprüft)
Der HSV steigt ab. Leider.
Trifon Ivanow Offline
Dabei seit: 22.07.2009
Es dauert an. Wir kennen das aus den letzten Jahren, die Trainer-Suche beim HSV ist immer ein grosses Schauspiel. Sieht man sich einmal an, wer auch dieses Mal alles ins Gespräch gebracht wurde oder sich selbst ins Gespräch brachte, daraus lässt sich schon eine gute Mannschaft zusammenstellen, zwar zwei ungelernte Verteidiger, aber das sollte bei dieser Offensivstärke zu verkraften sein:
Dino Zoff - Louis van Gaal, Morten Olsen, Huub Stevens, Dermot Drummy - Lothar Matthäus, Bernd Schuster, Thomas von Heesen, Michael Laudrup - Horst Hrubesch, Marco van Basten.

Und dadurch schaffte der HSV es nun auch wieder, ein paar Tage die Schlagzeilen zu beherrschen. Trainer-Spekulationen und Wettrennen um die schnellste sichere Meldung sind spannender als zum Beispiel Berichte über die, und das muss man anerkennen, überragenden und souveränen Bayern mit Heynckes, oder über die mögliche Überraschungsmannschaft der Saison, die Hoffenheimer mit Stanislawski, oder die mit Klopp in den Seilen hängenden Dortmunder, oder über die Gründe der mit Schaaf wiedererstarkten Bremer, oder über die immer noch guten Hannoveraner mit Slomka, oder über die mögliche Rückkehr der Gladbacher mit Favre auf die europäische Bühne.

Ein paar Tage, bis Rangnick Verantwortung übernahm, und zwar für sich selbst. Stark.

Also nun, Spiel 1 nach Oenning. Wir fangen bei Null wieder an. Bei Null? Nein, viel besser, einen Punkt haben wir doch schon. Es werden schnell weitere folgen, vielleicht schon in Stuttgart. In der Regionalliga spielt Cardosos Team richtig guten Fussball, bin mir sicher, er wird einiges an Selbstbewusstsein transportieren können, wir werden eine andere Mannschaft erleben.

Ebenso wie Castelen saß auch der 20-jährige Zhi Gin Lam mit im Flieger nach Stuttgart, wir sind gespannt. Und da Mancienne und Diekmeier ausfallen, wird womöglich Westermann rechts verteidigen, dafür Bruma neben Rajkovic in der Innenverteidigung starten. Das zu sehen, darauf freue ich mich.

Und wie man mit dem HSV in Stuttgart gewinnt, das weiß Rodolfo Esteban Cardoso seit dem 09.02.2000 ganz genau:

19. Spieltag 99/00

VfB Stuttgart - HSV 1:3

VfB: Wohlfahrt, Thiam, Bordon (38. Endress), Keller, Carnell, Schneider (69. Balakov), Soldo, Gerber, Lisztes, Dundee, Ganea (62. Kuka), Coach: Rangnick

HSV: Butt, Panadic, Hoogma, Hertzsch, Fischer, Kovac (29. Hollerbach), Gravesen, Cardoso (68. Dembinski), Mahdavikia, Yeboah, Präger (88. Ernst), Coach: Pagelsdorf

0:1 Yeboah (65.), 0:2 Yeboah (67.), 1:2 Endress (69.), 1:3 Mahdavikia (90.)
Hotte80 Offline
Dabei seit: 11.07.2007
Panadic! ach, wat scheun mal wieder den namen dieses großartigen sportmanns zu lesen!
Redondo7 1 Offline
Dabei seit: 01.09.2011
Ich wünsche dem HSV, dass Westermann nicht rechts verteidigt.
Trifon Ivanow Offline
Dabei seit: 22.07.2009
Yes, we won. Es ist vollbracht. Ich habe noch mal nachgesehen, zwischen dem letzten Spiel und diesem lagen wirklich nur sechs Tage. Sechs Tage, die alles veränderten.

Was doch Selbstbewusstsein und Mut ausmachen können. Und der Wille, ein Fussballspiel zu gewinnen.


Gestern 08:48:36 von Redondo7 1
Ich wünsche dem HSV, dass Westermann nicht rechts verteidigt.

Westermann musste rechts spielen, damit Bruma in die Innenverteidigung rücken kann. Ich hatte mich drauf gefreut und freue mich immer noch. Westermann hat das gespielt, was er kann, das war ordentlich. Und Bruma? Hat er einen Zweikampf verloren? Hat er nicht auch noch vorne getroffen? Gebt Bruma und Rajkovic noch ein paar Spiele, das wird eine richtig gute Innenverteidigung. Zwar musste sich Rajkovic erst ins Spiel beissen, nachdem er anfangs einige Fehler machte, vor allem beim Aufbau, aber je länger das Spiel dauerte, desto stärker wurde er.

Mit Tesche und Rincon auf der Doppel-Sechs war ich skeptisch, und wie gewohnt waren die beiden spielerisch nicht überzeugend. Dies auch ein Grund, warum in der ersten Hälfte häufig lange Bälle gespielt wurden, im Ballbesitz zeigten sie sich zu wenig. Zweikampfstark ja, und auch sie zeigten grossen Willen, die Idealbesetzung ist es jedoch nicht. Aber ausgerechnet Tesche, Robert Tesche, macht das Siegtor.

Und noch ein Name: Zhi Gin Lam. Merken, diesen Namen.

Auffällig auch, dass nicht mehr Aogo, sondern Töre die Ecken trat. Das wurde trainiert, aus zwei Töre-Ecken wurden Tore, währenddessen Aogo seine normale Position einnahm, um gegen Konter abzusichern. Aogo wirkte agil wie lange nicht. Ebenso agil wie Lam und Töre, die über aussen die Lücken zwischen Defensive und Offensive schlossen.

Und doch waren die Minuten nach dem Rückstand kritisch. Das kostete Nerven, wie auch Drobnys Wackeligkeit. Letztlich wurde beides überstanden und in der Pause fand Cardoso offensichtlich genau die richtigen Worte.

Ja, das war die Wende. Danke, Rodolfo. Jetzt hierauf aufbauen und gegen Schalke nachlegen, dann haben wir das Gröbste überwunden.
Jim Panse Offline
Dabei seit: 22.10.2010
Hab zwar nur die letzten 20 Minuten gesehn, noch dazu auf ESPN (da kein gescheiter Stream da war) und da der HSV trotz Führung immernoch läuferisch und kämpferisch dem VfB überlegen. Eigentlich ein klares Zeichen dafür, dass davor gegen den Trainer gespielt wurde. Klar hatte man auch Glück, dass Drobny gegen Ende 'angeschossen' wurde, aber die Zeichensprache war ganz klar ne andere. Überrascht war ich, dass der ewige Jarolim erst gegen Ende eingewechselt wurde.
Trifon Ivanow Offline
Dabei seit: 22.07.2009
Heute 00:33:01 von Jim Panse
...der HSV trotz Führung immernoch läuferisch und kämpferisch dem VfB überlegen.

Richtig. Und dies ist ein Zeichen dafür, dass unter Oenning, zumindest im physischen Bereich, sehr gut trainiert wurde und die Mannschaft fit ist.

Eigentlich ein klares Zeichen dafür, dass davor gegen den Trainer gespielt wurde.

Nein. Die Mannschaft ging anders vorbereitet in dieses Spiel. Erstmals in dieser Saison wurde von Beginn an mutig agiert und nicht reagiert. Der VfB wurde teilweise schon im eigenen Strafraum attackiert, war hiervon sichtlich überrascht und fand besonders in der zweiten Hälfte kaum Gegenmittel.

Überrascht war ich, dass der ewige Jarolim erst gegen Ende eingewechselt wurde.

Das war ein Risiko. Offenbar plante Cardoso mit schnellem Spiel über Töre und Lam auf aussen, die VfB-Verteidiger Molinaro und den anderen, dessen Name nach dem seinerzeitigen Vorfall gegen Osasuna von mir nicht mehr genannt wird, unter Druck zu setzen. Hätte Jarolim auf dem Platz gestanden, wäre zwangsläufig mehr durch die Mitte gespielt worden, was nach wie vor eine Schwäche beim HSV ist.
Trifon Ivanow Offline
Dabei seit: 22.07.2009
Kurios ist es schon. Jetzt hat der HSV-Sieg in Stuttgart dafür gesorgt, dass Huub Stevens am Sonntag auf der Schalke- und nicht auf der HSV-Bank sitzt. Denn ich bin mir sicher: Hätte der HSV in Stuttgart mit schwacher Leistung verloren, wäre Huub verpflichtet worden, um mit seiner bekannten Art Struktur in die Mannschaft zu bekommen und den Abstieg zu verhindern. Und auch wenn man ihm nicht gerecht werden würde, seine Fähigkeiten auf die dann gewünschte gesunde Härte im Umgang mit den Akteuren und seine Defensivlehre zu reduzieren, so wäre die Entscheidung richtig gewesen. Wäre. Aber der HSV siegte. Und die Mannschaft zeigte, dass sie wettbewerbsfähig ist und, anders vorbereitet, Spiele gewinnen kann. Zudem schien erstmals in dieser Saison auf und neben dem Platz ein Mannschaftsgefüge zu entstehen. Da wäre es das falsche Signal gewesen, den Hauptverantwortlichen zwei Tage später wieder in die Regionalliga zu schicken und einen neuen Mann mit einem anderen Stil zu präsentieren. Also, aus meiner Sicht, völlig richtige Entscheidung, Frank Arnesen.

Nun gut, die Trainerfrage über das Schalke-Spiel hinaus ist weiter offen. Bin da aber relativ entspannt, und habe volles Vertrauen, dass Arnesen auch hier die richtige Entscheidung treffen wird. Auch wie Cardoso künftig eingebunden bleibt. Möglicherweise ist das Thema sogar bereits entschieden oder zumindest die Entscheidung vorbereitet, und, das wäre allerdings völlig neu, gelungen, dies nicht öffentlich werden zu lassen, um die Vorbereitung auf das nächste Spiel nicht zu behindern.

Überhaupt Frank Arnesen. Während der Niederlagenserie stand auch er heftig in der Kritik. Zu Recht? Nein. Denn auch das Thema Oenning hat er richtig behandelt. Geht man mit einem Trainer in die neue Saison, gibt man ihm die Chance und lässt ihn nicht sofort fallen. Den Zeitpunkt für die notwendige Ablösung hat er hundertprozentig getroffen, nach dem Gladbach-Spiel gab es keinen anderen Weg. Vielleicht hätte er unmittelbar nach dem Spiel etwas weniger vehement die Weiterbeschäftigung von Oenning unterstreichen können, aber gestört daran haben sich eigentlich nur die Boulevard-Medien.

Und die Neuverpflichtungen? Es sieht merkwürdig aus, gleich fünf Talente von Chelsea zu verpflichten. Da sind Nachfragen erlaubt. Unterm Strich muss man sagen, auch wenn es nach wie vor für eine Bewertung zu früh ist, dass Töre, Bruma und Rajkovic auf gutem Weg sind, Stammspieler und Verstärkungen zu werden, Mancienne, bisher mit einem halbwegs ordentlichen Spiel, noch nicht überzeugen konnte, es aber hoffentlich leichter haben wird, eine funktionierende Mannschaft zu ergänzen, und Sala, nach längerer Verletzung, langsam aufgebaut wird, was mit ihm ohnehin geplant war, und noch gar nicht bewertbar ist. Skjelbred wird sich, sofern auf der richtigen Position eingesetzt, noch deutlich steigern. Also darf man nach sieben Spieltagen durchaus feststellen, dass, gemessen an den gegebenen Möglichkeiten, Arnesens Verpflichtungen zufriedenstellend sind.

Huub? Dem wünschen wir viel Erfolg auf Schalke und einen Sieg im ersten Spiel. Gegen Haifa. Das werden wir uns mal ganz entspannt ansehen. Und sein zweites Spiel, das wird nix. Zwar lassen wir uns von einem Sieg nicht blenden, doch vieles, um nicht zu sagen, alles, sprich dafür, dass diese positive Stimmung, diese Erleichterung, festzustellen, es zu können, für weiteren Schwung und weitere Punkte im Heimspiel sorgen wird. Da kommt Schalke gerade recht.

Nach diesem Start wäre ein knapper Sieg schon ein gefühltes 7:1. 7:1? Natürlich gab es einmal ein 7:1, mit einer legendären Mannschaft und einem legendärem Coach am 25.10.80:

11. Spieltag 80/81

HSV - Schalke 04 7:1

HSV: Koitka, Kaltz, Jakobs, Buljan, Hidien, Groh, Hartwig, Magath, Memering (46. von Heesen), Hrubesch, Milewski, Coach: Branko Zebec

Schalke: Sandhofe, Dzoni, Kruse (53. Opitz), Rüssmann, Geier, Bittcher, Thiele, Jara, Kügler, Elgert, Wuttke, Coach: Fahrudin Jusufi

1:0 Memering (12.), 2:0 Hartwig (21.), 3:0 Milewski (43.), 4:0 Milewski (48.), 5:0 Dzoni (54., Eigentor), 6:0 Magath (59.), 7:0 Jakobs (73.), 7:1 Elgert (74.)
alterzabo Offline
Dabei seit: 18.02.2010
welcher Jara war das bei Schalke? doch nicht der Kurt Jara, oder?
Hotte80 Offline
Dabei seit: 11.07.2007
trifon du treibts mir regelmäßig tränen in die augen.
CASPAR MEMERING! grandios, ein toller fußballer!
Trifon Ivanow Offline
Dabei seit: 22.07.2009
Heute 18:20:23 von alterzabo
welcher Jara war das bei Schalke? doch nicht der Kurt Jara, oder?
Doch, der Kurt. Gerade in den Jahren zuvor beim MSV einer der stärksten Ausländer der Liga, genialer Linksfuss.

Heute 18:22:20 von Hotte80
CASPAR MEMERING!

Der Cappi. Unvergessene Legende. Und: Ivan Buljan, da brannte nichts an.

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