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Ballbesitz überschätzt?
Yann Offline
Dabei seit: 05.05.2010
Stehen wir vor einem Revival des catenaccio Fußballs in der Interpretation von Jose Mourinho? Muss die Evolution der Fussball-Taktik eine Stufe weiter gedacht werden?

Mit dieser Frag setzt sich Jonathan Wilson heute beim britischen Guardian auseinander und ich wollte Euch den Artikel nicht vorenthalten.

Herzlich,
Yann


The Question: How important is possession?

Will Inter's successful performance at Barcelona, when they had 16% possession, be seen as a turning point in football?

http://www.guardian.co.uk/sport/blog/2010/may/12/the-question-important-...
misterkite Offline
Dabei seit: 14.06.2004
Will Inter's successful performance at Barcelona, when they had 16% possession, be seen as a turning point in football?

bei 3:1 vorsprung im hf-rückspiel der championsleague gegen eine so spielstarke mannschaft wie barca...?
tja nun. ich möchte mich mal als fan einer mannschaft ,die seit neuestem "dominanz über ballbesitz" ausstrahlt aus dem fenster lehnen und sagen: ist doch kein wunder.
eine mannschaft wie inter, die sehr sehr stark verteidigen kann,muss dies in so einem spiel eben auch nutzen. aber das reicht meiner meinung nicht aus um, von einer renaissance des catenaccio zu sprechen (international) zumal inter dies "eben schon immer so spielt" .
der nachteil ist dann,und das habe ich beim hf rückspiel so gesehen: als es barca gelang , nach endlosem anrennen doch noch ein tor zu schiessen, und man nur noch eines brauchte (war um die 80. minute oder?) da hat man bei inter schon den eindruck gewonnen, dass sie so ein wenig in der falle saßen: weitermachen mit ausschliesslich defensive oder entlastungsangriffe ersuchen? naja... ich hoffe wirklich das inter im finale kein frühes tor schießt....
man wird es nach dem finale wissen, letztlich ist es doch so: wer gewinnt hat recht (die beste taktik) ...
ColePorter Offline
Dabei seit: 16.09.2005
Außerdem war es ein Spiel. Ein einziges, in dem 16 % Ballbesitz ausreichten, weil die verteidigende Mannschaft Inter war.

Aus einem einzigen Spiel nun einen neuen Trend herleiten zu wollen ist...nunja, fragwürdig.
wojcicki Offline
Dabei seit: 24.12.2006
Der Spielanteil vom Inter in dem Spiel war schon sensationell gering, allerdings scheint Mourinho auch mit seinen vorherigen Teams der reine Ballbesitz auch in Führung liegend leidlich egal zu sein, das ist nicht neu. Vielmehr ist ihm wichtig, das in der (kurzen) Zeit der Ballführung zielstrebig etwas mit dem Gerät angefangen wird. Diese Philosophie vertritt nun mal nicht jeder Trainer und ist ebenso wie das ballbesitzende Spiel nicht mit jedem Spielermaterial hinzubekommen. Demnach ist das kein neuer Trend, zumal nicht immer von Erfolg gekrönt, interessant bei dem Fußball auf dieser Ebene allemal. Das Gefühl, in Trainingsspielen Abwehr gegen Angriff auf kleinem Platz mit den Verteidigern ziemlich häufig zu siegen, dürfte jeder Aktive auch in unteren Spielklassen schonmal irgendwie gehabt haben.
UrmelAusmEis Offline
Dabei seit: 04.01.2004
Die Ausgangsfrage hakt ja schon in der Grundüberlegung:

"Will Inter's successful performance at Barcelona, when they had 16% possession"

Inter's performanse war nicht "successful", Inter hat das Spiel verloren. Sogar ohne ein Tor zu schießen, einsnull.

Die Performanz von Inter war nur "relativ" erfolgreich, weil das Hinspielresultat ausgereicht hat, ein Hinspielresultat, das mit Ballbesitzzeiten weil über 16% erreicht wurde.

Damit ist die Grundthese zumindest in der hier dargebotenen Verkürzung unlogisch: Wer 16% Ballbesitz hat, wird auf diesem Niveau kein Spiel gewinnen und selten ein 0:0 ermauern.
16% reichen nur zum blanken Verteidigen, und wenn man sich zuvor so viel Puffer erspielt hat, dass man sich beim Verteidigen sogar einen Fehler leisten kann...

... dann liegt der Schlüssel für Inter's successful performance logischerweise eher im bärenstarken Hinspiel als in der Abwehrschlacht von Barelona.
gygax Offline
Dabei seit: 19.03.2004
Ballbesitz wird nicht überschätzt. Solange man den Ball hat, kann der Gegner kei Tor schiessen - so einfach is das
UrmelAusmEis Offline
Dabei seit: 04.01.2004
gygax Offline
Dabei seit: 19.03.2004
Selbst in dieser Auswahl gelingt es dem Gegner nicht ein Tor zu schiessen. Wenn der eigene Spieler zum Gegner mutiert wird es allerdings immer schwer.
wojcicki Offline
Dabei seit: 24.12.2006
@gyx
Solange der Gegner kein Tor schießt, kann er den Ball ruhig haben - so einfach ist das.
Ist ebenso zu pauschal!
GTEvo Offline
Dabei seit: 14.10.2008
Selbstverständlich ist Ballbesitz überschätzt!
Glück, Zufall und Tagesform wird unterschätzt!

GlückAuf
Holger
wojcicki Offline
Dabei seit: 24.12.2006
Ich bleib mal dabei: Mourinho ist Kontrolle scheissegal.
Ach ja, Ballbesitz wird überschätzt!
FrauBlack Offline
Dabei seit: 06.04.2009
Jogi fährt bei der WM die heutige Inter-Taktik:

(http://www.tagesspiegel.de/sport/ballbesitz-ist-nicht-entscheidend/61458...)
sgu07 Offline
Dabei seit: 07.03.2004
super link, frank.
das vertikale spiel, von klinsmann und löw propagiert wurde doch von vielen pseudofachleuten und fachjournalisten belächelt.
Statistikfreund Offline
Dabei seit: 18.06.2009
Im CL Finale sah man deutlich, dass Ballbesitz nicht alles ist.

Insofern: effektiver Ballbesitz nicht zu überschätzen ist und bleibt.
AntiMöller Offline
Dabei seit: 05.08.2008
das vertikale spiel, von klinsmann und löw propagiert wurde doch von vielen pseudofachleuten und fachjournalisten belächelt.

Wurde es mitnichten. Vielmehr wurden die Neuwortschöpfungen belächelt.