27 Beiträge / 0 neu Die Scheißthese Forum
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Was ist eigentlich Fußballkultur?
Hrub Horstesch Offline
Dabei seit: 27.05.2013

Fanclubs sind lächerlich, Ultras nerven. Die Stehplatzkurve ist der Tod des schönen Fußballs. Zum Thema Kultur und Fan sein ein Lesetipp: Alle unseren frühen Schlachten von Javier Marias. Auch nach 10 Jahren noch aktuell.

ion Offline
Dabei seit: 10.09.2004

hier kann keiner lesen.

misterkite Offline
Dabei seit: 14.06.2004

früher, als man sich noch mit eisenketten die gesichter eingeschlagen hat und man noch richtige pflastersteine zum werfen hatte....

Hrub Horstesch Offline
Dabei seit: 27.05.2013

Falsche Sportart.

ElBuitre11 Offline
Dabei seit: 26.11.2011

Und warum ist es so aktuell?

Hrub Horstesch Offline
Dabei seit: 27.05.2013

Da geht's unter Anderem darum, wie man als Kind sein Herz an einen Fußballclub verliert, diesem dann auch verbunden bleibt und das schöne Spiel liebt, das durchaus auch den Gegnern zugesprochen werden muss. Diese ganzen aufgesetzten Idioten, die als Zehnjährige in schwarzgelben oder blauroten Trikots rumgelaufen sind, um sich dann später aus Imagegründen einen Verein aussuchen, der zu ihrem angestrebten Image passt, dann von Tradition oder Lokalkolorit faseln und sich bei Stadionbesuchen selbst verwirklichen, finde ich, wie gesagt, lächerlich. Achtung, jetzt kommt eine Provokation: St. Pauli-Fans sind da ein gutes Beispiel. Also: Was ist Fußballkultur? Ich hab das mit Absicht als Scheißthese formuliert.

kevin luz Offline
Dabei seit: 05.02.2006

was soll denn da ne provokation sein? man muss die dinge einfach mal beim namen nennen und es weiss ja wohl jeder, dass st pauli fans nur modefans sind, die sich nicht fuer fussball interessieren

Clint Billton Offline
Dabei seit: 09.06.2013

eher ne scheissfrage als ne scheissthese. und beantworten tust du dir sie ja schon selber.

Hrub Horstesch Offline
Dabei seit: 27.05.2013

Schreiben können hier anscheinend auch die wenigsten. Lieber Clint: Scheißfrage, nicht Scheissfrage. Und die putzige Kleinschreibung tut das auch nicht besser machen tun.

vokabelle Offline
Dabei seit: 05.07.2006

Immerhin habt ihr zwei Süßen den gleichen Namensverdreher-Humor. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt...

alterzabo Offline
Dabei seit: 18.02.2010

Dafür logge ich mich sogar ein: Das genannte Buch Alle unseren frühen Schlachten von Javier Marias ist ein rein gutes und feines und hat mich sehr beglückt. 

ElBuitre11 Offline
Dabei seit: 26.11.2011

"..um sich dann später aus Imagegründen einen Verein aussuchen, der zu ihrem angestrebten Image passt,.."

Horstesch, das hab ich, ehrlich gesagt, so noch nie erlebt. Das sich Leute den BVB aussuchen, weil der für sie sowas wie das Gallische Dorf widerspiegelt, das die großen, bösen Bayern ärgert, DAS, hab ich schon gehört und gesehen. Oder ist das dann genau das, was du meinst?

Dann find ich es nicht schlimm. Ich hab damals bei den Roten Haien Temo Blanco kicken sehen und weil der seine Gegenspieler mit seiner unkonventionellen Art auf spektakuläre Weise foppte, fand ich den als Stöpsel saucool. So wollte ich auch kicken. (was dann aufm Kickplatz meist auf ebenso spektakuläre Weise daneben ging) Ist das nicht ziemlich normal, sich seinen Verein aufgrund vermeindlicher Nebensächlichkeiten (erster Stadionbesuch mit Vaddern, cooler Spieler, Kleine ärgern Große) auszusuchen?

Hrub Horstesch Offline
Dabei seit: 27.05.2013

"Ist das nicht ziemlich normal, sich seinen Verein aufgrund vermeindlicher Nebensächlichkeiten (erster Stadionbesuch mit Vaddern, cooler Spieler, Kleine ärgern Große) auszusuchen?"

Ich denke, das ist auch normal und gut so. Aber ich durfte mal im Zug nach einem Bundesligaspiel ein Gespräch unter professionellen Fans belauschen, in dem der Oberfan dem Unterfan erzählte, warum er jetzt Frankfurt-Fan ist. Er hat den Verein gewechselt, weil die Fans seines alten Vereins für ihn zu lahmarschig waren. Keine richtigen Ultras.

Aber der Grund für meine Scheißthese ist die Entwicklung, die der Fußball macht. Fußball ist heutzutage ein Teil der Popkultur der globalen Vermarktung und die Vereine versuchen, sich ein Image zu geben. Die Zuschauer gehören natürlich dazu. Dieses Kasperltheather, das in den Stadien stattfindet, wird von den Vereinen gefördert, indem den Fanclubs das Gefühl gegeben wird, sie seien die Hausherren auf den Stehplätzen. Eigentlich müssten die Vereine ihre Fans bezahlen. Das Eintrittsgeld von denen füllt nicht mal die Portokasse, zumindest in der Bundesliga, also können sie auch drauf verzichten. Man sollte so ehrlich sein, zum Beispiel die Dortmunder Südtribüne dafür zu bezahlen, dass sie die nötige Folklore zum "Arbeiterclub" liefert. Fußballspiele sind zum Event verkommen. Besonders deutlich sieht man das bei EM- und WM-Spielen. Zuschauer als Gorillas, Indianer oder was weiß ich noch alles verkleidet. Geld wird im Fußball durch Merchandising verdient und nicht durch Zuschauereinnahmen. Stehplatzkurven liefern das aufregende Image und bezahlen idiotischerweise auch noch dafür Geld. 11 Freunde bedient die Independent-Szene, die sich für besonders individuell hält.

Weniger Geld, weniger Pop
, weniger Stehplätze, gelassenere Fans und mehr Sport als Unterhaltung würden dem Fußball gut tun.

Atatenango Offline
Dabei seit: 12.02.2008

Also in Deinen letzten Post Hr. Hrubesch sind gleich mehrere Fehler, oder sagen wir mal Dinge, die ich anders einschätzen würde.Zunächst einmal möchte ich Dir aber recht geben. Es gibt tatsächlich Fans, und ich kenne das auch von St. Pauli, die deshalb "Fan" dieses Vereins sind, weil der halt als cool, anders, vielleicht auch links gilt, und deshalb halt für jemanden der in der Werbebranche, Musikbusiness, Merchandise oder irgendeinem anderen Beruf der "Kreativbranche" nachgeht, gut zum Image passt. Solche Leute kenne ich LEIDER! Ebenso gibt es Leute bei St. Pauli, die eben weil es solche Leute gibt, und das mit dem cool und links usw. gar nicht mehr so richtig stimmt sagen, dass sie jetzt kein St. Pauli Fan  mehr sind, sondern zu Altona 93 oder was weiß ich gehen...Keine Ahnung, was jetzt von Beidem besser oder schlechter ist...aber es gibt halt Leute, die sich ihren Verein nach derem vermeidlichen Image aussuchen. Ebenso finde ich so relativ neumodische Gruppierungen wie Ultras ebenfalls albern...aber zu Deinem letzten Post:

1. Stehplätze umsonst: am Bsp. BVB! Ich weiß nicht, was da eine Dauerkarte kostet, aber ich sag jetzt einfach mal pauschal 250,-€. Da stehen 20.000 Fans, macht 5 Mio. pro Saison + Einnahmen aus der CL und dem DFB-Pokal. Ich glaub nicht, dass auf diese Summe auch nur ein einziger BuLi Verein verzichten wollen würde (auch wenn in anderen Stadien weniger ist). Außerdem...jetzt nur mal angenommen, sowas würde es tatäschlich geben...kontrolliert man seine Zuschauer ja auch ein wenig über den Eintritt, den sich halt nicht jeder leisten kann. ich will nicht pauschal sagen, dass jeder Hartz IV Empfänger Alkoholiker ist oder schlicht ein Assi...aber wenn auf einmal 20.000 Leute auf der Nordtribüne des Westfalenstadions sind, die nur da sind, weil es halt umsonsst ist, dann hat der Verein davon auch nichts.


2. Dass Fußballspiele zum Event verkommen sind bzw. zur Popkultur gehören ist mittlerweile doch mindestens eine genauso alte Weisheit wie, dass der Ball rund ist. Also, absolut nicht Neues.

3. Geld wird natürlich auch über Merchandise verdient, ist aber außer vielleicht bei Vereinen wie dem BVB oder dem FCB (und natürlich St. Pauli) bei vielen ein ähnlicher kleiner Teil des Haushaltes wie die Zuschauereinnahmen. Das meiste Geld wird über TV-Gelder und Sponsoring generiert!

4. Dass 11 Freunde die Independent-Szene bedient, hat vielleicht mal vor 4-10 Jahren gestimmt, spätestens seit G+J die aufgekauft hat, hat das mit "Underground" nicht mehr viel zu tun hier.

5. zu Deinem letzten Satz: weniger Atomkraftwerke würden der Welt auch gut tun, weniger Kriege und weniger Religion auch...aber der Mensch ist nun mal einfach unvernünftig, oder andersrum ausgedrückt: Geldgeil!

mokikasper Offline
Dabei seit: 30.10.2009

"...gelassenere Fans..."

Du hast ein Problem; ich glaube, du verstehst nicht richtig, was Fußball ist.

misterkite Offline
Dabei seit: 14.06.2004

ich habe mir beim ersten mal bayern gucken in die hose geschissen. fand ich gut, geiles gefühl, bin ich seit , na...35 jahren jetzt dabei. wahnsinn wenn es einem warm am bein runterläuft.

Hrub Horstesch Offline
Dabei seit: 27.05.2013

@Mokikasper: Ich weiß nicht, ob ich Ahnung habe, aber für mich war Fußball immer das, was auf dem Spielfeld passiert und nicht das, was auf den Tribünen los ist.

@Atatenango: Ich habe zugegebenermaßen wenig Ahnung, wie sich Fußballvereine finanzieren und meine Aussage, dass diese ihre Fans für ihre Folklore bezahlen sollten war provokant gemeint.

Was ich aber ganz ehrlich meine, ist Folgendes: Fußball war immer auch Geschäft. Fritz Walter hat nicht für einen Sack Kartoffeln gespielt. Herausragende Leistungen werden nur im Profisport möglich. Die Fehlentwicklung in meinen Augen ist die übermäßige Vermarktung und die Zementierung von 2 oder 3 Vereinen pro europäischem Verband, die in der Champions League so viel verdienen, dass sie andere Vereine langfristig abhängen. Es geht nicht darum, dass auch Kleine mal die Großen ärgern dürfen, sondern darum, dass Kleine auch groß werden dürfen. Die Bayern durften das auch, und das hattte viel mit Chancengleichheit zu tun, die heute nicht mehr in der Form besteht. Dass Große klein wurden, z. B. der FC Köln und kleine groß, wie Mönchengladbach, das wäre für mich vielleicht Fußballkultur. Die merkwürdige Ablehnung von Hoffenheim kommt vielleicht aus diesem Gefühl heraus, dass Geld eine unproportional große Rolle spielt. Der Hoffenheimer Aufstieg und die erste Saison in der Bundesliga haben mich eigentlich an Gladbach in ihren glorreichen Jahren erinnert, die damals viele Fans gewonnen haben. Hoffenheim komischerweise nicht. -Oder vielleicht auch logischerweise nicht.

Die übermäßige Vermarktung funktioniert auch nur in Zusammenarbeit mit Fans, die sich übermäßig mit ihrem Verein identifizieren und bereit sind jede Menge dafür zu blechen. Mir graut's schon vor dem exclusiven Fußball-Abo per wörldweitweb, das dann die Dauerkarte der "wahren Fans", die ins Alter gekommen sind, ablöst. Auf- und Abstieg werden dann konsequenterweise abgeschafft und es wird ein bisschen so wie im Profisport der USA. Events halt.

@Mr. Kite: War das am 20.10.73? Ach nein, so alt biste ja noch gar nicht. Aber da hätt ich mir als Bayern-Fan auch in die Hose geschissen.;o)

Atatenango Offline
Dabei seit: 12.02.2008

Also ohne das jetzt überspitzen zu wollen, aber erst gestehst Du ein, dass Du keine Ahnung vom Fußball hast, und dann gestehst Du noch ein, dass Du keine Ahnung von der wirtschaftlichen Seite des Fußballgeschäfts hast...da muss halt schon die Frage erlaubt sein...was machst Du denn dann überhaupt hier?

Aber um da auch nochmal inhaltlich drauf einzugehen. Ein Verein, der oben in Deutschland ergo in Europa mitmischen will braucht ein gewisses Potential. Dies kann rein wirtschaftlich sein, wie z.B. bei Hoffenheim, Leipzig oder Wolfsburg, oder es kann aufgrund seiner gewachsenen Fanstruktur, seinen Zuschauerzahlen, vielleicht sollte man es Tradition nennen, sein Im Idealfall spielen beide Dinge zusammen wie das bei Bayern der Fall ist.
In England und Frankreich zeigen es Clubs wie Paris St. Germain oder Manchester City, dass man mit genug Geld relativ flott in der europäischen Spitze mitmischen kann. Vereine aus Russland werden da über kurz oder lang dazukommen. Um in Deutschland zu bleiben, gibt es grad eigentlich ein ziemlich gutes Beispiel, dass man es, wenn man verünftig wirtschaftet und natürlich auch ein bisschen Glück hat, oder zur richtigen Zeit an der richtigen Stelle ist, auch relativ flott nach oben kommen kann...der BVB. Vor 10 Jahren fast pleite, vor 5 Jahren belanglos, seit 2-4 Jahren die klare Nr. 2 nach Bayern in Deutschland. Natürlich kann das nicht jeder Verein leisten, allein schon deshalb nicht, weil nicht jeder Verein ein Stadion hat, wo 80.000 Menschen reinpassen. Und da geht es ja nicht um die Zuschauer allein, sondern auch um die höhere Werbeeinnahmen und überhaupt das Image und das Umfeld des ganzen Vereins. Ein Verein wie sagen wir mal Mainz 05 würde das so ohne weiteres nicht hinbekommen. Auf der anderen Seite haben die aber meiner Meinung nach auch einfach gute Arbeit geleistet, wollten nicht zu viel auf einmal, haben viel auf Nachwuchsspieler gesetzt, haben zum richtigen Moment auch den richtigen Richer für Spieler gehabt, die jetzt ein vielfaches von dem wert sind, was sie vor 3-4 Jahren wert waren (s. z.B. Blaszikowki...oder wie man den schreibt) Meiner Meinung nach gibt es in Deutschland einige Vereine, die ein ähliches Potential haben, und bei ähnlich guter Arbeit und auch ähnlich viel Glück das gleiche erreichen könnten wie der BVB (Bayern spielt da in einer Sonderliga), das wären Schalke, die aber anscheinend seit Jahren zu doof sind das vernünftig auf die Reihe zu kriegen, die Großstädte Köln, Berlin, Frankfurt und Hamburg und mit ein bisschen Glück und vielleicht nicht ganz so großen Träumen Traditonsclubs wie Gladbach oder Hannover 96. Wenn man dann dazu noch die Vereine zählt, die ich oben schon genannt habe, die eher aufgrund der wirtschaftlichen Kraft mitmischen können, sind das schon ca. 10 Vereine in Deutschland, die meiner Meinung nach das Potential hätten sich für die CL zu qualifizieren und dementsprechend auch in Europa oben mitzumischen.
Und nicht nur deshalb kann ich es auch verstehen, wenn ein Rummenigge einen Bruchhagen anzählt, wenn der einen Finanzausgleich fordert. Klar, das wäre schön, und klar, dann wäre die Chancengleichheit höher, aber das ist doch wie im wahren Leben auch...der Tischlerbetrieb in Castrop Rauxel, der gut läuft und viele Aufträge hat, sagt doch auch nicht: ich geb jetzt mal dem Tischlerbetrieb in Buxtehude ein paar tausend Euro oder ein paar Aufträge ab, weil das ja fairer ist. Die Bayern haben sich ihren Erfolg ja auch erwirtschaftet...die wurden da ja nicht hingezaubert, wo sie sind...und deshalb kann ich das schon gut verstehen, dass sie von ihrem erwirtschafteten Geld nicht an Konkurrenten etwas verschenken wollen, um die dann auch noch stärker zu machen. Also ich find das logisch und nachvollziehbar aus deren Sicht. Fußball ist halt genauso ein Geschäft wie das beschriebene Beispiel der Tischlereien, und wer nicht mehr mitstinken kann geht halt den Bach runter. Schade, aber wahr!

schorsch123 Offline
Dabei seit: 16.01.2013

Hey misterkite !

Mit etwas Training kannst Du das auch zu Hause haben.

Dann brauchst Du auch nicht immer auf den FCB zu warten und gönnst Dir Deine kleinen Erfolge, wann und wo Du möchtest.

Das ist dann "am Ende" noch geiler!

Hrub Horstesch Offline
Dabei seit: 27.05.2013

Zum Thema Ahnung vom Fußball: Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die, die von sich ständig behaupten, sie hätten Ahnung, die wenigste haben. Ich bin mir aber sicher, dass das was auf dem Platz passiert Fußball ist und nicht das drum herum.

Was Du da beschreibst Atatenango, nennt sich gemeinhin Kapitalismus. Wer das beste Produkt hat, hat den größten Erfolg. Eine erfolgreiche Tischlerei zum Beispiel kann sich dann bessere Mitarbeiter, Maschinen etc leisten. So weit so gut.

Tischlereien spielen aber nicht gegeneinander Fußball. Und eine Tischlerei, die einen bestimmten Auftrag erhält, wird sich finanziell nicht so daran gesund stoßen, dass sie alle anderen Tischlereien völlig aus der Konkurrenz verdrängen kann. Tischlereien haben nämlich Kunden, die keine Wahnsinnssummen für überteuerte Produkte kaufen, sondern Kunden, die rechnen. Die Firma Apple, die natürlich keine Tischlerei ist, macht da interessanterweise eine Ausnahme, aber da sind die Kunden wie im Fußball fast pseudoreligiös angehaucht.

Dass Bayern aufgrund der Tatsache, dass sie einfach den besten Fußball spielen und am besten wirtschaften zu recht da oben stehen, stimmt erstmal. Aber wie ist Bayern da hin gekommen? Der liebe Gott hat in den fünfziger, sechziger Jahren eine begnadete Generation von Fußballern in Bayern wachsen lassen aber er hat nicht das Olympiastadion gebaut, in dem diese Generation in den siebziger Jahren anfangen konnte, so richtig Geld zu verdienen. Das Olympiastadion haben die Steuerzahler finanziert. Ich denke mal, der Uli war damals auch noch dabei.

Und jetzt nochmal zu meiner Scheißthese: Der Fußball ist eine Geldmaschine, die falsch justiert ist. Die Kapitalisierung auf Teufel komm raus "Wer sich's leisten kann, kauft halt die beste Mannschaft" wird ihn zerstören. Spätestens wenn Bayern München komplett mit Mannschaft, Namensrechten, Steuerpflichten und Allem anderen an einen Russischen Oligarchen verkauft wird und nach Archangelsk umzieht, ist es vorbei. Bei Eishockeyteams in den USA ist sowas normal. In England bahnt sich das bereits an.

Und die Fans blechen für eine Marke, ein Symbol, ein Image aber nicht für eine Sportart, die unglaublich unterhaltend sein kann. Guter Fußball braucht langfristig eine gute Konkurrenz und gleiche Möglichkeiten für alle. In Holland ist die Luft raus, das wunderbare Ajax Amsterdam in der Versenkung verschwunden und in Spanien gehen bei allen außer Barca und Real die Lichter bald aus. Ob Barcelona es schafft, sich durch Showtourneen in Asien über Wasser zu halten? Die Harlem Globetrotters haben vorgemacht, wie's geht.

Clint Billton Offline
Dabei seit: 09.06.2013

Und jetzt nochmal zu meiner Scheißthese: Der Fußball ist eine Geldmaschine, die falsch justiert ist. Die Kapitalisierung auf Teufel komm raus "Wer sich's leisten kann, kauft halt die beste Mannschaft" wird ihn zerstören. Spätestens wenn Bayern München komplett mit Mannschaft, Namensrechten, Steuerpflichten und Allem anderen an einen Russischen Oligarchen verkauft wird und nach Archangelsk umzieht, ist es vorbei. Bei Eishockeyteams in den USA ist sowas normal. In England bahnt sich das bereits an. 

Nein.

Atatenango Offline
Dabei seit: 12.02.2008

Gut, ich hätte statt dem Beispiel Tischlerei vielleicht das Beispiel von großen Möbel- oder Supermarktketten wählen sollen. Warum gibt es denn so gut wie keine kleinen (außer sehr exklusiven) Möbelgeschäfte oder Tante Emma Läden mehr? Weil's IKEA oder Großkonzerne wie Rewe gibt. Die können einfach mit niedrigeren Preisen mehr Kunden gewinnen und machen die Kleinen dadurch halt platt. Kann man wahrscheinlich in jeder Stadt beobachten, dass das so ist. Oder, warum gibt es in den Innenstädten nahezu immer nur die gleichen Geschäfte, egal in welcher Stadt: H&M, Douglas, Thalia uswusf. Weil da halt eben fette Konzerne hinterstehen, die kleine private Klamottenläden, Parfümerien oder Buchläden am langen Arm verhungern lassen. Und ja, das ist Kapitalismus in reinster Form...und Fußball ist auch Kapitalismus in reinster Form...das ist schon lange so und wird sich auch nicht mehr ändern. Die sozialistische Idee des Ausgleichs gefällt mir persönlich zwar eigentlich auch besser, ist aber nun mal einfach weltfremd, und deshalb sollte man sich damit halt abfinden, dass es so ist, wie es ist und sich hin und wieder mal darüber freuen, dass die Bayern eben kein Meister werden (es sei denn man ist Bayern Fan), ansonsten läuft der Hase nun mal so wie er läuft.

Und die Gefahr, dass hier irgendwann Verhältnisse wie in den USA oder England entstehen, die seh ich nicht so wirklich. Irgendwann wird zwar in der BuLi auch mal dieses 50+1 Ding aufgelöst, und da wird sicherlich auch der ein oder andere Verein dran zu Grunde gehen, aber im großen und ganzen sehe ich die Gefahr nicht.

Hrub Horstesch Offline
Dabei seit: 27.05.2013

Ich denke, meine Frage ist beantwortet. Es gibt keine Fußballkultur. www.duden.de meint folgendes: 

Suchergebnisse

Leider haben wir zu Ihrer Suche nach 'Fußballkultur' keine Treffer gefunden.

Oder meinten Sie: fußballklub?

Das sagt wohl alles.

giselher Offline
Dabei seit: 06.10.2009
Hrub Horstesch Offline
Dabei seit: 27.05.2013

Na dann guckste mal was ich da ("Deutsche Akademie für Fußballkultur") gefunden habe:

"Aber viele von uns haben es noch nicht kapiert, dass Fußball bei uns schon sehr bald genauso aussehen wird. Ja, unser Fußball muss so werden wie in Amerika. Die ‚Operettenliga’ – das ist unsere Zukunft! Paul Breitner, 1980"

"Winkende Maskottchen, tanzende Cheerleader, bunte Videowürfel – der Fußball ist im Jahr 2006 endgültig zum festen Bestandteil der Unterhaltungsindustrie geworden. 
Seit der Heysel-Katastrophe 1985 hat das einstmals „einfache Spiel“ einen radikalen Wandel erfahren. Die beispiellose Kommerzialisierung dieses Sports hat aus dem Fußball einen globalen Massenevent gemacht. Riesige Arenen, Millionen von Zuschauern, Partystimmung, wohin man schaut. Doch die Erfolgsstory hat auch ihre Schattenseiten!
Fast unbemerkt von der breiten Öffentlichkeit kommt es seit mehreren Jahren zu einer schleichenden Verdrängung der traditionellen Fußballfans aus den Stadien. Eine Identifikation mit den wie Unternehmen geführten Vereinen fällt dem (hm...) „ursprünglichen“ Fanklientel immer schwerer. VIP-Logen, Dauer-Werbeberieselungen, Arenen mit Sponsorennamen und ständig steigende Eintrittspreise verdeutlichen einen besorgniserregenden Trend, der in England bereits dazu geführt hat, das (Aua) Leuten mit weniger Geld, vor allem der jüngeren Generation, der Stadionbesuch zunehmend verwehrt bleibt."


Das war 2006. Im Jahr 2013 haben die Vereine kapiert, dass die Stehplatzkurven mitsamt Folklore auch dazugehören. Die Knalltüten, die ihre Choreos aufführen sind keine "ursprüngliche Fanklientel". Die ähneln eher denen, die die Katastrophe von Heysel verursacht haben. Denen geht es nicht um Fußball sondern darum, ihr Selbstbewusstsein durch Gruppenzugehörigkeit mitsamt der dazugehörenden Aggression gegen Mitglieder anderer Gruppen aufzupolieren.

Es wird immer mehr zur Operettenliga, da hat der alte Operettenkommunarde Paul recht.

Abgesehen davon würde ich von einer Institution, die sich selbst Akademie nennt, weniger Rechtschreibefehler erwarten. 

Dampframme Offline
Dabei seit: 27.07.2014

Fußballkultur? Andere Fans, Bier und top Sportwetten, wenn nicht im Stadium dann in der Kneipe mit Übertragung!

bataplummy Offline
Dabei seit: 28.10.2010

Es gibt keine Fußballkultur mehr, zumindest absolut nicht mehr in den Regionen in denen gepostet wurde. FCB, BVB, RM, Manu, usw.

Es ist mafiös geworden wenn man von einer Kultur sprechen will. Und damit sind auch andere Sportarten gemeint F1 Ecclestone kauft sich mit 100 Millionen frei, Real kauft für 100 Millionen einen Spieler, Milliarden Ausgaben für die WM in Brasilien, Vergabe von Olympia, Blatter verlegt Fußball WM nach Russland/Katar, neuer Rennkurs der F1 im arabischen Krisengebiet, Armstrong und co und die Tour de France usw.

Bestechung, Korruption, Schmiergelder, politische Einflussnahme, Fälschung, Lüge, Vetternwirtschaft, Drohung, und all das was unter der Spitze des Eisberges nicht öffentlich wird ist die Kultur, die seit Jahrzenhten gepflegt wird.

Diese Kultur nimmt neben den finanziellen auch immer mehr weltpolische Dimensionen an. Leider. Nach der EM in Frankreich ist bei mir Schluss. WM in Russland ohne mich. Oooochch. Nööööööhhh!Wird aber so sein und ich hoffe es machen viele mit.

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