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Katrin Müller-Hohenstein bettelt um ihre Entlassung - Ein innerer Reichsparteitag
Gast (nicht überprüft)
*Augen verdreh*

Wie ich schon an anderer Stelle geschrieben habe: Die Floskel, die Hohenstein da gebraucht hat, ist ein Fall von gewöhnlichem Kabarett-Zynismus, ein Wortwitz von der Art, der das progressiv sich dünkende Kabarettpublikum zum Quieken bringt.

Das aufgeregte Geschnatter erklärt sich wohl damit, daß jeder, aber auch jeder (außer ganz Wenigen, z.B. MIR) diese Redensart schon einmal gebraucht hat; und wenn ich sie nicht in den Mund genommen habe, dann aus Snobismus, und nicht, weil ich ein guter Mensch wäre.

Im alltäglichen Gebrauch hat das Sprachbild, das als ephemerer satirischer Einfall durchaus gelungen war, seine ursprüngliche Konnotation eingebüßt. Einmal in den allgemeinen Sprachgebrauch eingegangen, vermag es auch keine Verblüffung mehr hervorzurufen.

Heute scheint niemand mehr zu begreifen, was es mit dieser Redensart auf sich hat, und Müller-Hohenstein sowie der Verf. dieses Artikels bilden keine Ausnahme.

Wenn ich jemandem nachsage, einen "inneren Reichsparteitag" erlebt zu haben, so tue ich es, um durch den vage insinuierten Hitler-Vergleich IHN ins Zwielicht zu ziehen oder lächerlich zu machen. DAS ist der Sinn der Redensart.

Ich sage damit: Er hat momentan Erfolg, er erfährt Genugtuung, aber so, wie eine aus den Fugen geratene Welt dem ehemaligen Tagedieb, Männerheimbewohner und Postkartenmaler, der als politischer Asylant nach München kam, Genugtuung widerfahren ließ. Die Welt muß gründlich aus den Fugen sein, wenn eine solche Type obenauf kommt.

Und da wir gerade beim Thema sind:

Ich fordere Sie und den ZDF deshalb, auch im Namen aller weiteren international gesinnten Fußball-Zuschauerinnen und Zuschauer auf, sich von diesem Spruch und dem Nationalsozialismus zu distanzieren und klar zu stellen, dass dies eine massiv zu kritisierende Aussage war und diese zurückgenommen wird.

Abgesehen davon, daß ich gern wüßte, was "international gesinnte Zuschauer" sind, finde ich, daß die Wichtigtuerei dieses Bloggers, der sich anmaßt, im Namen aller "den ZDF" zu Distanzierungen aufzufordern, an die Allmachtsphantasien eines weltbekannten Politikers erinnert. Der Verdacht liegt nahe, daß der Urheber der oben zitierten Zeilen mindestens einen "inneren Vorbeimarsch" empfindet, wenn er dergleichen Unfug in sein Keyboard hackt.

Eine Distanzierung von dem faux pas ist ihm nicht genug, nicht nur Müller-Hohenstein, sondern gleich das ganze ZDF soll sich bei der Gelegenheit "vom Nationalsozialismus distanzieren".
Blöder geht`s nimmer. Was würden SIE wohl sagen, wenn ich Sie zu einer solchen Distanzierung aufforderte ? "Unverschämtheit" würden Sie sagen, und mit allem Recht der Welt.

Sie haben EINMAL, nur ein einziges Mal, vergessen, ihren Waffenschrank abzuschließen ? Ich fordere Sie auf, sich von sämtlichen Schul-Amokläufern der letzten 10 Jahre unzweideutig zu distanzieren !

Ungeachtet der Tatsache, ob Müller-Hohenstein um die tiefere Bedeutung der von ihr verwendeten Redewendung weiß oder nicht, hat vor allem KLOSE Grund, ihr diese Äußerung übelzunehmen.

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