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Jetzt ist es soweit.
mehmetwirdankendir Offline
Dabei seit: 19.12.2010

Ja meine lieben Freunde. Als Urmünchner fühle ich mich dazu gezwungen, in Vertretung für die spärlich vorhandene Löwentruppe eine unausweichliche Tatsache zu verkünden:

Der TSV 1860 München wird in der Saison 2012/13 in die 1. Bundesliga aufsteigen.
(Muss er sogar, wenn ich kein Faßl Bier zahlen muss)

Mein ganzes Leben habe ich nicht gesehn, dass in diesem Verein derart umsichtig und mit Augenmaß gehandelt wurde. Vor ein paar Jahren hätte man noch Gebhard auf Teufel komm raus verpflichtet und mit Rakic verlängert, weil er ein paar Spiele in der Rückrunde gar nicht mal so schlecht war. Für andere Transfers wäre nicht viel übrig geblieben. Stattdessen hat man mit Volz und Stoppelkamp 2 gestandene Spieler mit Bundesligaerfahrung geholt, mit Wojtkowiak und Makos immerhin EM-Teilnehmer. Mit Tomasov könnte ein echter Ersatz für den überschätzten Aigner (der sich in Frankfurt nicht durchsetzen wird) verpflichtet worden sein.

Einzig der Weggang von Volland ist zu bedauern. Stefan Buck und Collin Benjamin wird wohl niemand eine Träne nachweinen. Lassen wir Daniel Halfar und Maximilian Nicu wieder zu 100% fit werden, 60 hat 2 richtige Waffen im Mittelfeld.

An dieser Erfahrung können Spieler wie Feick (der in der vergangenen Saison zu oft auf sich allein gestellt war), Schindler und vor allem Sebastian Maier wachsen.
Geld genug wäre da um diese Spieler auch einmal bis ins bessere Fußballeralter hinein, zu halten. Was die Jugendarbeit angeht, mussten sich die Giesinger jedoch noch nie ernsthafte Sorgen machen.

Die Fanfrage: Stimmung war bei 1860 leider so gut wie nicht vorhanden.
Die größten ultraaffinen Gruppierungen wie Giasinger Buam und Cosa Nostra trollten sich beleidigt beim EHC München, weil sie von Anfang an gegen den Investor waren. Jetzt wurde der EHC von Red Bull übernommen.
Wird also wieder zusammen kommen was zusammen gehört.
Mir wäre der picklige Schwarzhaubenträger im Stadion immer noch lieber als das rechte Gesocks aus den 90ern, dass sich in der vergangenen Saison leider immer öfter in der Allianz-Arena aufhielt. Ich denke die meisten Löwenfans sehens entgegen des landläufigen Klischees nicht anders.

Und zu mir: Ich gehöre zu einer wachsenden Gruppe von Bayernfans, die sich über einen Aufstieg der Löwen sogar ein bisschen freuen würde.
Die Derbys fehlen. Es ist ein bisschen so ein Gefühl, als freue man sich, wenn man den verhassten Bruder nach Jahren der Zerstreuung wieder in die Arme schließen darf. Zudem war München seit den 60er Jahren eine reine Fußballstadt. Andere Sportarten taten sich seit jeher schwer.

Ich hoffe euch einen netten und kurzweiligen Überblick über die derzeitige Fußballszene in München gegeben zu haben.

Beste Grüße

Euer Mehmet

giselher Offline
Dabei seit: 06.10.2009

Erstens: Chapeau (?) für die Analyse der Mannschaft bzw. des Kaders. Muss man wahrscheinlich in München leben, um als Bayern-Fan (?, ...Kunde?) sonn detailierten Überblick zu haben. Zweitens: Wer oder was ist der picklige Schwarzhaubenträger? Drittens: Derbies wären in der Tat geil.

giselher Offline
Dabei seit: 06.10.2009

Profilbild? Grrrrrr....

mehmetwirdankendir Offline
Dabei seit: 19.12.2010

zu erstens: Danke. Ich hatte schon Angst du würdest mir aus dem Aigner-Tomasov-Vergleich wieder mal einen Strick drehn. Klingt beim Lesen in der Tat blöd.
zu zweitens: schwarzer Hoodie, schwarze burberrycap, zwischen 16 und 25, leicht bis höchstgradig besoffen, aggressiver Habitus und lautstarkes FCB-Hurensöhne-Gegröle bei einem Spiel gegen Eintracht Braunschweig.
zu drittens: Das Münchner Derby ist nach dem Dortmund-Schalke Derby wohl das mit der größten gelebten Rivalität in Deutschland. Damit meine ich keineswegs die Gewalt. Eher schon das Knistern, das bereits Tage vorher in der Stadt zu spüren ist. War vielleicht ganz gut, dass für ein paar Jahre (Prust) Pause war.
Jetzt weiß man wieder, was man voneinander hat. Man ist miteinander erwachsen geworden und verzeiht sich den ein oder anderen Ausrutscher in der Vergangenheit.

mehmetwirdankendir Offline
Dabei seit: 19.12.2010

Zu Münchens Fanszene im Allgemeinen. Ich fang mit dem traurigen Kapitel an.

http://www.sueddeutsche.de/muenchen/fussball-krawalle-vereint-in-gewalt-...

http://empaverlag.wordpress.com/muenchner-bande-hooligan-toni-meyer/

Gut das ist wieder ne Sache worüber sich vortrefflich streiten lässt:

http://www.merkur-online.de/lokales/stadt-muenchen/fussball-fans-vereine...

Aber ein Thema, das ich immer gern ins Feld führe, wenn unsere Ultras wieder einmal als Schwerstverbrecher gebrandmarkt werden:

http://de.wikipedia.org/wiki/Kick_it_like_Kurt

Leider finden sowohl die Löwen, als auch die Bayernfans kaum Unterstützung von Vereinsseite.

Und zu guter letzt eine nette Story über die alten Tage:

http://alt.11freunde.de/geschichtsstunde/136877/doppelpass_mit_beckenbauer

Ich wünsche jedem bei Interesse viel Spaß. Wer als Nichtmünchner gerne mitdiskutieren will und vielleicht ein paar lustige Storys über Auswärtsfahrten (sind Lauterner hier?) parat hat ist hier jederzeit Willkommen.
Auch du Sally ;-)
Ich für meinen Teil werde versuchen aktuell zu bleiben. Balabala und Stinki möchte ich übrigens ausdrücklich danken und darauf hinweisen, dass "Tagebücher" deren Idee waren.

mehmetwirdankendir Offline
Dabei seit: 19.12.2010

Morgen wird er vorgestellt der neueste Transfer. Ismal Blanco ist immerhin zweifacher griechischer Torschützenkönig. Sein Spitzname lautet Zorro, weil er Tore gerne mal mit einer Zorromaske feiert. Der einzige Neuzugang von dem ich aber dennoch nicht all zu viel erwarte. Er wird wohl der günstige Ergänzungsspieler sein, der Rakic und Schäffler nie sein wollten. Da hätte ich mich doch eher nach Auer umgeschaut. Kennt München, kennt die Liga und seine Ansprüche werden mit dem Abstieg mit der Allemania wohl nicht gerade gewachsen sein.
Will sich Maurer die Chance auf sein bewährtes und praktiziertes 4-4-2 erhalten, musste aber schnell ein Stürmer her.
Ich, der ich eigentlich ein Fan dieses Systems bin, finde aber, dass sich ein
4-2-3-1 bei dieser Auswahl an kreativen Offensivspielern anbieten würde.
Zumal Lauth nicht als der lauffreudigste Spieler gilt. Naja zu Lauth, der nimmererwachsenwerdende dauergrinsende Lausbub, wie wir sie in München so besonders schätzen. Der scheint unter der Berufung zum Kapitän eher zu leiden denn beflügelt worden zu sein. Statt Sunnybogrinsen sieht man ihn immer öfter verkrampft und ungewohnt unlocker. Kann aber auch an den 31 Lenzen liegen, die er bald zählt? Jedenfalls könnte die Kapitänsfrage eine der wenigen Baustellen der Sasion werden. Bierofka, der diese Rolle zur Zufriedenheit aller ausgefüllt hat, ist für diese Aufgabe einfach zu oft verletzt. Aygüns Karriere hat einen Verlauf genommen, wie er es selbst warscheínlich niemals erwartet hätte. Er hat aber, wie Bierofka, ebenso oft mit Verletzungen zu kämpfen und ist als Kneipenwirt warscheinlich ausgelastet genug. Für mich könnte deshalb Kai Bülow einen guten Kapitän machen. Er hat einen Stammplatz, ist Mitglied im Mannschaftsrat und mit 26 eigentlich nicht mehr zu jung dafür. Kiraly lässt seine Karriere locker ausklingen. Schade, er ist einfach ein sympathischer Kerl.

http://www.11freunde.de/interview/gabor-kiraly-ueber-england-und-1860?pa...

Böse Zungen behaupten ja sogar, dass Lauth gar kein Interesse an einem Aufstieg hat. Er ist der große Fisch im kleinen Teich, wird verhätschelt und verdient immer noch vergleichsweise gut. Da ich Fußballromantiker bin und ihm wirklich glaube, dass Benny sehr am Verein hängt (was ihn oft mehr hemmt als hilft), bin ich mir sicher, dass er sich reinhängen wird. Es könnte ja auch Ansporn genug sein, es doch noch allen zu beweisen. Bei Stuttgart und Hannover ist er leider fraglos gescheitert. In Hamburg kam er über gute Ansätze nicht hinaus.

Die Frage wird auch sein, ob Stahl aus seinem Talentstatus herauskommt, oder ob er weiterhin Ergänzungsspieler bleibt. Seine Einstellung zum Sport ist aber top, so gilt er doch als außerordentlich trainingsfleißig und darüber hinaus als äußerst professionell in der Lebensführung. Gerade da tun sich die Münchner Fußballer besonders schwer. Und Benjamin Schwarz wird den Verein endgültig verlassen. Das Ziel ist unbekannt. Zur Erinnerung: Benny Schwarz war der rechte Außenverteidiger, den Ribery im letzten Derby 2007 zur Weißglut getrieben hat. Ribery musste auf dreckige Tricks zurückgreifen um seinem Gegenspieler eine gelb-rote Karte anzuhängen. Naja, nix für ungut. Dem Benny für die Zukunft alles Gute, selbst wenn klar ist, dass er jetzt erstmal einen Schritt zurück gehen muss.

Das war für den 1. Tag eigentlich schon viel zu viel.

Einen schönen Wochenstart allerseits.

mehmetwirdankendir Offline
Dabei seit: 19.12.2010

DER Ribery zur Weißglut getrieben hat. Wobei...

derschaendervongijon Offline
Dabei seit: 19.07.2011

Servus Mehmet,

auch von mir: Hut ab für Deine Kenntnisse und differenzierten Betrachtungen.
Auch ich würde mich wie Sau mal wieder auf grossartige Derbys freuen, wer erinnert sich denn nicht gerne an das epische 3:3 1996?
Allerdings glaube ich trotz guter Kaderplanung nicht daran, dass es meine 60er heuer packen werden, da bin ich einfach zu sehr Berufspessimist (lasse mich aber gerne eines besseren belehren - das ist ja der Vorteil eines Pessimisten, der kann nicht enttäuscht werden). Und in einem Punkt muss ich Dir widersprechen: der Benjamin hat mir schon gefallen und wird den Löwen definitv fehlen!

Hoffen wir mal auf alsbaldigste schöne Derbys!

MarcRamone Offline
Dabei seit: 11.03.2009

besten Dank für die kenntnisreiche zusammenstellung zu den an sich völlig unterpräsenten Löwen. Was mich ja inetressiert, wer oder wie ab man heutzutage in München überhaupt noch ein Löwe werden kann? Ich meine, wie "rekrutieren" die neue Fans? Außer "Problemfans" dürften die doch keinen anziehen oder sehe ich das falsch?
Also, Wie wird man heute noch ein Anhänger der Löwen? Welche Argumente ziehen da noch neue und neugierige Fans die Fußball sehen und erleben wollen?
In München sieht man das ja automatisch direkt in Verbindung und Konkurrenz zum FCB. Dagegen kann doch keiner mehr anstinken. Selbst hier weit weg von München werden Kids zu FCB Fans und man kann es denen nicht mal übel nehmen, wegen deren übermäßigen Medienpräsenz.

Also, gibts euch bekannte Beispiele von jungen und frischen Löwenfans? Ich kenne keinen, weder jung noch alt.

valenciano Offline
Dabei seit: 04.06.2007

Lokalpatriotismus und ein wenig anders sein. Plus Eltern natuerlich, aber was meinste wie man Fan von Bochum und den Konsorten im Ruhrgebiet wird mit S04 und BVB drum herum. Nische halt

derschaendervongijon Offline
Dabei seit: 19.07.2011

Servus Marc,

einfach weil der FCB zuviel Arroganz ausstrahlt?
Ich weiss ja nicht wie es Dir so geht, aber mir ist z.B. eine Ente oder ein alter Käfer tausendmal sympathischer als ein BMW-SUV. Hat einfach mehr Charakter...

mehmetwirdankendir Offline
Dabei seit: 19.12.2010

@ Marc
Ich muss gestehen, dass 1860 München immer noch einen großen Reiz hat.
Das Problem mit der Rekrutierung tritt auch erst langsam zu Tage. Meine Generation (- ca. 5-10 Jahre) hat die Nowaks, Schwabls, Trares', Böhmes, Häßlers, Winklers, Cernys, Borimirofs und später Tyces, Bierofkas und Schäfers noch spielen sehen. Es gab ja auch eine Zeit in der die Löwen regelmäßig international vertreten waren. Diese Underdog-Mentalität wäre in dieser Zeit völlig fehl am Platz gewesen.
Eine Mannschaft, die sich mit Max, Sukers und Häßlers schmückt, musste sich auch vor dem FC Bayern nicht verstecken.
Mittlerweile ist es wohl eher der "Afri-Cola-Effekt" der die Jungen ins Stadion zieht. Man will ein bisschen anders, vielleicht sogar exotischer rüberkommen.
Das war auch jahrelang der Grund für den FC Bayern Amateure Fanatismus, der jetzt leider langsam abebbt. Könnte aber unter dem Mehmet wieder neu entflammen.

MarcRamone Offline
Dabei seit: 11.03.2009

Kann gerade nicht in Ruhe ausführlich ... deswegen mal eben so zwischendurch:

Afri Cola Effect, das klingt gut.

Eine Alternative zum Prospektglanz des FCB haben zu wollen kann ich verstehen, aber muss sie gleich mehrere Klassen tiefer sein? Wahrscheinlich geht die Alternative 1FCN einfach nicht? Ein K.O. Kriterium in München bzw. im Umfeld oder einfach für Werder oder einen anderen Gegenpol zu sein? Da fallen natürlich Stadionbesuche weg, aber es geht ja erstmal um Sympathie und Fan werden. Das angegebene Alter 5 bis 10 war schon treffend.

Warum Bochum, wenn S04 und BVB da sind? Tja, im Ruhrgebiet haben die Städte schon ihren eigenen Vereinsstolz und das gilt auch für Bochum. Aber trotzdem kommen zum S04 oder BVB auch genug Leute aus BO, E oder OB. Aber meistens sind es Autokennzeichen aus den "Zwischenräumen" der genannten Städte.

Und jetzt muss man auch sagen, dass zwischen S04, BVB und BO keine so klassengroße Kluft liegt wie zwischen FCB und 1860 (oder den rest der Liga). ich meine, da gehts um einen vergleich von mehreren Meisterschaften und CL Teilnahmen in Serie gegen, ähm, tja, nur gegen alte Erfolge und Tradition. Das war es schon. S04 und BVB machen dem vfL auch nicht vor wie man in Serie Titel holt oder bieten ein große internationale Bühne. Ab und zu mal, ansonsten gehts ja.

Und ... es sind unterschiedliche (!) Städte!

Vom FCB Amateurbesucherandrang wusste ich nicht. Das finde ich klasse.

Nochmal, was bringt einen noch zu den Löwen? Einiges wurde ja genannt.
Am wichtigsten finde ich ja das eigene Stadion! In der gleichen Bude wie der FCB zu spielen ergibt ja nicht mal ne schlechte Kopie ...

Falls da draußen ein 1860er ist, nur zu: Wie biste ein Löwe geworden?!

derschaendervongijon Offline
Dabei seit: 19.07.2011

Servus Marc,

habe ich doch gerade umschrieben?! Und warum soll ich als Oberbayer zum FCN halten?? Gähd ja im Lem nanianed!

MarcRamone Offline
Dabei seit: 11.03.2009

Ja, ich sagte ja das meiste steht schon oben. Hach, kann gerade icht ganz so aufmerksam sein... Interessant finde ich vor allem, wie ganz junge dazu kommen?!Das Alter 5 bis 10 spielt da ja eine große Rolle und da kümmert man sich noch nicht um Themen wie Kommerz usw. Da sind es besonders Spieler die einen ins Boot holen.
Die Arroganz vom FCB registrieren die auch noch nicht so, das kann ich mir nicht vorstellen. In dem Alter ziehen doch eher gerade die großen Sportwagen.
Sind bei 1860 denn auch mehr alternative? In HH gibts ja das Phänomen der "alternativen" Leute bei St. Pauli und der Rest beim HSV. Früher habe ich mir sa immer so zurechtgedacht: St. Pauli = Slime, HSV = truck Stop. irgend wie sowas.
Ich kann auch nicht sagen, wofür 1860 steht. Beim SC Freiburg oder Pauli hingegen schon.

saloth sar Offline
Dabei seit: 23.09.2004

St. Pauli = Slime, HSV = truck Stop

wobei das natuerlich voelliger humbug ist, slime stand frueher immmer im volkspark, haben dem mit block e auch ein lied gewidmet. aber laber ruhig weiter, es bringt mich zum lachen

derschaendervongijon Offline
Dabei seit: 19.07.2011

In meinem Freundeskreis ist das sehr wohl so, dass alle eher "alternativ drauf" sind und, sofern fussballinteressiert, mit den Sechzigern sympathieren.
Richtig erklären kann ich das nicht, denn uns ist schon klar, dass der Verein mit seinen Führungsspitzen sowie ein grosser Teil der Fans (aber eben bei Weitem nicht alle!) - gelinde gesagt - ein ziemlicher Deppenhaufen sind.
Bei den 60ern gibt es eben ganz massiv beides: die absoluten Voll-deppen,-proleten,-pfosten etc., aber auch die alternativen a'la St.Pauli (übrigens mein Ausweichklub, wenn ich mich mal wieder zu sehr über die 60er ärgern muss).

MarcRamone Offline
Dabei seit: 11.03.2009

Oh ja, dass stimmt, völlig vergessen. Ich bringe Pauli halt immer mit Punk in Verbindung und mir ist auf die Schnelle keine Hamburger Kapelle eingefallen außer eben jene.

Aber es ist doch schon so, dass Pauli gerade durch die Punk Szene immer mehr wahrgenommen wurde oder siehst du das anders?

Also mir fallen gleich mehre Leute ein die in den 80ern zu Pauli gingen, weil in den anderen BuLi Vereinen zu viele Faschos waren. Erst mit Pauli fand sich eine Insel die auch in der Punk Szene akzeptiert wurde. Siehst du das anders?
(ich rede jetzt vom generellen und vom EInzelnen. antürlich gabs auch bei den großen Clubs noch ein paar Alternative. zumindest war das hier im Köln Bonner Raum mit Pauli sehr stark in der HC Punk Szene.)

Als Kernaussage ist Pauli halt eine echte und andere Alternative in der Stadt und bei 1860 war es lange Zeit nicht so und jetzt? Na, vielleicht wirds ja.

giselher Offline
Dabei seit: 06.10.2009

Widerspruch, Euer Ehren. 1860 war schon zu Vor-Bundesliga-Zeiten der komplette Gegenentwurf zu den Bayern. (Willkürlich) angefangen zu den Nazi-Zeiten bis hin zum Wiesn-Wirt Wildmoser und seiner hemdsärmeligen, *hust* volkstümlichen Art. Erst in den letzten Jahren wurden die Löwen zu 'ner Art "Bayern-light". Gemeinsame Stadion-Nutzung, mit dem Präsi ein Hauch von Seriosität, gute Jugendarbeit ...

derschaendervongijon Offline
Dabei seit: 19.07.2011

Ausschliesslich *alle* mir bekannten Münchner Punks und Punkbands sind Sechziger: Marionetz, A+P, Sigi Pop, die Ramonas, sogar die Biermöslblosn (man höre den "Stolz von der Au").
Leider aber auch so nationale Idioten wie Freiwild, aber das sind ja auch keine Punks oder Münchner sondern so was wie die Südtiroler Böhsen Onkelz. Das wäre dann ein Beispiel für die grenzdebilen 60er...

saloth sar Offline
Dabei seit: 23.09.2004

marc, ich sehe ganz viele dinge anderst als du, aber hier soll es um die sechziger gehen und es sei ihnen gegoennt

littledesaster Offline
Dabei seit: 19.05.2012

Und jetzt muss man auch sagen, dass zwischen S04, BVB und BO keine so klassengroße Kluft liegt wie zwischen FCB und 1860 (oder den rest der Liga). ich meine, da gehts um einen vergleich von mehreren Meisterschaften und CL Teilnahmen in Serie gegen, ähm, tja, nur gegen alte Erfolge und Tradition. Das war es schon. S04 und BVB machen dem vfL auch nicht vor wie man in Serie Titel holt oder bieten ein große internationale Bühne. Ab und zu mal, ansonsten gehts ja.

Als alter Ruhrstadiongänger muss ich Dir sagen, dass die Kluft zwischen den Ruhrgebietsklubs hinsichtlich Tradition und Erfolgen mir nicht kleiner erscheint als im trauten Bayern. Spätestens mit dem ersten und den - schlimmer noch - danach ständig geschehenen Abstiegen des VfL hat sich diese nochmals deutlich vertieft.

Und warum man heute Löwenfan wird? Weil die den Volz geholt haben!

mehmetwirdankendir Offline
Dabei seit: 19.12.2010

Halt lieber Schänder. Jetzt muss ich kurz dazwischen. Was den wirklichen Kern beider Vereine angeht, war Bayern eigentlich der etwas "verrücktere."
Schwabinger Boheme, Künstlerviertel, Säufer und "Cafebetreiber" waren damals gern im Cafe Gisela. 60 war daher leider eher der bürgerlichere "wenig gspinnertere" Verein aus dem unteren Mittelstand. Ich bin mit vielen Löwenfans befreundet und versteht mich bitte nicht falsch, aber ein Verein, der seit den späten 80ern von Neonazis unterwandert war, tut sich sich mit dem alternativ sein schon ein bisschen schwerer.
Diese Nische ist ironischerweise beim FC Bayern besetzt.
Mitglieder der Schickeria, Alarmstufe rot, Inferno Bavaria, Mentalita Minga gehören der Antifa an. Es ist eigentlich paradox, dass aus diesem Verein diese perfekt geölte Maschine wurde. Ein Treppenwitz der Geschichte quasi.

mehmetwirdankendir Offline
Dabei seit: 19.12.2010

Das mit den Rechten wird bald wieder aufhören, wenn die weitestgehend unpolitischen Giasinga Buam wieder da sind. Da der EHC ja jetzt Red Bull hat, ist ihnen die letzte Fluchtmöglichkeit ja auch noch verschütt gegangen.

Und dann heißts aufräumen Freunde!

http://www.spiegel.de/sport/fussball/neonazis-bei-1860-muenchen-so-schli...

ion Offline
Dabei seit: 10.09.2004

also ich bin nicht wirklich bewandert in der Thematik der Fussballlandschaft München, aber was ich so gelesen habe, war der FC Bayern doch eher der Verein der Mittelklasse, während sich die Anhägerschaft der Löwen doch großteils aus der Arbeiterklasse zusammengesetzt hat. oder irre ich mich?

mehmetwirdankendir Offline
Dabei seit: 19.12.2010

Ich hab gerade Punk mit alternativ verwechselt. Ich hätte bei "etwas anders" bleiben sollen merk ich grad. Was Punk angeht, muss ich gestehen hab ich so gut wie keine Ahnung welchen Verein und ob überhaupt besucht wird.
München hatte glaube ich auch noch nie eine richtig große Punkszene.
Zumindest im Vergleich zu den anderen Millionenstädten Berlin und Hamburg.
Sollte ich unrecht haben, geb ich das gerne zu und lasse mich hinsichtlich dessen belehren.
Bei mir hats nach dem Ska-Punk a' la nofx schon aufgehört. Und vielleicht ab und zu mal ne Prise bad religion.

giselher Offline
Dabei seit: 06.10.2009

...war der FC Bayern doch eher der Verein der Mittelklasse, während sich die Anhägerschaft der Löwen doch großteils aus der Arbeiterklasse zusammengesetzt hat. oder irre ich mich?

Du irrst Dich nicht.

saloth sar Offline
Dabei seit: 23.09.2004

München hatte glaube ich auch noch nie eine richtig große Punkszene.

ne, hatten sie in muenchen nie, das haben die schickimickimuenchener in zusammenarbeit mit der sehr konservativen bayrischen polzei zu verhindern gewusst

ion Offline
Dabei seit: 10.09.2004

letztens kam mal wieder ein Saison-Rückblick von anno dazumal, unter anderem der erste Sieg der Löwen über die Bayern seit einer Ewigkeit. Dazu Interviews mit Lorant und Wildmoser. Sinngemäße Aussage: Die Bayern sollen merken, dass wir sie auch mit weniger Geld schlagen können. Ich erwische mich immer wieder dabei, die 60er sympathisch zu finden, aber nur für einen kurzen Moment, dann erinnert man sich an die katastrophale Vereinsführung und das gerne-groß Gehabe dieses Vereins und schon ist die Sympathie wieder weg. Schade eigentlich. Aber was man so mitbekommt wird sich das Chaos in der Führung auf unbestimmte Zeit ja auch nicht legen... Erinnert mich immer ein bissl an die Eintracht aus Frankfurt...

mehmetwirdankendir Offline
Dabei seit: 19.12.2010

@ ion
da hast du sicherlich nicht ganz unrecht. 1860 war der hartgesottene, knorrige Arbeiterverein. Dem kann man natürlich was abgewinnen. Wir hatten dagegen eher ein Nudelwascherimage.
Vergeistigte Krüppel nannte man sowas damals wohl...
Ich denke das von mir oben verlinkte Interview mit Werner Enke triffts ganz gut. Und der ist Löwenfan. Hier nochmal:

http://www.11freunde.de/interview/schauspieler-werner-enke-im-interview

Ich spreche auch ausdrücklich von den Gründungsjahren.
Als in den 20ern die reichen jüdischen Kaufleute wichtige Ämter übernahmen, wurde das Geld natürlich gerne genommen, keine Frage.

Dazu habe ich auch einen passenden Link:

http://www.br.de/themen/sport/inhalt/fussball/bundesliga/fc-bayern-muenc...

gelsenkirchen Offline
Dabei seit: 05.05.2004

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